{"id":20659,"date":"2023-07-13T15:16:35","date_gmt":"2023-07-13T13:16:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/13974-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:16:36","modified_gmt":"2023-07-13T13:16:36","slug":"13974-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/13974-01\/","title":{"rendered":"Schnellanalytik bei der Altlastenerkundung und -sanierung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Immunoassay-Testkits k\u00f6nnten im Rahmen der Altlastenerkundung und -sanierung zur Vor-Ort-Analytik eingesetzt werden und zur Kosten- und Zeiteinsparung beitragen. Damit die Ergebnisse dieser Schnellanalytik als Grundlage f\u00fcr Entscheidungen herangezogen werden k\u00f6nnen, ist jedoch der Nachweis ihrer Zuverl\u00e4ssigkeit zu erbringen. Daf\u00fcr wurden umfangreiche Vergleichsuntersuchungen an Proben von Altfl\u00e4chen durchgef\u00fchrt, wobei die Ergebnisse der Testkit-Analytik denjenigen der anerkannten Laboranalytik gegen\u00fcbergestellt wurden. Zahlreiche Proben unterschiedlichster Zusammensetzung wurden, in Abh\u00e4ngigkeit von der vorliegenden Altfl\u00e4che, auf die Parameter polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Mineral\u00f6lkohlenwasserstoffe (MKW) untersucht.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Validierung der Testkits im Labor wurde auf ein Minimum reduziert, da dies in einem vom BMBF gef\u00f6rderten Forschungsprojekt, das zeitgleich von der GSF in M\u00fcnchen durchgef\u00fchrt wurde, bereits weitgehend abgehandelt wurde. Der Schwerpunkt der Validierung lag daher bei den Vor-Ort-Untersuchungen von Bodenproben mit einer Auswahl kommerziell erh\u00e4ltlicher Immunoassay-Testkits. F\u00fcr den Parameter MKW wurden die Testkits Petro Risc, EnviroGard-TPH und DTech-BTEX eingesetzt, die PAK-Analytik erfolgte mit PAK Risc, EnviroGard-PAK und DTech-PAK.<br \/>\nIn Zusammenarbeit mit Ingenieurb\u00fcros und den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden wurden an aktuellen Altfl\u00e4chen Vergleichsuntersuchungen durchgef\u00fchrt. Dazu wurden Proben vor Ort geteilt, eine Teilprobe wurde nach M\u00f6glichkeit sofort mit den Immunoassay-Schnelltests untersucht, w\u00e4hrend die andere Teilprobe an das jeweils offiziell beauftragte Analysenlabor weitergegeben wurde. Da aufgrund der einfachen Homogenisierungs- und Teilungsprozedur nicht unbedingt von identischen Teilproben ausgegangen werden konnte, wurden Reste der mit den Schnelltests erhaltenen Extrakte in Probenfl\u00e4schchen abgef\u00fcllt und sp\u00e4ter im Labor untersucht. Die mittels HPLC bzw. GC-FID ermittelten Extrakt-Ergebnisse sollten bei der Interpretation der Ergebnisse helfen. So konnten starke Abweichungen zwischen den Immunoassay-Ergebnissen und den Laborergebnissen, die auf Inhomogenit\u00e4t des Probenmaterials oder auf St\u00f6rsubstanzen zur\u00fcckzuf\u00fchren sind, erkannt werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu den DTech-Tests, die keine zuverl\u00e4ssigen Ergebnisse lieferten und deshalb im Februar 1999 vom Markt genommen wurden, eignen sich die Risc- und EnviroGard-Tests zur Bestimmung des PAK- bzw. MKW-Gehaltes von Bodenproben und k\u00f6nnen beim Vorliegen bestimmter Voraussetzungen zu einer Kosten- und Zeitersparnis bei der Altlastenbearbeitung beitragen.<br \/>\nVor dem Einsatz der Tests mu\u00df jedoch standortspezifisch die Richtigkeit der Testergebnisse anhand von Vergleichsuntersuchungen mit der Referenzanalytik nachgewiesen werden. Art und Umfang dieser Validierung richten sich nach der analytischen Fragestellung. Grunds\u00e4tzlich ist die Anwendung der Tests \u00fcberall dort unproblematisch, wo ein mit der jeweiligen Testspezifikation vergleichbares Kontaminationsspektrum vorliegt und die Anwesenheit kreuzreaktiver Stoffe ausgeschlossen werden kann.<br \/>\nDie PAK-Schnelltests k\u00f6nnen beim Vorliegen einer f\u00fcr Gaswerksstandorte typischen PAK-Verteilung bereits nach einer kurzen Validierungsphase f\u00fcr die Altfl\u00e4chenuntersuchung eingesetzt werden. Der PAK Risc-Test kann dann als sehr zuverl\u00e4ssig bezeichnet werden, w\u00e4hrend der EnviroGard-PAK-Test h\u00e4ufiger Unterbefunde zeigt.<br \/>\nDie MKW-Schnelltests erfordern dagegen eine relativ umfangreiche Validierung, um die Richtigkeit der Testergebnisse zu gew\u00e4hrleisten. Der Mineral\u00f6lgehalt einer Bodenprobe wird beim Petro Risc- und beim EnviroGard-TPH-Test in erster Linie \u00fcber die Detektion leicht fl\u00fcchtiger und gut abbaubarer Kohlenwasserstoffe ermittelt. Da sich der Anteil dieser Stoffe im Boden in Abh\u00e4ngigkeit von den Standortbedingungen und dem Alter des Schadens \u00e4ndert, werden mit den Immunoassay-Testkits nicht immer richtige Ergebnisse erzielt. Weiterhin wurden an manchen Standorten St\u00f6rungen durch Matrixeinfl\u00fcsse beobachtet, welche die Testanwendung unm\u00f6glich machten. Generell liefern diese Tests bei Schmier\u00f6l-Kontaminationen erhebliche Unterbefunde, weil sie als Kraftstofftests konzipiert sind.<br \/>\nVor allem die Risc-Tests erwiesen sich als feldtauglich und k\u00f6nnen unmittelbar an der Probenahmestelle von einer Person durchgef\u00fchrt werden. Dennoch ist zur Anwendung der Risc- und EnviroGard-Tests ein wetterfester Me\u00dfstand empfehlenswert, da f\u00fcr die genaue Durchf\u00fchrung der einzelnen Testschritte ein gewisser Schutz vor Wind und Regen notwendig ist. Bei kalter Witterung ist ein geschlosse-ner und m\u00f6glichst beheizter Raum oder Baucontainer unerl\u00e4\u00dflich, damit die zul\u00e4ssige Anwendungstemperatur nicht unterschritten wird.<br \/>\nDie Anwendungsbereiche der verwendeten Tests sind grunds\u00e4tzlich f\u00fcr die Altlastenuntersuchung geeignet. Allerdings ist nur bei den Risc-Tests eine Abstimmung auf fallspezifische Entscheidungswerte von Seiten des Herstellers vorgesehen. Der EnviroGard-TPH-Tests eignet sich zur ann\u00e4hernd quantitativen Konzentrationsabsch\u00e4tzung, mit dem EnviroGard-PAK-Test kann dagegen nur gepr\u00fcft werden, ob der PAK-Gehalt innerhalb einer frei w\u00e4hlbaren Konzentrations-Dekade liegt.<br \/>\nDer Einsatz der Immunoassays zur MKW-Analytik ist bei derzeitigem Preisniveau nur in Ausnahmef\u00e4llen wirtschaftlich, da im Vorfeld eine umfangreiche Validierung notwendig ist. Dagegen verursacht der PAK-Test deutlich geringere Validierungskosten und kann betr\u00e4chtliche Kosteneinsparungen bringen, insbesondere dann, wenn der Einsatz der Schnelltestanalytik in der Planung so ber\u00fccksichtigt wurde, da\u00df die Stillstandszeiten bei der Sanierung einer Altlastenfl\u00e4che minimiert werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Bei der ACHEMA 2000 wurde das Projekt anhand eines Posters, eines Exponates und einer Fotodokumentation vorgestellt, auf Handzetteln waren vorl\u00e4ufige Ergebnisse des Projektes nachzulesen.<br \/>\nIn Zusammenarbeit mit Prof. Dr. W\u00fcst und Studierenden der Informatik wurde eine Multimedia-Pr\u00e4sentation \u00fcber Immunoassays erarbeitet. Diese soll das Testprinzip erkl\u00e4ren und Interessenten wichtige Informationen bieten. Eine Ver\u00f6ffentlichung in der Zeitschrift TerraTech ist geplant.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Immunoassays stellen aufgrund ihrer Spezifit\u00e4t und ihrer Einsetzbarkeit vor Ort eine interessante Erg\u00e4nzung zur konventionellen Analytik dar. Nach entsprechender Validierung bieten sie eine ausreichende Zuverl\u00e4ssigkeit. Trotzdem ist ihre Akzeptanz bei der Altlastenerkundung und -sanierung noch gering. Dies liegt vor allem daran, da\u00df die Testdurchf\u00fchrung relativ aufwendig ist und die Kosten der Immunoassay-Analytik zu hoch sind.<br \/>\nNeueste Entwicklungen im Bereich der Immunoassays k\u00f6nnten diese Kritikpunkte schon bald widerlegen. Ein sogenannter Immunsensorchip f\u00fcr die Bestimmung von TNT in Wasserproben wird derzeit an der TU M\u00fcnchen in Zusammenarbeit mit der Fa. Merck entwickelt. Die Durchf\u00fchrung der Analyse mit diesem Chip soll fast so einfach wie bei einem Testst\u00e4bchen sein, sie w\u00e4re damit wesentlich schneller und kosteng\u00fcnstiger als bei den derzeitigen Immunoassays.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Immunoassay-Testkits k\u00f6nnten im Rahmen der Altlastenerkundung und -sanierung zur Vor-Ort-Analytik eingesetzt werden und zur Kosten- und Zeiteinsparung beitragen. Damit die Ergebnisse dieser Schnellanalytik als Grundlage f\u00fcr Entscheidungen herangezogen werden k\u00f6nnen, ist jedoch der Nachweis ihrer Zuverl\u00e4ssigkeit zu erbringen. Daf\u00fcr wurden umfangreiche Vergleichsuntersuchungen an Proben von Altfl\u00e4chen durchgef\u00fchrt, wobei die Ergebnisse [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[62,53],"class_list":["post-20659","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-hessen","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"13974\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-13974.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"98.208,94","dbu_projektdatenbank_firma":"Fachhochschule Gie\u00dfen-FriedbergZentrum f\u00fcr Umwelttechnik (ZfU)Labor f\u00fcr analytische Chemie","dbu_projektdatenbank_strasse":"Wiesenstr. 14","dbu_projektdatenbank_plz_str":"35390","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Gie\u00dfen","dbu_projektdatenbank_p_von":"1998-10-01 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2001-02-05 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"2 Jahre und 4 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"0641\/309-2334","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Hessen","dbu_projektdatenbank_foerderber":"9","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/20659","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/20659\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":33662,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/20659\/revisions\/33662"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20659"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20659"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20659"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}