{"id":20937,"date":"2024-11-30T10:32:39","date_gmt":"2024-11-30T09:32:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/14808-01\/"},"modified":"2024-11-30T10:32:39","modified_gmt":"2024-11-30T09:32:39","slug":"14808-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/14808-01\/","title":{"rendered":"Tagung: \u00dcberf\u00fchrung von Altersklassen &#8211; in Dauerw\u00e4lder am 03.\/04.12.1998 in Freiburg"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel der Tagung, die als Workshop von Wissenschaftlern mit Praktikern konzipiert ist, ist es, Praktiker, die in den Forstbetrieben mit den Problemen der \u00dcberf\u00fchrung befa\u00dft sind, mit Ergebnissen k\u00fcrzlich abgeschlossener oder laufender Forschungsvorhaben zu kon-frontieren, um eine direkte R\u00fcckmeldung und Impulse f\u00fcr k\u00fcnftige Forschungsarbeiten zu erhalten. M\u00f6gliche Fragen, die dabei aufgeworfen werden, k\u00f6nnten wie folgt lauten:<br \/>\n\u00b7 Wo liegen die konkreten Probleme der Praxis in Bezug auf die \u00dcberf\u00fchrung vom Altersklassen- in den Dauerwald ?<br \/>\n\u00b7 Wo sind offene Fragen von Praktikern, die vordringlich von der Wissenschaft behandelt werden m\u00fc\u00dften ?<br \/>\n\u00b7 Wie werden die bisherigen Forschungsans\u00e4tze in Bezug auf \u00dcberf\u00fchrung von der Praxis beurteilt ?<br \/>\n\u00b7 Welche Forschungsans\u00e4tze sollen intensiviert werden, welche erscheinen weniger erfolgsversprechend ?<br \/>\nAnla\u00df der Tagung ist, da\u00df derzeit f\u00fcr gro\u00dfe Waldfl\u00e4chen Entscheidungen mit weitreichenden und langfristigen Auswirkungen getrof-fen werden, ohne da\u00df die naturalen und \u00f6konomischen Konsequenzen dieser Entscheidungen aus betrieblicher Sicht auch nur ann\u00e4hernd bekannt w\u00e4ren. In dieser Situation erscheint es zweckm\u00e4\u00dfig, Praktikern einen \u00dcberblick \u00fcber die bisher vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse und laufende Forschungsvorhaben zum Thema \u00dcberf\u00fchrung in komprimierter Form zu vermitteln.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDen Kern der Tagung bilden Referate von j\u00fcngeren Wissenschaftlern, die unmittelbar am Thema \u00dcberf\u00fchrung oder einem \u00e4hnlichen Thema arbeiten oder ihre Arbeiten dazu k\u00fcrzlich abgeschlossen haben. Am ersten Tag des Workshops werden schwerpunktm\u00e4\u00dfig Themen aus dem Bereich waldbauliche und waldwachstumskundliche Grundlagen behandelt. Am zweiten Tag liegt der Schwerpunkt bei Forsteinrichtung und Betriebswirtschaft. Neu ist am Konzept dieser Tagung &#8211; die dadurch eher als Workshop zu bezeichnen ist &#8211; ist, da\u00df zu jedem der genannten Referate ein 10-min\u00fctiges Korreferat von einem mit dem Problem der \u00dcberf\u00fchrung im praktischen Betrieb befa\u00dften Forstamtsleiter gehalten werden soll.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Aus der Sicht der Organisatoren ist die Tagung mit zeitweilig bis zu 400 Teilnehmern und teilweise sehr lebhaften &#8211; auch kontroversen &#8211; Diskussionen als voller Erfolg zu bezeichnen, dies geht auch aus den meisten \u00c4u\u00dferungen von Teilnehmern w\u00e4hrend und nach Abschlu\u00df der Tagung hervor. Die Ergebnisse der Tagung sind als Komplettabdruck der Referate und Korreferate im Tagungsband zusammengefa\u00dft, der gleichzeitig auch den Abschlu\u00dfbericht des Projektes darstellt. Im folgenden sollen einige kritische Bemerkungen den Verlauf der Tagung und der Diskussionen, die nach den einzelnen Referaten stattfanden, kommentieren, um Hinweise geben, wie eine solche Veranstaltung, deren Grundkonzeption (s. Fazit) sich insgesamt sehr bew\u00e4hrt hat, noch effizienter zu gestalten w\u00e4re.<br \/>\nIm Verlauf der Tagung hat sich gezeigt, da\u00df der Begriff \u00dcberf\u00fchrung von verschiedenen Referenten zum Teil unterschiedlich verwendet wurde (von zwei Referenten eher im Sinne von Waldumbau). Hier h\u00e4tte ein gezielter Hinweis an den Referenten des Eingangsreferates, kurz auf die wichtigsten Definitionen einzugehen, m\u00f6glicherweise f\u00fcr mehr Klarheit gesorgt und zum Teil ausufernde waldbauliche Diskussionen nach den ersten Referaten etwas verk\u00fcrzt. Die zum Teil technologisch ausgerichteten, mit vielen Detailinformationen versehenen Referate der ersten Vortragsgruppe (Waldwachstum und Waldbau), konnten &#8211; trotz der sehr informativen Korreferate &#8211; nicht von allen Praktikern nachvollzogen werden. Hier zeigten sich m\u00f6glicherweise die Grenzen des gew\u00e4hlten Vorgehens. Auch hier w\u00e4re es wohl angezeigt gewesen, durch einen gezielten Hinweis an den Referenten des letzten Grundsatzreferates, die praktische Bedeutung der vorgestellten Struktur- und Steuerungsparameter aus \u00fcbergeordneter Sicht nochmals aufzugreifen und zu erl\u00e4utern.   Die Referate des zweiten Tages (betriebliche Umsetzung) waren im ersten Teil gepr\u00e4gt durch die Vorstellung von Modellierungsans\u00e4tzen f\u00fcr \u00dcberf\u00fchrungsvorhaben. Dies f\u00fchrte zu der kontroversen Diskussion, inwieweit solche komplexen Vorg\u00e4nge \u00fcberhaupt modelliert werden k\u00f6nnen und welche Funktion solchen Modellen in Entscheidungsprozessen zukommen kann. Auch hier w\u00e4re es sicherlich sinnvoll gewesen, dem Referenten des abschlie\u00dfenden Grundsatzreferates einen Hinweis zu geben, dieses Thema nochmals aufzugreifen und aus \u00fcbergeordneter Sichtweise zu diskutieren. Sehr kontrovers wurde das Referat zur Holzqualit\u00e4t von Fichte aus \u00dcberf\u00fchrungsbetrieben aufgenommen. Die Heftigkeit der Kritik, die sich teilweise am methodischen Vorgehen, teilweise an den Ergebnissen und deren Interpretation entz\u00fcndete, zeigt, dass das Thema \u00dcberf\u00fchrung, wie der gesamte Themenbereich Altersklassenwald \/ Dauerwald sehr stark von Emotionen, bisweilen sogar von Ideologien gepr\u00e4gt ist. Es war unter anderem ein Anliegen der Tagung, die Diskussion hier\u00fcber auf eine sachliche Grundlage zu stellen. Dies ist auch mit wenigen Ausnahmen weitgehend gelungen. Insgesamt haben die Redebeitr\u00e4ge einzelner Diskussionsteilnehmer &#8211; angeregt durch die Korreferate &#8211; gezeigt, da\u00df ein gro\u00dfer Infomationsbedarf in den einzelnen Forstbetrieben in Bezug auf \u00dcberf\u00fchrungsvorhaben besteht. Dieser Informationsbedarf besteht zum Beispiel in der Formulierung von einfach zu erhebenden, aussagekr\u00e4ftigen Steuerungsparameter f\u00fcr den Einzelbestand und dem Aufzeigen von naturalen und \u00f6konomischen Konsequenzen von \u00dcberf\u00fchrungsvorhaben auch auf Betriebsebene. Die Tagung hat gezeigt, dass in diesem Bereich noch erheblicher Forschungsbedarf besteht.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Referate wurden als Kurzzusammenfassung in der Zeitschrift Forst und Holz, Ausgabe vom 25.11.1998, ver\u00f6ffentlicht. Zwei der Hauptreferate (Sch\u00fctz, Spellmann) wurden in Langfassung in Forst und Holz ver\u00f6ffentlicht. Die Proceedings werden als Heft 4 der Schriftenreihe der Fakult\u00e4t und der FVA in Freiburg erscheinen und befinden sich derzeit im Druck.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>) sich insgesamt sehr bew\u00e4hrt hat, noch effizienter zu gestalten w\u00e4re.<br \/>\nIm Verlauf der Tagung hat sich gezeigt, da\u00df der Begriff \u00dcberf\u00fchrung von verschiedenen Referenten zum Teil unterschiedlich verwendet wurde (von zwei Referenten eher im Sinne von Waldumbau). Hier h\u00e4tte ein gezielter Hinweis an den Referenten des Eingangsreferates, kurz auf die wichtigsten Definitionen einzugehen, m\u00f6glicherweise f\u00fcr mehr Klarheit gesorgt und zum Teil ausufernde waldbauliche Diskussionen nach den ersten Referaten etwas verk\u00fcrzt. Die zum Teil technologisch ausgerichteten, mit vielen Detailinformationen versehenen Referate der ersten Vortragsgruppe (Waldwachstum und Waldbau), konnten &#8211; trotz der sehr informativen Korreferate &#8211; nicht von allen Praktikern nachvollzogen werden. Hier zeigten sich m\u00f6glicherweise die Grenzen des gew\u00e4hlten Vorgehens. Auch hier w\u00e4re es wohl angezeigt gewesen, durch einen gezielten Hinweis an den Referenten des letzten Grundsatzreferates, die praktische Bedeutung der vorgestellten Struktur- und Steuerungsparameter aus \u00fcbergeordneter Sicht nochmals aufzugreifen und zu erl\u00e4utern.   Die Referate des zweiten Tages (betriebliche Umsetzung) waren im ersten Teil gepr\u00e4gt durch die Vorstellung von Modellierungsans\u00e4tzen f\u00fcr \u00dcberf\u00fchrungsvorhaben. Dies f\u00fchrte zu der kontroversen Diskussion, inwieweit solche komplexen Vorg\u00e4nge \u00fcberhaupt modelliert werden k\u00f6nnen und welche Funktion solchen Modellen in Entscheidungsprozessen zukommen kann. Auch hier w\u00e4re es sicherlich sinnvoll gewesen, dem Referenten des abschlie\u00dfenden Grundsatzreferates einen Hinweis zu geben, dieses Thema nochmals aufzugreifen und aus \u00fcbergeordneter Sichtweise zu diskutieren. Sehr kontrovers wurde das Referat zur Holzqualit\u00e4t von Fichte aus \u00dcberf\u00fchrungsbetrieben aufgenommen. Die Heftigkeit der Kritik, die sich teilweise am methodischen Vorgehen, teilweise an den Ergebnissen und deren Interpretation entz\u00fcndete, zeigt, dass das Thema \u00dcberf\u00fchrung, wie der gesamte Themenbereich Altersklassenwald \/ Dauerwald sehr stark von Emotionen, bisweilen sogar von Ideologien gepr\u00e4gt ist. Es war unter anderem ein Anliegen der Tagung, die Diskussion hier\u00fcber auf eine sachliche Grundlage zu stellen. Dies ist auch mit wenigen Ausnahmen weitgehend gelungen. Insgesamt haben die Redebeitr\u00e4ge einzelner Diskussionsteilnehmer &#8211; angeregt durch die Korreferate &#8211; gezeigt, da\u00df ein gro\u00dfer Infomationsbedarf in den einzelnen Forstbetrieben in Bezug auf \u00dcberf\u00fchrungsvorhaben besteht. Dieser Informationsbedarf besteht zum Beispiel in der Formulierung von einfach zu erhebenden, aussagekr\u00e4ftigen Steuerungsparameter f\u00fcr den Einzelbestand und dem Aufzeigen von naturalen und \u00f6konomischen Konsequenzen von \u00dcberf\u00fchrungsvorhaben auch auf Betriebsebene. Die Tagung hat gezeigt, dass in diesem Bereich noch erheblicher Forschungsbedarf besteht. <\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Referate wurden als Kurzzusammenfassung in der Zeitschrift Forst und Holz, Ausgabe vom 25.11.1998, ver\u00f6ffentlicht. Zwei der Hauptreferate (Sch\u00fctz, Spellmann) wurden in Langfassung in Forst und Holz ver\u00f6ffentlicht. Die Proceedings werden als Heft 4 der Schriftenreihe der Fakult\u00e4t und der FVA in Freiburg erscheinen und befinden sich derzeit im Druck.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das f\u00fcr die Tagung gew\u00e4hlte Vorgehen, Referate von j\u00fcngeren Wissenschaftlern unmittelbar durch Korreferate von Praktikern kommentieren zu lassen, hat sich aus der Sicht der Organisatoren der Tagung ausserordentlich bew\u00e4hrt und war mit entscheidend f\u00fcr das gro\u00dfe Interesse von Praktikern, die lebhafte Diskussion w\u00e4hrend der Tagung und letztendlich den Erfolg der Veranstaltung. Unter Ber\u00fccksichtigung der ge\u00e4u\u00dferten Kritikpunkte kann ein solches Vorgehen f\u00fcr Workshops mit \u00e4hnlich angewandten Tehmenschwerpunkten als Vorbild dienen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel der Tagung, die als Workshop von Wissenschaftlern mit Praktikern konzipiert ist, ist es, Praktiker, die in den Forstbetrieben mit den Problemen der \u00dcberf\u00fchrung befa\u00dft sind, mit Ergebnissen k\u00fcrzlich abgeschlossener oder laufender Forschungsvorhaben zu kon-frontieren, um eine direkte R\u00fcckmeldung und Impulse f\u00fcr k\u00fcnftige Forschungsarbeiten zu erhalten. 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