{"id":20673,"date":"2023-07-13T15:16:35","date_gmt":"2023-07-13T13:16:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/14004-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:16:37","modified_gmt":"2023-07-13T13:16:37","slug":"14004-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/14004-01\/","title":{"rendered":"\u00d6kobilanzierung unterschiedlicher Waldbausysteme"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Hauptzielsetzung dieser Studie ist es, bisher vorliegende \u00d6kobilanzierungsergebnisse im Bereich Forstwirtschaft, die auf durchschnittlichen Literaturdaten basieren, durch betriebliche Erhebungsdaten zu fundieren. Hierzu soll eine \u00d6kobilanzierung unterschiedlicher Waldbausysteme vorgenommen werden. Die Datengrundlage f\u00fcr eine Bilanzierung von Produkten der Holz- und Papierindustrie wird dadurch nachhaltig verbessert, da die Rohholzproduktion das erste Glied in der Kette solcher Produktlinien ist.<br \/>\nF\u00fcr die untersuchten Betriebe werden Sachbilanzen und Wirkungsabsch\u00e4tzungen aufgestellt, die Grundlage f\u00fcr eine betriebliche Schwachstellenanalyse sind. Ziel ist hier anhand eines Vergleiches der Bilanzierungsergebnisse aufzuzeigen, welche Unterschiede sich durch die Waldbausysteme im Hinblick auf die technischen Prozesse ergibt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn einem ersten Schritt werden in allen kooperierenden Betrieben anhand eines einheitlichen Erhebungskatalogs die bilanzierungsspezifischen Daten erfasst. Mittels einer speziellen \u00d6kobilanzierungssoftware werden die Betriebsdaten im zweiten Schritt zu Sachbilanzen und Wirkungsabsch\u00e4tzungen aufbereitet. Grundlage hierf\u00fcr sind die teils bereits verabschiedeten Normen oder Normentw\u00fcrfe der DIN EN ISO Reihe 14040 ff. Sachbilanz- und Wirkungsabsch\u00e4tzungsergebnisse werden den Betrieben mitgeteilt. Basierend darauf erfolgt im dritten Schritt eine betriebsindividuelle Schwachstellenanalyse. Nachfolgend werden die Daten zusammengefasst analysiert und Unterschiede der bilanzierten Waldbausysteme herausgearbeitet. Die Ergebnisse der Studie werden abschlie\u00dfend mit den Erfahrungsberichten der Kooperationspartner in einem Workshop pr\u00e4sentiert und diskutiert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Gegen\u00fcberstellung der Daten aus der betrieblichen Erhebung mit denen des bisher verwendeten Modellbetriebes hat gezeigt, dass eine Reihe von Annahmen, die dem Modellbetrieb zugrunde gelegt wa-ren, revisionsbed\u00fcrftig sind. Dies gilt vor allem f\u00fcr die (motormanuelle) Holzernte und f\u00fcr die Kalkung; dar\u00fcber hinaus erscheint es dringend erforderlich, den Verwaltungsbereich in die \u00d6kobilanzierung aufzunehmen. Die Betriebserhebungen haben weiter gezeigt, dass eine breitere Auff\u00e4cherung des Baumartenspektrums (insbesondere im Laubholzbereich) und des Sortimentsspektrums (insbesondere bei Industrieholz) den Aussagegehalt von \u00d6kobilanzen f\u00fcr konkrete Sortimente erheblich verbessern kann. Als Schlussfolgerung aus diesen Ergebnissen wurden deshalb vorl\u00e4ufige Bilanzierungen f\u00fcr Standardsortimente vorgenommen, die besser an die betrieblichen Realit\u00e4ten angepasst sind und als Input f\u00fcr weitergehende Produkt\u00f6kobilanzierungen zur Verf\u00fcgung stehen. Der Versuch, unterschiedliche Waldbausysteme \u00f6kobilanziell zu erfassen und zu beschreiben, war nur begrenzt erfolgreich. Zum einen zeigte sich, dass einige Betriebe nur schwer eindeutig einem durch sie zu repr\u00e4sentierenden Waldbausystem zugeordnet werden konnten. Zum anderen wurden die waldbausystemspezifischen Elemente &#8211; wie Unterschiede in der Bestandesbegr\u00fcndung und Waldpflege &#8211; durch betriebsindividuelle, nicht unbedingt systemtypische Elemente vor allem in der Holzernte \u00fcberlagert. Holzernte und R\u00fccken sind zusammen mit dem Holztransport die weitaus dominierenden Elemente in der \u00d6kobilanzierung f\u00fcr Rohholz und weitgehend unabh\u00e4ngig von der praktizierten Waldbauform. In \u00f6kobilanzieller Hinsicht kommt es vor allem auf die Art der eingesetzten Ma\u00dfnahmen an, auf deren Leistung sowie auf deren Kraftstoff- und \u00d6lverbrauch. F\u00fcr das Ergebnis der Sachbilanz ist es wesentlich, ob bei der Holzernte motormanuelle oder maschinelle Verfahren zum Einsatz kommen. Deshalb ist es f\u00fcr weiterf\u00fchrende Produkt\u00f6kobilanzierungen Ziel f\u00fchrender, diese Elemente einer differenzierteren Betrachtung zu unterziehen, als den \u00f6kobilanziellen Unterschieden zwischen verschiedenen Waldbausystemen weiter nachzusp\u00fcren. Die Differenzierung nach Sortimenten zeigt f\u00fcr alle Baumarten deutlich den Zusammenhang zwischen St\u00fcckmasse und Energieeinsatz: je geringer die St\u00fcckmasse des Sortiments, desto h\u00f6her der Energieinput. Aus \u00f6kobilanzieller Sicht kommt es entscheidend auf die Produktivit\u00e4t des Energieeinsatzes an, und diese Produktivit\u00e4t ist bei den maschinellen Verfahren h\u00f6her als bei den motormanuellen. Aus Sicht einer Produkt\u00f6kobilanz, die den Lebensweg eines Produkts \u00fcber den gesamten Weg der Produktion und der Nutzung bis zu Entsorgung verfolgen soll, sind waldbauliche Differenzierungen nahezu bedeutungslos. Mit den standardisierten Methoden der \u00d6kobilanzierung gemessen sind diese Unterschiede marginal. Bedeutsam hingegen sind vor allem Transportaktivit\u00e4ten. Eine relativ geringe Transportdistanz von Rohholz wiegt evtl. waldbauliche Vorteile mehr als auf. Die \u00d6kobilanz erscheint nur sehr eingeschr\u00e4nkt leistungsf\u00e4hig, wenn es darum gehen soll, Unterschiede zwischen verschiedenen Waldbausystemen in ihrer Wirkung auf die Fl\u00e4chennutzung zu erfassen. Durch die extensive Art der Nutzung ist die Eingriffsintensit\u00e4t in die Fl\u00e4che bzw. in den Naturraum relativ gering. Zwar gibt es Unterschiede in der Eingriffsintensit\u00e4t zwischen verschiedenen Formen des Waldbaus, diese sind jedoch wiederum gering im Vergleich zur Eingriffsintensit\u00e4t anderer Fl\u00e4chennutzungsarten wie Siedlungsfl\u00e4chen oder Ackerbau. Wichtig erscheint aber, dass die Unterschiede in der Eingriffsintensit\u00e4t in die Fl\u00e4che bzw. in den Naturraum zwischen verschieden konkurrierenden Rohstoffen (Holz, landwirtschaftliche Erzeugnisse, Stahl, Metall) in vergleichenden Produkt\u00f6kobilanzen sichtbar gemacht werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden in den Mitteilungen der Bundesforschungsanstalt f\u00fcr Forst- und Holzwirtschaft unter dem Titel Vergleichende \u00d6kobilanzierung der Rohholzproduktion in verschiedenen Forstbetrieben ver\u00f6ffentlicht werden. Eine Kurzfassung soll bei einer forstwirtschaftlichen Fachzeitschrift zur Ver\u00f6ffentlichung eingereicht werden. Die Ergebnisse der Studie werden bei der 60. Jahrestagung des Deutschen Forstvereins in Dresden vom20. &#8211; 23. September 2001 als Vortrag vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die \u00d6kobilanz ist ein weit gehend standardisiertes Verfahren, das vorwiegend f\u00fcr eine umfassende Bilanzierung der Umweltwirkungen von Produkten, \u00fcber deren gesamten Lebensweg hinweg, entwickelt wurde. Aufgrund des methodischen Ansatzes konzentriert sich die standardisiert vorgeschriebene Erfassung der Umweltwirkungen in Forstbetrieben vor allem auf den Energieeinsatz bei den verschiedenen betrieblichen Arbeiten. Dies erscheint f\u00fcr ein betriebliches Umweltmanagement in Forstbetrieben zu eng. Auch eine methodische Erweiterung der \u00d6kobilanz um die Wirkungskategorie Fl\u00e4chennutzung ist nicht in der Lage, die Vielzahl, insbesondere waldbaulicher Einflussgr\u00f6\u00dfen, befriedigend abzudecken. Deshalb er-scheint es f\u00fcr die betriebliche Schwachstellenanalyse Ziel f\u00fchrender, statt der \u00d6kobilanz andere betriebliche Informations- und Managementsysteme zu nutzen und zu einem umfassenden betrieblichen Umweltmanagement auszubauen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Hauptzielsetzung dieser Studie ist es, bisher vorliegende \u00d6kobilanzierungsergebnisse im Bereich Forstwirtschaft, die auf durchschnittlichen Literaturdaten basieren, durch betriebliche Erhebungsdaten zu fundieren. Hierzu soll eine \u00d6kobilanzierung unterschiedlicher Waldbausysteme vorgenommen werden. 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