{"id":21011,"date":"2023-07-13T15:13:05","date_gmt":"2023-07-13T13:13:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/08976-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:13:08","modified_gmt":"2023-07-13T13:13:08","slug":"08976-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/08976-01\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderschwerpunkt Bioabfallverwertung: Entwicklung von torffreien Substraten f\u00fcr Baumschulen und Hobbyg\u00e4rtner aus karbonatreichem Kompost und weiteren regional anfallenden Reststoffen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Baumschulsubstrate und die meisten Blumenerden f\u00fcr Hobbyg\u00e4rtner enthalten nach wie vor einen relativ hohen Torfanteil. Zur Schonung \u00f6kologisch wertvoller Torfvorr\u00e4te war es daher Ziel dieses Forschungsvorhabens, ein torffreies Baumschulsubstrat und eine torffreie Blumenerde zu entwickeln, die jeweils f\u00fcr m\u00f6glichst viele Kulturen einsetzbar sind. Basis dieser Substrate sollten in Gegenden mit kalkreichen B\u00f6den (wie z. B. Teile Bayerns) anfallende, bisher im Substratbereich nicht zu verwendende karbonatreiche Komposte und weitere regional anfallende substratf\u00e4hige Reststoffe sein.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDer gesamten Untersuchung lagen die beiden folgenden Fragenkomplexe zugrunde: 1. Wie l\u00e4sst sich, anders und weitgehender als bisher mit Hochmoortorf, das pH in Substratmischungen mit karbonatreichen Komposten auf ein f\u00fcr die meisten Pflanzen g\u00fcnstiges Niveau absenken? Dazu wurden zahlreiche Testsubstrate auf unterschiedliche Weise mit verschiedenem elementarem Schwefel oder Eisen(II)-sulfat versetzt. 2. Welche regional anfallenden Reststoffe wie z.B. Rindenhumus, Holzfaser, Ziegelbruch, eignen sich am besten als weitere Zuschlagstoffe f\u00fcr torffreie Substrate?<br \/>\nDiesen Fragen wurde in der ersten Phase des dreij\u00e4hrigen Projektes anhand von Exaktversuchen am Institut mit mehreren Pflanzenarten (sowohl Geh\u00f6lze als auch Balkonblumen) nachgegangen. Mit den zwei besten Substraten der ersten Phase wurden dann weitere Versuche in der zweiten Vegetationsperiode mit anderen Pflanzenarten sowohl am Institut als auch mit Geh\u00f6lzen in den Partnerbaumschulen durchgef\u00fchrt. Im dritten Projektabschnitt wurden wiederum die beiden besten Substrate aus dem zweiten Projektjahr nochmals einer abschlie\u00dfenden Pr\u00fcfung an beiden Standorten unterzogen.<br \/>\nIm Laufe aller Versuche wurden regelm\u00e4\u00dfig Substratanalysen hinsichtlich der relevanten chemischen und physikalischen Parameter durchgef\u00fchrt. Zum jeweiligen Versuchsende wurden das Pflanzenwachstum bewertet und gegebenenfalls der Hauptn\u00e4hrstoffgehalt der Pflanzentrockensubstanz bestimmt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Neben Gr\u00fcngutkompost (= GGK) mit bis zu 18 % CaCO3 wurden Rindenhumus, Holzh\u00e4cksel, Holzfaser, Schlacke aus der Steinkohleverfeuerung und Ziegelbruch als Substratkomponenten eingesetzt. Im Baumschulbereich bew\u00e4hrten sich von den rund 20 daraus hergestellten Substraten die beiden am besten, die aus 40 Vol.-% Gr\u00fcngutkompost, 30 Vol.-% Schlacke und entweder 30 Vol.-% Holzfaser oder 30 Vol.-% Holzh\u00e4cksel bestanden. Darin ergab sich sowohl am Institut als auch in den Partnerbaumschulen bei S-Zusatz fast immer ein vergleichbares Wachstum wie im Kontrollsubstrat. Lediglich einige wurzelnackte Geh\u00f6lze wuchsen darin nicht so gut, was wohl auf die geringere Wasserkapazit\u00e4t der torffreien Substrate zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.<br \/>\nDer Schwefelzusatz (bis zu 10 g S\/l Substrat) wurde von allen gepr\u00fcften Geh\u00f6lzarten (\u00fcber 20) gut vertragen und wirkte sich vielfach positiv auf das Pflanzenwachstum aus. In jedem Fall konnten Eisenmangel-Chlorosen verhindert bzw. stark reduziert werden. Als S-Produkt kann zur Grundd\u00fcngung ein Granulat mit einer Korngr\u00f6\u00dfe von 0-0,8 mm empfohlen werden. Auch in stehender Kultur konnte der pH-Wert problemlos mit suspendierbarem Schwefel abgesenkt werden, sofern dieser nicht zu hoch konzentriert ausgebracht wurde.<br \/>\nVon den torffreien Blumenerden aus GGK, Holzfaser, Holzh\u00e4cksel, Rindenhumus und Schlacke sind f\u00fcr die Praxis v.a. die beiden aus 40 Vol.-% GGK und je 30 Vol.-% Holzh\u00e4cksel und Rindenhumus bzw. aus 40 Vol.-% GGK und je 20 Vol.-% Holzh\u00e4cksel, Holzfaser und Rindenhumus zu empfehlen. Dabei be-w\u00e4hrte sich zur pH-Absenkung das gleiche S-Produkt wie in den Baumschulversuchen<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse des Projekts wurden in F\u00fchrungen am Institut und u.a. in folgenden Ver\u00f6ffentlichungen in Fachzeitschriften und Vortr\u00e4gen pr\u00e4sentiert:<br \/>\nSCHMITZ, H.-J., 2001: Torffreie Substrate auf Kompostbasis f\u00fcr die Anzucht von Geh\u00f6lzen. Versuche im Deutschen Gartenbau\/Baumschule 2001, 13, S. 25<br \/>\nSCHMITZ, H.-J., 2001: Torffreie Blumenerden auf Kompostbasis mit Schwefelzusatz. Versuche im Deutschen Gartenbau\/Zierpflanzenbau, 2001, 13, S. 13<br \/>\nSCHMITZ, H.-J. und FISCHER, P., 2002: Absenkung des pH-Werts von Komposten. In: ZENTRALVERBAND GARTENBAU E.V. (ZVG) (Hrsg., gef\u00f6rdert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt): Handbuch Kompost im Gartenbau. FGG F\u00f6rderungsgesellschaft Gartenbau, Bonn, S. 221-242<br \/>\nSCHMITZ, H.-J., 2002: Baumschulsubstrate in Zukunft torffrei? IDW 10\/02, S. 4<br \/>\nSCHMITZ, H.-J. und FISCHER, P., 2003: Wirkung von Schwefel in torffreien Substraten f\u00fcr die Anzucht von Baumschulgeh\u00f6lzen. Vortrag auf der 40. Gartenbauwissenschaftlichen Tagung vom 26.02.-01.03.03 in Freising-Weihenstephan<br \/>\nSCHMITZ, H.-J. und FISCHER, P., 2003: Gute Ergebnisse ohne Torf. Deutsche Baumschule, 55, 4\/2003, S. 37-38<br \/>\nSCHMITZ, H.-J. und FISCHER, P., 2003: Besser \u00fcber Matten bew\u00e4ssern. Deutsche Baumschule, 55, 8\/2003, S. 35-36<br \/>\nSCHMITZ, H.-J., 2003: pH-Absenkung in torffreiem Substrat mit Schwefel-Granulaten zur Grundd\u00fcngung sowie mit suspendierbarem S w\u00e4hrend der Kultur m\u00f6glich. Versuche im deutschen Gartenbau, im Druck<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Sowohl Baumschulgeh\u00f6lze als auch Balkonpflanzen lassen sich gut in torffreien Substraten kultivieren. Im Baumschulbereich haben sich dazu die beiden Substrate aus 40 % (Vol.-%) Gr\u00fcngutkompost (GGK), 30 % Schlacke aus der Steinkohleverfeuerung und entweder 30 % Holzfaser oder 30 % Holzh\u00e4cksel am besten bew\u00e4hrt. Lediglich einige wurzelnackte Geh\u00f6lzjungpflanzen zeigten darin ein schlechteres Wachstum als im torfhaltigen Kontrollsubstrat. F\u00fcr Hobbyg\u00e4rtner sind Blumenerden aus 40 % GGK, 30 % Holzh\u00e4cksel und 30 % Rindenhumus bzw. aus 40 % GGK und je 20 % Holzh\u00e4cksel, Holzfaser und Rindenhumus zu empfehlen.<br \/>\nDurch Zusatz von pH-absenkendem Schwefel zum Substrat k\u00f6nnen in beiden Anwendungsbereichen auch substratf\u00e4hige, jedoch zu karbonatreiche Komposte eingesetzt werden. Der zugesetzte Schwefel wurde von den fast 40 gepr\u00fcften Geh\u00f6lz- und Balkonblumenarten gut vertragen und konnte das Auftreten von Eisenmangel-Chlorosen an den Pflanzen verhindern oder zumindest stark verringern. Als S-Produkte erwiesen sich Granulate mit einer Korngr\u00f6\u00dfe von 0-0,3 bzw. 0-0,8 mm als optimal. Ebenso war die pH-Absenkung mit suspendierbarem Schwefel in stehender Kultur erfolgreich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Baumschulsubstrate und die meisten Blumenerden f\u00fcr Hobbyg\u00e4rtner enthalten nach wie vor einen relativ hohen Torfanteil. Zur Schonung \u00f6kologisch wertvoller Torfvorr\u00e4te war es daher Ziel dieses Forschungsvorhabens, ein torffreies Baumschulsubstrat und eine torffreie Blumenerde zu entwickeln, die jeweils f\u00fcr m\u00f6glichst viele Kulturen einsetzbar sind. 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