{"id":20991,"date":"2023-07-13T15:17:24","date_gmt":"2023-07-13T13:17:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/15301-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:17:25","modified_gmt":"2023-07-13T13:17:25","slug":"15301-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/15301-01\/","title":{"rendered":"Aufbau eines regionalen Holzenergie-Netzwerkes als umweltfreundliche Erg\u00e4nzung in der Energieversorgung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Netzwerk will bei verschiedenen Beh\u00f6rden und Unternehmen, die in unterschiedlichster Form mit Holz zu tun haben, eine interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit und Akzeptanz f\u00fcr Holzenergie schaffen. Weiter wollen wir aufzeigen, da\u00df die Umsetzung des Netzwerkes eine erhebliche regionale Wertsch\u00f6pfung darstellt. Den Nutzen gegen\u00fcber der Umwelt durch Verringerung von CO2 Emissionen ist ein weiterer Punkt der Informationst\u00e4tigkeit. Auf Grund der verschiedenen Bezugsquellen von Holzhackschnitzeln (Hecken und Strauchschnitt, Holz und Heckenschnitt) mit unterschiedlicher Verarbeitungsqualit\u00e4t (hacken oder schreddern) erreicht das Netzwerk eine hohe Flexibilit\u00e4t. Ziel des Netzwerkes ist es, die unterschiedlichen Energieholzquellen mit den Bedarfsparametern verschieden konzipierter Hackschnitzelheizanlagen aufeinander abzustimmen und st\u00e4ndig zu optimieren, um Kosten zu sparen, Qualit\u00e4t zu garantieren und zu jeder Jahreszeit eine Versorgung mit Hackschnitzeln zu sichern.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden-\tGespr\u00e4che mit Ansprechpartnern auf unterschiedlicher Ebene und Zust\u00e4ndigkeit, \u00d6ffentlich-keitsarbeit:<br \/>\nUm die Holzenergie in Baden-W\u00fcrttemberg auf eine breite und solide Basis zu stellen ist die \u00d6ffentlichkeitsarbeit in gro\u00dfem Umfang und auf unterschiedlichen Ebenen Voraussetzung. Durch hohe Zeit- und Seitens der BWS konnte in Gespr\u00e4chen mit unterschiedlichen Ansprechpartnern auf den verschiedenen Zust\u00e4ndigkeitsebenen viel \u00dcberzeugungsarbeit geleistet werden. Generell gibt es ein gro\u00dfes Interesse am Aufbau eines Holzenergie-Netzwerks.<br \/>\n&#8211;\tErfassung des Energieholzpotentials:<br \/>\nDie Basis des Holzenergie-Netzwerks ist der Rohstoff Holz. Zur Erhebung der Mengen zur energetischen Nutzung wurde das Energieholzpotential am Beispiel der Region Sch\u00f6nbuch Alb erarbeitet. Holzfraktionen aus Forst, Gew\u00e4sserbegleitgr\u00fcn, Stra\u00dfenbegleitgr\u00fcn und kommunaler Strauch- und Heckenschnitt sollen mit Hilfe des Holzenergie-Netzwerks energetisch verwertet werden. In der Region Sch\u00f6nbuch Alb allein sind es \u00fcber 300.000m\u00b3.<br \/>\n&#8211;\tLagerversuche:<br \/>\nUm das Verhalten der Brenneigenschaft von Hackschnitzeln und Schreddermaterial \u00fcber einen Zeitraum von bis zu einem Jahr zu er\u00f6rtern, wurden im Landkreis T\u00fcbingen 3 verschiedene Versuche angesetzt.<br \/>\n\u00b7\tVersuch 1: bereitgestelltes Material wurde gleich gehackt und dann kegelf\u00f6rmig aufgesch\u00fcttet und \u00fcber einen Zeitraum von 9 Monaten offen gelagert.<br \/>\n\u00b7\tVersuch 2: Material von H\u00e4ckselpl\u00e4tzen wurde angefahren und mit Forsthackschnitzeln gemischt, einmal geschreddert, kegelf\u00f6rmig aufgesch\u00fcttet und auch im Freien gelagert.<br \/>\n\u00b7\tVersuch 3: Stammholz und Astreisig wurde in langer Form nach der F\u00e4llung 1 Jahr gelagert und dann gehackt. Ein wichtiger Punkt bei den Versuchen war die Suche nach wirtschaftlich interessanten M\u00f6glichkeiten zur Herstellung und Lagerung der Hackschnitzel. Ebenso stand die Qualit\u00e4t der Hackschnitzel sowie ein reibungsloser Betrieb der Anlagen im Blickpunkt. Eine Normierung des Brennmaterials zeigte sich im t\u00e4glichen Betrieb kaum praktikabel. Deshalb wurden die Versuche in enger Zusammenarbeit mit den Anlagenbetreibern durchgef\u00fchrt.<br \/>\n&#8211;\tVergleich bisherige Aufarbeitung mit unserer Aufbereitungsvariante hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Kosten:<br \/>\nGrunds\u00e4tzlich ist eine Zweiteilung festzustellen, in Bereiche in denen das Material f\u00fcr die Bereitstellung Mehrkosten verursacht (nur Forst, da H\u00f6lzer ges\u00e4gt, entastet und abtransportiert werden m\u00fcssen) und in Bereiche in denen durch die Abnahme des Materials Kosten gespart werden (Gew\u00e4sser, Stra\u00dfen, Kommunen). Im letzteren Bereich m\u00fcssen die Holzfraktionen bisher teuer entsorgt werden. Durch eine gut durchdachte Nutzung dieser Holzfraktionen ergibt sich ein gro\u00dfes Potential zur Kosteneinsparung. An einem konkreten Beispiel aus der Pflege von Gew\u00e4sserbegleitgr\u00fcn wurde dies berechnet. Durch die energetische Verwertung des Material entstehen nur ca. 20% der Gesamtkosten, zus\u00e4tzlich entfallen die Entsorgungskosten. Durch den Einsatz eines leistungsf\u00e4higen Hackers kann Personal von belastenden Arbeiten entbunden und dann f\u00fcr dringend notwendige T\u00e4tigkeiten (wie Pflege) eingesetzt werden.<br \/>\n&#8211;\tAufbau eines regionalen Holzenergie-Netzwerks:<br \/>\nVoraussetzungen f\u00fcr den Aufbau eines erfolgreichen Holzenergie-Netzwerks sind die:<br \/>\n\u00b7\tErfassung aller vorhandenen Holzquellen in der Region<br \/>\n\u00b7\tErfassung der Biomasse-Stoffstr\u00f6me (Ist-Zustand und Perspektiven)<br \/>\n\u00b7\tFeststellung der Mengen und der Qualit\u00e4t der Biomasse<br \/>\n\u00b7\tBereitstellung der Biomasse als fertigen Brennstoff<br \/>\n\u00b7\tSorge f\u00fcr einen dauerhaften und auch den anfallenden Mengen entsprechenden Absatz<br \/>\n\u00b7\tK\u00fcrzest m\u00f6gliche Wege des Materials zu den Abnehmern<br \/>\n\u00b7\tInformation und Aufkl\u00e4rung von Interessenten \/ Entscheidungstr\u00e4gern \u00fcber sinnvolle Projekte<br \/>\n\u00b7\tWissen \u00fcber die aktuell vorhandenen F\u00f6rderprogramme<br \/>\nDas Konzept einer kostenminimierten und integrierten Brennstofflogistik wird von der BWS mit dem Projekt Aufbau eines regionalen Holzenergie-Netzwerks als umweltfreundliche Erg\u00e4nzung in der Energieversorgung verfolgt. Dadurch soll eine sehr flexible Brennstoffversorgung gew\u00e4hrleistet werden. Zur Integration der Brennstofflogistik wurde von der BWS folgendes Konzept erarbeitet:<br \/>\nDie Projektinitiative ist die Bereitstellung eines kostenattraktiven Brennstoffmixes. Der Energiebedarf der Einzelobjekte wird sowohl nachfrage- und angebotsorientiert fokussiert als auch objekt- und rohstoffbezogen. Das Rohstoffkonzept ist eine integrierte Brennstofflogistik, die nachfrageorientiert f\u00fcr das Objekt-paket ist. Der Kunde muss sich nicht mehr selbst um den richtigen Brennstoffmix k\u00fcmmern. Das Holzenergie-Netzwerk der BWS verarbeitet und verteilt die verschiedenen Rohstoffe als Brennstoffmix an den jeweiligen Kunden. Durch die \u00fcbergreifende Logistik f\u00fcr die verschiedenen Rohstoffe soll besser und kosteng\u00fcnstiger auf die Bed\u00fcrfnisse des Kunden eingegangen werden. Die Vorteile sind marktorientierte, minimale Brennstoffkosten, eine rationelle Strukturentwicklung und geringe Transaktionskosten. Durch die kostenminimierte, integrierte Brennstofflogistik soll sich ein wirtschaftliches Projekt mit einer hohen Umsetzungswahrscheinlichkeit ergeben.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Bei der energetischen Nutzung der Biomasse Holz entsteht ein geschlossener CO2-Kreislauf, der zeitlich \u00fcberschaubar ist (80 &#8211; 100 Jahre). 40.000 Sm\u00b3 Hackschnitzel (j\u00e4hrliches Potential z.B. des Landkreises Reutlingen) ersetzen ca. 2,8 Mio. Liter Heiz\u00f6l, das entspricht einer CO2 -Reduktion von 6384 t CO2. Die Energieholzverwertung garantiert langfristig kalkulierbare Energiekosten. Biomasse braucht nur 1\/3 der grauen Energie (Gewinnung, Verarbeitung, Transport) von Erd\u00f6l mit seinem hohen Energieaufwand bei F\u00f6rderung, Transport und Raffination.<br \/>\nIm Rahmen des vorliegenden Projektes wurden zahlreiche Gespr\u00e4che mit Kommunen, Stadtwerken, Kreisbeh\u00f6rden, potentiellen Auftraggebern aus der freien Wirtschaft usw. gef\u00fchrt. Wir haben dabei neben der dringend zu leistenden \u00dcberzeugungsarbeit auch einen Eindruck dar\u00fcber gewonnen, wie gro\u00df die Unsicherheit und der Mangel an Information seitens m\u00f6glicher Betreiber noch ist. Eine Information auf allen Ebenen ist dringend notwendig und wurde von uns im Rahmen des vorliegenden Projektes nach Kr\u00e4ften vorangetrieben. Dar\u00fcber hinaus haben wir eine ganze Reihe von Besichtigungen in bereits bestehenden Hackschnitzel-Heizanlagen organisiert und dabei festgestellt, dass dies eine gute M\u00f6glichkeit ist, Interessierte mittels funktionierender Anlagen von den gro\u00dfen M\u00f6glichkeiten der Holzenergie zu \u00fcberzeugen. In den verschiedenen Gespr\u00e4chen kristallisierte sich auch heraus, dass die Bereitschaft da ist, sich an dem Aufbau eines regionalen Holzenergie-Netzwerks zu beteiligen, jedoch die Abnahme der gewonnen Hackschnitzel auch gesichert sein muss. Das Fehlen der Anlagen machen einen Aufbau des Holzenergie-Netzwerks nicht m\u00f6glich.<br \/>\nEin gro\u00dfes Problem f\u00fcr den Einsatz der Holzenergie ist die Einhaltung von Emissionsgrenzwerten. Moderne Holzfeuerungsanlagen unter 1MW Leistung k\u00f6nnen den in der 1.BimSchV festgelegten Grenzwert f\u00fcr Staub (unter 150 mg\/m3 bei 13 % O2) einhalten. Bei zus\u00e4tzlichem \u00d6lkessel f\u00fcr die Spitzenlast erreicht die Anlage eine Leistung von mehr als 1MW und ist genehmigungspflichtig. Ein weiteres Hemmnis ist die Ausschreibungspflicht der Hackvertr\u00e4ge. In vielen Gemeinden schreibt jedes Amt den anstehenden Hackauftrag aus. So kann der Brennstofflieferant die ben\u00f6tigte Menge nicht langfristig von derselben Quelle beziehen. Aufgrund der momentanen Ausschreibungspraxis steigt der Konkurrenzkampf, von In-teresse sind prim\u00e4r der Preis der Energie, weniger jedoch die Quelle oder die Herkunft des Brennstoffes. Die Betreiber sind davon zu \u00fcberzeugen, dass die \u00fcber einen Brennstoffmix zu erzielende Versorgungssicherheit ebenso wichtig ist wie ein niedriger Brennstoffpreis. Durch den Konkurrenzkampf der einzelnen Brennstoffanbieter war es nicht m\u00f6glich, ein Netzwerk aufzubauen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die aktive Teilnahme an Messen (Rottenburger und Nagolder Forstmessen, Reutlinger Solartage, B\u00f6blinger Messe Erneuerbare Energien, Ligna in Hannover) erm\u00f6glichte den fachlichen Austausch zwischen Anlagenplanern, Anlagenbauern, Betreibern, Logistikunternehmen und anderen interessierten Entscheidungstr\u00e4gern sowie B\u00fcrgern. Nur durch diesen intensiven Austausch ist eine z\u00fcgige Weiterentwicklung der Holzenergie m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Zur sicheren und vor allem langfristigen Versorgung des Endverbrauchers ist ein Logistikkonzept n\u00f6tig, das zum einen auf die Bed\u00fcrfnisse der Endverbraucher abgestimmt ist, aber auch die verschiedenen Brennstoffquellen ber\u00fccksichtigt. Ein solches Logistikkonzept ist das von der BWS erarbeitete Holzenergie-Netzwerk, das sich auf verschiedene Landkreise und Regionen \u00fcbertragen und auch auf Biomasse-Kraft-W\u00e4rme-Kopplungsanlagen anwenden l\u00e4sst. Der Bau weiterer Feuerungsanlagen ist Voraussetzung f\u00fcr die Umsetzung eines regionalen Holzenergie-Netzwerkes.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Netzwerk will bei verschiedenen Beh\u00f6rden und Unternehmen, die in unterschiedlichster Form mit Holz zu tun haben, eine interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit und Akzeptanz f\u00fcr Holzenergie schaffen. Weiter wollen wir aufzeigen, da\u00df die Umsetzung des Netzwerkes eine erhebliche regionale Wertsch\u00f6pfung darstellt. Den Nutzen gegen\u00fcber der Umwelt durch Verringerung von CO2 Emissionen ist [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[56,47,51,52,53],"class_list":["post-20991","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-baden-wuerttemberg","tag-klimaschutz","tag-ressourcenschonung","tag-umweltforschung","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"15301\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"Innovationen f\u00fcr die Umwelt - Ein regionales Holzenergie-Netzwerk","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-15301.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"50.832,64","dbu_projektdatenbank_firma":"BWS Biow\u00e4rme Sch\u00f6nbuch Alb","dbu_projektdatenbank_strasse":"Unterm Rathaus 10","dbu_projektdatenbank_plz_str":"72070","dbu_projektdatenbank_ort_str":"T\u00fcbingen","dbu_projektdatenbank_p_von":"2000-04-01 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2001-03-31 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"12 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"07073\/913010","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Baden-W\u00fcrttemberg","dbu_projektdatenbank_foerderber":"5","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/20991","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/20991\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":33994,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/20991\/revisions\/33994"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20991"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20991"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20991"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}