{"id":20891,"date":"2023-07-13T15:16:43","date_gmt":"2023-07-13T13:16:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/14178-04\/"},"modified":"2023-07-13T15:16:44","modified_gmt":"2023-07-13T13:16:44","slug":"14178-04","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/14178-04\/","title":{"rendered":"Verbund Bewachsene Bodenfilter: Erstmaliger gro\u00dftechnischer Einsatz Bewachsener Bodenfilter zur Behandlung von Kompostplatz-Sickerw\u00e4ssern anhand zweier Modellanlagen in Th\u00fcringen und Bayern"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Abw\u00e4sser von Kompostpl\u00e4tzen, meist abgelegen von einer zentralen Kl\u00e4ranlage liegend, sind oft nur sehr teuer zu entsorgen. Eine Alternative ist die Reinigung in Bewachsenen Bodenfiltern (BBF), die hier erstmals in dieser Verfahrenskombination im gro\u00dftechnischen Ma\u00dfstab an einer Modellanlage technisch optimiert und dokumentiert werden sollte. Dabei lag der Schwerpunkt auf der Optimierung der Anlagenkonzeption, bestehend aus dem Vorfeld der Kl\u00e4ranlage (d. h. im Kompostwerk), der Vorkl\u00e4rung, dem Bewachsenen Bodenfilter sowie evtl. erforderlicher Nachreinigungsstufen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenBau der Versuchsanlage, Versuche zu verschiedenen Vorkl\u00e4rverfahren (Absetzen, Hydrozyklon, Filtercontainer, Sequencing Batch Reactor (SBR)-Verfahren) im labor- und halbtechnischen Ma\u00dfstab, Optimierung der eingesetzten Verfahrenskombination (Vorkl\u00e4rung, Bewachsener Bodenfilter, evtl. Nachreinigung), regelm\u00e4\u00dfige Abwasseruntersuchungen, Untersuchung der maximalen Leistungsf\u00e4higkeit der Anlage, Zusammenstellung und Auswertung der vorhandenen Analysen (Abwasser, Filtermaterial), Betriebserfahrungen und Kostenaufstellungen; Vergleich mit anderen Verfahren, Berichterstellung.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>In diesem Projekt wurde beim Projektpartner WGV Recycling GmbH in Quarzbichl die Reinigung von Kompostplatzabwasser in<br \/>\nBewachsenen Bodenfiltern im Praxisma\u00dfstab untersucht. Das Kompostplatzabwasser ist im Vergleich zu kommunalem Abwasser st\u00e4rker belastet und es k\u00f6nnen starke Mengen- und Konzentrationsschwankungen auftreten. Die Eintragswege von Schmutzstoffen in das Abwasser sollten erfasst und kontrolliert werden, um Belastungsspitzen zu vermeiden. Es zeigte sich, dass vor allem bei der Bioabfallanlieferung eine hohe Abwasserbelastung entsteht, die durch Abtrennung und separate Entsorgung vermindert werden kann.<br \/>\nDer Absetzprozess hat sich in den Untersuchungen bei der Abtrennung von Feststoffen bew\u00e4hrt. Da der Gro\u00dfteil der Feststoffpartikel sehr klein ist, sollte eine ausreichende Aufenthaltszeit gew\u00e4hlt werden. Feststoffe im gesammelten Abwasser sollten m\u00f6glichst umgehend abgetrennt und schnell aus dem Abwassersystem entfernt werden, um L\u00f6sungen von Inhaltsstoffen aus dem Schlamm und Geruchsprobleme durch G\u00e4rprozesse zu vermeiden. Zur Feststoffentfernung haben sich Filtercontainer mit organischem Filtermaterial und der regelm\u00e4\u00dfige Schlammabzug aus einem SBR bew\u00e4hrt.<br \/>\nDie Bewachsenen Bodenfilter zeigten auch bei stark schwankender Belastung gute Ergebnisse. Beim Chemischen Sauerstoffbedarf (CSB) ergab sich auch bei Belastungen von \u00fcber 25 bis 50 g\/(m2xd) f\u00fcr die Gesamtfl\u00e4che keine Abnahme des Reinigungsgrads. Dabei wurden in den Sommermonaten bei Temperaturen gr\u00f6\u00dfer 12 \u00b0C im Mittel Wirkungsgrade von 86 % erreicht, in den Wintermonaten waren es im Mittel 71 %.<br \/>\nF\u00fcr Vertikalfilter mit sandigem Filtersubstrat wird bei alternierendem Betrieb und einer hydraulischen Be-lastung von 60 mm\/d als Auslegungsgr\u00f6\u00dfe eine maximale Fl\u00e4chenbelastung von 30 g\/(m2xd) im Winter und 50 g\/(m2xd) in den Sommermonaten empfohlen. Unter diesen Bedingungen hat sich w\u00e4hrend der Untersuchungszeit keine Kolmation eingestellt.<br \/>\nIn den Bodenfiltern erfolgte bei Temperaturen \u00fcber 5 \u00b0C eine fast vollst\u00e4ndige Nitrifikation. Durch Teilstromr\u00fcckf\u00fchrung in die Vorreinigung konnte mittels Denitrifikation eine verbesserte Gesamtstickstoff-Elimination erzielt werden. Der Phosphatr\u00fcckhalt zeigte eine jahreszeitliche Abh\u00e4ngigkeit. Da die Phosphataufnahme der Bodenfilter voraussichtlich zeitlich begrenzt ist, sollten Phosphateintr\u00e4ge durch Ma\u00dfnahmen im Vorfeld der Bewachsenen Bodenfilter so weit wie m\u00f6glich vermieden werden.<br \/>\nMit der aktivierten Vorkl\u00e4rung nach dem SBR-Verfahren wurde eine biologische Phosphat-Elimination erfolgreich eingesetzt. Diese M\u00f6glichkeit empfiehlt sich vorwiegend f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Anlagen, da mehr Technik und Betreuung erforderlich sind.<br \/>\nProblemstoffe, wie Schwermetalle und Halogenide, haben im Abwasser des untersuchten Kompostplatzes keine Bedeutung. Im Ablauf lagen die Konzentrationen von Schwermetallen an der Nachweisgrenze und die AOX-Gehalte (adsorbierbare organische Halogenverbindungen) bei 0,03 mg\/l. Eine relevante Anreicherung von Schadstoffen im Boden wurde nach zweieinhalb Betriebsjahren nicht beobachtet.<br \/>\nEin Kostenvergleich zeigt, dass die L\u00f6sung mit Bewachsenen Bodenfiltern in der momentanen Ausbaustufe \u00e4hnliche Kosten verursacht wie die vollst\u00e4ndige externe Entsorgung und wesentlich g\u00fcnstiger ist als eine \u00dcberdachung des Kompostplatzes. Bei aktivierter Vorkl\u00e4rung wurde ein h\u00f6herer Abwasserdurchsatz und damit eine Verminderung der Kosten erreicht. Mit einer Anpassung der Anlagensteuerung an die vorhandene Abwassermenge kann die in der Kl\u00e4ranlage behandelte Menge weiter optimiert werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>&#8211;\tProjektvorstellung bei der IFAT in M\u00fcnchen im Mai 1999 und beim Tag der offenen T\u00fcr der WGV in Quarzbichl im September 1999.<br \/>\n&#8211;\tProjektvorstellung beim Erfahrungsaustausch Pflanzenkl\u00e4ranlagen der Ingenieur-\u00d6kologischen Vereinigung (I\u00d6V) 1999, 2000, 2001.<br \/>\n&#8211;\tGeller, G., H\u00f6ner, G., Lindenblatt, C. (2001): Bewachsene Bodenfilter &#8211; M\u00f6glichkeiten und Grenzen. Vortr\u00e4ge in der Seminarreihe Abwasser- und Kl\u00e4rschlammbehandlung im l\u00e4ndlichen Raum. Bayerische Akademie L\u00e4ndlicher Raum, 3.\/10.\/24. Juli 2001.<br \/>\n&#8211;\tG. Geller (2001): Oberfl\u00e4chenwasserreinigung mit Bewachsenen Bodenfiltern. Vortrag bei den Internationalen Regenwassertagen der Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung (fbr), Mannheim 10.-14.9.2001.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Untersuchungen haben gezeigt, dass sich Bewachsene Bodenfilter aufgrund ihrer hohen und stabilen Reinigungsleistung zur Reinigung von Kompostplatzabw\u00e4ssern eignen. In Verbindung mit einer angepassten Vorkl\u00e4rung und einem Management der Zulauffrachten k\u00f6nnen Bewachsene Bodenfilter wirtschaftlich bei der Behandlung von Kompostplatzabwasser eingesetzt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Abw\u00e4sser von Kompostpl\u00e4tzen, meist abgelegen von einer zentralen Kl\u00e4ranlage liegend, sind oft nur sehr teuer zu entsorgen. Eine Alternative ist die Reinigung in Bewachsenen Bodenfiltern (BBF), die hier erstmals in dieser Verfahrenskombination im gro\u00dftechnischen Ma\u00dfstab an einer Modellanlage technisch optimiert und dokumentiert werden sollte. 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