{"id":20746,"date":"2023-07-13T15:16:47","date_gmt":"2023-07-13T13:16:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/14232-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:16:48","modified_gmt":"2023-07-13T13:16:48","slug":"14232-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/14232-01\/","title":{"rendered":"Me\u00dftechnische Evaluierung und Verifizierung der energetischen Einsparpotentiale und Raumluftqualit\u00e4t an Passivh\u00e4usern in N\u00fcrnberg"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Rahmen der Lokalen Agenda 21 wurde in N\u00fcrnberg ein Passivhaus-Modellprojekt erstellt. Da energiesparende Wohngeb\u00e4ude mit einem j\u00e4hrlichen Heizw\u00e4rmebedarf unter 15 kWh\/m\u00b2 zunehmend zum Stand der Technik werden, ist eine grundlegende Qualit\u00e4tssicherung hinsichtlich Energieverbrauch, Prim\u00e4renergiebilanz, Umweltvertr\u00e4glichkeit und insbesondere Raumluftqualit\u00e4t sowie die Ver\u00f6ffentlichung der Erfahrungen von gro\u00dfer Bedeutung.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDer Prim\u00e4renergieinhalt der Geb\u00e4ude wurde anhand der Leistungsverzeichnisse der einzelnen Baugewerke positionsgenau ermittelt. Die Materialmengen werden mit den Prim\u00e4renergie-Kennzahlen multipliziert und bilanziert sowie eine Amortisationsbilanz f\u00fcr Passivhaus-Komponenten aufgestellt.<br \/>\nDie Energieverbr\u00e4uche und Kennwerte f\u00fcr Heizen, Trinkwassererw\u00e4rmung, Allgemeinstrom und Haushaltsstrom wurden mit Zwischenz\u00e4hlern erfasst und \u00fcber Datenfernabfrage aufgezeichnet. Es erfolgte die Auswertung und Dokumentation der Kennwerte und Verbr\u00e4uche.<br \/>\nLuftdichtigkeit und W\u00e4rmebr\u00fcckenminimierung wurden neben pr\u00e4ziser Detailausbildung \u00fcber Blower-Door-Messungen und Infrarot-Thermografie sichergestellt und dokumentiert.<br \/>\nDie Geb\u00e4udekonstruktion und Materialwahl wurde mehrstufig nach Umwelt- und Gesundheitsvertr\u00e4glichkeit optimiert. Grundlagen waren Angaben der Hersteller (Zulassungen, Sicherheitsdatenbl\u00e4tter und Gutachten\/Messungen) sowie eigene Quellenrecherche und Probemessungen.<br \/>\nDie Raumluftqualit\u00e4t wurde baubegleitend und w\u00e4hrend der ersten beiden Nutzungsjahre durch Raumluftmessungen \u00fcberpr\u00fcft auf VOC (Aktive Probenahme, Adsorption an Tenax, Auswertung \u00fcber Thermodesorption, GC\/MS), TVOC (Erfassung des Summen VOC-Wertes \u00fcber direktanzeigenden Photoionisations-Detektor \/PID), Aldehyde (Aktive Probenahme, Adsorption \u00fcber Waschflasche, photometrische Auswertung), Schimmelpilze (Aktive Probenahme mittels Impaktor), CO2 (Infrarotmesszelle\/Testo), Temperatur und Luftfeuchte (Testo), Luftwechselzahl mit Tracergasmessung mittels SF6, CO2-Verlauf und Visualisierung mittels Nebelgeneratur; Qualit\u00e4tssicherung L\u00fcftungsanlage; definierter Luftwechsel und Luftaustausch).<br \/>\nDas Nutzerverhalten wurde durch ausgiebige Einweisungen und Befragungen begleitet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die energetischen Kennwerte wurden durch die Messungen best\u00e4tigt, z. T. der Heizw\u00e4rmeverbrauch liegt im Mittel 30 % unter den geforderten Werten.<br \/>\nDie Raumluftqualit\u00e4t weist trotz sehr hoher Aufwendungen zur Emissions-Minimierung bei der Materialauswahl problematische Einzel- und Summenwerte auf. Durch die L\u00fcftungsanlage ergibt sich jedoch ei-ne hygienisch sehr gute Raumluftqualit\u00e4t und eine schnelle Abklingkurve der Belastungen. Im Umkehr-schluss lassen die Untersuchungen vermuten, dass bei Standardgeb\u00e4uden ohne \u00dcberwachung in zahlreichen F\u00e4llen hohe Schadstoffkonzentrationen auftreten werden. Dies ist ein Forschungsfeld, das intensiviert werden sollte.<br \/>\nDie bauphysikalischen Parameter der Passivh\u00e4user erwiesen sich als \u00e4u\u00dferst vorteilhaft. Wesentliche Gr\u00fcnde f\u00fcr energieeffiziente Geb\u00e4ude liegen nicht nur im Ressourcen- und Klimaschutz, sondern auch beim angenehm hohen Komfort der Geb\u00e4ude.<br \/>\nDie \u00f6konomische Betrachtung ergibt eine positive Gesamtbeurteilung unter der Vorbedingung effizienter Planung und Finanzierung bei geringer F\u00f6rderung. Die Passivh\u00e4user sind bereits ab Bezug wirtschaftlicher als vergleichbare Standardgeb\u00e4ude.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse auf verschiedenen Fachtagungen und \u00f6ffentlichen Veranstaltungen vorgestellt und an zahlreichen Stellen Teilaspekte publiziert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der untersuchten Bereiche sind \u00e4u\u00dferst zufriedenstellend. Die untersuchten Passivh\u00e4user weisen hohe bauphysikalische Behaglichkeit und Komfort auf. Die raumlufthygienischen Rahmenbedingungen stellen sich durch die L\u00fcftungsanlage ebenfalls als \u00fcberdurchschnittlich gut dar. Die berechneten Energiekennwerte wurden in der Praxis z. T. deutlich unterschritten. Die Geb\u00e4ude stellen ein gutes Beispiel f\u00fcr eine sinnvolle Vereinigung von \u00d6konomie und \u00d6kologie dar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Rahmen der Lokalen Agenda 21 wurde in N\u00fcrnberg ein Passivhaus-Modellprojekt erstellt. Da energiesparende Wohngeb\u00e4ude mit einem j\u00e4hrlichen Heizw\u00e4rmebedarf unter 15 kWh\/m\u00b2 zunehmend zum Stand der Technik werden, ist eine grundlegende Qualit\u00e4tssicherung hinsichtlich Energieverbrauch, Prim\u00e4renergiebilanz, Umweltvertr\u00e4glichkeit und insbesondere Raumluftqualit\u00e4t sowie die Ver\u00f6ffentlichung der Erfahrungen von gro\u00dfer Bedeutung. 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