{"id":20748,"date":"2024-11-27T10:34:43","date_gmt":"2024-11-27T09:34:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/14256-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:34:44","modified_gmt":"2024-11-27T09:34:44","slug":"14256-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/14256-01\/","title":{"rendered":"Bedingungen institutionaler Stabilisierung lokaler Agenda 21-Prozesse"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Angesichts der nachlassenden Mobilisierungskraft lokaler Agenda-Prozesse war es Ziel des Vorhabens, zu kl\u00e4ren, unter welchen Bedingungen eine dauerhafte Stabilisierung lokaler Agenda-Prozesse m\u00f6glich ist, welche Faktoren diese Stabilisierung beg\u00fcnstigen bzw. behindern und welche Strategien und Instrumente sich als geeignet erweisen, die bestehenden Hemmnisse zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUm entsprechende Aufschl\u00fcsse zu erhalten, wurden drei vergleichende Fallstudien in Kommunen unterschiedlicher Gr\u00f6\u00dfenordnung und Problemlagen (Bremen, M\u00fcnchen, Herzogenaurach) durchgef\u00fchrt sowie erg\u00e4nzend die speziellen Stabilisierungsprobleme ostdeutscher Agenda-Prozesse untersucht. Die Fallstudien bestanden aus einer Kontextanalyse, einer Rekonstruktion der bisherigen Entwicklung der lokalen Agenda, ihrer Bewertung anhand von neun Stabilisierungskriterien sowie der Ausarbeitung von Stabilisierungsempfehlungen, die intensiv mit den lokalen Agenda-Akteuren diskutiert wurden. Anhand dieser Fallerfahrungen sowie der in anderen Studien erhobenen Befunde wurden dann generelle Schlussfolgerungen und Empfehlungen erarbeitet. Methodisch st\u00fctzt sich die Studie auf Daten- und Textanalysen, auf Interviews und Experten-Workshops.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>1. Ein wesentliches Ergebnis der Studie ist die Kl\u00e4rung konzeptioneller Fragen: Was soll \u00fcberhaupt stabilisiert werden? Was sind die Besonderheiten der LA 21 als lokaler Politikprozess? Welche Kriterien dienen zur Bewertung der Entwicklungspfade und Stabilisierungschancen lokaler Agenda-Prozesse? Was sind die Voraussetzungen institutioneller Stabilisierung? &#8211; Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Lokale Agenda als mobilisierendes Netzwerk zu verstehen ist, das mittels breiter Partizipation, kommunikativer Vernetzung und dialogisch-kooperativer Verfahren lokale Nachhaltigkeit zu f\u00f6rdern versucht, zu diesem Zweck aber der expliziten politischen Legitimation bedarf. Es wurden neun Stabilisierungskriterien dieses speziellen Politikprozesses herausgearbeitet: 1. Politische Einbindung &#038; Relevanz, 2. Thematische Integration, 3. Vernetzung gesellschaftlicher Akteursgruppen, 4. Effizientes Prozessmanagement, 5. Aufkl\u00e4rung &#038; Popularisierung, 6. Partizipation, 7. Regionale &#038; \u00fcberregionale Vernetzung, 8. Nachhaltigkeits-Controlling, 9. Unterst\u00fctzende politische Rahmenbedingungen.<br \/>\n2. Der Vergleich der Fallstudien zeigt, dass die lokalen Kontextbedingungen die Chancenstruktur der lokalen Agenda stark pr\u00e4gen. Geeignete Stabilisierungspfade k\u00f6nnen deshalb immer nur unter Bezug auf den jeweiligen lokalen Kontext entwickelt werden, es gibt nicht den (modellhaften) Stabilisierungspfad.<br \/>\n3. Der Vergleich zeigt weiter, dass die Stabilisierung der lokalen Agenda davon abh\u00e4ngt, ob es gelingt, die inhaltliche und die prozedurale Seite des lokalen Nachhaltigkeitsprozesses systematisch mit-einander zu verkn\u00fcpfen.<br \/>\n4. Durch die Erarbeitung eines generellen Schemas an Stabilisierungsbedingungen, typischen Hemmnissen und Stabilisierungsinstrumenten stellt die Studie einen Werkzeugkasten zur Verf\u00fcgung, der von Agenda-Akteuren genutzt werden kann, um Schwachstellen des lokalen Agenda-Prozesses zu identifizieren und geeignete Verfahren der Stabilisierung zu entwickeln. Ein besonderes Augenmerk wird dar\u00fcber hinaus auf die Verkn\u00fcpfung der Verwaltungsmodernisierung mit der Lokalen Agenda gelegt. 5. Angesichts der generellen Erm\u00fcdungserscheinungen stellt sich die Frage, wie es weiter geht. Drei Szenarien der zuk\u00fcnftigen Rolle von Agenda-Prozessen im Rahmen einer nachhaltigen Gemeinde- oder Stadtentwicklung lassen sich unterscheiden: (a) Lokale Agenda als Motor und Transmissionsriemen nachhaltiger Stadtentwicklung, (b) Lokale Agenda als Netzwerk lokaler Nachhaltigkeitsprojekte und (c) Lokale Agenda als zeitlich begrenzter Input, um effektive kommunalpolitische Ma\u00dfnahmen in Richtung Nachhaltigkeit anzusto\u00dfen. Nur das erste Szenario bietet eine l\u00e4ngerfristige Stabilisierungschance der Lokalen Agenda.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>1.\tDie (Zwischen)Ergebnisse des Projekts wurden (und werden weiterhin) im Rahmen verschiedener lokaler Workshops, regionaler Agenda-Konferenzen sowie auf einer Tagung des Deutschen St\u00e4dtetags pr\u00e4sentiert.<br \/>\n2.\tIm Rahmen des Projekts sind eine Reihe praxisbezogener Texte und Publikationen entstanden, darunter ein Aktionsprogramm f\u00fcr Herzogenaurach.<br \/>\n3.\tDer Zwischenbericht wurde als MPS-Text sowie als pdf-Datei zu downloaden zur Verf\u00fcgung gestellt. Auch der Endbericht wird ab Herbst 2001 ins Internet gestellt und kann als Brosch\u00fcre erworben werden. Er wird dar\u00fcber hinaus in Buchform bei Leske + Budrich erscheinen.<br \/>\n4.\tEine praxisbezogene Kurzfassung der Projektergebnisse erscheint im Herbst 2001 als Bausteine der vom bayerischen LfU herausgegebenen KommA21Aktuell.<br \/>\n5.\tIn M\u00fcnchen findet im Herbst 2001 eine offizielle Pr\u00e4sentation der Projektergebnisse im Rathaus statt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Studie zeigt, dass es nicht den Stabilisierungspfad, sondern nur viele unterschiedliche, kontextspezifische Stabilisierungsstrategien gibt. Die institutionelle Stabilisierung ist gleichwohl ein sehr voraussetzungsvolles Unterfangen. Ob die Bereitschaft besteht, diese Voraussetzungen zu schaffen, ist prim\u00e4r ei-ne politische Frage. Unabh\u00e4ngig von dieser strategischen Entscheidung erlaubt das erarbeitete Schema von Stabilisierungsbedingungen, -hemmnissen und -instrumenten aber in jedem Fall eine Analyse der Schwachstellen der jeweiligen Lokalen Agenda und die Erarbeitung geeigneter, kontextspezifischer Stabilisierungsstrategien.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Angesichts der nachlassenden Mobilisierungskraft lokaler Agenda-Prozesse war es Ziel des Vorhabens, zu kl\u00e4ren, unter welchen Bedingungen eine dauerhafte Stabilisierung lokaler Agenda-Prozesse m\u00f6glich ist, welche Faktoren diese Stabilisierung beg\u00fcnstigen bzw. behindern und welche Strategien und Instrumente sich als geeignet erweisen, die bestehenden Hemmnisse zu \u00fcberwinden. 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