{"id":20963,"date":"2026-03-28T10:32:07","date_gmt":"2026-03-28T09:32:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/14904-01\/"},"modified":"2026-03-28T10:32:08","modified_gmt":"2026-03-28T09:32:08","slug":"14904-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/14904-01\/","title":{"rendered":"Voruntersuchungen und Sanierungsplanung Geronsee"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Sanierung des Geronsees wird durch die B\u00fcrger der Stadt Gransee f\u00fcr erforderlich gehalten, um den zunehmend beschleunigten Verlandungsprozess aufzuhalten. Grundlage f\u00fcr die Planung der Sanierung\/Restaurierung des Gew\u00e4ssers sind umfassende Bestandsaufnahmen, die Untersuchung des Ge-w\u00e4sserzustandes und die Pr\u00fcfung der Sanierungsm\u00f6glichkeiten und -verfahren. Durch das Projekt soll die Umweltbildung gef\u00f6rdert und die \u00d6ffentlichkeitsarbeit zu Umweltproblemen, insbesondere am Beispiel der Entwicklung des Geronsees, verbessert werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenBisher lagen f\u00fcr den Geronsee lediglich punktuelle Untersuchungen vor, die keine komplexen Untersuchungen des Gew\u00e4sserzustandes erm\u00f6glicht h\u00e4tten. Die Datengewinnung als Basis f\u00fcr die weiteren Untersuchungen wurden \u00fcber den Zeitraum eines Jahres durchgef\u00fchrt. Durch das Untersuchungsprogramm wurden hydrologische Grundlagen erfasst, der Gew\u00e4sserzustand untersucht sowie, unter Einbeziehung wesentlicher Kriterien des Einzugsgebietes, der Stoffhaushalt des Gew\u00e4ssers erfasst. Das Untersuchungsprogramm und Teilergebnisse wurden zwischen den Kooperationspartnern abgestimmt. Im Rahmen des Projektes wurden Messstellen f\u00fcr Pegel- und Durchflussmessungen eingerichtet, mittels Datalogger kontinuierlich Parameter des Gew\u00e4sserzustandes erfasst, \u00fcber eine Tiefenprofilaufnahme das derzeitige Gew\u00e4sservolumen ermittelt und in Zusammenarbeit mit dem Fischereip\u00e4chter der Fischbestand untersucht. Eine Arbeitsgemeinschaft von Sch\u00fclern wurde in das Vorhaben einbezogen. Die Sch\u00fcler f\u00fchrten nach Anforderungen der Kooperationspartnern selbstverantwortlich Messprogramme durch, deren Ergebnisse in die weiteren Untersuchungen Eingang fanden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der Geronsee befindet sind seit mindestens 40 Jahren in einem hypertrophen Zustand. Ursache ist die \u00fcberm\u00e4\u00dfige Belastung des Gew\u00e4ssers durch kommunale und gewerbliche Abw\u00e4sser, durch Entenmastbetriebe und Karpfenintensivhaltung sowie durch diffuse Eintr\u00e4ge als Folge intensiver landwirtschaftlicher Nutzung des Einzugsgebietes. Es wurden umfangreiche Ausf\u00fchrungen zur historischen Entwicklung des Sees durchgef\u00fchrt, um die zeitlichen Zusammenh\u00e4nge zwischen diesen Nutzungen und \u00f6kologischen Auswirkungen zu verdeutlichen. Die interne N\u00e4hrstoffbelastung durch R\u00fcckl\u00f6sung aus den Sedimenten hat nur einen geringen Einfluss auf den N\u00e4hrstoffhaushalt des Sees. Durch die Sanierung und den Ausbau kommunaler Entw\u00e4sserungssysteme und die bereits vor l\u00e4ngerer Zeit erfolgte Einstellung der Entenmast und Karpfenintensivhaltung ist es zu einer erheblichen Verminderung des externen N\u00e4hrstoffeintrages gekommen. Vorwiegend als Folge der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung des Einzugsgebietes sind die N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge jedoch noch immer etwa 10-fach h\u00f6her, als es f\u00fcr eine Verbesserung des Trophiegrades des Sees erforderlich w\u00e4re. Ziel von Sanierungsma\u00dfnahmen muss deshalb eine drastische Senkung der N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge aus dem Einzugsgebiet sein. Erst anschlie\u00dfend kann eine Restaurierung, d.h. die Verbesserung des Gew\u00e4sserzustandes durch seeinterne Ma\u00dfnahmen, in Erw\u00e4gung gezogen werden. Als erreichbarer nat\u00fcrlicher Trophiestatus f\u00fcr den Geronsee muss der eutrophe bis hypertrophe Zustand angesehen werden. Zielstellungen einer zuk\u00fcnftige Nutzung als Badesee sind nicht realistisch, durch die weitere Entwicklung soll vielmehr die Sicherung der gegenw\u00e4rtigen Artenvielfalt von Flora und Fauna sowie der gegenw\u00e4rtigen Nutzungsm\u00f6glichkeiten (Fischerei, Erholungsnutzung) erreicht werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Durch eine Sch\u00fclerarbeitsgemeinschaft der Werner-von-Siemens-Schule Gransee wurde neben der Durchf\u00fchrung von Messprogrammen in Abstimmung mit den Kooperationspartnern die \u00d6ffentlichkeitsarbeit w\u00e4hrend der Projektlaufzeit \u00fcbernommen. Die Arbeiten und Teilergebnisse wurden in der regionalen Presse und in Schautafeln am Geronsee vorgestellt. Nach Abschluss der Untersuchungen wurden die Ergebnisse in einer Sonderausstellung im Heimatmuseum der \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentiert und in einer B\u00fcrgerversammlung diskutiert. Der Stadtverordnetenversammlung und deren Aussch\u00fcssen wurde der Untersuchungsbereich im Rahmen einer Informationsvorlage zur Kenntnis gegeben. Die Untersuchungsergebnisse werden auf Anfrage in zusammengefasster Form an Unternehmen, die sich mit der Gew\u00e4ssersanierung befassen, weitergegeben.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Ziel, Ursachen f\u00fcr den derzeitigen Gew\u00e4sserzustand detailliert darzustellen und M\u00f6glichkeiten f\u00fcr eine Sanierung\/Restaurierung des Geronsees aufzuzeigen, wurde erreicht. Insbesondere die spezielle Bedeutung externer N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge konnte in der \u00d6ffentlichkeit vermittelt werden. Die Untersuchungsergebnisse stellen die Grundlage f\u00fcr weiterf\u00fchrende Ma\u00dfnahmen zur Reduzierung dieser N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge dar. Die nachfolgenden Arbeitsschritte umfassen die kontinuierliche \u00dcberwachung des Wasserhaushaltes und des Gew\u00e4sserzustandes und Ma\u00dfnahmen zur Reduzierung der externen Eintr\u00e4ge. Eine Restaurierung des Gew\u00e4ssers durch seeinterne Ma\u00dfnahmen (N\u00e4hrstofff\u00e4llung, Entschlammung) ist in einem kurz- bis mittelfristigen Zeitrahmen kritisch einzusch\u00e4tzen. Parallel zu den Ma\u00dfnahmen zur Verringe-rung der N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge sind Ma\u00dfnahmen zur Biomanipulation zu untersuchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Sanierung des Geronsees wird durch die B\u00fcrger der Stadt Gransee f\u00fcr erforderlich gehalten, um den zunehmend beschleunigten Verlandungsprozess aufzuhalten. Grundlage f\u00fcr die Planung der Sanierung\/Restaurierung des Gew\u00e4ssers sind umfassende Bestandsaufnahmen, die Untersuchung des Ge-w\u00e4sserzustandes und die Pr\u00fcfung der Sanierungsm\u00f6glichkeiten und -verfahren. 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