{"id":20645,"date":"2023-07-13T15:16:32","date_gmt":"2023-07-13T13:16:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/13948-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:16:33","modified_gmt":"2023-07-13T13:16:33","slug":"13948-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/13948-01\/","title":{"rendered":"Modellvorhaben: Entwicklung von dauerhaftem Oberfl\u00e4chenschutz zur Verhinderung von Umweltsch\u00e4den an historisch-authentischen Putzfassaden"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Nachgestellte historische Putze, die Gips oder Anhydrit in gr\u00f6\u00dferen Mengen enthalten, sind nicht witterungsbest\u00e4ndig. F\u00fcr die Reparatur von historischen Putzen sind sie jedoch unverzichtbar, da sonst die Materialauthentizit\u00e4t gegen\u00fcber dem Original nicht eingehalten werden kann. Ebenso wie beim historischen Vorbild m\u00fcssen die Reparaturfl\u00e4chen durch eine Farbfassung gesch\u00fctzt werden. Die hierf\u00fcr \u00fcblicherweise verwendeten Kalk- bzw. Kalkkaseinfarben der Restauratoren sind jedoch f\u00fcr die genannten Putzsysteme ungeeignet. Es m\u00fcssen daher neue Farbsysteme entwickelt werden, mit Kalkf\u00fcllstoffen und Dispersionsbindern, die ausreichend modifiziert sind, um einen dauerhaften Schutz f\u00fcr die Reparatur-Fl\u00e4chen zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Arbeitsprogramm umfasste drei grunds\u00e4tzliche Aufgaben:<br \/>\nA Recherche, Zusammenstellung und Herstellung von Mustern<br \/>\nEs wurden 20 handels\u00fcbliche Farben sowie Systeme aus der restauratorischen Praxis ausgew\u00e4hlt und beschafft. Nach Literaturangaben und in eigenen Versuchsreihen wurden 20 verschiedene Modifikationen von Kalkfarben mit Dispersionen der industriellen Projektpartner (Wacker, R\u00f6hm) als Versuchsmuster hergestellt. Die Farben wurden an Kleinproben im Labor untersucht und ihre technologischen Eigenschaften ermittelt.<br \/>\nB Auslagerung und Laborbeanspruchung mit laufender Beobachtung<br \/>\nVerbundpr\u00fcfk\u00f6rper wurden ein einer Freibewitterungswand im Institut f\u00fcr Bauchemie ausgelagert, in der die Bauwerkssituation nachgeahmt wird. Die Muster werden laufend beobachtet und Unterschiede im Erscheinungsbild, in der Feuchte und Haftung zusammen mit den Klimadaten untersucht.<br \/>\nC Herstellung von Objektfl\u00e4chen<br \/>\nIm Zuge der Erprobungsarbeiten an den Bauwerken Orangerie Belvedere Weimar und Rokokoschloss Dornburg wurden<br \/>\nMusterfl\u00e4chen angelegt und ebenfalls wie die Freibewitterungswand beobachtet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Ergebnisqualit\u00e4t hing von der Summe der in der Freibewitterung eingesetzten Materialien und deren Kombinationen ab. Es wurde eine Aussage erzielt, welche historischen und f\u00fcr Restaurierungszwecke einzusetzenden historisierenden Grundmaterialien durch welche Arten von Oberfl\u00e4chenschutzsystemen mit Anstrichsystemen dauerhaft gesch\u00fctzt werden k\u00f6nnen. Dabei zeigt sich, dass die von der restauratorischen Praxis gerne im historischen Kontext auf der Basis von \u00dcberlieferungen und Befunden verwendeten Kalk- und Kalk-Kaseinfarben auf gipshaltigen Putzen nicht dauerhaft angebracht werden k\u00f6nnen. Es wird nachgewiesen, dass die erhoffte langfristige Vertr\u00e4glichkeit der Materialien grunds\u00e4tzlich nicht gew\u00e4hrleistet ist und insbesondere auch durch die verschiedenen Auftragsformen mit ihrem nicht zu untersch\u00e4tzenden Einfluss der Verarbeitungstechnologie keine Dauerhaftigkeit und Haltbarkeit historisierender bzw. authentischer Ma\u00dfnahmen auf dieser Stoffbasis m\u00f6glich ist. Neuere Gedanken gehen aber dahin, dass auch bereits fr\u00fcher keine reinen Kalkfarben, sondern Hilfsstoffe zur Verbesserung des Verhaltens oder sogar ausschlie\u00dflich organische Bindemittel wie in der Temperamalerei verwendet wurden.<\/p>\n<p>Die vergleichend eingesetzten industriellen Farbsysteme wiesen dagegen teilweise \u00fcberzeugende Eigenschaften mit entsprechend hoher Best\u00e4ndigkeitserwartung auf. Dabei zeigte sich, dass nicht die Stoffba-sis alleine ( Kalkfarben, Silikate, Silikonharz-, Acrylat-Dispersionen usw.)  entscheidend ist, sondern sich je nach Modifikation ein guter Erfolg einstellt. So sind pauschale Aussagen nicht m\u00f6glich, jedoch Trends und Anwendungsgrenzen aufzuzeigen. <\/p>\n<p>Ein entscheidende Frage ist neben der technischen Funktionalit\u00e4t jedoch auch die \u00e4sthetische Akzeptanz. So sind lebendige Farbspiele und eine mattsamtene Oberfl\u00e4che im historischen Kontext zu bevorzugen. Untersucht wurden daher auch Silikonharzlasuren und -Schl\u00e4mmen. Sie wiesen annehmbare Eigenschaften nach. <\/p>\n<p>Dem Handwerk, dem Restaurator und auch dem Denkmalpfleger wird im Ergebnis eine Entscheidungshilfe an die Hand gegeben, mit der er in der Lage ist, eine qualifizierte Auswahl der zu w\u00e4hlenden Stoffe und Verfahren vorzunehmen, bzw. Auswahlversuche durchzuf\u00fchren. Die dazugeh\u00f6rige Matrix wurde in dem Heftchen Farbe auf Kalk und Gips ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Umfassender Forschungsbericht<br \/>\nHeftchen Farbe auf Kalk und Gips f\u00fcr Handwerker, Restauratoren, Denkmalpfleger<br \/>\nFachver\u00f6ffentlichungen in Architekturzeitschrift. Modellanwendungen Orangerie Belvedere Weimar<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Ein vollst\u00e4ndiges Oberfl\u00e4chenschutzprogramm zur Verhinderung von Umweltsch\u00e4den an historisch-authentischen Putzfassaden wird angeboten. Die Rezepturen werden zusammen mit Herstellern und in der BauWerkstatt umgesetzt und k\u00f6nnen dort bezogen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Nachgestellte historische Putze, die Gips oder Anhydrit in gr\u00f6\u00dferen Mengen enthalten, sind nicht witterungsbest\u00e4ndig. F\u00fcr die Reparatur von historischen Putzen sind sie jedoch unverzichtbar, da sonst die Materialauthentizit\u00e4t gegen\u00fcber dem Original nicht eingehalten werden kann. Ebenso wie beim historischen Vorbild m\u00fcssen die Reparaturfl\u00e4chen durch eine Farbfassung gesch\u00fctzt werden. 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