{"id":20889,"date":"2023-07-13T15:16:43","date_gmt":"2023-07-13T13:16:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/14178-02\/"},"modified":"2023-07-13T15:16:44","modified_gmt":"2023-07-13T13:16:44","slug":"14178-02","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/14178-02\/","title":{"rendered":"Verbund Bewachsene Bodenfilter: Grenz\u00fcberschreitende Kommunalberatung und Kontaktb\u00f6rse zum Technologietransfer Bewachsene Bodenfilter nach Polen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die naturnahen und weitgehend technikfreien Abwasserbehandlungsverfahren, und hier insbesondere die Bewachsenen Bodenfilter, sind wirtschaftlich und \u00f6kologisch f\u00fcr eine Anwendung in den aufstrebenden osteurop\u00e4ischen Staaten interessant. Im Rahmen des von F &#038; N betreuten Projekts sollten Kontakte zu Kommunen in Polen hergestellt und eine erste Anwendungsberatung f\u00fcr Bewachsene Bodenfilter durchgef\u00fchrt werden. Ziel des Projekts war somit neben einer Markterkundung im grenznahen Bereich auch die Vorbereitung eines Technologietransfers der durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt im Rahmen des Verbunds gef\u00f6rderten Verfahren. F\u00fcr die Abwasserentsorgung im l\u00e4ndlichen Raum ist es geboten, umweltfreundliche, den Verh\u00e4ltnissen vor Ort angepasste und wirtschaftliche Verfahren wie die Verfahren der Bewachsenen Bodenfilter weiterzuentwickeln und zu f\u00f6rdern. Es sollte erkundet werden, ob hierzu Erfahrungen in Polen vorliegen und welche Bau- und Betriebshinweise unter Beachtung der regionalen Verh\u00e4ltnisse gegeben werden k\u00f6nnen. Im Rahmen dieses Projekts sollten die f\u00fcr sinnvolle Kooperationen wichtigen Randbedingungen und Denkweisen polnischer Kommunen und Unternehmen ermittelt werden, um deutschen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) (z. B. den Verbundpartnern) eine erfolgreiche Akquisition in Polen zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAntragsgem\u00e4\u00df wurde folgende Vorgehensweise verfolgt:<br \/>\n\u00b7\tKontaktaufnahme zu fachlich wichtigen Personen und Institutionen,<br \/>\n\u00b7\tPr\u00e4sentation des Verbundprojekts auf hierf\u00fcr geeigneten Veranstaltungen,<br \/>\n\u00b7\tErstellen eines Adressenverteilers,<br \/>\n\u00b7\tEinladung zu einem Fachseminar und Durchf\u00fchrung dieses Startseminars in Polen (grenznaher Bereich),<br \/>\n\u00b7\tExkursion zu Bodenfiltern in Polen,<br \/>\n\u00b7\tErstellung von Seminarunterlagen (polnisch),<br \/>\n\u00b7\tEinzelgespr\u00e4che mit Interessenten,<br \/>\n\u00b7\tErkundung von Finanzierungsm\u00f6glichkeiten in Polen,<br \/>\n\u00b7\tErkunden des polnischen Beitrags- und Geb\u00fchrenrechts und m\u00f6glicher Finanzierungskonzepte.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Projektbearbeitung war insgesamt fachlich erfolgreich und durch die regelm\u00e4\u00dfige Pr\u00e4senz in Polen sehr intensiv. Folgende Ergebnisse wurden erzielt:<br \/>\n1.\tIn der Startphase wurden Infomaterialien in polnischer Sprache erstellt, ein Kick-off-Seminar in Danzig durchgef\u00fchrt und Pr\u00e4sentationen auf verschiedenen deutsch-polnischen Veranstaltungen vorgetragen.<br \/>\nIm Ergebnis ist festzuhalten, dass das Interesse an Bodenfilteranlagen in Polen sehr gro\u00df und eine Kontaktaufnahme mit Gemeinden, Ingenieurb\u00fcros und Bildungseinrichtungen angenehm und einfach ist.<br \/>\n2.\tEs wurde regelm\u00e4\u00dfig nach Besichtigungsm\u00f6glichkeiten von Referenzanlagen gefragt und diese teilweise auch eingefordert.<br \/>\n3.\tPlanungsablauf, Ausschreibungsmodalit\u00e4ten und Finanzierungswege haben sich w\u00e4hrend der Projektlaufzeit mehrfach ge\u00e4ndert. Dies f\u00fchrte zu gro\u00dfen Unsicherheiten bei Auftraggebern, Genehmigungsbeh\u00f6rden und Annehmern. Inzwischen sind die Finanzierungswege gefestigt, ein neues Kommunalabgabengesetz verabschiedet und eine Angleichung an EU-Umweltstandards erfolgt. Durch die Reformen, insbesondere im Jahr 2001, hat die Rechts- und Investitionssicherheit deutlich zugenommen.<br \/>\n4.\tNachdem Planungsablauf, Ausschreibungsmodalit\u00e4ten und auch Marktchancen im gew\u00e4hlten Aktionsraum (Pommern) klarer erkannt waren, konnten die ersten Projektplanungen erarbeitet werden. Es wurden sieben Feasibility-Studien bzw. f\u00fcnf konkrete Vorplanungen erstellt. In einer Gemeinde wurden zus\u00e4tzlich Messungen der Abwassermengen und Konzentrationen durchgef\u00fchrt. Weiterhin sind noch zus\u00e4tzliche Planungen f\u00fcr zwei Gewerbebetriebe (Fruchtsaftbetrieb und Brennerei) in Bearbeitung. Eine kleine Anlage befindet sich noch im Bau. (Der Bau konnte wegen pl\u00f6tzlichen starken Wintereinbruchs nicht abgeschlossen werden.)<br \/>\n5.\tMit der Firma Unitherm ist ein zuverl\u00e4ssiger Partner im Gro\u00dfraum Gdansk (Danzig) gefunden worden, was die Chancen f\u00fcr einen langfristig erfolgreichen Technologietransfer erh\u00f6ht. F\u00fcr die wissenschaftliche Betreuung konnte die TU Gdansk gewonnen werden, was f\u00fcr die Begutachtung von Projektplanungen sehr wichtig ist. Es besteht nach wie vor in Polen ein gro\u00dfes Interesse an Kooperationen mit deutschen Unternehmen und Institutionen, so dass trotz der teilweise nur indirekten Kommunikationsm\u00f6glichkeiten gute Chancen f\u00fcr einen Technologietransfer und die Realisierung einiger Bodenfilteranlagen gesehen werden.<br \/>\n6.\tDie finanzielle Situation in den Gemeinden erfordert immer eine entsprechende Beratung dieser Gemeinden, die wegen der sprachlichen Barrieren und der Anzahl der hierf\u00fcr notwendigen Beh\u00f6rdentermine nur eingeschr\u00e4nkt geleistet werden konnte und auch in Abstimmung mit der DBU eingeschr\u00e4nkt wurde. Hier ist das Engagement der polnischen Seite zwingend erforderlich. Auch die weitere Unterst\u00fctzung durch die Vertreterin der Deutschen Bundesstiftung Umwelt vor Ort in Polen war hierbei hilfreich.<br \/>\nBeim Bau von Bodenfiltern k\u00f6nnen sehr g\u00fcnstige Jahreskosten erreicht werden (geringe Bau- und Betriebskosten). Daher ist das Interesse auch sehr gro\u00df. Bezogen auf die Kaufkraft der Einwohner ist die finanzielle Belastung durch Abwasserbehandlungskosten mit Bodenfiltern jedoch immer noch dreimal h\u00f6her als in Deutschland. Die Zahlungsbereitschaft der Einwohner ist sehr gering und die Erwartungshaltung an Staat und ausl\u00e4ndische Investoren entsprechend hoch.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Als Informationsmaterialien &#8211; auch in polnischer Sprache &#8211; wurden erstellt:<br \/>\n\u00b7\tPr\u00e4sentationsstand,<br \/>\n\u00b7\tFaltblatt \u00fcber Bewachsene Bodenfilter,<br \/>\n\u00b7\tInfobl\u00e4tter \u00fcber das DBU-Projekt,<br \/>\n\u00b7\tInfobl\u00e4tter \u00fcber F &#038; N Umweltconsult,<br \/>\nDie Materialien wurden f\u00fcr verschiedenste Veranstaltungen in Polen bzw. internationale Seminare verwendet. Die Ver\u00f6ffentlichung eines Fachaufsatzes ist in Vorbereitung.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>1.\tDer \u00f6kologische Bedarf an Gew\u00e4sserschutzinvestitionen ist in Polen sehr hoch, ein Markt auch f\u00fcr kleinere Anlagen vorhanden. In der Ingenieurberatung ist jedoch stets eine Beratung hinsichtlich:<br \/>\n\u00b7\tTechnik und Verfahrensweisen,<br \/>\n\u00b7\tAntragstellung bei Genehmigungsbeh\u00f6rden,<br \/>\n\u00b7\tF\u00f6rdermittelakquisition,<br \/>\n\u00b7\tImprovisationsbereitschaft bei Bau und Betrieb und<br \/>\n\u00b7\tsonstige investitionsf\u00f6rdernde Aktivit\u00e4t erforderlich.<br \/>\n2.\tTrotz intensiver Pr\u00e4senz und Beratung in Polen konnte im Projektzeitraum nur eine kleine Anlage gebaut werden. Ein Agieren in Polen erfordert nach wie vor einen langen Atem und ein entsprechendes wirtschaftliches Durchhalteverm\u00f6gen.<br \/>\n3.\tPolen ist in den n\u00e4chsten Jahren ein gewaltiger Wachstumsmarkt, auch im Umweltbereich. F\u00fcr ausl\u00e4ndische KMU ist dieser Markt jedoch nur durch Beteiligung an polnischen Unternehmen bzw. Joint-Ventures erschlie\u00dfbar. Die westlichen Gewinnvorstellungen werden noch lange unerf\u00fcllbar bleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die naturnahen und weitgehend technikfreien Abwasserbehandlungsverfahren, und hier insbesondere die Bewachsenen Bodenfilter, sind wirtschaftlich und \u00f6kologisch f\u00fcr eine Anwendung in den aufstrebenden osteurop\u00e4ischen Staaten interessant. Im Rahmen des von F &#038; N betreuten Projekts sollten Kontakte zu Kommunen in Polen hergestellt und eine erste Anwendungsberatung f\u00fcr Bewachsene Bodenfilter durchgef\u00fchrt werden. 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