{"id":20803,"date":"2023-07-13T15:16:51","date_gmt":"2023-07-13T13:16:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/14402-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:16:55","modified_gmt":"2023-07-13T13:16:55","slug":"14402-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/14402-01\/","title":{"rendered":"Wiederherstellung der Flie\u00dfgew\u00e4sserdurchg\u00e4ngigkeit am Wehr der Hammerm\u00fchle in Wolkenburg\/Sachsen &#8211; Demonstrationsvorhaben"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Durch den Betrieb der Hammerm\u00fchle Wolkenburg und die Ausleitung des Wassers der Zwickauer Mulde am Wehr der M\u00fchle ist die Durchg\u00e4ngigkeit des Abschnitts f\u00fcr die potenziell vorkommende Aquafauna nicht mehr gegeben. Das Vorhaben soll die Flie\u00dfgew\u00e4sserdurchg\u00e4ngigkeit am Standort f\u00fcr die potenzielle Aquafauna (geplante Wiederansiedlung des Lachses im Muldesystem inbegriffen) unter den f\u00fcr diesen Standort gegebenen wasserrechtlichen, hydrologischen und gew\u00e4sserspezifischen Bedingungen einer Mindestwassermenge von 1,5 m3\/s einschlie\u00dflich der funktionsf\u00e4higen Fischaufstiegsanlage mit 1,0 m3\/s wieder herstellen. Vorgesehen ist ferner, dass der geplante Fischaufstieg als Rauhgerinne-Beckenpass so errichtet wird, dass eine hydraulische \u00dcberlastung bei Erreichen des maximalen Stauziels nicht eintritt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden1.\tEinreichung der Planunterlagen zum Fischaufstieg (FAA) per 30. April 1999. Fischereibiologische Ist-Zustandsanalyse der Ausleitungsstrecke der Wasserkraftanlage sowie des Abschnittes Wehr Thier-bach bis Stra\u00dfenbr\u00fccke Wolkenburg mittels Elektrobefischung &#8211; 1.Termin 18. Mai 1999, 2. Termin nach Abschluss der Funktionspr\u00fcfung. Nach Genehmigung &#8211; Schaffung der Baufreiheit am Standort der FAA, Errichtung der FAA nach den geplanten Parametern.<br \/>\n2.\tFunktionspr\u00fcfung der FAA mittels vorgesetzter Reuse \u00fcber einen Zeitraum von 60 &#8211; 80 Tagen nach den im DVWK-Merkblatt  Fischaufstiegsanlagen beschriebenen Regeln.<br \/>\n3.\tAufnahme der Gew\u00e4sserstrukturg\u00fcte sowie der Makrozoobenthosbesiedelung der Ausleitungsstrecke. Aufnahme von Querprofilen mit Wasserspiegellagen in der Ausleitungsstrecke bei differenzierten Abfl\u00fcssen. Aufnahme von einem L\u00e4ngsprofil der Ausleitungsstrecke mit Wasserspiegellage bei Mindestwasserabgabe inklusive der Messung der sohlnahen Str\u00f6mungsgeschwindigkeit in der Ausleitungsstrecke in ausgew\u00e4hlten Querprofilen bei differenzierten Abfl\u00fcssen und Mindestwasserabgaben. Bewertung der Befunde und Ergebnisse.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Infolge der versp\u00e4teten Genehmigung des Vorhabens konnte der Baubeginn erst im Juni 2000 erfolgen. Vor Beginn der Bauarbeiten erfolgte nochmals eine Entnahme von Makrozoobenthon (2 Probenahmestellen Juni 2000) in der Ausleitungsstrecke sowie die Aufnahme von 9 Querprofilen mit Wasserspiegellage im Querprofil und im L\u00e4ngsprofil der Ausleitungsstrecke.<br \/>\nAus einem nahegelegenen Steinbruch wurden f\u00fcr den Einbau der Querriegel rund 39 t gro\u00dfe Steine (Kantenl\u00e4nge 0,90 bis 1,45 m, Durchmesser 0,6 bis 1,2 m) vor Ort aussortiert und zur Baustelle transportiert. Der Einbau der St\u00f6rsteine nach den Projektunterlagen erfolgte so, dass bei oberem Stauziel plus \u00dcberspiegelung keine hydraulische \u00dcberlastung der FAA eintritt. Dazu war es notwendig, die o.a. gro\u00dfen schlanken St\u00f6rsteine von bis zu 1,45 m einzubauen und vor Ort mit Beton auf der Sohle zu sichern. In die einzelnen Becken wurde zwischen punktuell fixierten Steinen eine Sohlsubstratschicht eingebracht. Das Sohlgef\u00e4lle zwischen den Querriegeln ist vor dem ersten Probelauf mittels Nivellier nochmals \u00fcberpr\u00fcft und geringf\u00fcgig korrigiert worden. Am 20. September 2000 wurde der erste Probelauf mit der Aufnahme der Dotation und der Bestimmung von Flie\u00dfgeschwindigkeiten in den Querriegel\u00f6ffnungen durchgef\u00fchrt. Eine geringf\u00fcgige Korrektur an einem Querriegel war noch notwendig. Insgesamt wurden in der FAA 15 m3 Beton und 39 t St\u00f6rsteine verbaut.<br \/>\nIm Anschluss an diese Arbeiten erfolgte vor Ort die Wiederherstellung eines ordnungsgem\u00e4\u00dfen Zustandes der Au\u00dfenanlage, die weitere Bruchsteinverblendung der rechten Wehrwange, der Vorsatz eines Schwemmgutabweisers vor dem Ausstieg der FAA, das Anbringen eines Holzgel\u00e4nders zur allgemeinen Sicherheit von Besuchern um die FAA, R\u00fcckbau der Baustra\u00dfe in der Zwickauer Mulde.<br \/>\nDie errichtete Fischaufstiegsanlage am Wehr der Hammerm\u00fchle Wolkenburg (arbeitendes technisches Denkmal mit S\u00e4gewerk und M\u00fchle) als Rauhgerinne-Beckenpass weist die folgenden Parameter auf:<br \/>\nGesamtl\u00e4nge 34 m, durchschnittliche Breite der Becken 4,5 m, 12 Querriegel mit einem Dh von 18 cm, 11 Becken mit einer durchschnittlichen L\u00e4nge von 3,0 m, die Summe der Querriegel\u00f6ffnungen betr\u00e4gt 1,04 m, Dotation lt. durchgef\u00fchrter Messung rund 965 l\/s bei genehmigtem Betriebsstauziel. Die Fischaufstiegsanlage f\u00fcgt sich in der hier errichteten Form sehr gut in das Gel\u00e4nde und die Landschaft ein. Mit dem Einstieg zur FAA in unmittelbarer N\u00e4he zum Wehrfu\u00df und der Einm\u00fcndung in den bis zu 4 m tiefen Wehrkolk wird eine der wesentlichsten Bedingungen zum Auffinden der FAA gew\u00e4hrleistet.<br \/>\nEine Funktionspr\u00fcfung im Fr\u00fchjahr 2001 best\u00e4tigt die Funktionsf\u00e4higkeit des Fischaufstiegs im Hinblick auf die derzeit potenziell vorkommende Fischfauna. Mit der Dotation der FAA und der Abgabe von 500 l\/s \u00fcber die Wehranlage wird die Ausleitungsstrecke der Zwickauer Mulde zu ca. 80 % der Gew\u00e4sserbreite benetzt. Nachfolgende Untersuchungen sollen die \u00f6kologische Funktionsf\u00e4higkeit von Ausleitungsstrecke und Fischaufstieg sicherstellen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Hammerm\u00fchle Wolkenburg als arbeitendes technisches Denkmal erfreut sich eines sehr gro\u00dfen Besucherzustroms besonders in den Monaten April bis Oktober mit Schaus\u00e4gen, Besichtigungen etc. Das Tal der Zwickauer Mulde mit seinen Sehensw\u00fcrdigkeiten und der naturr\u00e4umlichen Gliederung ist Anziehungspunkt f\u00fcr sehr viele Wanderer. An der Schautafel der M\u00fchle wurde ein Plakat zur geplanten Bau-ma\u00dfnahme angebracht. Der gesamte Bauablauf sowie die ab 20. September 2000 in Funktion genommene Fischaufstiegsanlage fanden eine recht hohe Aufmerksamkeit bei Anwohnern und Besuchern. Jetzt ist ein sehr reger Besucherzustrom besonders an den Wochenenden zu verzeichnen. Das Bauwerk wird von allen Besuchern als gelungen angesehen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit dem Bau der Fischaufstiegsanlage am Wehr der Hammerm\u00fchle Wolkenburg konnte die L\u00e4ngsdurchg\u00e4ngigkeit der Zwickauer Mulde an diesem Standort mit einem Rauhgerinne-Beckenpass wieder hergestellt werden. Das Bauwerk f\u00fcgt sich sehr harmonisch in die Landschaft des Flusstales ein. Mit der freiwilligen Abgabe von 1.500 l\/s Mindestwasser, davon anteilig rund 1.000 l\/s \u00fcber die FAA, wird 80 % der Gew\u00e4sserbreite der Zwickauer Mulde benetzt. Die get\u00e4tigten Aufwendungen tragen dazu bei, das Image der Wasserkraftnutzung in einem touristisch stark frequentierten Gebiet zu verbessern. Die Fischaufstiegsanlage findet ein sehr breites Interesse bei den Besuchern und Wanderern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Durch den Betrieb der Hammerm\u00fchle Wolkenburg und die Ausleitung des Wassers der Zwickauer Mulde am Wehr der M\u00fchle ist die Durchg\u00e4ngigkeit des Abschnitts f\u00fcr die potenziell vorkommende Aquafauna nicht mehr gegeben. 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