{"id":20885,"date":"2024-11-27T10:34:47","date_gmt":"2024-11-27T09:34:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/14652-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:34:49","modified_gmt":"2024-11-27T09:34:49","slug":"14652-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/14652-01\/","title":{"rendered":"Reduzierung des Heizenergiebedarfs von Wohngeb\u00e4uden und der Emissionen treibhausrelevanter Gase durch Einsatz von Kalksand-Spezialbaustoffen zur Vermeidung von W\u00e4rmebr\u00fccken im Mauerwerksbau"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der j\u00e4hrliche Energieverbrauch in der Bundesrepublik Deutschland f\u00fcr den Sektor Raumw\u00e4rme betr\u00e4gt immer noch ca. 30% vom j\u00e4hrlichen Gesamtenergieverbrauch. F\u00fcr die Kalksandsteinindustrie besteht die M\u00f6glichkeit, einen Beitrag zur Energieeinsparung durch Vermeidung von erh\u00f6hten W\u00e4rmestr\u00f6men \u00fcber W\u00e4rmebr\u00fccken zu leisten. Nicht immer sind rein konstruktive Detaill\u00f6sungen ausreichend, um die Auswirkung von W\u00e4rmebr\u00fccken zu minimieren. Bei allen Detailpunkten ist der Einsatz von Mauersteinen mit einer niedrigen W\u00e4rmeleitf\u00e4higkeit und gleichzeitig einer hohen Steindruckfestigkeit sinnvoll. Mit dem Forschungsvorhaben soll zum einen der Einfluss umweltfreundlicher, verf\u00fcgbarer und technisch einwandfreier Leichtzuschl\u00e4ge f\u00fcr die Herstellung von Kalksand-Leichtsteinen systematisch und detailliert untersucht werden. Hauptziel dieses Projektes ist es, Mauersteine mit einer hohen Normdruckfestigkeit bei gleichzeitig niedriger W\u00e4rmeleitf\u00e4higkeit sicher herzustellen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Durchf\u00fchrung des Forschungsvorhabens umfasst die Herstellung und Untersuchung von Kalksandstein-Laborpr\u00fcfk\u00f6rpern mit geringer W\u00e4rmeleitf\u00e4higkeit und hoher Festigkeit unter definierten Bedingungen. Als Leichtzuschlagstoffe sollen Bl\u00e4hton und Bimssand eingesetzt werden. Unter Ansatz verschiedener Rezepturen und Herstellbedingungen werden Kalksandstein-Pr\u00fcfk\u00f6rper im Labor hergestellt und hinsichtlich folgender genormter und anderer wichtiger Eigenschaftswerte unter baustofftechnischen Ge-sichtspunkten untersucht:<br \/>\n\u00b7\tSteindruckfestigkeit,<br \/>\n\u00b7\tSteinrohdichte,<br \/>\n\u00b7\tSteinbiegezugfestigkeit,<br \/>\n\u00b7\tFrostwiderstandsf\u00e4higkeit,<br \/>\n\u00b7\tW\u00e4rmeleitf\u00e4higkeit,<br \/>\n\u00b7\tSorptionsverhalten, innere Oberfl\u00e4che, Bezugsfeuchtegehalt,<br \/>\n\u00b7\tPorenradienverteilung mittels Druckporosimetrie,<br \/>\n\u00b7\tWasseraufnahme,Mineralogische Analyse durch das Institut f\u00fcr Mineralogie der Universit\u00e4t Hannover.<br \/>\nUm den Optimalbereich der gew\u00fcnschten Eigenschaften zu erzielen, werden die o. g. Herstellparameter nacheinander stufenweise variiert. Es ist geplant, insgesamt 60 Serien KS-Leichtsteine unterschiedlicher Herstellparameter &#8211; hergestellt im Labor und anschlie\u00dfend unter Praxisbedingungen im KS-Werk Wemding &#8211; zu untersuchen. Das Arbeitsprogramm hat folgenden Ablauf:<br \/>\n1.\tBeschaffung der Rohstoffe,<br \/>\n2.\tLabortechnische Ermittlung der Eigenschaften der ausgew\u00e4hlten Rohstoffe,<br \/>\n3.\tHerstellung von Laborpr\u00fcfk\u00f6rpern unter Variation der Rohstoffe und der Herstellbedingungen,<br \/>\n4.\tUntersuchung der Laborpr\u00fcfk\u00f6rper unter baustofftechnischen Gesichtspunkten (physikalische, chemische und mineralogische Analyse),<br \/>\n5.\tAuswertung der Untersuchungsergebnisse, Ermittlung des Optimums der g\u00fcnstigen Eigenschaftskombinationen,<br \/>\n6.\tHerstellung von Kalksand-Leichtsteinen in einem KS-Werk.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Untersuchungsergebnisse zeigen eindeutig, dass die Herstellung von Kalksand-Leichtsteinen f\u00fcr KS-Hintermauerwerk bei Verwendung der ausgew\u00e4hlten Leichtzuschl\u00e4ge und unter Anwendung der Kalksandstein-Technologie m\u00f6glich ist. Ein wesentliches Ergebnis besteht darin, dass die Kalksand-Leichtsteine gleichzeitig die erw\u00fcnschte, geringe W\u00e4rmeleitf\u00e4higkeit und eine hohe Steindruckfestigkeit aufweisen. Die Anforderungen der DIN 106-1 sind eingehalten. Die Anwendung der im Rahmen dieser Untersuchungen ermittelten Grundlagenerkenntnisse auf die Produktionsbedingungen in Kalksandsteinwerken ist in jedem Einzellfall unter Ber\u00fccksichtigung werksspezifischer Gegebenheiten durch eingehende Voruntersuchungen im Kalksandsteinwerk und im Labor zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Forschungsergebnisse werden in den Bereichen Kalksandsteintechnologie und Kalktechnologie als Bericht zur Verf\u00fcgung gestellt. Sie werden in KS-Fachbrosch\u00fcren ver\u00f6ffentlicht und auf Seminaren und Tagungen vorgestellt. Ein besonderer Umsetzungsschwerpunkt sind die veranstalteten Meisterseminare zur Produktionstechnik f\u00fcr Betriebsleiter und Meister der Kalksandsteinwerke, die im zeitlichen Abstand von drei Jahren gemeinsam von den Verb\u00e4nden der Kalk- und der Kalksandstein-Industrie ausgerichtet werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Hauptergebnisse sind im Folgenden zusammenfassend aufgef\u00fchrt:<br \/>\n\u00b7\tDie Herstellung solider Kalksand-Leichsteine mit einer hohen Steindruckfestigkeit und einer geringen W\u00e4rmeleitf\u00e4higkeit ist unter Verwendung verschiedener Leichtzuschl\u00e4ge und unter Beachtung spezifischer Herstellparameter technisch m\u00f6glich.<br \/>\n\u00b7\tUnter Verwendung von Bims werden Steindruckfestigkeiten von bis zu rd. 12 N\/mm\u00b2 erreicht. Bei Einsatz von Bl\u00e4htonsanden werden in mehreren F\u00e4llen Steindruckfestigkeiten von bis zu rd. 30 N\/mm2 erzielt.<br \/>\n\u00b7\tZwischen den einzelnen Bl\u00e4htonsorten sind bez\u00fcglich der angestrebten Forschungsziele keine gravierenden Unterschiede erkennbar. Bei den Bl\u00e4htonsanden haben sich bez\u00fcglich der Steindruck-festigkeit als Haupteinflussgr\u00f6\u00dfen die CaO-Dosis und die Korngr\u00f6\u00dfenverteilung herausgestellt.<br \/>\n\u00b7\tBez\u00fcglich der Steindruckfestigkeit liegt die optimale CaO-Dosis bei 12 M.-%.<br \/>\n\u00b7\tBei der feinsten Kornfraktion (0\/0,5 mm) werden die h\u00f6chsten Steindruckfestigkeiten von bis \u00fcber 30 N\/mm2 festgestellt. Die bisher vorliegenden Ergebnisse weisen auf eine Zunahme der Steindruckfestigkeit bei hohem Pressdruck und abnehmender Korngr\u00f6\u00dfe hin.<br \/>\n\u00b7\tIn Abh\u00e4ngigkeit von der Steinrohdichte (1,0 bis 1,2 kg\/m3) werden Messwerte der W\u00e4rmeleitf\u00e4higkeit in einer Bandbreite von rd. ? 10,tr = 0,22 bis 0,32 W\/(mK) festgestellt.<br \/>\n\u00b7\tInsgesamt ist f\u00fcr die Bl\u00e4htonsande festzuhalten, dass die Beziehungen zwischen der Korngr\u00f6\u00dfenverteilung, dem Pressdruck und der Steindruckfestigkeit noch tiefergehend untersucht werden sollten.<br \/>\n\u00b7\tDie Laborerkenntnisse sind durch die Werksversuche eindeutig best\u00e4tigt worden.<br \/>\n\u00b7\tMit anschlie\u00dfenden Projekten sollten weitere m\u00f6gliche Leichtzuschl\u00e4ge untersucht werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der j\u00e4hrliche Energieverbrauch in der Bundesrepublik Deutschland f\u00fcr den Sektor Raumw\u00e4rme betr\u00e4gt immer noch ca. 30% vom j\u00e4hrlichen Gesamtenergieverbrauch. 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