{"id":20692,"date":"2023-07-13T15:16:39","date_gmt":"2023-07-13T13:16:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/14080-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:16:40","modified_gmt":"2023-07-13T13:16:40","slug":"14080-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/14080-01\/","title":{"rendered":"Anpa\u00dfentwicklung eines umweltentlastenden Ersatzstoffes f\u00fcr Kieselgur und Perlite in der Anschwemmfiltration"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Menge an Kieselgurschlamm, die in einer Brauerei bei der Bierfiltration anf\u00e4llt, ist erheblich. Eine Wiederaufbereitung ist gegen\u00fcber einer unzul\u00e4ssigen Abgabe in den Abwasserkanal sehr aufwendig und teuer. Vielen Brauereien bleibt dann nur noch die Entsorgung \u00fcber die Deponien. Heute erfolgt die Entsorgung in der Regel auf Hausm\u00fclldeponien. Von diesen wird in der Regel eine wasserarme Form der Kieselgur gefordert, da bei einer sehr nassen Gur die Abraumhalde abrutschen kann. Nach den Zuordnungskriterien der TA Siedlungsabfall wird eine Ablagerung auf Deponien der Klasse I oder II k\u00fcnftig, sp\u00e4testens ab 2005, nicht mehr m\u00f6glich sein.<br \/>\nZiel des Projektes ist es, einem Umwelt entlastenden Ersatzstoff aus modifizierter Cellulose f\u00fcr die Anschwemmmaterialien Kieselgur und Perlite mehr Anwendungsn\u00e4he zu erm\u00f6glichen. Es soll eine mobile Filtrationsanlage konstruiert und aufgebaut werden. Die Anlage soll in einer Brauerei unter Zugriff auf Unfiltrat aus dem laufenden Produktionsprozess parallel zur vorhandenen Anlage betrieben werden. Auf Basis der Ergebnisse sollen Anpassentwicklungen vorgenommen und eine Optimierung des Herstellverfahrens erarbeitet werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUm unabh\u00e4ngig von den betrieblichen Einrichtungen in einer Brauerei Versuche zu fahren, wurde eine mobile Filtrationsanlage konzipiert und gebaut um im Miniplant-Ma\u00dfstab die Verh\u00e4ltnisse in einer Brau-erei nachzustellen. Zun\u00e4chst wurden im Technikum der Firma E. Begerow GmbH &#038; Co. mit einer Biermodelll\u00f6sung Versuche mit unterschiedlichen Anschwemmmaterialien durchgef\u00fchrt. Nach Abschluss der Technikumsversuche wurde das neue Verfahren in einer Brauerei unter Zugriff auf Unfiltrat aus dem laufenden Produktionsprozess parallel zur vorhandenen Anlage betrieben. Die Eignung der Einsatzstoffe wurde anhand der Tr\u00fcbungsreduzierung unter Ber\u00fccksichtigung von sensorischen Auswirkungen auf das Filtrat \u00fcberpr\u00fcft. Das Filtrierhilfsmittel wird nach der Filtration regeneriert und wiederverwendet.<br \/>\nAufgrund der Ergebnisse wurde die Rezeptur des Anschwemmmaterials variiert und die Dosiermengen optimiert. Parallel wurde das Herstellverfahren der cellulosischen Ersatzstoffe variiert und auf Praxistauglichkeit untersucht.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Projektziel der Anpassung eines Kieselgurersatzstoffes in der Praxis wurde erreicht. Es ist bei vorsepariertem Bier gelungen, die Kieselgurfiltration durch eine reine Cellulosefiltration zu ersetzen. Weiterhin konnte gezeigt werden, dass die Regeneration des Filterhilfsmittels m\u00f6glich ist. Somit sind alle technischen Voraussetzungen gegeben, um einen Umwelt entlastenden Ersatzstoff in der Praxis einzusetzen. Entgegen der urspr\u00fcnglichen Zielsetzung wurde im Laufe der Versuche keine rein nass fibrillierte Cellulose eingesetzt, sondern eine Abmischung aus trocken vermahlener Cellulose und nass fibrillierten Fasern. Diese Vorgehensweise erlaubt einen flexiblen Einsatz des cellulosischen Filterhilfsmittels f\u00fcr verschiedene Biersorten und Filterbauarten. Das Abw\u00e4gen der Rezeptur kann analog des Einsatzes von grober und feiner Kieselgur in der Brauerei erfolgen und auf die jeweilige Biersorte abgestimmt werden.<br \/>\nDie wichtigsten H\u00fcrden des Einsatzes eines organischen Filterhilfsmittels sind genommen.<br \/>\n1.\tTr\u00fcbungsreduzierung sowohl bei alkoholfreiem als auch bei alkoholischem Bier.<br \/>\n2.\tRegeneration des Filterhilfsmittels.<br \/>\n3.\tKeine sensorische Beeintr\u00e4chtigung des Bieres.<br \/>\nErstmals wurde mit regeneriertem Cellulosematerial erfolgreich eine Filtration durchgef\u00fchrt. Die Regenerierung der Cellulose er\u00f6ffnet auch die M\u00f6glichkeit eines wirtschaftlichen Einsatzes der von Natur aus teureren Cellulose im Vergleich zur Kieselgur. Aufgrund der mineralischen Struktur von Kieselgur ist die Regeneration \u00fcber eine S\u00e4ure\/Lauge-Waschung nicht m\u00f6glich, da zu viele Ionen herausgel\u00f6st w\u00fcrden. In der Praxis wird ein kleiner Teil der Kieselgur thermisch regeneriert (gebrannt).<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Eine Ver\u00f6ffentlichung der Ergebnisse in der Fachliteratur wird nach Abschluss weiterer Praxisversuche erfolgen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das vorliegende Entwicklungsprojekt versetzt die Firma Begerow in die Lage, bei entsprechendem \u00f6konomischen oder politischen Druck auf die Brauereien innerhalb von kurzer Zeit ein alternatives Filterhilfsmittel anbieten zu k\u00f6nnen. Die im Rahmen des Projekts konstruierte Filtrationsanlage kann dazu genutzt werden, viele weitere potentielle Kunden von der Leistungsf\u00e4higkeit des Filtrationshilfsmittels Cellulose zu \u00fcberzeugen. Weiterhin kann f\u00fcr jede Brauerei eine optimale Abmischung der gefundenen Rezepturbestandteile nass und trocken fibrillierte Cellulosefaser gefunden werden. Gerade in der Bierindustrie ist dies sehr wichtig, weil sich die Anlagen zur Herstellung und Filtration der Biere sehr stark unterscheiden und es keine universelle L\u00f6sung f\u00fcr alle Brauereien gibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Menge an Kieselgurschlamm, die in einer Brauerei bei der Bierfiltration anf\u00e4llt, ist erheblich. Eine Wiederaufbereitung ist gegen\u00fcber einer unzul\u00e4ssigen Abgabe in den Abwasserkanal sehr aufwendig und teuer. Vielen Brauereien bleibt dann nur noch die Entsorgung \u00fcber die Deponien. Heute erfolgt die Entsorgung in der Regel auf Hausm\u00fclldeponien. 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