{"id":20929,"date":"2026-04-12T10:32:04","date_gmt":"2026-04-12T08:32:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/14799-01\/"},"modified":"2026-04-12T10:32:05","modified_gmt":"2026-04-12T08:32:05","slug":"14799-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/14799-01\/","title":{"rendered":"Korrosionsschutzsysteme f\u00fcr Porenbeton &#8211; Stahlbewehrungen, Untersuchungen zur Dauerbest\u00e4ndigkeit sowie zu Verwertungsm\u00f6glichkeiten des Abbruchmaterials"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die in der fr\u00fcheren DDR f\u00fcr bewehrten Porenbeton eingesetzten Korrosionsschutzmittel enthalten kanzerogene Stoffe und Schwermetalle. Analytische Bestimmungen der polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe oder der Schwermetalle wurden damals nicht durchgef\u00fchrt. Deshalb war es nicht m\u00f6glich, fundierte objektive Aussagen zur Langzeitbest\u00e4ndigkeit, Umweltvertr\u00e4glichkeit und Recyclierbarkeit bew\u00e4hrter Porenbetone zu machen. Aus diesem Grunde war im vorliegenden Projekt neben der \u00dcberpr\u00fcfung des Korrosionsschutzes vor allem nachzuweisen, ob Kontaminationen zu einer gesundheitlichen Gef\u00e4hrdung bzw. zu einer Einschr\u00e4nkung bez\u00fcglich Recycling und Wiederverwendung f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAn ausgew\u00e4hlten Modellobjekten sollten zun\u00e4chst durch die Ermittlung des Korrosionsverhaltens der Bewehrung Aussagen zur weiteren Schutzdauer und damit der Lebensdauer der Geb\u00e4ude abgeleitet werden. Die Objektauswahl wurde durch die im Untersuchungszeitraum praktizierten Abriss- bzw. Rekonstruktionsma\u00dfnahmen begrenzt, Untersuchungsobjekte waren Wohnungs- und Industriebauten in Erfurt, Parchim, Weimar und Oberhof. Durch die quantitative Bestimmung der Schwermetalle mit ICP-Atomemissionsspektrometrie und der polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK-Nachweis mit HPLC) im bewehrten Porenbeton sollte nachgewiesen werden, ob umweltsch\u00e4digende Stoffe aus dem Korrosionsschutzfilm bis an die Porenbetonoberfl\u00e4che diffundiert sind. Untersucht wurden Proben von der Porenbetonoberfl\u00e4che, von der die Bewehrung umgebenden Porenbetonschicht und von Porenbetongranulaten. Anhand von Versuchen zur Auslaugbarkeit von Porenbetongranulaten nach den LAGA-Richtlinien und o. g. Analytik war zu ermitteln, ob bewehrter Porenbetonbruch in Abh\u00e4ngigkeit vom Verunreinigungsgrad, d. h. auch in Abh\u00e4ngigkeit vom verwendeten Korrosionsschutzmittel, recycliert werden kann oder deponiert werden muss.<br \/>\nVerantwortlich f\u00fcr die Bearbeitung war die MFPA. Die f\u00fcr den Abriss der jeweiligen Objekte verantwortlichen Praxispartner wurden in die Bearbeitung einbezogen (z.B. Ausbau der Porenbetonelemente, Bereitstellung und Aufbereitung des erforderlichen Probematerials).<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Untersuchungen an in der fr\u00fcheren DDR in nur vier Werken hergestellten Porenbetonen ergaben folgende Ergebnisse:<br \/>\nKorrosionsverhalten:<br \/>\nIn den meisten F\u00e4llen ist die Bewehrungsoberfl\u00e4che frei von Korrosion, in geringem Umfang sind erste Anzeichen von Korrosion (kein Bl\u00e4tterrost) sichtbar. Dies ist zul\u00e4ssig, die Bewehrung ist intakt. Bez\u00fcglich Korrosionsverhalten ist die weitere Lebensdauer der Geb\u00e4ude gesichert.<br \/>\nSchwermetalle, polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK):<br \/>\nDie in den Porenbetonproben nachgewiesenen Chrom-, Blei- und Zinkgehalte entsprechen den eingesetzten mineralischen Rohstoffen, es gibt keine gravierenden Konzentrationsunterschiede in den untersuchten Porenbetonschichten, d. h., es erfolgt keine Diffusion von Schwermetallen aus der Korrosionsschutzschicht heraus an die Au\u00dfen- oder Innenseite der Porenbetonwand.<br \/>\nBez\u00fcglich der H\u00f6he der PAK-Gehalte sind deutliche Unterschiede bei den einzelnen Untersuchungsobjekten feststellbar. Die in den Porenbetonwerken Calbe, Lau\u00dfig und Hennersdorf verwendeten l\u00f6sungsmittelhaltigen Korrosionsschutzmittel enthalten nur geringe, die in Parchim verwendeten w\u00e4ssrigen Korrosionsschutzgemische dagegen hohe PAK-Anteile. Trotz teilweise hoher PAK-Konzentrationen in den verwendeten Korrosionsschutzmitteln sind keinerlei Anreicherungen an der Au\u00dfen- oder Innenseite der Porenbetonw\u00e4nde nachweisbar. Damit sind Gesundheitssch\u00e4digungen durch die in der Korrosionsschutzschicht vorhandenen Schwermetalle oder PAK\u00b4s mit Sicherheit auszuschlie\u00dfen.<br \/>\nZuordnungswerte Feststoff und Eluat f\u00fcr Recyclingbaustoffe\/Bauschutt:<br \/>\nDie gem\u00e4\u00df LAGA-Richtlinien ermittelten Zuordnungswerte weisen auf eine eingeschr\u00e4nkte Wiederverwertbarkeit der Porenbetongranulate hin. Limitierende Parameter sind die PAK (nur bei pechhaltigen Korrosionsschutzsystemen), die Kohlenwasserstoffe, der Sulfatgehalt und die Leitf\u00e4higkeit. Die Deponierung anfallender Porenbetongranulate ist m\u00f6glich, die vorliegenden Materialien sind kein Sonderm\u00fcll.<br \/>\nAufgrund dieser Ergebnisse wird eingesch\u00e4tzt:<br \/>\n&#8211;\tDie Korrosionsschutzsicherheit der bewehrten Porenbetone ist auch nach mehr als 20 Jahren Standzeit gew\u00e4hrleistet, zus\u00e4tzliche Sanierungsarbeiten sind diesbez\u00fcglich nicht erforderlich.<br \/>\n&#8211;\tDie in den Korrosionsschutzmitteln enthaltenen PAK\u00b4s und Schwermetalle sind fest im Korrosionsschutzfilm verankert, Sch\u00e4digungen durch austretende Kontaminationen sind ausgeschlossen.<br \/>\n&#8211;\tEin Anfall gr\u00f6\u00dferer Mengen Porenbetonabbruchmaterials aufgrund von Gesundheits- oder Sicherheitsgr\u00fcnden ist perspektivisch nicht zu erwarten.<br \/>\n&#8211;\tPorenbetonabbruchmaterialien sind recyclierf\u00e4hig bzw. deponierbar. Es ist objektbezogen zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob pechhaltige Korrosionsschutzsysteme verwendet wurden. Bei diesen ist die Wiederverwertbarkeit stark eingeschr\u00e4nkt, die Abbruchmaterialien sind jedoch kein Sonderm\u00fcll.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Projektergebnisse wurden in Fachkreisen von der GERK GmbH, Weimar, und an der Bauhaus-Universit\u00e4t Weimar, (Bereich Aufbereitung von Baustoffen und Wiederverwertung, Fakult\u00e4t Bauingenieurwesen, Ausrichter der Weimarer Fachtagung \u00fcber Abfall- und Sekund\u00e4rrohstoffwirtschaft) vorgestellt. Im Arbeitskreis Beton\/Mauerwerk der Forschungsvereinigung Recycling und Wertstoffverwertung im Bauwesen e. V., RWB Bremen, ggf. auch bei der Bundesvereinigung Recycling Bau e. V., ist eine Pr\u00e4sentation der Arbeiten vorgesehen. Zwei Publikationen in der BR Baustoff Recycling + Deponietechnik sind in Vorbereitung.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die im Rahmen des vorliegenden Projektes durchgef\u00fchrten Untersuchungen beweisen,<br \/>\n&#8211;\tdass die Dauerbest\u00e4ndigkeit des Korrosionsschutzes der Bewehrung gew\u00e4hrleistet ist,<br \/>\n&#8211;\tdass keine Gesundheitssch\u00e4digungen durch PAK\u00b4s und Schwermetalle nachzuweisen sind und<br \/>\n&#8211;\tdass bewehrte Porenbetonabbruchmaterialien in Abh\u00e4ngigkeit vom jeweiligen Schadstoffgehalt recyclierbar bzw. deponierbar sind.<br \/>\nDa auch aufgrund der vorliegenden Ergebnisse in den n\u00e4chsten Jahren noch nicht mit einem verst\u00e4rkten Anfall bewehrten Porenbetonbruches zu rechnen ist, sollte der entstandene zeitliche Freiraum genutzt werden, in \u00dcbereinstimmung mit dem Kreislaufwirtschaftsgesetz neben der Charakterisierung weiterer bewehrter Porenbetonabrissobjekte  neue Verwertungsvarianten f\u00fcr bewehrten Porenbetonbruch zu erarbeiten. Dabei sollten auch Objekte aus den alten Bundesl\u00e4ndern untersucht werden. Ansatzpunkte w\u00e4ren die Verwendung als Leichtzuschlagstoff, als Filtermedium bzw. Aufsaugmittel oder als Sch\u00fcttd\u00e4mmstoff.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die in der fr\u00fcheren DDR f\u00fcr bewehrten Porenbeton eingesetzten Korrosionsschutzmittel enthalten kanzerogene Stoffe und Schwermetalle. Analytische Bestimmungen der polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe oder der Schwermetalle wurden damals nicht durchgef\u00fchrt. Deshalb war es nicht m\u00f6glich, fundierte objektive Aussagen zur Langzeitbest\u00e4ndigkeit, Umweltvertr\u00e4glichkeit und Recyclierbarkeit bew\u00e4hrter Porenbetone zu machen. 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