{"id":20966,"date":"2023-07-13T15:17:16","date_gmt":"2023-07-13T13:17:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/14900-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:17:17","modified_gmt":"2023-07-13T13:17:17","slug":"14900-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/14900-01\/","title":{"rendered":"Workshop: G\u00fctezeichen zur F\u00f6rderung der Nachhaltigkeit im Tourismus &#8211; Chancen und Probleme"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Zielsetzung des Projektes (Workshops ) war es, vor dem Hintergrund der immer versch\u00e4rfter gef\u00fchrten Diskussion um eine einheitliche Kennzeichnung touristischer Dienstleistungen (i.S. der Auswirkungen hinsichtlich einer angestrebten Nachhaltigen Entwicklung im Tourismus) in einem engen Expertenkreis die M\u00f6glichkeiten und Umsetzungsbedingungen einer einheitlichen Produktkennzeichnung im Tourismus zu er\u00f6rtern. Als Diskussionsgrundlage sollte der von der Arbeitsgemeinschaft f\u00fcr Eigenst\u00e4ndigkeit und Nachhaltigkeit Trier (AGENT) erstellte Reisestern dienen, um dessen St\u00e4rken und Schw\u00e4chen hinsichtlich einer praxisgerechten (m\u00f6glicherweise verpflichtenden) Implementierung f\u00fcr touristische Unternehmen aus der Sicht des im Diskussionsprozess um eine einheitliche Kennzeichnung aktiven Personenkreises herauszustellen. Die hier gesammelten Ergebnisse sollten unmittelbar die M\u00f6glichkeiten aufdecken, ob ein von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gef\u00f6rdertes Projekt (unter AZ 12507 1998 beantragt) zur beispielhaften Implementierung des Reisesterns Aussicht auf einen absehbaren inhaltlichen Erfolg hat oder das aufgestellte Indikatorensystem aus Gr\u00fcnden des stark normativen Charakters nicht umsetzbar ist.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden1. Auswahl der Experten<br \/>\nUm eine ganzheitliche Betrachtung zu gew\u00e4hrleisten wurden sowohl Vertreter der Reisebranche und der touristischen Verb\u00e4nde als auch Vertreter der im Diskussionsprozess um eine einheitliche Produktkennzeichnung involvierten Organisationen eingeladen.<br \/>\n2. Diskussionsgrundlagen<br \/>\nUm eine einheitliche Diskussionsgrundlage zu schaffen wurden die Teilnehmer vorab detailliert \u00fcber die das Indikatorensystem und die m\u00f6glichen Anwendungsbereiche des Reisestern informiert.<br \/>\n3. Tagungsablauf<br \/>\n3.1. Einleitende Vortr\u00e4ge von Experten sollten die o.g. Grundlagen vertiefen und in ihrer Zusammenschau die zu behandelnde Problematik vertiefen. Die hieran anschlie\u00dfende Diskussion erbrachte die Bildung von Diskussionsgruppen, die sich in moderierten Workshops mit Teilproblemen der o.g. Thematik besch\u00e4ftigen sollten.<br \/>\n3.2. Workshops<br \/>\nEine zielgerichtete Moderation sollte den offenen, aufgrund der Thematik stark kontroversen, Diskussionsprozess ergebnisorientiert beeinflussen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Workshop: Einheitliche Kennzeichnung touristischer Dienstleistungen in Deutschland<\/p>\n<p>1) Es sollte eine neue Umweltkennzeichnung im Tourismus entwickelt werden oder soll man den Bekanntheitsgrad eines vorhandenen Umweltzeichens nutzen?<br \/>\nDie Teilnehmer waren der Meinung, dass ein neues Zeichen zu entwickeln sei. Dabei wurde auf die Problematik des vorab nicht absch\u00e4tzbaren Zeitraumes der Implementierung hingewiesen. Eine Neuentwicklung von Inhalten, z.B. Bewertungskriterien, soll nicht erfolgen (Weiterentwicklung).<br \/>\n2) Soll Servicequalit\u00e4t in die Kennzeichnung mit einbezogen werden oder soll sich diese ausschlie\u00dflich auf Umweltaspekte konzentrieren?<br \/>\nIm Hinblick auf die Akzeptanz (und somit Durchsetzbarkeit einer Kennzeichnung) bei den Verbrauchern scheint es positiv, die Servicequalit\u00e4t als gesondertes Kriterium aufzunehmen.<br \/>\nDabei k\u00f6nnte einem nicht vorhandenen Interesse an Umweltkriterien seitens des Endverbrauchers begegnet werden. Einschr\u00e4nkend wurde jedoch auf die Komplexit\u00e4t und Schwierigkeiten der Bewertung von Servicequalit\u00e4t hingewiesen, welche zudem zu Konflikten mit bereits bestehenden qualitativen Klassifizierung touristischer Betriebe f\u00fchren k\u00f6nnte.<br \/>\n3) Auf welcher Ebene soll das neue Zeichen wirken?<br \/>\nDas neu zu entwickelnde Zeichen soll ausschlie\u00dflich auf betrieblicher Ebene Anwendung finden. Aufbauend auf dem 40 Kriterien-Katalog der DEHOGA m\u00fcssen weitere Kriterien aufgesattelt werden, wozu eine synoptische Zusammenschau aller Umweltkennzeichen entwickelt werden muss. Zudem muss die Entwicklung des Zeichens den Entwicklungen auf europ\u00e4ischer Ebene Rechnung tragen.<br \/>\n4) Wie sollte der Prozess der Kennzeichnungsentwicklung zeitlich und organisatorisch ablaufen?<br \/>\nBei der Entwicklung der Kennzeichnung handelt sich um einen kontinuierlichen Prozess (Langzeitentwicklung) und keinen Wettbewerb. Dennoch scheint es notwendig diesen alsbald einzuleiten. In Fragen der Organisation dieses Prozesses sollten die relevanten politischen Akteure einbezogen werden, wobei ein wesentliches Aufgabenmoment die entsprechende Lobbyarbeit ist. Im diesem Zusammenhang w\u00fcrde sich das Bundesministerium f\u00fcr Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit als Moderator des Prozesses anbieten.<\/p>\n<p>Workshop: Einheitliche Kennzeichnung touristischer Dienstleistungen: Das Modell des Reisestern<\/p>\n<p>1) Kritische Betrachtung der Indikatoren<br \/>\nDer Raum\u00fcberwindungsindikator gilt nur f\u00fcr die An- und Abreise der Urlauber. Dieser Indikator ist in seiner Berechnung eindeutig. Erstmalig wird der Energieverbrauch der An- und Abreise bei der Kennzeichnung einbezogen. Der Wohlstandsindikator betrachtet den Ressourcenverbrauch in der Destination. Die Bezeichnung wird deshalb als irref\u00fchrend betrachtet. Im Gegensatz zur \u00f6kologischen Dimension erweist sich die Beschaffung der Datengrundlage f\u00fcr den Arbeitsplatzindikator als schwierig. Verbesserungen m\u00fcssen durch internationale Zusammenarbeit mit (Bildungs-)Institutionen gew\u00e4hrleistet werden. Der Akkulturationsindikator stellt die momentane Schwachstelle des Reisesterns dar. Von den Teilnehmer wurden hier sowohl die Datengrundlage als auch die Identifizierung der Grenzwerte bem\u00e4ngelt. Es erfolgte die Empfehlung, diesen Indikator vorerst nicht zu errechnen und durch das Auslassen der Auspr\u00e4gung auf die bestehende Problematik hinzuweisen.<br \/>\n2) Beginn der Umsetzung des Reisesternkonzeptes<br \/>\nDie Umsetzung des Reisestern bedingt, dass sowohl die politischen Vertreter im Hinblick auf die Verbindlichkeit einer Produktkennzeichnung, als auch die Tourismusbranche als Multiplikatoren in den Implementierungsprozess einzubinden sind. Eine unabh\u00e4ngige Instanz ist notwendig, um einerseits die Grenzwerte neutral festzusetzen und andererseits die Ausf\u00fchrung in Form der Selbstkennzeichnung durch Reiseveranstalter stichprobenartig zu \u00fcberpr\u00fcfen.<br \/>\n3) Machbarkeitsstudie<br \/>\nZiel: Erforschung der Wirkung des Reisestern auf alle Beteiligten (Veranstalter, Reisemittler und Endverbraucher). Mit Hilfe eines Katalog-Prototyps (ca. f\u00fcnf Seiten) vergleichbarer Reisebeispiele soll durch eine unabh\u00e4ngige Instanz (z.B. AGENT, Universit\u00e4t Trier) eine repr\u00e4sentative, bundesweite Erhebung durchgef\u00fchrt werden. Dies soll die Akzeptanz bei den Beteiligten \u00fcberpr\u00fcfen und m\u00f6gliche Fehlerquellen aufdecken. Hierzu m\u00fcssen Partner auf der Vermittler- und Veranstalterseite gefunden werden. Die Befragung soll vorerst auf den Pauschaltourismus eingeschr\u00e4nkt werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Angesichts der Diskussion im Anschluss an die einf\u00fchrenden Vortr\u00e4ge und der sich hieraus ergebenden thematischen Umgestaltung der Workshops, l\u00e4sst sich eine zweigleisige Strategie bei der Umsetzung einer Kennzeichnung ableiten:<br \/>\n&#8211; Schnellstm\u00f6gliche Umsetzung einer, auf den bisherigen Erfahrungen aufbauenden einheitlichen neutralen Umweltkennzeichnung (Dachmarkenstrategie) f\u00fcr touristische Betriebe.<br \/>\n&#8211; Entwicklung einer (verpflichtenden) Produktkennzeichnung, welche die verschiedenen Facetten des umfassenden Leistungsbereiches Reise im Sinne der Integration \u00f6kologischer, \u00f6konomischer und soziokultureller Auswirkungen bewertet und somit durch die Vergleichbarkeit mehr Angebotstransparenz f\u00fcr den Verbraucher schafft.<\/p>\n<p>Beide Strategiebereiche sollten parallel zueinander verfolgt werden, wobei die Umsetzung einer einheitlichen Umweltkennzeichnung auf der betrieblichen Ebene zeitliche Priorit\u00e4t besitzt. Zur Umsetzung des zweiten Bereiches kann der vorgestellte Reisestern als Instrument zur Evaluation der Nachhaltigkeit von Reisen aufgrund seiner umfassenden Betrachtung aller Teilelemente des touristischen Leistungsangebotes einen gewichtigen Beitrag leisten. Seine wesentliche St\u00e4rke liegt insbesondere in der Ber\u00fccksichtigung des bislang vernachl\u00e4ssigten Bereiches der Kennzeichnung von Leistungsb\u00fcndeln (z.B. Pauschalreisen) unter Einbeziehung des bisher ausgeklammerten, f\u00fcr eine Reise jedoch notwendigen Elementes der Raum\u00fcberwindung (Energie- und Ressourcenverbrauch v.a. bei Flugreisen).<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich sollten beide Strategiebereiche im Entwicklungsprozess einer Kennzeichnung touristischer Leistungen koordiniert werden. Damit kann eine bisher nicht vorhandene, f\u00fcr die Perzeption der Verbraucher jedoch notwendige Kontinuit\u00e4t auf dem Weg zu einer m\u00f6glicherweise verpflichtenden Kennzeichnung touristischer Angebote gew\u00e4hrleistet werden.<\/p>\n<p>Die Koordinierung der Bereiche birgt die M\u00f6glichkeit der Erstellung von kontinuierlich zu verwendenden Kriterien bei der Bewertung von Angeboten, welche die Verunsicherung der Verbraucher und Anbieter im Umgang mit Umweltkennzeichnungen\/ Produktkennzeichnungen minimiert und somit sowohl die touristischen Betriebe als auch die potentiellen Urlauber dazu motiviert, ihr Verhalten an den spezifischen Forderungen nach einer nachhaltigen Tourismusentwicklung auszurichten.<\/p>\n<p>Inwieweit jedoch der Reisestern als m\u00f6glich Kennzeichnung einer Implementierung entgegensehen kann bleibt fraglich. Einerseits wurde deutlich, dass der stark normative Charakter des Indikatorenmodells eine &#8211; aus Sicht der touristischen Dienstleister &#8211; objektive Beurteilung von Reiseangeboten nicht in vollem Umfang erm\u00f6glicht. Hierzu ist es notwendig die Indikatoren kritisch zu hinterfragen. Andererseits scheint die Nutzung des Reisestern als generelles Kennzeichen f\u00fcr alle Arten von touristischen Dienstleistungen in seinem jetzigen Aufbau ungeeignet, bietet sich jedoch f\u00fcr bisher nicht angedachte Bewertung und Kennzeichnung von Pauschalreisen an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Zielsetzung des Projektes (Workshops ) war es, vor dem Hintergrund der immer versch\u00e4rfter gef\u00fchrten Diskussion um eine einheitliche Kennzeichnung touristischer Dienstleistungen (i.S. der Auswirkungen hinsichtlich einer angestrebten Nachhaltigen Entwicklung im Tourismus) in einem engen Expertenkreis die M\u00f6glichkeiten und Umsetzungsbedingungen einer einheitlichen Produktkennzeichnung im Tourismus zu er\u00f6rtern. 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