{"id":20878,"date":"2024-11-27T10:34:47","date_gmt":"2024-11-27T09:34:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/14606-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:34:48","modified_gmt":"2024-11-27T09:34:48","slug":"14606-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/14606-01\/","title":{"rendered":"Potentialerhebung zu den M\u00f6glichkeiten der Nutzung ehemaliger Trinkwasseranlagen im voralpinen Raum zur Wasserkraftnutzung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In der Vergangenheit mussten viele Gemeinden im alpinen Raum wegen einer nicht gesicherten Trinkwasserqualit\u00e4t die Versorgung aus gefassten Bergquellen aufgeben. Bei bestimmten Voraussetzungen kann eine Nutzung der Einrichtungen f\u00fcr Wasserkraft nach dem Beispiel der Pilotanlage Wallgau erfolgen.Mit dem Vorhaben werden vorhandene Quellwasserentnahmen einschlie\u00dflich der zugeh\u00f6rigen Leitungssysteme ehemaliger Versorgungseinrichtungen f\u00fcr Trinkwasser im alpinen Raum hinsichtlich der Eignung f\u00fcr eine Wasserkraftnutzung untersucht und ausgewertet. Durch die Untersuchung wird eine Informationsgrundlage f\u00fcr eine erneuerbare und wirtschaftliche Energieerzeugung geschaffen, die an die Kommunen mit dem Ziel weitergegeben wird, bei entsprechender Eignung Wasserkraftanlagen zu errichten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Vorhabensinhalte beziehen sich auf die Bestandserfassung, Klassifizierung und technische Beschreibung der Systeme mit Bewertung wirtschaftlicher und \u00f6kologischer Aspekte.<br \/>\nIm Einzelnen ist zun\u00e4chst eine Grundlagenermittlung f\u00fcr eine anlagenspezifische Turbinen- und Steuerungstechnik geplant. Im Rahmen der Untersuchungsvorbereitung erfolgt eine Kontaktaufnahme mit den zust\u00e4ndigen Wasserwirtschafts\u00e4mtern f\u00fcr eine Vorauswahl. Die Hauptaufgabe der Untersuchung besteht in der Bestandsaufnahme vor Ort mit einer detaillierten Datenermittlung. Die Auswertung beinhaltet neben einer Aussage \u00fcber die energetische Nutzbarkeit auch eine technische und wirtschaftliche Bewertung, wobei auf eventuelle \u00f6kologische Auswirkungen hingewiesen wird. Die Darstellung und Verbreitung der Projektergebnisse mit Handlungsempfehlungen an die Kommunen werden vom Bayerischen Staatsministerium f\u00fcr Wirtschaft mitfinanziert.<br \/>\nDurch diesen umfangreichen Informationswert wird den Gemeinden eine wichtige Entscheidungshilfe f\u00fcr die Realisierung von Kleinwasserkraftanlagen gegeben, mit der zugleich eine kommunale Vorbildfunktion im Sinne der energie-, umwelt-, und klimapolitischen Herausforderungen verwirklicht werden kann.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Untersuchungsgebiet (voralpiner Raum Deutschlands) verf\u00fcgen ca. 80 % der Kommunen \u00fcber Trinkwasserversorgungsanlagen, die durch gefasste Bergquellen gespeist wurden und zum Teil noch werden.<br \/>\nDas unter Mitbenutzung vorhandener Einrichtungen realisierbare Potenzial zur Stromerzeugung betr\u00e4gt im Untersuchungsgebiet 290 kW. Die damit erzeugbare Jahresarbeit betr\u00e4gt 1,8 Mio. KWh\/a. Dies entspricht in etwa dem Strombedarf von 400 Vier-Personen-Haushalten.<br \/>\nDas realisierbare Potenzial dieses Anlagentyps wurde in der Vorbereitungsphase des Forschungsvorhabens \u00fcbersch\u00e4tzt. Grund hierf\u00fcr ist eine Voruntersuchung im Landkreis Garmisch-Partenkirchen, die eine starke Konzentration von Potenzialen aufweist. Es zeigte sich, dass regionale Untersuchungsergebnisse nur bedingt auf andere Regionen \u00fcbertragbar sind.Mit den erarbeiteten Untersuchungsergebnissen konnte eine Planungsgrundlage f\u00fcr eine Nutzung vorhandener Ressourcen durch eine umweltvertr\u00e4gliche Erzeugung regenerativer Energie mit hoher Wirtschaftlichkeit erstellt werden. Es besteht somit die M\u00f6glichkeit, ein wichtiges Element einer auf nachhaltige Entwicklung ausgerichteten Energieversorgung ohne nennenswerte \u00f6kologische Auswirkungen zu realisieren.<br \/>\nHierbei konnten insgesamt 14 Anlagen mit einer Jahreserzeugung von 1,8 Mio. kWh zur Umsetzung empfohlen werden. Durch die Weitergabe der Untersuchungsergebnisse an die Betreiber geeigneter Trinkwasseranlagen ist eine konkrete Entscheidungshilfe und die M\u00f6glichkeit einer z\u00fcgigen Umsetzung der Wasserkraftanlage gegeben.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Durch die Datenerhebung vor Ort und dem damit verbundenen Kontakt zu den Gemeinden und Wasserwerken war \u00fcber den gesamten Projektzeitraum bereits eine direkte Einbindung der Zielgruppe gegeben. Durch die Weitergabe der Untersuchungsergebnisse in Form einer Handlungsempfehlung erhielten die Betreiber der Trinkwasserversorgungsanlagen einen hohen Informationswert mit konkreten Entscheidungshilfen.Im Zuge der Erteilung der Handlungsempfehlung an die Gemeinden erfolgte zumeist auch eine z\u00fcgige Information der Gemeindegremien und der \u00d6ffentlichkeit \u00fcber die lokale Presse sowie kommunale Gremien des Agenda-21-Prozesses.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Bei dem beschriebenen Kraftwerkstyp handelt es sich zweifelsfrei um eine Nischenanwendung, die \u00fcber ein begrenztes Potenzial verf\u00fcgt.<br \/>\nDennoch scheint es auf Grund der hohen Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Umweltvertr\u00e4glichkeit dieses Kraftwerkstyps w\u00fcnschenswert, die bestehenden Potenziale zu einem m\u00f6glichst hohen Grad zu erschlie\u00dfen. Zudem rechtfertigt die energetische Nutzung den f\u00fcr eine Trinkwassernotversorgung ohnehin n\u00f6tigen Unterhaltsaufwand.<br \/>\nDas bisherige Untersuchungsgebiet beschr\u00e4nkte sich auf alpine und voralpine Regionen im S\u00fcden Bayerns. Geeignete Anlagen sind m\u00f6glicherweise auch im Bayerischen Wald und den Mittelgebirgen zu erwarten. Eine Beurteilung der Eignung bed\u00fcrfte auch hier einer Begutachtung im Einzelfall. Die Weitergabe der Ergebnisse an die Betreiber der Anlagen in Form einer Handlungsempfehlung hat sich bew\u00e4hrt und empfiehlt sich deshalb auch f\u00fcr weitere Untersuchungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In der Vergangenheit mussten viele Gemeinden im alpinen Raum wegen einer nicht gesicherten Trinkwasserqualit\u00e4t die Versorgung aus gefassten Bergquellen aufgeben. 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