{"id":20781,"date":"2023-07-13T15:16:51","date_gmt":"2023-07-13T13:16:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/14359-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:16:54","modified_gmt":"2023-07-13T13:16:54","slug":"14359-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/14359-01\/","title":{"rendered":"Modellhafte Demonstration einer Umkehrosmoseanlage f\u00fcr die Wasserkreislauff\u00fchrung in der Keramikindustrie zur Verwendung des gereinigten Waschwassers als Anmachwasser f\u00fcr die keramischen Massen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das gereinigte keramische Waschwasser wurde bisher nach mehrmaligem Waschgebrauch in die Kanalisation zur Kl\u00e4ranlage abgeleitet.Ziel des Projektes war es, mittels einer Umkehrosmose-Anlage (UO) das Waschwasser soweit im CSB-Wert zu senken, dass eine Verwendung als Anmachwasser in der keramischen Masse problemlos m\u00f6glich wurde. Dadurch w\u00fcrden j\u00e4hrlich rund 10.000 m\u00b3 Wasser eingespart und die im Abwasser enthaltenen Schwermetalle in den keramischen Fu\u00dfbodenplatten gebunden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden1.\tNach der Installation der UO-Anlage mit Beh\u00e4ltern, Pumpen und Rohrleitungen wurde zun\u00e4chst der Ablauf mit Frischwasser bis zur Produktionssicherheit getestet.<br \/>\n2.\tIm Versuchsbetrieb wurden unter Prozessdaten\u00fcberwachung chargenm\u00e4\u00dfige Permeate f\u00fcr Testzwecke hergestellt.<br \/>\n3.\tEs folgte die kontinuierliche Permeat-Erzeugung mit der UO-Anlage, bis das Beh\u00e4ltersystem gef\u00fcllt war und der Betrieb der Anlage einwandfrei funktionierte.<br \/>\n4.\tIm Spaltplatten-Bereich wurden rund 4 &#8211; 5 Massevers\u00e4tze mit Permeat angemacht und in den Produktionsstufen: Presse, Trockner, Glasierlinie, Brennofen und Sortierung hinsichtlich Problemen und Ergebnissen verfolgt und ausgewertet.<br \/>\n5.\tDanach folgte eine Steigerung der Anzahl der Massevers\u00e4tze bis zur vollen Produktion mit Permeat.<br \/>\n6.\tAnschlie\u00dfend wurden die Permeat-Versuche im Schnellbrand aufgenommen und wie im Spaltplatten-Bereich (Punkt 4 und 5) zur vollen Produktion mit Permeat gef\u00fchrt.<br \/>\n7.\tW\u00e4hrend des gesamten Einfahrens der UO-Anlage wurden alle n\u00f6tigen physikalischen Daten ermittelt und vor allem die Anreicherung des CSB-Wertes im Retentat sowie dessen Abbau bzw. Einpendeln auf h\u00f6heres Niveau im Reinigungswasser verfolgt. Es war denkbar, dass verschiedene Schritte abge\u00e4ndert oder mehrmals durchlaufen werden mussten, bis ein zufrieden stellendes Ergebnis erreicht war.<br \/>\n8.\tZum Schluss erfolgte eine Analyse der Ergebnisse hinsichtlich Umweltverbesserung und Wirtschaftlichkeit der UO-Anlage.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Qualit\u00e4t des Permeates\/ CSB-Reduzierung:<br \/>\nBeim einmaligen Durchlauf des Reinwassers mit einem CSB-Wert von 2.000 &#8211; 3.600 mg\/l konnte der Wert von 20 &#8211; 200 mg\/l erreicht werden. Eine Abh\u00e4ngigkeit der Eingangsgr\u00f6\u00dfe zur Ausgangsgr\u00f6\u00dfe war nicht erkennbar. Bis zum CSB-Wert von 350 mg\/l zeigten sich in der Keramik keine Nachteile.<br \/>\nFunktion der UO-Anlage:<br \/>\nZu Beginn wurden kleine Nachbesserungen durchgef\u00fchrt. Danach funktionierte die UO-Anlage.Versorgung der Produktion:Hier gab es keine Probleme. Auch der wechselweise Betrieb mit Frischwasser oder Permeat verlief st\u00f6rungsfrei.<br \/>\nAufkonzentrierung durch das Konzentrat:<br \/>\nDas Konzentrat lief zur\u00fcck in das Schmutzwasser-Sammelsystem und durchlief entweder nur die normale Wasseraufbereitung, oder mit dem abgesetzten Schlamm auch noch die Filterpresse. Ein Aufschaukeln des CSB-Wertes im System und vor allem im Reinwasser konnte nicht festgestellt werden.<br \/>\nKapazit\u00e4t der Anlage:<br \/>\nZu Beginn des Betriebes erf\u00fcllte die Anlage die geforderten 4 m\u00b3\/h. Somit h\u00e4tte eine Reserve vorhanden sein k\u00f6nnen. Durch Verblockungen und Fouling setzte sich die Anlage jedoch zu und die ben\u00f6tigte Kapazit\u00e4t reichte sp\u00e4ter nicht mehr aus.<br \/>\nRegeneration der Anlage:<br \/>\nDie Regenerationsarbeiten mit den verschiedenen Mitteln ergaben keine R\u00fcckf\u00fchrung auf die ben\u00f6tigten 4 m\u00b3\/h. Nur ein Auswechseln der Module brachte wieder die Ausgangskapazit\u00e4t. Auch die dann ausgew\u00e4hlten LF-Module brachten auf Dauer nicht die ben\u00f6tigte Kapazit\u00e4t.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u00dcber die UO-Anlage wurden folgende Firmen informiert.<br \/>\nFa: Engers Keramik, Neuwied-Engers<br \/>\nFa. Bay Keramik, Ransbach-Baumbach<br \/>\nFa. Interbau, Ransbach-Baumbach<br \/>\nFa. Blink Keramik, Ransbach-Baumbach<br \/>\nIndustrie- und Handelskammer Koblenz, Herr Liebeskind (Umweltexperte)<br \/>\nHerr Dr. Koenmann, LfW, MainzFGK, H\u00f6hr-Grenzhausen, Frau Knodt, Herr Dr. Diedel<br \/>\nHerr Dr. Probst, V&#038;B<br \/>\nDie genannten Firmen sowie Damen und Herren nahmen an Besichtigungen und Informationen \u00fcber die UO-Anlage teil.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Umkehrosmoseanlage (UO) erwies sich bez\u00fcglich ihrer Reinigungsleistung als gut geeignet, den CSB-Gehalt des Wassers nach der Flockung soweit zu reduzieren, dass keinerlei negative Auswirkungen auf die keramischen Eigenschaften der Bodenfliesen durch die Verwendung des Permeates als Anmachwasser zu verzeichnen war. Das Wasser konnte in der Keramikproduktion der Firma Korzilius problemlos eingesetzt werden. Leider erwies sich die Standzeit der Membranen zur Abwasseraufbereitung und Permeaterzeugung als nicht lang genug. Dadurch konnte ein wirtschaftlicher Betrieb der UO-Anlage nicht erreicht werden. Die Bildung eines Biofilms auf den Mikrofiltrationsmodulen m\u00fcsste durch Entwicklung geeigneter Sp\u00fclverfahren und eventuell Einsatz alternativer Modulmaterialien ausgeschlossen werden k\u00f6nnen. Nach Ansicht der Firma Korzilius muss die weitere Entwicklung der Membranen in der Zukunft beobachtet werden, um bessere Materialien und Reinigungstechniken zu finden. Vor einer gro\u00dftechnischen Umsetzung m\u00fcsste schrittweise eine Optimierung der gesamten Anlagenkonzeption &#8211; angefangen von der Optimierung der Flockungssteuerung \u00fcber gezielte Versuche zum Zusetzen der Module mit Siebdruckmedium und Flockungsmittel bis hin zur Entfernung des Biofilms mittels UV-Licht oder Zusatz von H2O2 vorgenommen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das gereinigte keramische Waschwasser wurde bisher nach mehrmaligem Waschgebrauch in die Kanalisation zur Kl\u00e4ranlage abgeleitet.Ziel des Projektes war es, mittels einer Umkehrosmose-Anlage (UO) das Waschwasser soweit im CSB-Wert zu senken, dass eine Verwendung als Anmachwasser in der keramischen Masse problemlos m\u00f6glich wurde. 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