{"id":20879,"date":"2023-07-13T15:17:00","date_gmt":"2023-07-13T13:17:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/14570-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:17:02","modified_gmt":"2023-07-13T13:17:02","slug":"14570-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/14570-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung einer Vorrichtung zur Minderung von Geruchsemissionen beim Betrieb von \u00f6ffentlichen Abwasserkan\u00e4len"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Geruchsemissionen beim Betrieb \u00f6ffentlicher Abwasserkan\u00e4le belasten Anwohner, Passanten wie Betriebspersonal. Des Weiteren verursachen Korrosionsvorg\u00e4nge in den Kan\u00e4len erhebliche wirtschaftliche Sch\u00e4den. Ziel des Projektes war daher die Erprobung von M\u00f6glichkeiten, die den Bildungsprozess von Schwefelwasserstoff und daraus folgende Korrosionen verhindern oder verringern. Urspr\u00fcnglich lag der Schwerpunkt bei der Bearbeitung des Projektes auf dem Einsatz von Biofiltern. Das Problem des Geruchs und der Korrosion ist jedoch so vielschichtig, dass es eine Ideal- oder Universall\u00f6sung nicht geben kann. Daher wurden &#8211; je nach Ausgangssituation &#8211; verschiedene Varianten untersucht. An erster Stelle wurde eine neue Filtertechnik f\u00fcr Kanalsysteme, wie atmungsaktive Adsorber in den Sch\u00e4chten,  entwickelt und erprobt. Erfolgreich getestet wurden auch Zus\u00e4tze f\u00fcr das Abwasser im Kanalsystem, wie zum Beispiel Eisenhydroxidschlamm als Abprodukte aus der Trinkwasseraufbereitung. Weiterhin wurden M\u00f6glichkeiten zu baulichen Ver\u00e4nderungen und zur Betriebsf\u00fchrung der Abwasserableitungsanlagen un-tersucht.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZur Entwicklung neuer Filtertechnik wurde nach Vorauswahl des Materials vor allem pelletierter Eisenhydroxidschlamm (EHS) aus der Trinkwasseraufbereitung in verschiedenen Versuchsreihen praxisnah getestet. Dabei standen die Reduzierung der H2S-Emmission und der dabei auftretende Filterwiderstand sowie m\u00f6glichst geringe Behinderung des Luftzutritts in den Schacht im Vordergrund der Untersuchungen<br \/>\n1.\tDosierung von Abprodukten aus der Trinkwasseraufbereitung<br \/>\nIn mehrw\u00f6chigen Praxisversuchen wurde die Dosierung von unaufbereitetem Eisenhydroxidschlamm (EHS) und Pellets in H2S-belastete Abwasserkan\u00e4le untersucht. Durch Ermittlung der Abwassermengen, der Schwefelwasserstoffbelastungen der Kan\u00e4le, der Dosiermengen des EHS und dessen Konzentration wurden st\u00f6chiometrische Grundwerte ermittelt. Zum Vergleich wurden auch andere Chemikalien zum Einsatz gebracht.<br \/>\n2.\tBauliche Ver\u00e4nderungen<br \/>\nErste Ideen zur baulichen Ver\u00e4nderung bestehender Anlagen wurden z. B. durch konstruktive Ver\u00e4nderungen der Be- und Entl\u00fcftung von Sch\u00e4chten im Laborversuch getestet.<br \/>\n3.\tErarbeitung von L\u00f6sungen<br \/>\nUm die komplexe Problemerfassung und die Erarbeitung von L\u00f6sungen f\u00fcr die Betreiber zu vereinfachen, wurde begleitend zu allen Versuchen ein erster Entwurf f\u00fcr computergest\u00fctzte Datenerfassung und -auswertung erarbeitet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der Einsatz von pelletiertem Eisenhydroxidschlamm als Filtermaterial hat bei den durchgef\u00fchrten Versuchen zu guten Ergebnissen gef\u00fchrt.<br \/>\nEinerseits ist dieses Filtermaterial deutlich atmungsaktiver als die bisher im Einsatz befindlichen Biofiltermaterialien und f\u00fchrt somit nicht im gleichen Ma\u00dfe zur weiteren Erh\u00f6hung der Aggressivit\u00e4t der Kanalatmosph\u00e4re.<br \/>\nAndererseits weisen die bisherigen Versuchsergebnisse auf eine Standzeit von mehr als einem Jahr hin, was jedoch in dem derzeitig noch laufenden Praxisversuch genauer ermittelt werden muss.<br \/>\nUnter Ber\u00fccksichtigung der geringen Herstellungskosten d\u00fcrfte damit eine wirtschaftlichere Alternative zu den bisherigen Produkten zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<p>Die Versuche mit der direkten Dosierung von Eisenhydroxidschlamm aus der Trinkwasseraufbereitung in H2S-belastete Kan\u00e4le haben die bereits bekannte positive Wirkung best\u00e4tigt. Durch Ermittlung st\u00f6chiometrischer Grundwerte wurde dar\u00fcber hinaus erfolgreich versucht, eine gesteuerte, abwassermengenabh\u00e4ngige Dosierung zu installieren. Damit k\u00f6nnen bei g\u00fcnstiger \u00f6rtlicher Lage die Filtersp\u00fclabw\u00e4sser der Trinkwasseraufbereitung in Regionen mit eisenhaltigem Grundwasser direkt in die Kan\u00e4le eingeleitet und betriebswirtschaftlich sinnvoll dosiert werden. Alternativ wurde die Zugabe von pelletiertem Eisenhydroxidschlamm im Vergleich zu markt\u00fcblichen Chemikalien untersucht und festgestellt, dass dies in vielen F\u00e4llen bei gleicher Wirkung kosteng\u00fcnstiger sein kann.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus wurde durch die Untersuchung von Problembereichen in Abwasserentsorgungssystemen festgestellt, dass durch schlecht funktionierende Be- und Entl\u00fcftungsanlagen und falsch dimensionierte Druckleitungen die Probleme Geruch und Korrosion noch verst\u00e4rkt werden. Erste Ideen zur Beseitigung dieser M\u00e4ngel &#8211; wie z. B. die Konstruktion anderer Be- und Entl\u00fcftungseinrichtungen f\u00fcr Sch\u00e4chte &#8211; wur-den in Laborversuchen erfolgreich getestet, bed\u00fcrfen jedoch zur praktischen Verwertbarkeit weiterer Untersuchungen. Das trifft auch f\u00fcr im Durchmesser ver\u00e4nderliche Inliner f\u00fcr Druckleitungen oder sielhaut-verhindernde Rohrbeschichtungen zu.<br \/>\nEine wichtige Erkenntnis ist die Tatsache, dass nur standortabh\u00e4ngige komplexe L\u00f6sungen dauerhaft Erfolg versprechend sein k\u00f6nnen und es deshalb in jedem Problembereich einer eingehenden fachlich fun-dierten Voruntersuchung bedarf, in deren Ergebnis die verschiedenen L\u00f6sungsbausteine vorgeschlagen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>4\tWassersymposium Geruch und Korrosion in Entw\u00e4sserungsnetzen der Fachhochschule Lausitz im April 2002 mit Tagungsband<br \/>\n4\tZwischenbericht vom 20. Mai 2003 wurde an alle mitwirkenden Zweckverb\u00e4nde verteilt<br \/>\n4\tAbschlussbericht wird ebenfalls an die mitwirkenden Zweckverb\u00e4nde verteilt<br \/>\n4\tFachartikel in der Fachpresse ist geplant.<\/p>\n<p>Zum Projekt liegen des Weiteren:<br \/>\n4\tdie Brosch\u00fcre des Wassersymposiums Geruch und Korrosion in Entw\u00e4sserungsnetzen des Studiengangs Bauingenieurwesen der Fachhochschule Lausitz (Band 9\/ 2002),<br \/>\n4\tder Zwischenbericht der RSC Rohrbau und Sanierung GmbH vom 02. Juni 2003 sowie<br \/>\n4\tder ausf\u00fchrliche Abschlussbericht vom 08. April 2004 vor.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Im Projekt wurde eine funktionell bessere und wirtschaftlichere Alternative zu den derzeitig verf\u00fcgbaren Biofiltern f\u00fcr Abwassersch\u00e4chte konnte erfolgreich entwickelt.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus gibt es weitere, teilweise bereits praxiserprobte L\u00f6sungsans\u00e4tze zur Vermeidung\/ Verminderung der korrosiven Belastung von Kanalsystemen und geruchlichen Beeintr\u00e4chtigungen von deren Umgebungen.<br \/>\nUnter der Voraussetzung, dass die Nutzungszeit des neuen Filtermaterials im Gro\u00dfversuch dem durchgef\u00fchrten Laborversuch entspricht, kann man davon ausgehen, dass eine Kosteneinsparung gegen\u00fcber den derzeitig auf dem Markt befindlichen Filtern in H\u00f6he von 30 bis 40% erreicht werden kann. Beim Ein-satz von Eisenhydroxidschlamm-Produkten f\u00fcr die direkte Dosierung in Abwassersystemen werden ge-gen\u00fcber handels\u00fcblichen Produkten Kosteneinsparungen gr\u00f6\u00dfer 50% erreicht<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Geruchsemissionen beim Betrieb \u00f6ffentlicher Abwasserkan\u00e4le belasten Anwohner, Passanten wie Betriebspersonal. Des Weiteren verursachen Korrosionsvorg\u00e4nge in den Kan\u00e4len erhebliche wirtschaftliche Sch\u00e4den. Ziel des Projektes war daher die Erprobung von M\u00f6glichkeiten, die den Bildungsprozess von Schwefelwasserstoff und daraus folgende Korrosionen verhindern oder verringern. 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