{"id":20910,"date":"2023-07-13T15:17:08","date_gmt":"2023-07-13T13:17:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/14720-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:17:09","modified_gmt":"2023-07-13T13:17:09","slug":"14720-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/14720-01\/","title":{"rendered":"Grenz\u00fcberschreitende deutsch-polnische Umweltbildung f\u00fcr junge Menschen mit Behinderungen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>F\u00fcr eine dauerhaft-umweltgerechte Entwicklung bedarf es in Grenzregionen verst\u00e4rkt binationaler Projekte, dies gilt auch f\u00fcr die Umweltbildung im deutsch-polnischen Grenzraum. Menschen mit Behinderungen sind eine bislang nur wenig beachtete Zielgruppe f\u00fcr Umweltbildungsaktivit\u00e4ten, und auch zu deutsch-polnischen Begegnungen haben sie nur in Ausnahmef\u00e4llen Zugang.<br \/>\nDas Projekt hat ein transnationales Netzwerk f\u00fcr eine dauerhaft-umweltgerechte Entwicklung in der Grenzregion Stettiner Haff \/ Oderm\u00fcndung mit behinderten jungen Menschen aus Deutschland und aus Polen aufgebaut. Ein Hauptanliegen war, \u00fcber Umweltbildungsma\u00dfnahmen, Multiplikatorenarbeit und Publikationen umweltgerechte Lebensstile zu f\u00f6rdern und einen Beitrag zur Umsetzung umweltpolitischer Ziele zu leisten. Gleichzeitig verfolgte das Projekt die Integration behinderter Menschen in die Ge-sellschaft und die Verst\u00e4ndigung zwischen Deutschen und Polen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZwischen Einrichtungen der Behindertenhilfe aus Deutschland und aus Polen sowie zwischen Sonderschulen beider L\u00e4nder wurden Partnerschaften gekn\u00fcpft. Gruppen behinderter junger Menschen von diesen Partnerorganisationen trafen sich regelm\u00e4\u00dfig in Polen und in Deutschland zu mehrt\u00e4gigen gemeinsamen Umweltbildungsma\u00dfnahmen, die didaktisch und inhaltlich entsprechend der spezifischen Kompetenzen der jeweiligen Teilnehmenden vorbereitet und durchgef\u00fchrt wurden. Inhaltliche Schwerpunkte der Programme waren Wasser, Fischerei, Energie, naturnahe Landschaftsgestaltung, Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft, Selbstversorgung, Baum und Wald. Umwelt und Natur wurde als grenz\u00fcberschreitendes Thema erlebbar gemacht. W\u00e4hrend der gemeinsamen Umweltaktivit\u00e4ten f\u00f6rderten moderierte Einheiten das Kennen lernen und den Austausch untereinander und damit das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr das Nachbarland. Vor- und Nachbereitungstreffen sowie Beratungen unterst\u00fctzten einen Transfer des Gelernten in den Alltag. Parallel dazu fanden binationale Multiplikatorenschulungen f\u00fcr soziale Fachkr\u00e4fte statt, in denen Hintergr\u00fcnde zu den Projektinhalten und Arbeitshilfen vermittelt wurden, die die kooperierenden Einrichtungen zu einer selbstst\u00e4ndigen Fortf\u00fchrung der Umweltbildungsarbeit bef\u00e4higten.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Sowohl die Umweltbildungsinhalte als auch die deutsch-polnische Komponente des Projektes Grenzstr\u00f6me stie\u00dfen bei den Menschen mit Behinderungen stets auf ein gro\u00dfes Interesse.<br \/>\nDie Projektbeteiligung hing jeweils vor allem von den zust\u00e4ndigen Ansprechpersonen der Institutionen der Behindertenhilfe bzw. der Sonderschulen ab, auf polnischer Seite meist der Einrichtungsleitung, auf deutscher Seite in der Regel der konkret beteiligten Betreuungspersonen.<br \/>\nDie meist f\u00fcnft\u00e4gigen deutsch-polnischen Umweltbildungsma\u00dfnahmen verliefen dann besonders erfolgreich, wenn die Umweltbildungsinhalte didaktisch entsprechend den individuellen Kompetenzen der Teilnehmenden aufbereitet waren und auch auf Soziales (pers\u00f6nliche Bed\u00fcrfnisse, Gruppenbelange, Spa\u00df) sowie die deutsch-polnische Verst\u00e4ndigung aktiv eingegangen wurde. Entscheidende Kriterien in der didaktischen Herangehensweise f\u00fcr eine erfolgreiche Umsetzung waren, durchg\u00e4ngig Kooperation und die nonverbale Kommunikation zu f\u00f6rdern, alle Einheiten m\u00f6glichst ganzheitlich und handlungsorientiert umzusetzen und das Aktivit\u00e4tsprinzip zu verfolgen. Ferner war es wesentlich, Drucksituationen zu vermeiden und f\u00fcr alle Praxiseinheiten stets viel Zeit einzuplanen. Eine m\u00f6glichst homogene Gruppenzusammensetzung bez\u00fcglich Alter und Behinderungsgrad der Teilnehmenden unterst\u00fctzte die Kontaktaufnahme zwischen Deutschen und Polen.<br \/>\nF\u00fcr den Transfer der Umweltbildungsinhalte in den Alltag der Teilnehmenden boten die Themenfelder Energie und Ern\u00e4hrung \/ Selbstversorgung die meisten Ankn\u00fcpfungspunkte. Da der Alltag von Menschen mit Behinderungen in der Regel weniger vielf\u00e4ltige M\u00f6glichkeiten bietet als der Alltag von nichtbehinderten Personen, war f\u00fcr sie die Teilnahme an den deutsch-polnischen Umweltbildungsma\u00dfnahmen h\u00e4ufig ein herausragendes Erlebnis. Dieser intensive Eindruck wirkte sich unterst\u00fctzend auf den Trans-fer  der Inhalte aus.<br \/>\nIn diesem Kontext und auch bez\u00fcglich der Verstetigung der Projektarbeit nahmen die Betreuungspersonen eine Schl\u00fcsselrolle ein, da die Fortsetzung der deutsch-polnischen Umweltbildungspraxis \u00fcber den F\u00f6rderzeitraum hinaus ein hohes Ma\u00df an Eigeninitiative und Verantwortungs\u00fcbernahme aller Beteiligten erfordert. Die Menschen mit Behinderungen zeigten durchweg ein gro\u00dfes Interesse an der Verstetigung der deutsch-polnischen Umweltbildungspartnerschaften. In der Regel stellt es f\u00fcr sie allerdings eine \u00dcberforderung dar, solche Partnerschaften ohne moderierende und animierende Begleitung fortzuf\u00fchren. Die gr\u00f6\u00dfte Unterst\u00fctzung bieten in dem Zusammenhang engagierte und im Projektverlauf qualifizierte Betreuungspersonen, die die Bildungspraxis fortsetzen und gleichzeitig soweit wie m\u00f6glich die Selbstst\u00e4ndigkeit und das eigenverantwortliche Handeln der Menschen mit Behinderungen fordern und f\u00f6rdern.<br \/>\nDas Zerum und mehrere kooperierende Einrichtungen in Deutschland und in Polen werden in dieser Form die Projektpraxis fortsetzen. Positiv zeigt sich in diesem Zusammenhang, dass Wert auf eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit jeweils denselben Partnern und Gruppen gelegt worden ist. Dadurch wurde zum einen die Identifikation mit Grenzstr\u00f6me und zum anderen die eigenst\u00e4ndige \u00dcbernahme von Programmbestandteilen gef\u00f6rdert &#8211; zwei wesentliche Aspekte f\u00fcr eine weitgehend eigenverantwortliche Fortf\u00fchrung der deutsch-polnischen Umweltbildung durch die Partnerschaften bzw. durch bestimmte Kontaktpersonen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Medien der \u00d6ffentlichkeitsarbeit waren das Projektfaltblatt, welches auf deutsch und auf polnisch erschienen ist, Veranstaltungsausschreibungen, Presse- und Fachartikel, Radioauftritte, Internetdarstellungen, Beitr\u00e4ge auf CD-ROM, die Beteiligung an \u00f6ffentlichen Gro\u00dfveranstaltungen, Vortr\u00e4ge und Workshops auf diversen Fachtagungen sowie die Herausgabe einer Tagungsdokumentation zum Umwelt- und Naturschutz und zur Umweltbildung in Mecklenburg-Vorpommern und Polen.<br \/>\nHervorzuheben ist das auf polnisch und deutsch erscheinende Praxishandbuch Grenzen los, das \u00fcber detaillierte Darstellungen konkreter Praxiseinheiten Einrichtungen der Behindertenhilfe, Sonderschulen und Umweltbildungsinstitutionen motivierend auffordert, grenz\u00fcberschreitende Umweltbildung mit Menschen mit Behinderung umzusetzen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Deutsch-polnische Umweltbildung f\u00fcr junge Menschen mit Behinderungen kann bei entsprechender auf die jeweilige Zielgruppe abgestimmter Herangehensweise zur Integration, zur grenz\u00fcberschreitenden Verst\u00e4ndigung und zur F\u00f6rderung einer nachhaltigen Entwicklung beitragen. F\u00fcr die langfristige Wirksamkeit der Umweltbildungsinhalte ist zum einen die fr\u00fchzeitige Vorbereitung der Verstetigung der Modellprojektarbeit von Bedeutung. Zum anderen sollte ein gro\u00dfes Augenmerk auf den Transfer der Inhalte in den Alltag der Teilnehmenden gelegt und diese direkt in die Einrichtungen hinein getragen werden im Rahmen von Nachbereitungen, regelm\u00e4\u00dfigen Projekttagen oder mehrt\u00e4gigen Umweltbildungsma\u00dfnahmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens F\u00fcr eine dauerhaft-umweltgerechte Entwicklung bedarf es in Grenzregionen verst\u00e4rkt binationaler Projekte, dies gilt auch f\u00fcr die Umweltbildung im deutsch-polnischen Grenzraum. Menschen mit Behinderungen sind eine bislang nur wenig beachtete Zielgruppe f\u00fcr Umweltbildungsaktivit\u00e4ten, und auch zu deutsch-polnischen Begegnungen haben sie nur in Ausnahmef\u00e4llen Zugang. 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