{"id":20749,"date":"2023-07-13T15:16:47","date_gmt":"2023-07-13T13:16:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/14258-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:16:48","modified_gmt":"2023-07-13T13:16:48","slug":"14258-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/14258-01\/","title":{"rendered":"Zukunftsf\u00e4higes Salem"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Zukunftsf\u00e4higes Salem verbindet Architektur und P\u00e4dagogik zu einem Umweltbildungskonzept unter dem Oberbegriff der Nachhaltigen Entwicklung. Die Oberstufe der privaten Internatsschule Schlo\u00df Salem wird durch einen Neubau zum Salem College erweitert. Beim Neubau werden in starkem Ma\u00dfe \u00f6kologische Kriterien ber\u00fccksichtigt und die Voraussetzungen geschaffen, um die eigene Lebensweise in \u00f6kologischer Hinsicht zu reflektieren. Dadurch soll Umwelterziehung in den Alltag integriert und auf positive Lebensentw\u00fcrfe ausgerichtet werden: \u00d6kologisches Leben und Lernen in einer Internatsschule.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDer Neubau des Salem College erfolgt nach dem preisgekr\u00f6nten Entwurf des Architekturb\u00fcros Lederer, Ragnarsdottir, Oei. In einem \u00d6kologiekreis berieten eine Gruppe von p\u00e4dagogischen Mitarbeitern der Schule Schlo\u00df Salem mit Architekten und Fachingenieuren, wie die architektonischen und technischen Voraussetzungen des Umwelterziehungskonzeptes Zukunftsf\u00e4higes Salem geschaffen werden k\u00f6nnen. Das Ergebnis liegt in einer sogenannten Machbarkeitsstudie vor (gef\u00f6rdert durch die DBU Az. 07423). Bausteine des Konzepts sind u. a. Niedrigenergiestandard der Geb\u00e4ude, Fernw\u00e4rmeversorgung aus einem Hackschnitzelheizwerk, Instrumentierung zur abschnittsweisen Erfassung des Verbrauchs von Ressourcen, Experimentalinstallationen zu erneuerbaren Energieformen etc.<br \/>\nIn der Bauphase (Herbst 1998 bis Sommer 2000) erfolgt nun die Realisierung der beschlossenen Ma\u00dfnahmen. Gleichzeitig beginnt die Vorbereitung der Schule auf die Inbetriebnahme der neuen Geb\u00e4ude. Dies geschieht sowohl im Unterricht als auch in internatlichen Aktivit\u00e4ten.<br \/>\nMit dem Bezug des College wird es m\u00f6glich sein, in vielf\u00e4ltigen Aktivit\u00e4ten die Umwelterziehung zum selbstverst\u00e4ndlichen Bestandteil des Miteinander-Lebens zu machen. Nicht der erhobene Zeigefinger steht im Vordergrund, sondern die Erarbeitung zukunftsf\u00e4higer Konzepte und ihre Erprobung in sozialen Gruppen.<br \/>\nDie Erfahrungen des Zukunftsf\u00e4higen Salem werden dokumentiert und stehen somit als Modell allen Schulen und p\u00e4dagogischen Einrichtungen zur Verf\u00fcgung, die ihr Profil im Umweltbereich st\u00e4rken wollen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der Bau des Salem College wurde zum Schuljahresbeginn 2000\/2001 abgeschlossen. Die ersten 96 Kollegiaten bezogen die neuen R\u00e4ume im September 2000. Neben den dort wohnenden Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern werden die R\u00e4ume auch von den \u00fcbrigen, im alten Bau Spetzgart untergebrachten Kollegiaten genutzt. Damit konnte auch die p\u00e4dagogische Arbeit beginnen. Diese erfolgte im College in dreierlei Weise:<br \/>\n1.\tdurch die Reflektion der Lebensumwelt, wie sie von den Kollegiaten erlebt wird. Hier spielen die verschiedenen baulichen Besonderheiten eine Rolle, die zu diesem Zweck installiert wurden: die Regenwassernutzungsanlage, die Darstellung der Kenndaten auf Displays in jedem Wohngeb\u00e4ude, die Besonderheiten jeder Wohnschlange, die Experimentieranlagen zur Solarenergie, die bauliche Anmutung der im Niedrigenergiestandard errichteten Geb\u00e4ude usw. Unterst\u00fctzt wird diese Reflektion durch 8 Brosch\u00fcren, die verschiedene Aspekte der Nachhaltigkeit ansprechend darstellen und nach und nach jedem Kollegiaten zur Kenntnis gebracht werden.<br \/>\n2.\tdurch einen eigens eingerichteten Technologiedienst, dessen Aufgabe es ist, die technischen Anlagen zu beobachten, Messreihen durchzuf\u00fchren, Experimente zu initiieren etc. Als ein Beispiel seien verschiedene Stromsparwettbewerbe genannt. Dieser Dienst hat \u00fcber einen Zentralcomputer Zugang zur gesamten technischen Ausstattung (je nach zur Verf\u00fcgung gestelltem Passwort mit oder ohne Eingriffsm\u00f6glichkeiten) und den dort anfallenden Daten. Der eigentliche Umweltdienst unterst\u00fctzt diese Arbeit.<br \/>\n3.\tdurch Thematisierung im Unterricht. Hier ist neben dem naturwissenschaftlichen Unterricht in erster Linie der Seminarkurs zu nennen. Dabei handelt es sich um eine projekt- und teamorientierte Unterrichtsform, in der nicht nur Inhalte, sondern vor allem auch methodische und soziale Kompetenzen (Schl\u00fcsselqualifikationen) ge\u00fcbt werden sollen. In diesem Kurs wurde der Neubau des Salem College, vor allem unter Nachhaltigkeitsaspekten, thematisiert.<br \/>\nEs zeigt sich, dass das Konzept, Nachhaltigkeit nicht nur per Unterweisung, sondern vor allem durch Erfahrung zu vermitteln, Fr\u00fcchte tr\u00e4gt. Nat\u00fcrlich bildet das Konzept keinen N\u00fcrnberger-Nachhaltigkeitstrichter, der die m\u00fchsame p\u00e4dagogische Kleinarbeit erspart. Aber es zeigt sich, dass die Kollegiaten durch das Miterleben von nachhaltigem Umgang mit Ressourcen dies verinnerlichen. Ein Indikator f\u00fcr die P\u00e4dagogen ist die Darstellung, die die Nachhaltigkeitsaspekte durch Sch\u00fcler erfahren, wenn diese G\u00e4ste durch das Gel\u00e4nde f\u00fchren. Da dies h\u00e4ufig geschieht, k\u00f6nnen wir uns hier ein gutes Bild machen. Hier wird deutlich, dass viele Sch\u00fcler auf hohem Niveau die technischen Installation erkl\u00e4ren und deren Sinn darstellen k\u00f6nnen. Insofern zahlt sich das Vorhaben bereits aus.<br \/>\nDas Projekt wurde in den ersten beiden Jahren durch eine Doktorandin begleitet, die ihre Dissertation im Fach P\u00e4dagogik \u00fcber Erziehung zur Nachhaltigkeit am Beispiel des Salem College schreibt. Diese empirisch angelegte Untersuchung erfolgte durch mehrere Vollerfassungen per Fragebogen und durch intensive Gruppengespr\u00e4che sowie teilnehmende Beobachtungen. Die Ergebnisse liegen derzeit aber noch nicht vor.<br \/>\nNeben der Kollegstufe umfasst Salem auch die Unterstufe (Hohenfels) und die Mittelstufe (Schloss Salem). Auch hier wurde in unterschiedlicher Weise die Erziehung zur Nachhaltigkeit vorangetrieben. Ein Teil der p\u00e4dagogischen Mittel wurde in diese Stufen investiert, um Nachhaltigkeitsaspekte z. B. durch Untersuchung verschiedener landwirtschaftlicher Anbaumethoden, durch Wasserprojekte, durch den Umweltdienst und einen neugegr\u00fcndeten Fahrraddienst (Thema Mobilit\u00e4t) in Salem sowie durch die \u00d6kologie-Exkursionen in der 11. Klasse zu thematisieren.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>&#8211;\teine gro\u00dfe Zahl von Besuchern und Besuchergruppen aus dem p\u00e4dagogischen und nicht-p\u00e4dagogischen Bereich;<br \/>\n&#8211;\tviele Ver\u00f6ffentlichungen \u00fcber das Salem-College in diversen Medien;<br \/>\n&#8211;\tPr\u00e4sentationen innerhalb und au\u00dferhalb der Schul\u00f6ffentlichkeit z. B. bei der Mainau-Tagung f\u00fch-render Umweltp\u00e4dagogen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Es zeigt sich, dass die Konzeption des Projekts Zukunftsf\u00e4higes Salem, n\u00e4mlich die Verbindung von Architektur und P\u00e4dagogik zur Nachhaltigkeitserziehung tragf\u00e4hig ist. Nachhaltigkeit kann im Alltag erfahrbar gemacht werden, wenn der heimliche Lehrplan der Architektur genutzt wird, um in die richtige Richtung zu wirken und nicht kontr\u00e4r zu den Inhalten im Unterricht zu wirken. Bei allen Unzul\u00e4nglichkeiten wird hier modellhaft demonstriert, wie Leben und Lernen in einer Internatsschule zu nachhaltigem Lernen f\u00fchren kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Zukunftsf\u00e4higes Salem verbindet Architektur und P\u00e4dagogik zu einem Umweltbildungskonzept unter dem Oberbegriff der Nachhaltigen Entwicklung. Die Oberstufe der privaten Internatsschule Schlo\u00df Salem wird durch einen Neubau zum Salem College erweitert. 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