{"id":21008,"date":"2024-11-27T10:34:25","date_gmt":"2024-11-27T09:34:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/12826-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:34:28","modified_gmt":"2024-11-27T09:34:28","slug":"12826-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/12826-01\/","title":{"rendered":"Schlie\u00dfung, integrierte biologische Aufbereitung und Enth\u00e4rtung des Wasserkreislaufes einer altpapierverarbeitenden Papierfabrik im Zentrum einer Gro\u00dfstadt"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Papierfabrik Julius Schulte S\u00f6hne in D\u00fcsseldorf leitete bis zum erfolgreichen Abschluss des Entwicklungsprojekts als Indirekteinleiter j\u00e4hrlich etwa 260.000 m3 Abwasser in die Kanalisation der Stadt D\u00fcsseldorf ein. Durch die Installation einer Kreislaufwasserbehandlungsanlage (KWB-Anlage) und die vollst\u00e4ndige Schlie\u00dfung des Prozesswasserkreislaufs sollte diese Abwassermenge wegfallen, verbunden mit einer Reduzierung des Grundwassereinsatzes in gleicher H\u00f6he.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Ergebnisse von halbtechnischen Versuchen hatten gezeigt, dass eine wirkungsvolle Reinigung des Prozesswassers mit einer anaeroben\/aeroben Verfahrenskombination m\u00f6glich ist. Dieser Reinigungsschritt ist unabdingbare Voraussetzung f\u00fcr die Schlie\u00dfung des Fabrikationswasserkreislaufs, weil sich sonst organische und anorganische Wasserinhaltsstoffe angereichert h\u00e4tten. Die letztlich in der Papierfabrik Julius Schulte S\u00f6hne installierte, aus einem anaeroben Turmreaktor und zwei Bel\u00fcftungsreaktoren bestehende KWB-Anlage wurde im mehrmonatigen Betrieb mit einem Prozesswasserteilstrom angefahren, bis die prognostizierten Zieldaten erreicht waren. Erst dann erfolgte die Schlie\u00dfung des Wasserkreislaufs.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die KWB-Anlage erf\u00fcllt nach zahlreichen Optimierungen die in sie gesetzten Erwartungen. Die Wirkungsgrade f\u00fcr den CSB-Abbau, f\u00fcr den Abbau geruchsintensiver Fetts\u00e4uren und f\u00fcr die Wasserenth\u00e4rtung lagen auf den vor dem Bau der Anlagen prognostizierten Niveaus. Allerdings ist zur Absenkung der Wasserh\u00e4rte in den Bel\u00fcftungsreaktoren eine urspr\u00fcnglich nicht vorgesehene Kalkmilch-Dosierung notwendig, die in einem zuk\u00fcnftig durchzuf\u00fchrenden Optimierungsprojekt weitestgehend reduziert werden soll. Die nach Inbetriebnahme und Optimierung der KWB-Anlage vorgenommene Schlie\u00dfung des Wasserkreislaufs verlief erfolgreich. Die Kreislaufwasserbelastung stieg nicht signifikant an. Ein negativer Einfluss auf die produzierten Papierqualit\u00e4ten wurde nicht festgestellt. Der Verbrauch chemischer Additive \u00e4nderte sich nicht. Trotz Kreislaufschlie\u00dfung wird die Produktion noch immer ohne Biozide gefahren. E-benfalls nicht negativ beeintr\u00e4chtigt wurden die Abluftemissionen der Papierfabrik. Dies betrifft auch die Emission geruchsverursachender Inhaltsstoffe wie niedermolekulare Fetts\u00e4uren und Schwefelwasserstoff. Seit September 2003 wird das im anaeroben Turmreaktor gebildete Biogas im Kraftwerk der Pa-pierfabrik energetisch genutzt. Die zuvor aufgetretenen Probleme mit der Entschwefelung des Biogases konnten behoben werden. Durch die energetische Biogasnutzung wird der Energiebedarf der gesamten KWB-Anlage abgedeckt.<br \/>\nEin wesentlicher Aspekt bei der Umsetzung des F\u00f6rderprojekts war die Schulung des Betriebspersonals. Es galt ein Kreislaufbewusstsein zu schaffen, das sicherstellte, dass die KWB-Anlage als ein integrierter Anlagenteil der Produktion angesehen wurde. Einen weiteren wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Projektrealisierung leistete die Genehmigungsbeh\u00f6rde der Stadt D\u00fcsseldorf, die in begr\u00fcndeten Ausnahmef\u00e4llen das Einleiten von Prozesswasser in die st\u00e4dtische Kanalisation erlaubte. Dadurch konnten Probleme in der Anfahrphase der KWB-Anlage und in den ersten Monaten nach Kreislaufschlie\u00dfung vermieden werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt wurde in mehreren Fachvortr\u00e4gen der Papierindustrie und anderen Industriebranchen pr\u00e4sentiert. Daraus resultieren Ver\u00f6ffentlichungen in Fachzeitschriften in deutscher und englischer Sprache. Im November 2003 wurde die Papierfabrik Julius Schulte S\u00f6hne, D\u00fcsseldorf, f\u00fcr die Umsetzung des F\u00f6rderprojekts mit einem Preis der Effizienz-Agentur des Landes Nordrhein-Westfalen und der Fachzeitung VDI-Nachrichten ausgezeichnet.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das F\u00f6rderprojekt wurde erfolgreich abgeschlossen. Die prognostizierten Leistungsdaten der Kreislaufwasserbehandlungsanlage wurden erreicht, die Schlie\u00dfung des Wasserkreislaufs, verbunden mit einer abwasserlosen Produktion, gew\u00e4hrleistet die Einsparung von Grundwasser und f\u00fchrt zu einem Wegfall der Kanalbenutzungsgeb\u00fchren. Optimierungsbedarf besteht noch bei der Enth\u00e4rtung des Kreislaufwas-sers in den Bel\u00fcftungsreaktoren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Papierfabrik Julius Schulte S\u00f6hne in D\u00fcsseldorf leitete bis zum erfolgreichen Abschluss des Entwicklungsprojekts als Indirekteinleiter j\u00e4hrlich etwa 260.000 m3 Abwasser in die Kanalisation der Stadt D\u00fcsseldorf ein. 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