{"id":20941,"date":"2023-07-13T15:17:12","date_gmt":"2023-07-13T13:17:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/14815-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:17:13","modified_gmt":"2023-07-13T13:17:13","slug":"14815-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/14815-01\/","title":{"rendered":"Weiterbildung von arbeitslosen Jugendlichen in der Recyclingwirtschaft"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Fortbildungsprojekt spricht benachteiligte, arbeitslose Jugendliche an, die keinen Ausbildungsplatz finden k\u00f6nnen, ihre Ausbildung abgebrochen haben oder eine abgeschlossene Berufsausbildung haben, aber keinen Arbeitsplatz in ihrem erlernten Beruf finden k\u00f6nnen. Durch die Kombination des Erwerbs des f\u00fcr eine T\u00e4tigkeit in der Umwelt- und Recyclingbranche  erforderlichen theoretischen Fachwissens mit dem Erlernen der fachgerechten Durchf\u00fchrung der praktischen T\u00e4tigkeiten soll den jugendlichen Ar-beitslosen die Chance der (Re-) Integration auf dem (ersten) Arbeitsmarkt gegeben werden. Zudem wird der Umweltschutz durch die Vermittlung des entsprechenden Know-Hows an potentielle Besch\u00e4ftigte dieses Bereiches gest\u00e4rkt.<br \/>\n W\u00e4hrend der einj\u00e4hrigen Fortbildungsma\u00dfnahme sollen 15 Teilnehmer in  verschiedenen f\u00fcr die Recyclingwirtschaft typischen Betrieben eingesetzt werden, um ein breites Spektrum der in den Recyclingunternehmen durchzuf\u00fchrenden T\u00e4tigkeiten kennenzulernen. Der begleitend zur Ma\u00dfnahme durchgef\u00fchrte Qualifikationsteil vermittelt das theoretische Basiswissen, das f\u00fcr eine erfolgreiche Durchf\u00fchrung der praktischen T\u00e4tigkeiten erforderlich ist.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Fortbildungskonzept sieht eine Gliederung der Ausbildung in drei wesentliche Abschnitte vor, die nachfolgend erl\u00e4utert werden:<\/p>\n<p>1. Abschnitt: Vermittlung des theoretischen Basiswissens<br \/>\nIn einem dem Praxisteil vorgeschalteten, theoretischen Unterrichtsblock werden zun\u00e4chst die Voraussetzungen f\u00fcr die praktische Ausbildung in den Recyclingunternehmen geschaffen. Hier werden die Grund-lagen des Arbeitsschutzes, der Unfallverh\u00fctung, des Gesundheitschutzes, der Arbeitshygiene und der Arbeitsorganisation erarbeitet. W\u00e4hrend dieses Ausbildungsabschnittes erlangen die Teilnehmer auch die Zusatzqualifikation des Betrieblichen Ersthelfers. Weitere Lehrinhalte behandeln die rechtlichen Rah-menbedingungen des Umweltschutzes, die elementaren Grundlagen der wichtigsten Entsorgungs- und Verwertungsverfahren sowie die Funktionsweise und Bedienung der g\u00e4ngigen Versorgungs- und Aufar-beitungsmaschinen.<\/p>\n<p> 2. Abschnitt: Praktische Fortbildung in Betrieben der Recyclingbranche<br \/>\nUnter Ber\u00fccksichtigung der sp\u00e4teren Berufsaussichten bildet die werkpraktische Ausbildung der Jugendlichen in verschiedenen Bereichen der Recyclingbranche den Schwerpunkt des Fortbildungsprojektes. Dieser Abschnitt besteht aus mehreren Ausbildungsmodulen, die IUTA jeweils in Zusammenarbeit mit ortsans\u00e4ssigen Partnerfirmen der Umweltbranche durchf\u00fchrt. Um den Lern- und Abschlu\u00dferfolg in den einzelnen Ausbildungsmodulen zu gew\u00e4hrleisten, ist jeweils eine Unterrichtseinheit vorgeschaltet, in dem die Teilnehmer gezielt auf die Anforderungen der nachfolgenden Praxisteile vorbereitet werden. Der Lehrstoff soll in Zusammenarbeit mit den betreffenden Partnerfirmen aus der Recycling- und Entsorgungsbranche erarbeitet werden und wird von IUTA zu Lehrmodulen aufbereitet, die den komplexen fachlichen Kompetenzerwerb innerhalb jedes Themenbereichs erm\u00f6glicht.<br \/>\nDie werkpraktischen Qualifizierungen werden in den Bereichen Elektro- und Elektronikschrottrecycling, Automobilr\u00fcckbau sowie Produktrecycling (Verbundstoffrecycling im Verpackungsbereich) und\/oder Bauschuttrecycling durchgef\u00fchrt. Bis auf die Gebiete Elektro- und Elektronikschrottrecycling, die in den Technikumshallen des IUTA stattfinden, werden die praktischen Ausbildungsteile direkt in den Betrieben der Partnerfirmen durchgef\u00fchrt, wobei die p\u00e4dagogische Betreuung &#8211; in enger fachlicher Absprache mit den Leitern und Vorarbeitern des jeweiligen Betriebes &#8211; durch die Mitarbeiter des IUTA durchgehend gew\u00e4hrleistet wird.<br \/>\nZus\u00e4tzliche Qualifikationen &#8211; wie ein Kursus zur Identifikation von Kunststoffen oder der Erwerb der Berechtigung zum F\u00fchren von Flurf\u00f6rderfahrzeugen (Gabelstaplerschein)  &#8211; sollen die Vermittlungschancen auf dem Arbeitsmarkt des Umweltsektors erh\u00f6hen und zugleich der Motivation der Teilnehmer dienen. <\/p>\n<p>3. Abschnitt: Bewerbungstraining \/ Vermittlung der Teilnehmer<br \/>\nNach Beendigung des Praxisteils wird ein kurzer Computerkurs, bei dem die Teilnehmer den elementa-ren Umgang mit Personalcomputern sowie die grundlegenden Funktionen eines Textverarbeitungssystems erlernen, durchgef\u00fchrt.<br \/>\nEin weiterer Bestandteil dieses Abschnittes wird aus einem Bewerbungstraining gebildet, in dem sowohl die \u00e4u\u00dfere Form von Bewerbungsunterlagen als auch das Verhalten bei Vorstellungsgespr\u00e4chen erar-beitet werden. Hierzu soll auch die Simulation von Bewerbungsgespr\u00e4chen bei Kooperationspartnern des IUTA durchgef\u00fchrt werden.<br \/>\nIn Kombination dieser beiden Unterrichtseinheiten sollen die Teilnehmer in die Lage versetzt werden &#8211; zun\u00e4chst unter Anleitung und sp\u00e4ter eigenst\u00e4ndig &#8211; aussagekr\u00e4ftige Bewerbungsunterlagen anzufertigen und zu einer repr\u00e4sentativen Bewerbungsmappe zusammenzustellen.<br \/>\nIn der Abschlu\u00dfphase des Fortbildungsprojektes werden Exkursionen zu weiteren Betrieben der Recyclingwirtschaft durchgef\u00fchrt. Teilnehmer, bei denen eine Vermittlung an die Betriebe, in denen sie ihre praktische Ausbildung absolviert haben, nicht m\u00f6glich gewesen ist, erhalten hier die Chance ihre Bewerbungsmappe zu hinterlegen, so da\u00df die jeweiligen Unternehmen bei Personalbedarf darauf zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die im Modellprojekt erzielte \u00dcbergangsquote in den ersten Arbeitsmarkt von 60 % bezogen auf die Ge-samtteilnehmerzahl zeigt die Akzeptanz des innovativen Fortbildungskonzeptes, welches den Erwerb des notwendigen theoretischen Fachwissens mit betriebsnahen Praxisanteilen und Zusatzqualifikationen kombiniert, auf dem Stellenmarkt auf.<br \/>\nUm den Stellenwert der Vermittlungsquote einordnen zu k\u00f6nnen, muss der besondere Umstand betrachtet werden, dass es sich bei den an der Weiterbildung teilnehmenden Jugendlichen nicht um Personen mit einem besonders ausgepr\u00e4gten Interesse f\u00fcr die Belange des Umweltschutzes handelte, die aus dieser Neigung heraus den Entschluss gefasst haben eine Ausbildung in diesem Bereich zu absolvieren. Vielmehr bestand die \u00fcberwiegende Mehrheit der Teilnehmer aus langzeitarbeitslosen Jugendlichen, die Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe bezogen und Gefahr liefen, dass diese Leistungen vom Arbeitsamt mit einer Sperre belegt worden w\u00e4ren sofern sie die Teilnahme an der Fortbildungsma\u00dfnahme abgelehnt h\u00e4tten.<br \/>\nDiese bez\u00fcglich der Auswahl der Teilnehmer ung\u00fcnstige Ausgangslage kam durch die f\u00fcr die Fortbildungs-Modellprojekte eingeschr\u00e4nkte F\u00f6rdersumme der DBU (F\u00f6rderanteil DBU: 182 TDM), und die daraus resultierende Notwendigkeit einer Kofinanzierung insbesondere der Teilnehmer-Unterhaltsgelder durch weitere Institutionen (F\u00f6rderung durch das Arbeitsamt Duisburg: 483 TDM, Eigenanteil IUTA: ca.160 TDM) zustande.<br \/>\nDie Folge der sich hieraus ergebenden besonderen Zusammensetzung des Teilnehmerkreises, war zun\u00e4chst die Notwendigkeit zur Konzentration auf die Vermittlung von Schl\u00fcsselqualifikationen wie P\u00fcnktlichkeit, Zuverl\u00e4ssigkeit etc. Des weiteren war ein stark erh\u00f6hter Motivations- und Betreuungsbedarf der Teilnehmer erforderlich, wodurch der veranschlagte Personalbedarf deutlich \u00fcberschritten wurde.<br \/>\nDie Vermittlung der Teilnehmer, die nicht aufgrund lang anhaltender Fehlzeiten oder diverser anderer Verfehlungen gek\u00fcndigt wurden, erfolgte vorwiegend durch Initiativbewerbungen sowie Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen sowie zielgerichtetes Bewerbungstraining vor Vorstellungsterminen. Bei der Spartenauswahl der angeschriebenen Unternehmen wurden die Interessen und Neigungen der Teilnehmer ber\u00fccksichtigt, wodurch die relativ niedrige Quote der in Berufe auf dem Umwelt- und Recyclingsektor vermittelten Teilnehmer zu erkl\u00e4ren ist. Die Vermittlung der Jugendlichen die an einer praktischen T\u00e4tigkeit im Umweltbereich interessiert waren und die engagiert an der Qualifizierung teilnahmen in entsprechende Berufe auf dem Umwelt- und Recyclingsektor stellte keine Schwierigkeit dar. Diese Tatsache, weitere umfangreiche Qualifizierungserfahrungen des IUTA sowie eine im Wegweiser Umwelttechnik Duisburg (1995 Hrsg.: Stadt Duisburg) ver\u00f6ffentlichte Untersuchung, sprechen f\u00fcr das hohe Potential von auf dem Umweltsektor angesiedelten Arbeitspl\u00e4tzen in der Region um Duisburg.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Vom 26.05.2000 bis zum 09.06.2000 fand unter dem Motto Arbeit und Umwelt die Veranstaltung Duisburger Umwelttage 2000 statt. Sie diente dazu, der interessierten \u00d6ffentlichkeit den Zusammenhang zwischen \u00d6kologie, Wirtschaft und Sozialem nahe zu bringen.<br \/>\nNeben einem Lokaltermin im IUTA ,vergleichbar einem Tag der offenen T\u00fcr, beteiligte sich IUTA auch an dem Umwelt- und Arbeitsmarkt welcher vom Freitag, dem 26. bis Sonntag, dem 28. Mai 2000, in der Duisburger Innenstadt stattfand. Bei dieser Informationsveranstaltung, bei der ca. 60 Aussteller teilnahmen, bot sich ausreichend Gelegenheit der \u00d6ffentlichkeit u.a. den Verlauf und die Ergebnisse des durch die DBU und das Arbeitsamt gef\u00f6rderten Weiterbildungsprojektes vorzustellen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die in dem Projekt erzielten Ergebnisse und insbesondere die f\u00fcr den Kreis der an der Fortbildung teilnehmenden Jugendlichen au\u00dfergew\u00f6hnlich hohe Vermittlungsquote, deren Besonderheit auch vom Arbeitsamt Duisburg herausgestellt wurde, lassen zuk\u00fcnftige Projekte gleicher Art \u00e4u\u00dfert aussichtsreich er-scheinen.<br \/>\nSofern eine solche Qualifizierungsma\u00dfnahme nicht prim\u00e4r zur Eingliederung von sozial benachteiligten Jugendlichen in beliebige Sparten des ersten Arbeitsmarktes durch Vermittlung von Schl\u00fcssel- und Zusatzqualifikationen konzipiert ist, sondern der gezielten Schulung\/Ausbildung von arbeitslosen Jugendlichen mit einer beruflichen Orientierung im Umweltbereich dienen soll, muss die finanzielle Grundlage einer solchen Ma\u00dfnahme allerdings so gestaltet sein, dass eine freiwillige, selbstbestimmte Teilnahme inte-ressierter Jugendlicher erm\u00f6glicht wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Fortbildungsprojekt spricht benachteiligte, arbeitslose Jugendliche an, die keinen Ausbildungsplatz finden k\u00f6nnen, ihre Ausbildung abgebrochen haben oder eine abgeschlossene Berufsausbildung haben, aber keinen Arbeitsplatz in ihrem erlernten Beruf finden k\u00f6nnen. 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