{"id":21006,"date":"2023-07-13T15:17:24","date_gmt":"2023-07-13T13:17:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/15366-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:17:26","modified_gmt":"2023-07-13T13:17:26","slug":"15366-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/15366-01\/","title":{"rendered":"ECO-Rapid &#8211; Einf\u00fchrung eines integrierten Umweltinformationsmanagements in mittelst\u00e4ndischen Unternehmen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel von ECO-Rapid ist es, eine Methode zu entwickeln und zu beschreiben, mit der Industrieunternehmen ihre vorhandene betriebswirtschaftliche Standardsoftware f\u00fcr das Umweltmanagement nutzen k\u00f6n-nen. Dabei sollen die Instrumente Flusskostenrechnung, Umweltbilanz und Umweltkennzahlen so unterst\u00fctzt werden, dass sich hohe Synergien zur Betriebswirtschaft erzielen lassen. Erst durch das Anbinden in die betrieblichen Enterprise Ressource Planning-Systeme (ERP-Systeme) werden die Umweltmanagement Instrumente betriebswirtschaftlich integriert und ihre Effizienz wesentlich erh\u00f6ht.<br \/>\nDie fl\u00e4chendeckende Anwendung der Instrumente f\u00fchrt zu Umweltentlastungen und durch nennenswerte Kosteneinsparungen zu einer St\u00e4rkung des Standorts Deutschland. Das zu diesem Zweck mit Unterst\u00fctzung der DBU entwickelte EDV-Referenzmodell ECO-Integral wird im vorliegenden Projekt ECO-Rapid bei drei Pilotfirmen in Case Studies beispielhaft umgesetzt. Die Methode wird in Form eines verst\u00e4ndlich aufbereiteten Leitfadens als CD-ROM ver\u00f6ffentlicht. Das darin vorgestellte Vorgehensmodell (VGM) richtet sich an mittelst\u00e4ndische Industrieunternehmen und soll weitgehend unabh\u00e4ngig von einem bestimmten Softwareprodukt angewendet werden k\u00f6nnen. So wird das Ziel unterst\u00fctzt, die entwickelte Methode der Materialflussrechnung breitfl\u00e4chig zu verbreiten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Referenzmodell ECO-Integral wurde f\u00fcr die Umsetzung in drei Pilotprojekten aufbereitet. Die Inhalte wurden priorisiert. F\u00fcr die Pilotprojekte wurde ein inhaltliches, methodisches sowie organisatorisches Vorgehensmodell der Umsetzung erstellt. Die Struktur des Leitfadens wurde iterativ entwickelt.<br \/>\nMit den Pilotfirmen wurden Projektpl\u00e4ne erstellt, bevor das erste Projekt unter Beteiligung aller Projektpartner gemeinsam durchgef\u00fchrt wurde. Hier wurden die im Antrag beschriebenen Projektphasen des EDV-gest\u00fctzten Umweltmanagements umgesetzt: Informationsbedarfsanalyse; Spezifikation der Instrumente; technische Umsetzung; Einbinden ins Umweltmanagement, Produktionsmanagement und Controlling; Ansto\u00dfen kontinuierlicher Verbesserungen. Projektbegleitend wurden die Vorgehensweisen und Inhalte dokumentiert. Nach Abschluss des ersten Projekts wurden von je einem Unterauftragnehmer zwei weitere parallel durchgef\u00fchrt. Die Erkenntnisse aller drei Projekte flie\u00dfen in einem Leitfaden zusammen, welcher der adressatengerechten Aufbereitung der Inhalte Rechnung tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zwei Hauptschritte waren vorgesehen, um mittelst\u00e4ndische Unternehmen zu einem Umweltinformationsmanagement zu bef\u00e4higen, das als betriebswirtschaftliches Werkzeug akzeptiert wird:<br \/>\nBeispielhaftes Implementieren einer Materialflussrechnung mit anschlie\u00dfender Nutzung der Instrumente in drei mittelst\u00e4ndischen Pilotfirmen<br \/>\nAufbereiten der entwickelten Methodik f\u00fcr die Unternehmenspraxis zu einem Leitfaden, der weitgehend unabh\u00e4ngig von bestimmten Softwareprodukten ist.<br \/>\nF\u00fcr den ersten Schritt wurden drei Pilotfirmen aus unterschiedlichen Branchen ausgew\u00e4hlt: Gestartet wurde bei der Firma J. Stehle &#038; S\u00f6hne AG, Aichwald (Metallverarbeitung). Die beiden anderen Praxisprojekte wurden durchgef\u00fchrt bei der Dr. Grandel GmbH, Augsburg (Nahrungsmittel- und Kosmetikherstel-lung) und bei der Konrad Hornschuch AG, Weissbach (Kunststoffverarbeitung). Diese Firmenauswahl bot die gew\u00fcnschte Bandbreite bez\u00fcglich der Produktionsart (Prozess- und Serienfertigung) und der betrieblichen IT-Landschaften (SAP-, Nicht-SAP-, Data-Warehouse-Anwender).<br \/>\nEinige wichtige Ergebnisse aus den Firmenprojekten sind im folgenden dargestellt:<br \/>\nVorgespr\u00e4che und Auswahl der Instrumente mit den Praxispartnern ergaben eine Priorisierung der Flusskostenrechnung und von Materialflussanalysen vor anderen Instrumenten des Umweltmanagements. In allen Projekten wurde der Modellierung gro\u00dfen Wert beigemessen, um die Managementma\u00dfnahmen auf einen sicheren Boden zu stellen. Es wurde jeweils sowohl ein Modell des Materialflusses als auch der im Informationssystem verankerten Buchungslogik erarbeitet und dann abgeglichen. Hieraus lie\u00dfen sich bereits erste Verbesserungsans\u00e4tze erkennen.<br \/>\nAufgrund der ausgew\u00e4hlten Instrumente wurden Datenanforderungen seitens ECO-Rapid formuliert. Die dabei entstandenen Zieltabellen wurden von den Firmen mit Daten bef\u00fcllt. Es folgte die Datenaufbereitungsphase als umfangreicher und aufw\u00e4ndiger Schritt. Dabei waren Materialstammdaten, Bewegungs- und Bestandsdaten sowie die St\u00fccklistendaten f\u00fcr ECO-Rapid unter Verwendung von Datenbanken aufzubereiten. Das Pr\u00fcfen der Datenqualit\u00e4t war ein essentieller Schritt, weil Schw\u00e4chen der ERP-Systeme und deren organisatorischer wie technischer Implementierung ein durchg\u00e4ngiges Verfolgen von Materialfl\u00fcssen erschweren.<br \/>\nKern der eigentlichen Auswertung war die Durchf\u00fchrung der Flusskostenrechnung. Das Ergebnis lieferte eine durchg\u00e4ngige \u00dcbersicht \u00fcber das Mengen- und Wertger\u00fcst aller wesentlichen innerbetrieblichen Materialfl\u00fcsse. Interessant sind dabei die Differenzen, die an Lagerorten oder Fertigungsauftragsbereichen ermittelt werden: Denn diese Abweichungen entstehen durch Materialverluste, Buchungsfehler oder Fehler in der Buchungslogik der EDV-Systeme.<br \/>\nAuf dieser Grundlage wurden die ECO-Rapid Ergebnisse als firmenspezifische EDV-Lastenhefte aufbereitet. Nach deren Umsetzung in den ERP-Systemen sollten die Betriebe weniger Dateninkonsistenzen und eine erheblich verbesserte Materialflusstransparenz aufweisen.<br \/>\nEs wurde deutlich, dass sich die Flusskostenrechnung und Materialflussanalysen nicht ohne gr\u00f6\u00dferen Vorbereitungsaufwand durchf\u00fchren lassen. Dies beruht teilweise darauf, dass eine durchg\u00e4ngige Materialverfolgungssicht bisher selten konsequent angelegt wird. Teilweise treten Probleme auf, weil integ-rierte Softwarepakete aus Zeit- und Kostengr\u00fcnden unter gro\u00dfem Druck und mit nicht optimalem Customizing eingef\u00fchrt werden. Die Kunst, ein wirtschaftliches Umweltinformationsmanagement im Betriebsalltag einzuf\u00fchren, erfordert daher den bestm\u00f6glichen Umgang mit solchen Unzul\u00e4nglichkeiten.<br \/>\nDie Vorgehensweise in ECO-Rapid, die Modellierung, Materialflussrechnung und R\u00fcckkopplung in die Unternehmenspraxis miteinander verbindet, hat sich insgesamt bew\u00e4hrt. Im Vergleich zum urspr\u00fcnglichen Projektantrag wurde sie erheblich weiterentwickelt.<br \/>\nAls besonders aufw\u00e4ndig hat sich der Schritt der Datenaufbereitung heraus kristallisiert. Hierbei ist firmenspezifische Vorarbeit zu leisten, z.B. beim Pr\u00fcfen von Inkonsistenzen im Datenbestand. Dieser Teil des Vorgehensmodells &#8211; das Bereinigen von Materialflussdaten und Buchungsstrukturen &#8211; hat sich als eigener Nutzen f\u00fcr die Firmen erwiesen. Den Pilotfirmen wurde bewusst, wie viele Fehlerquellen im EDV-System vorhanden sind und welche Konsequenzen diese Informationsdefizite f\u00fcr ein gezieltes Materialfluss- und Umweltmanagement haben &#8211; eine f\u00fcr viele mittelst\u00e4ndische Unternehmen typische aber unbefriedigende Situation. Eine (zeit)intensive, detailgenaue Modellierung der Buchungslogik erspart viel Aufwand bei der Datenaufbereitung. Die einzelnen Schritte wurden in einem Vorgehensmodell zusammen gef\u00fchrt (siehe folgende Abbildung):<br \/>\nSinn und Zweck der ECO-Rapid Strategie konnten durch das Pilotprojekt nachgewiesen werden. Derzeit in Arbeit ist noch das Umsetzen der Printversion (DBU-Leitfaden) in eine CD-ROM-Produktion. Der hier erarbeitete Content soll mittelst\u00e4ndischen Unternehmen aufzeigen, wie sich ECO-Rapid mit Gewinn f\u00fcr Unternehmen und Umwelt umsetzen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Nutzer der Ergebnisse im Rahmen der Vortr\u00e4ge waren und sind vor allem Vertreter aus der Unternehmenspraxis. Die Inhalte von ECO-Rapid werden bei mittelst\u00e4ndischen Unternehmen bekannt gemacht. So wird auch die Erwartungshaltung von Industrievertretern in Bezug auf den Leitfaden gepr\u00fcft.<br \/>\nDie Projektinhalte von ECO-Rapid wurden vorwiegend f\u00fcr die Unternehmenspraxis entwickelt. In den bisherigen Vortr\u00e4gen und Diskussionen zeigt sich, dass im Schwerpunkt das inzwischen weiterentwickelte Instrument der Flusskostenrechnung auf weitgreifenden Bedarf st\u00f6\u00dft. Gleichzeitig gab es bisher keine ad\u00e4quaten L\u00f6sungen und Umsetzungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die betriebliche EDV-Unterst\u00fctzung.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus fand ein Wissensaustausch mit vielen anderen wissenschaftlichen Einrichtungen statt, Durch etliche Ver\u00f6ffentlichungen wurde bzw. wird die in ECO-Rapid entwickelte Materialflussrechnung einem wissenschaftlichen Nutzerkreis zug\u00e4nglich gemacht.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Stand heute lassen sich mehrere Aussagen als Fazit festhalten:<br \/>\na)\tIndustrieunternehmen, gerade im Mittelstand, haben einen gro\u00dfen Bedarf nach mehr Transparenz und Verbesserungen bei ihrem Materialfluss. Die vorrangige Motivation sind nicht Umweltziele, sondern es geht um Kosteneinsparung, Prozessverbesserung und bessere Controllinginformation.<br \/>\nb)\tDie Materialflussrechnung ist nicht nur geeignet, sondern sogar Voraussetzung daf\u00fcr, L\u00f6sungen f\u00fcr diese Zielstellung zu erzielen.<br \/>\nc)\tDie Entscheider bevorzugen klar das Instrument Flusskostenrechnung, dann folgen Umweltbilanz und Umweltkennzahlen.<br \/>\nd)\tAlle behandelten Instrumente (Flusskostenrechnung, Umweltbilanz, Umweltkennzahlen) sind auf Basis der vorhandenen ERP-Systeme durchf\u00fchrbar und zwar mit einer kurzen Amortisationszeit.<br \/>\ne)\tDer Weg dahin geht \u00fcber das Verbessern der Datenqualit\u00e4t und einem m\u00f6glichst firmenkonformen Einf\u00fchren der Instrumente.<br \/>\nf)\tMit der Materialflussrechnung und darauf basierenden Auswertungen f\u00fchren die Unternehmen durch dann bessere Kenntnis der Materialfl\u00fcsse und Materialverluste (Umweltmanagement-) Instrumente ein, die der Umwelt zu Gute kommen.<br \/>\nAlle Pilotprojekte haben gezeigt, dass die Materialflussrechnung auf der Basis bestehender ERP-Systeme nicht nur machbar, sondern aus Sicht der Produktion, des Controllings und der IT-Verantwortlichen auch in hohem Ma\u00df nutzbringend ist. Das Erkennen und Beseitigen von Schwachstellen im Materialfluss, in den Informationssystemen und bei der Organisation hilft, den Materialverbrauch zu verringern. Dadurch leistet ein Vorgehen gem\u00e4\u00df ECO-Rapid einen wertvollen und vor allem umsetzbaren Beitrag zum nachhaltigem Wirtschaften.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel von ECO-Rapid ist es, eine Methode zu entwickeln und zu beschreiben, mit der Industrieunternehmen ihre vorhandene betriebswirtschaftliche Standardsoftware f\u00fcr das Umweltmanagement nutzen k\u00f6n-nen. Dabei sollen die Instrumente Flusskostenrechnung, Umweltbilanz und Umweltkennzahlen so unterst\u00fctzt werden, dass sich hohe Synergien zur Betriebswirtschaft erzielen lassen. 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