{"id":20847,"date":"2024-11-27T10:34:47","date_gmt":"2024-11-27T09:34:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/14529-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:34:48","modified_gmt":"2024-11-27T09:34:48","slug":"14529-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/14529-01\/","title":{"rendered":"Neubau der Wasserkraftanlage Volk"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Um den Ausbau der Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit zu erm\u00f6glichen, hat die Wasserkraft Volk AG seine beiden bisherigen Firmenstandorte zusammengelegt und in den Bau eines neuen Werkes investiert. Hierf\u00fcr wurde ein 7.000 m\u00b2 gro\u00dfes Grundst\u00fcck in der Gemeinde Bleibach direkt am Flie\u00dfgew\u00e4sser Elz\/Schwarzwald erworben. In der Endausbaustufe war vorgesehen, am Beispiel des geplanten Neubaus erstmals eine vollst\u00e4ndig CO2-freie Energieversorgung einer Schwermaschinenfabrik zu demonstrieren. Dies soll u. a. mittels folgender Teilsysteme erreicht werden:<br \/>\n&#8211;\teiner Wasserkraftanlage;<br \/>\n&#8211;\teinem Biomasse-Heizkraftwerk;<br \/>\n&#8211;\tund einem Energie-Management-System.<br \/>\nGegenstand des beantragten Vorhabens war der Bau einer Wasserkraftanlage. Diese Anlage soll zur Energieversorgung des Produktionsbetriebes dienen. Weiter sollen an der Anlage F+E-Vorhaben zur Optimierung der eigenen Produkte sowie Schulungen und Vorf\u00fchrungen durchgef\u00fchrt werden.<br \/>\nDie wesentlichen technischen Daten der Wasserkraftanlage lassen sich wie folgt zusammenfassen:<br \/>\n&#8211;\tinstallierte elektrische Leistungen: 250 kW;<br \/>\n&#8211;\tAusbau Wassermenge: 3,3 m\u00b3\/s;<br \/>\n&#8211;\tFallh\u00f6he: 11,5 m;<br \/>\n&#8211;\tRestwassermenge: 0,81 m\u00b3\/s entsprechend 1,5 MNQ;<br \/>\n&#8211;\tNettojahresenergieerzeugung: 1,4 Mio. kWh;<br \/>\n&#8211;\tAusleitungsstrecke: ca. 1.800 m.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZiel des beantragten Vorhabens ist die Demonstration, dass die Wasserkraftnutzung auch an einem aus Naturschutzsicht wertvoll eingestuften Flie\u00dfgew\u00e4sser m\u00f6glich ist. Da die Elz, der das Wasser zum Betrieb der Anlage entnommen werden soll, eine der noch vielf\u00e4ltig und gut strukturierten Oberrheinzufl\u00fcsse in Baden-W\u00fcrttemberg darstellt, soll der geplante Anlagenbau h\u00f6chsten Anforderungen an die Umweltvertr\u00e4glichkeit gerecht werden. In Zusammenarbeit und Einvernehmen mit den zust\u00e4ndigen Genehmigungsbeh\u00f6rden wurde daher ein entsprechendes Konzept erarbeitet, welches deutlich \u00fcber die sonst \u00fcblichen Forderungen an eine Wasserkraftnutzung hinausgeht. Die wesentlichen Elemente dieses Konzepts lassen sich wie folgt zusammenfassen:<br \/>\n&#8211;\tgesicherter Mindestabfluss der Elz 1,5 MNQ (\u00fcblich: 1\/3 bzw. 0,5 MNQ);<br \/>\n&#8211;\tSicherstellung der Flie\u00dfgew\u00e4sserdurchg\u00e4ngigkeit in der gesamten Ausleitungsstrecke sowie am eigentlichen Stauwehr;<br \/>\n&#8211;\tAusf\u00fchrung der Wasserfassung und des Wehres in einer f\u00fcr die Region typischen Bauform;<br \/>\n&#8211;\tEinsatz einer Positivschwelle zur Gew\u00e4hrleistung der erforderlichen Wasserf\u00fchrung \u00fcber den Fischaufstieg am Wehr;<br \/>\n&#8211;\tEinsatz eines Geschiebefangs, um die nat\u00fcrliche Geschiebef\u00fchrung der Elz zu gew\u00e4hrleisten;<br \/>\n&#8211;\tBepflanzungsma\u00dfnahmen im Bereich der Ausleitungsstrecke und des Stauraums mit geeigneten, standorttypischen Pflanzen zur Beschattung der Gew\u00e4sserabschnitte.<br \/>\nDie Umsetzung der o. g. Einzelma\u00dfnahmen ist Gegenstand des von der DBU gef\u00f6rderten Vorhabens. Die Auswirkungen der Wasserkraftnutzung auf das betroffene Flie\u00dfgew\u00e4sser sollen durch ein mehrj\u00e4hriges \u00f6kologisches Begleitvorhaben erfasst und untersucht werden (vgl. DBU-F\u00f6rderprojekt Az 16534).<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die gesamte Bauphase war detailliert unter Vermeidung gro\u00dfer \u00f6kologischer St\u00f6rungen geplant und durchgef\u00fchrt worden. So wurde ein seit Jahrhunderten bestehender Steindamm zur Wasserfassung f\u00fcr die Wasserkraftanlage hydraulisch optimiert. Dieser und zwei Wehre, die der Wiesenbew\u00e4sserung dienen, wurden mit Fischrampen versehen. Zur Sicherstellung einer ausreichenden Wassermenge bei Niedrigwasser wurden in flachen Gew\u00e4sserbereichen in die Gew\u00e4ssersohle hochwassersicher eingelassene Mulden geschaffen.<br \/>\nWeiterhin wurde durch Einbau eines Leerschusses eine M\u00f6glichkeit der Geschiebeabfuhr geschaffen. In diesem Kanal sammelt sich bei Pegeln bis 4 m3\/s das Geschiebe und wird bei Pegeln ab 4 m3\/s zeitweise durch \u00d6ffnen durchgeschleust. Ab 15 m3\/s bleibt der Leerschuss kontinuierlich ge\u00f6ffnet. Alle Bauma\u00dfnahmen wurden so geplant und ausgef\u00fchrt, dass nur schwache Belegung durch Geschiebe erfolgen kann.<br \/>\nDie Gew\u00e4sserdurchg\u00e4ngigkeit f\u00fcr Fische konnte durch den Einbau von Fischtreppen grunds\u00e4tzlich wieder hergestellt werden. Eine Best\u00e4tigung dieser Einsch\u00e4tzung wird erst in einigen Jahren nachvollziehbar sein. Jedoch wurden alle \u00f6kologischen Aspekte beim Bau von Wasserfassung und Umbau der bestehenden Wehre ber\u00fccksichtigt, um eine f\u00fcr Fische, v. a. Lachse, notwendige Durchg\u00e4ngigkeit zu erreichen. Mit zwei Studien wird die Entwicklung von Flora und Fauna in den kommenden Jahren \u00fcberwacht.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die gesamte Anlage wurde so konstruiert und gebaut, dass auch Besuchern ein Einblick in Kraftwerksanlagen und Wehranlagen erm\u00f6glicht ist. Mehrere Fernsehsender und Tageszeitungen haben \u00fcber unser Projekt ausf\u00fchrlich berichtet. Des Weiteren wird im Prospektmaterial und unserem Internetauftritt auf die Bauma\u00dfnahmen verwiesen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Nach dem Stand der begleitenden Studien ist die Wiederherstellung der Fisch-Durchg\u00e4ngigkeit sehr zufriedenstellend. Auch die Integration der Wasserfassung in die Landschaft durch Nutzen eines bestehenden Wehres wurde gut gel\u00f6st und bedeutet nur eine geringe Ver\u00e4nderung der bestehenden Verh\u00e4ltnisse. Die Langzeitwirkung kann momentan mit positiven Vorzeichen prognostiziert werden und wird aller Voraussicht nach durch die Studien belegt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Um den Ausbau der Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit zu erm\u00f6glichen, hat die Wasserkraft Volk AG seine beiden bisherigen Firmenstandorte zusammengelegt und in den Bau eines neuen Werkes investiert. Hierf\u00fcr wurde ein 7.000 m\u00b2 gro\u00dfes Grundst\u00fcck in der Gemeinde Bleibach direkt am Flie\u00dfgew\u00e4sser Elz\/Schwarzwald erworben. 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