{"id":20682,"date":"2024-11-30T10:32:37","date_gmt":"2024-11-30T09:32:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/14042-01\/"},"modified":"2024-11-30T10:32:37","modified_gmt":"2024-11-30T09:32:37","slug":"14042-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/14042-01\/","title":{"rendered":"Gentechnologie und Umweltbildung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die zur Zeit stattfindende Diskussion zur Thematik Gen-\/Biotechnologie zeichnet sich durch einen aus-gepr\u00e4gten Konfrontationscharakter aus. Infolgedessen bestehen f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit nur bedingte M\u00f6glichkeiten, \u00fcber diese Thematik ausgewogen zu urteilen. Im Rahmen des Projekts Gentechnologie und Umweltbildung plant die S\u00e4chsische Landesstiftung Natur und Umwelt deshalb auf der Ebene des Freistaats Sachsen, Instrumente\/Konzepte zur Vermittlung einer differenzierten Betrachtungsweise und ausgewogenen Meinungsbildung \u00fcber neue Technologien, wie z.B. die Gentechnologie, in den Bereich der Berufsaus- und Fortbildung zu integrieren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie entsprechenden Konzepte sollen ausgew\u00e4hlte Multiplikatoren, Lehrer von Schulen [speziell Berufsschulen], Leiter von Umweltzentren sowie Medienvertreter, ansprechen. Den modellhaften Zielgruppen werden M\u00f6glichkeiten zur Vermittlung der Gen-\/Biotechnologie unter Ber\u00fccksichtigung \u00f6kologischer, \u00f6konomischer, sozialer und ethischer Fragestellungen aufgezeigt. In diesem interdisziplin\u00e4ren Ansatz sollen die Erfahrungen\/Konzepte anderer Institutionen miteinbezogen und an die strukturellen Bedingungen in den neuen Bundesl\u00e4ndern angepa\u00dft werden. Von der wissenschaftlich-p\u00e4dagogischen Seite wird das Projekt wird durch das Institut f\u00fcr Berufsp\u00e4dagogik an TU Dresden (Prof. Dr. H. Hortsch) begleitet. Die Ma\u00dfnahmen werden dabei handlungs-\/problemorientierte Lernprozesse unterst\u00fctzen, die die alltags- bzw. berufsspezifische Dimension der Adressaten mit einbeziehen. Ein solcher situationsbezogener Transfer umweltrelevanter Erkenntnisse ist auf verschiedenen methodischen Wegen (Seminare, praktische Experimente im Feld und Labor, Workshops, etc.) notwendig. Zur Umsetzung der o.g. Konzepte sind auf der Ebene des Freistaats Sachsen unter Ber\u00fccksichtigung der einzelnen Zielgruppen Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen geplant. Diese werden in Zusammenarbeit mit s\u00e4chsischen Forschungseinrichtungen, Universit\u00e4ten, Verb\u00e4nden, Beh\u00f6rden und der Industrie stattfinden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Projekt Gentechnologie und Umweltbildung hat entscheidend dazu beigetragen, die \u00f6ffentliche Diskussion zum Thema Gentechnologie in Sachsen und dar\u00fcber hinaus zu bereichern. Mit Symposien, Informationsst\u00e4nden, Lehrerfortbildungen und Podiumsdiskussionen wurden in dieser Zeit, wie in den Projektzielen vorgesehen, insbesondere die Zielgruppen Medienvertreter, Lehrende sowie Lernende beruflicher Schulen und Gymnasien und Mitarbeiter von Umweltzentren angesprochen. Insgesamt wurden durch diese Aktivit\u00e4ten \u00fcber 1000 Personen direkt erreicht, wobei die Mehrzahl dieser als Multiplikatoren zu sehen sind. Weiterhin wurden im Bereich der beruflichen Bildung grundlegende Arbeiten im Sinne einer Handlungsorientierung geleistet sowie innovative Konzepte zur Vermittlung einer differenzierten Betrachtungsweise der Bio- und Gentechnologie realisiert. Gentechnologie und Umweltbildung ging weit \u00fcber bisherige Projektans\u00e4tze hinaus, da Umweltschutz in der beruflichen Bildung nicht nur thematisiert wurde, sondern zielgerichtet an Konzepten zur Umweltbildung in Kombination mit beruflicher Bildung gearbeitet wurde. Das Projekt brachte in diesem Zusammenhang eine theoretische Weiterentwicklung im Bereich der Umweltbildung, da durch die Arbeit mit Medienvertretern sowie mit Multiplikatoren aus der beruflichen Bildung neue Zielgruppen erschlossen wurden. Die Erfahrungen aus dem Projekt Gentechnologie und Umweltbildung sollten dahingehend genutzt werden, den Bereich der Kombination von beruflicher Bildung und Umweltbildung weiter zu intensivieren. Gerade im Bereich der biotechnologierelevanten Berufsbilder zeichnet sich ein Bedarf zur laufenden inhaltlichen \u00dcberarbeitung ab. Allerdings d\u00fcrfte es nicht gelingen, der technologischen Entwicklung mit proportionaler Lehrplanerweiterung zu begegnen. Es sind daher Verfahren notwendig, die Pers\u00f6nlichkeitsdispositionen zum Umgang mit Technologien f\u00f6rdern. Der Ansatz, Umweltbildung, als Bildung f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung, und berufliche Bildung zu kombinieren ist dahingehend zukunftsweisend, dass \u00f6kologische, \u00f6konomische sowie soziale Aspekte gleicherma\u00dfen ber\u00fccksichtigt werden und in Kombination mit Fachinhalten zur Herausbildung beruflicher Handlungskompetenz herangezogen werden k\u00f6nnen. Als konkretes Ergebnis konnte durch das Projekt der Schwerpunkt Umwelt und Wirtschaft \/ Neue Technologien innerhalb der S\u00e4chsischen Akademie f\u00fcr Natur und Umwelt etabliert werden. Dies ist die Grundlage f\u00fcr die Fortf\u00fchrung der Aktivit\u00e4ten. Die Umweltbildungsma\u00dfnahmen Transgene Kartoffel &#8211; Umweltkiller oder Schlankmacher, Bioreaktor in der Schule (gef\u00f6rdert durch das S\u00e4chsische Staatsministerium f\u00fcr Kultus), Molekularbiologi-sche Experimente in der Schule (in Kooperation mit dem Fond der Chemischen Industrie) sowie Dialog zur Gentechnik wurden im Projekt entwickelt bzw. weiterentwickelt und werden auch in Zukunft aus ei-genen Kr\u00e4ften der Akademie durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Projekt Gentechnologie und Umweltbildung wurde \u00d6ffentlichkeitsarbeit systematisch betrieben. So wurde beispielsweise \u00fcber die Zeit hinweg ein Postersystem entwickelt, mit dem 10 verschiedene Themen (Gentechnologie in Printmedien, Weltern\u00e4hrung sowie Umweltbildung und Fachbeispiele etc.) visu-alisiert werden k\u00f6nnen. Diese Poster wurden und werden regelm\u00e4\u00dfig bei Veranstaltungen, Messen, Fortbildungen und Symposien der \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentiert. In Kooperation mit der Technischen Univer-sit\u00e4t Dresden wurden Projektaktivit\u00e4ten im Internet zug\u00e4nglich gemacht sowie Einladungen und Faltbl\u00e4tter erarbeitet und verbreitet. Die Brosch\u00fcre Biotechnologie f\u00fcr Medienvertreter wurde in Kooperation mit dem Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle GmbH konzipiert und gibt einen \u00dcberblick \u00fcber moderne Umweltbiotechnologien. Aus dieser Brosch\u00fcre und der dazu geh\u00f6rigen Veranstaltung entnahmen Medienvertreter Informationen und verbreiteten diese \u00fcber ihre Medien. Die Podiumsdiskussionen (Dialog zur Gentechnik) und Symposien (Biotechnologie in Sachsen &#8211; Umwelt und Arbeit) wurden von regionalen Pressevertretern wahrgenommen und in der Presse thematisiert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Thema Gentechnologie und Umweltbildung ist nach wie vor ein wichtiges Thema f\u00fcr moderne Umweltbildung. Gerade die Arbeit mit und die Suche nach neuen Zielgruppen sollte im Vordergrund stehen, da in diesem komplexen Thema teilweise andere Arbeits-, Entscheidungs- und Handlungsebenen vorzufinden sind als in den klassischen Gebieten Naturschutz oder \u00d6kologie. Damit die Problematik sachlich und konstruktiv diskutiert werden kann, bedarf es noch gro\u00dfer Anstrengungen auf dem Gebiet der F\u00f6rderung von Urteils- und Handlungskompetenz. Die Aktivit\u00e4ten der Region Dresden (Bewerbung f\u00fcr den InnoRegio-Wettbewerb des bmbf sowie die angek\u00fcndigten F\u00f6rderaktivit\u00e4ten des Freistaates Sachsen) weisen klar in Richtung einer weiteren Forcierung der Biotechnologie in Sachsen. Diesen Prozess zu begleiten und Podien zur sachlich-fachlichen Auseinandersetzung zu bieten, wird auch k\u00fcnftig unsere Aufgabe sein. Grundlegende Vorarbeiten (empirische Studien, Veranstaltungskonzeptionen etc.) wurden durch das Projekt Gentechnologie und Umweltbildung bereits geleistet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die zur Zeit stattfindende Diskussion zur Thematik Gen-\/Biotechnologie zeichnet sich durch einen aus-gepr\u00e4gten Konfrontationscharakter aus. Infolgedessen bestehen f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit nur bedingte M\u00f6glichkeiten, \u00fcber diese Thematik ausgewogen zu urteilen. 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