{"id":20653,"date":"2023-07-14T10:38:19","date_gmt":"2023-07-14T08:38:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/33705-01\/"},"modified":"2023-07-14T10:38:20","modified_gmt":"2023-07-14T08:38:20","slug":"33705-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/33705-01\/","title":{"rendered":"Potenzialanalyse des Naturtourismus im Biosph\u00e4rengebiet Schwarzwald (PONABIO)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Forschungsprojekt ist im Kontext wissenschaftlicher Vorhaben zur Ermittlung der regional\u00f6konomi-schen Effekte des Tourismus in deutschen Biosph\u00e4renreservaten zu sehen. Die Untersuchung im Bio-sph\u00e4rengebiet Schwarzwald bietet in einer bislang einmaligen Dimension einen besonderen Erkenntnisgewinn, denn mittels dieser Untersuchung wird quasi zur Geburtsstunde eines Biosph\u00e4rengebiets zum ersten Mal in Deutschland der Ist-Zustand des Tourismus in einem Biosph\u00e4renreservat abgebildet, der sich ohne jeden Einfluss durch die Ausweisung als Gro\u00dfschutzgebiet und das dementsprechende natursch\u00fctzerische Pr\u00e4dikat darstellt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Ermittlung der regional\u00f6konomischen Effekte des Tourismus \u00fcber eine nachfrageseitige Erhebung wurde in vorangegangenen F+E-Vorhaben bereits mehrfach erfolgreich angewandt. Drei Informationen sind f\u00fcr die Berechnung der generierten Wertsch\u00f6pfung aus dem Tourismus in einer Region erforderlich: Die touristische Nachfrage, die ausgedr\u00fcckt wird in der Zahl der Besuchstage und der touristischen Struktur, wird multipliziert mit den durchschnittlichen Ausgaben der Besucher. In der touristischen Wertsch\u00f6pfungsanalyse wird der Anteil des Bruttoumsatzes ermittelt, der der Region als Einkommen und Besch\u00e4ftigung zugutekommt. F\u00fcr das Biosph\u00e4rengebiet Schwarzwald wurde au\u00dferdem mithilfe multi-regionaler Input-Output-Analysen eine innovative M\u00f6glichkeit geschaffen, die sekund\u00e4ren Wirtschaftswirkungen in der Schwarzwald-Region zu bestimmen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>In der 30-monatigen Laufzeit des Forschungsprojektes mussten zun\u00e4chst f\u00fcr die Berechnung der regional\u00f6konomischen Effekte des Tourismus im Biosph\u00e4rengebiet Schwarzwald im Rahmen von Zielgebietserhebungen die Rohdaten zur touristischen Nachfrage und zum touristischen Ausgabeverhalten erhoben werden. Bevor mit den Erhebungen begonnen wurde, wurden 12 Standorte (und f\u00fcnf weitere in der Win-tersaison) im Gebiet definiert, an denen die Besucher des Biosph\u00e4rengebiets Schwarzwald befragt wurden. Mit dem Start der empirischen Erfassung im September 2018 fanden sodann an 20 ausgew\u00e4hlten Terminen die notwendigen Erhebungen statt. Mithilfe zweier Erhebungsinstrumente wurden die ben\u00f6tigten Informationen generiert. Es wurden Z\u00e4hlungen und kurze Interviews zur Strukturerfassung des Touris-musaufkommens nach Tages- und \u00dcbernachtungsg\u00e4sten sowie lange Interviews zur Ermittlung des Aus-gabeverhaltens und der Segmentierung der \u00f6konomisch relevanten Besuchergruppe der Biosph\u00e4renreservatsbesucher im engeren Sinne eingesetzt. Nach anschlie\u00dfender Datenbereinigung wurden die Z\u00e4hl- und Strukturerfassungsergebnisse unter Hinzunahme amtlicher Statistiken auf einen Wert des j\u00e4hrlichen Besucheraufkommens hochgerechnet. Das Biosph\u00e4rengebiet Schwarzwald z\u00e4hlt im Erhebungsjahr insgesamt 4.030.000 Besucher. Es reiht sich damit an f\u00fcnfter Stelle der deutschen Biosph\u00e4renreservate ein. Der \u00dcbernachtungsgastanteil dominiert leicht mit insgesamt 57,1 Prozent. Der hohe Anteil an internationalen Besuchern von 21,1 Prozent (insbesondere aus der Schweiz und aus Frankreich) l\u00e4sst auf die internationale Marke \u0084Black Forest\u0093 schlie\u00dfen. Die Biosph\u00e4rengebietstouristen im engeren Sinne machen einen Anteil von 0,7 Prozent aus. Dieser geringe Wert resultiert aus der erst kurz vor Beginn der Erhebungen stattgefundenen Ausweisung des Gebietes als UNESCO-Biosph\u00e4renreservat sowie dem touristisch etablierten Naturpark S\u00fcdschwarzwald. Damit wird deutlich, dass das Biosph\u00e4rengebiet zum Zeitpunkt der Erhebungen nur eine sehr geringe Relevanz bei den G\u00e4sten in der Region erreicht. Interessant ist die Entwicklung der Schutzgebietsaffinit\u00e4t und einer entsprechenden wiederholenden Abfrage im Rahmen eines Monitoring-Vorhabens. Die H\u00f6he des generierten Bruttoumsatzes von 210,3 Mio. \u0080, das daraus resultierende Einkommen von 107,5 Mio. \u0080, wodurch insgesamt 3.406 Personen ihren Lebensunterhalt aus dem Tourismus ableiten, sind nicht zuletzt auf die \u00fcbernachtungstouristisch gepr\u00e4gte Besucherstruktur mit gut vier Millionen Besuchern und einem Anteil an \u00dcbernachtungsg\u00e4sten von 57,1 Prozent zur\u00fcck-zuf\u00fchren. Hinzu kommt das hohe Preisniveau der Unterkunftsbetriebe. Mithilfe des multi-regionalen \u00f6konometrischen Input-Output-Modells der Schwarzwald-Region konnte aufgezeigt werden, dass in den Landkreisen und kreisfreien St\u00e4dten der beiden Naturparke S\u00fcdschwarzwald und Schwarzwald Mitte-Nord eine indirekte Wertsch\u00f6pfungssteigerung in H\u00f6he von 1,9 Mio. \u0080 und eine induzierte in H\u00f6he 20,5 Mio. \u0080 freigesetzt wird. Damit ist festzuhalten, dass von den touristischen Ausgaben in der Region des Biosph\u00e4rengebiets Schwarzwald nicht nur dieses selbst profitiert, sondern dar\u00fcber hinaus die gesamte Region des Schwarzwald einen \u00f6konomischen Mehrwert erf\u00e4hrt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Ermittlung der regional\u00f6konomischen Effekte im Biosph\u00e4rengebiet Schwarzwald wurden am 04. Februar 2020 der Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4rengebiets sowie Tourismusvertretern und Vertretern der Regionalpolitik vor Ort vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Biosph\u00e4renreservate verfolgen den Ansatz, nat\u00fcrliche Ressourcen zu sch\u00fctzen und nachhaltige Entwicklung anzustreben. Sie verk\u00f6rpern Modellregionen f\u00fcr neue Wirtschaftsweisen. Tourismus als eine im besten Fall nicht-konsumtive Landnutzungsform ist eine M\u00f6glichkeit zur Erf\u00fcllung der Entwicklungsfunktion von Biosph\u00e4renreservaten. Eine Folgestudie im Rahmen eines integrativen Monitorings ist mit zeitlichem Abstand durchzuf\u00fchren, um die explizit aufgrund der Ausweisung des Biosph\u00e4rengebietes induzierte Entwicklung des Naturtourismus aufzuzeigen. F\u00fcr den Tourismus gilt es, auf Qualit\u00e4t statt Quantit\u00e4t zu setzen. Nachhaltiges Wirtschaften bzw. eine nachhaltige Tourismuswirtschaft, die auf regionale Produkte setzt und entsprechende Akteure vernetzt, ist nun eine Kernaufgabe des Biosph\u00e4rengebiets Schwarzwald.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Forschungsprojekt ist im Kontext wissenschaftlicher Vorhaben zur Ermittlung der regional\u00f6konomi-schen Effekte des Tourismus in deutschen Biosph\u00e4renreservaten zu sehen. 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