{"id":20983,"date":"2024-11-27T10:34:51","date_gmt":"2024-11-27T09:34:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/14964-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:34:51","modified_gmt":"2024-11-27T09:34:51","slug":"14964-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/14964-01\/","title":{"rendered":"Modellhafte Entwicklung von Schutzkonzepten und passiven Anlagen zum Raumklimaausgleich am Beispiel der national wertvollen umweltgesch\u00e4digten Wandmalereien in Schloss Rossewitz"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Schlo\u00df Rossewitz (1654-1670) geh\u00f6rt zu den wertvollsten Schlossanlagen im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Der Festsaal mit seinen au\u00dfergew\u00f6hnlichen Wandmalereien aus der Entstehungszeit der Anlage war bedingt durch Leerstand und Teileinst\u00fcrze lange Zeit Witterungseinfl\u00fcssen ausgesetzt.  Zur Erhaltung der Wandmalereien wurden folgende Fragen bearbeitet: 1. Suche nach geeigneten Technologien der Hohlrauminjektage zur Sicherung gef\u00e4hrdeter Putzlagen (KSE-Modulsystem) 2. Suche nach wartungsarmen, passiven &#8211; also energieunabh\u00e4ngigen &#8211; technischen Anlagen zur Klimastabilisierung (\u00b4Feuchtepuffer\u00b4) im noch ungenutzten Festsaal.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden\u00a7\tVoruntersuchungen zum Zustand der Wandmalereien und Putze (Stratigraphie, Pigmente, Bindemittel, Feuchte- und Salzbelastung) und zum Raumklima (Au\u00dfen-, Innen-, Nahfeldklima)<br \/>\n\u00a7\tBegleitende Ma\u00dfnahmen zur baulichen Instandsetzung des Festsaales als Beitrag zur konstruktiven Sicherung und Verbesserung der allgemeinen Feuchtesituation (gef\u00f6rdert aus Mitteln DSD als Eigenanteil): Rekonstruktion Festsaaldecke, Fenstereinbau, Treppenanlage<br \/>\n\u00a7\tTechnologische Untersuchung geeigneter Restaurierungsmaterialien zur Hohlrauminjektage an Putzen mit wertvollen Wandmalereien (KSE-Modulsystem, Dispergiertes Wei\u00dfkalkhydra (Calxnova), Kalk mit hydraulischen Anteilen (PLM-AL)<br \/>\n\u00a7\tAnlage von Objektmusterfl\u00e4chen im Festsaal: Vorfestigung Putze und Hohlrauminjektage<br \/>\n\u00a7\tBauklimatisches Objektmonitoring<br \/>\n\u00a7\tMontage von Feuchtepuffern im Festsaal (kulissenartige Vorh\u00e4nge mit spezialbef\u00fcllten Nessels\u00e4cken, F\u00fcllstoff Zellulose Marke ISOFLOC)<br \/>\n\u00a7\tQuantifizierung der Wirksamkeit restauratorischer Eingriffe und klimastabilisierender Ma\u00dfnahmen (Feuchtepuffer als passive, netzunabh\u00e4ngige Ausgleichsmedien)<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Ausgangsituation:<br \/>\nDie durch Leerstand und Teileinst\u00fcrze akut gef\u00e4hrdeten Malereien (insgesamt 400 qm) zeigten zu Beginn des Projektes folgende Hauptsch\u00e4den, die als typisch f\u00fcr derart beanspruchte und gealterte Wandmalereien anzusehen sind:<br \/>\n\u00a7\tAbl\u00f6sung (Blasen- und Hohlraumbildung) der verschiedenen, mehrlagigen und teils malschichttragenden Putze vom Mauerwerk als auch untereinander<br \/>\n\u00a7\tVerblassung der Raumausmalung in Kombination mit Bindemittelabbauprozessen in der Malerei<br \/>\nSicherung Wandmalereien:<br \/>\nDie grundlegenden Erkenntnisse, die sich aus den Vorversuchen und den Objektmusterfl\u00e4chen ergaben, sind, dass die Putze vor einer Hinterf\u00fcllung bzw. hinterf\u00fcllenden Konservierung zuerst in ihrer vorlie-genden Struktur konsolidiert werden m\u00fcssen. Nach dem bisherigen Erkenntnisstand ist dies ohne eine Flutung mit einem KSE nicht m\u00f6glich. Nach den bisherigen Versuchen empfiehlt es sich, ein KSE mit h\u00f6herer Gelabscheiderate zu verwenden und daf\u00fcr auf Syton X30 zu verzichten. So hat man die M\u00f6glichkeit innerhalb des KSE-Sytems zu arbeiten. Nachteil des Flutverfahrens ist die Verletzung der Malschicht. Vorteil des Flutverfahren sind die o.g. Verbesserung der Strukturfestigkeit des Putzes sowie der Flie\u00dfeigenschaften der Hinterf\u00fcllmassen. Ein weiterer Vorteil ist die d\u00fcbelartige Verklammerung der Putzschichten durch das Einbringen der Hinterf\u00fcllmassen auf der Grundlage einer Rasterinjektion. So werden die gefestigten Putze an das Mauerwerk punktuell angebunden. Je nach Schadensbild eignen sich grunds\u00e4tzlich alle erprobten Materialien: Entsprechend dem Schadensbild muss allerdings die Wahl des Materials und der Zusammensetzung (Rezeptur) modifiziert werden (\u00e0 Fallentscheidung). So eignen sich CalXnova f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Hohlr\u00e4ume, PLM-AL f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere und mittlere Hohlr\u00e4ume und das KSE-System von Remmers f\u00fcr kleinere Hohlr\u00e4ume und Spalten.<br \/>\nKlimastabilisierung:<br \/>\nDen installierten Feuchtepuffern kann ein nachweislicher Beitrag zur Klimastabilisierung im Festsaal attestiert werden. Die dominierende Wirkung des Au\u00dfenklimas auf das Raumklima aufgrund des hohen Luftwechsels und der L\u00fcftungseffektivit\u00e4t der gegen\u00fcberliegenden Fensterachsen bleibt allerdings auch nach Einbau der Puffermedien weiterhin bestehen. Die genauere Betrachtung der Klimaverl\u00e4ufe zeigt jedoch die beabsichtigte Arbeitsweise der Feuchtepuffer, die zur Stabilisierung des Raumklimas beitr\u00e4gt.<br \/>\nEine Klimaregulierung ist mit diesem rein passiven Verfahren nicht m\u00f6glich, eine Klimad\u00e4mpfung hingegen wurde erfolgreich demonstriert. Die ausgesprochen heftige Reaktion der Feuchteme\u00dfstellen im Feuchtepuffer auf Schwankungen des Umgebungsklimas verdeutlicht das gew\u00fcnscht hohe Sorptionspotential der Zellulosekissen. Um die Wirksamkeit der Feuchtepuffer zu verbessern, w\u00e4re zun\u00e4chst generell eine Verringerung des Luftwechsels zwischen Raumluft und Au\u00dfenluft angemessen.<br \/>\nEine Erweiterung der Funktionalit\u00e4t \u00fcber die Pufferaufgabe hinaus, w\u00e4re in Verbindung mit einer gesteuerten L\u00fcftung m\u00f6glich. In Zeiten geringer Au\u00dfenfeuchte (h\u00e4ufig in der Nacht) wird der Luftf\u00f6rderstrom erh\u00f6ht und damit eine Trocknung der Feuchtepuffer erreicht. Durch Kombination der Puffer mit einem gezielten Aufladen bzw. Entladen durch kontrollierte L\u00fcftung lie\u00dfe sich die klimastabilisierende Wirkung mit einer Entfeuchtungswirkung kombinieren. Voraussetzung ist die Reduzierung der intensiven Raum-l\u00fcftung durch bauliche Ma\u00dfnahmen, um eine geregelte L\u00fcftung \u00fcberhaupt erst zu erm\u00f6glichen sowie die Sicherung einer effektiven Raumdurchstr\u00f6mung.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Schloss Rossewitz: Zur Erhaltung der Wandmalereien des Festsaales durch restauratorische Sicherungsma\u00dfnahmen und den modellhaften Einsatz feuchteregulierender Speichermedien in: Denkmalpflege und Denkmalschutz in Mecklenburg-Vorpommern; in Vorbereitung<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die besondere Modellhaftigkeit des Vorhabens liegt in folgenden Kriterien begr\u00fcndet:<br \/>\n\u00a7\tWirkungsanalyse und -nachweis der im Festsaal installierten Feuchtepuffer (kulissenartig verschiebliche Gro\u00dfvorh\u00e4nge aus spezialbef\u00fcllten S\u00e4cken) und damit Beitrag zur Klimastabilisierung in gro\u00dfdimensionierten, unbeheizten historische R\u00e4umen ohne klimapuffernde Ausstattungen<br \/>\n\u00a7\tM\u00f6glichkeiten und Grenzen des Einsatzes von Injektionsmassen unterschiedlicher BM-Systeme f\u00fcr die Konsolidierung von Hohlstellen an Wandmalereien<br \/>\n\u00a7\tZeitliche Parallelit\u00e4t restauratorischer Ma\u00dfnahmen (Musterfl\u00e4chen) und klimapuffernder Installationen bei kontinuierlicher, me\u00dftechnischer Verfolgung aller Eingriffe an Malerei und Raumh\u00fclle<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Schlo\u00df Rossewitz (1654-1670) geh\u00f6rt zu den wertvollsten Schlossanlagen im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. 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