{"id":20621,"date":"2023-07-13T15:16:28","date_gmt":"2023-07-13T13:16:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/13836-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:16:29","modified_gmt":"2023-07-13T13:16:29","slug":"13836-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/13836-01\/","title":{"rendered":"Optimierung eingestreuter Haltungssysteme f\u00fcr landwirtschaftliche Nutztiere bez\u00fcglich der Funktion, Behandlung und Handhabung der Einstreu"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die traditionelle Tierhaltung auf Einstreu mit Festmist wurde w\u00e4hrend der vergangenen Jahrzehnte vornehmlich f\u00fcr Rinder und Schweine zugunsten der Haltung auf Spaltenb\u00f6den mit Fl\u00fcssigmist eingeschr\u00e4nkt. Stroheinstreu bindet jedoch Ausscheidungen und verringert NH3- und Geruchsemissionen, dient der artgerechten Tierhaltung, dem Tierschutz und dem Stallklima. Festmist kann die Bodenfruchtbarkeit verbessern. Der weitgehend geschlossene, nat\u00fcrliche N\u00e4hrstoffkreislauf leistet einen Beitrag zur Nachhaltigkeit. Der trotz Einsparungen an Investitionskosten gr\u00f6\u00dfere Handarbeits- und damit Betriebskostenbedarf soll durch Verbesserung der Einstreueigenschaften und -technik in modernen Haltungssystemen um der \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Vorteile sowie der Konkurrenzf\u00e4higkeit willen vermindert werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenNach Darlegung des Standes des Wissens und der Technik der Nutztierhaltung auf Einstreu richten sich die Optimierungsanstrengungen auf die Bereiche TIERE &#8211; UMWELT &#8211; TECHNIK. Wesentliche Schritte sind:<br \/>\n1.\tAnalyse der Strohkette und gegebenen\/geforderten technologischen Eigenschaften von Stroh: Universit\u00e4t Kassel (UK) nach Literatur- und Herstellerrecherche Erhebungen auf vielen Praxis-Betrieben.<br \/>\n2.\tVersuche zur Strukturstabilit\u00e4t und Funktion der Festmistmatratze: Kraftmessung nach Entwicklung von naturnahem, k\u00fcnstlichen Kuhfu\u00df und Technologie (UK) zum Durchdringen der Liege-\/Mistfl\u00e4che.<br \/>\n3.\tUntersuchung der Streuqualit\u00e4t der Strohverteilwagen: Effekt der Auswurfaggregate auf Wurfweite, Staubentwicklung und Gleichm\u00e4\u00dfigkeit nach selbst entwickeltem Verteilme\u00dfsystem (UK, HAWE, FAL).<br \/>\n4.\tBreit angelegte Felderhebung zur Tiergerechtheit: Epidemiologische Studie zum Vergleich verschiedener eingestreuter Stallsysteme bez. Tierverhalten, Technopathien, Stroh- und Arbeitsbedarf (UK).<br \/>\n5.\tTechnologische, physikalische und bildanalytische Untersuchungen zu Art und Effekt der Einstreuaufbereitung: Wirkung von Zerkleinerungssystemen und -grad auf Dichte bez. Volumenbedarf, Fl\u00fcssigkeitsseparier- und -bindeverm\u00f6gen sowie Matratzenstruktur und -stabilit\u00e4t (FAL, HAWE).<br \/>\n6.\tErfassung und Minderung von Staubemissionen beim Einstreuen: Analyse der Konzentration, Partikelgr\u00f6\u00dfe und Endotoxine lungeng\u00e4ngiger luftgetragener und Sedimentations-St\u00e4ube verschiedener Auswurfarten und Emissionsminderung mittels neuer Wasser-Umh\u00fcllungstechniken (FAL, HAWE, UK).<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der Optimierungsprozess richtet sich auf die Funktion, Behandlung und Handhabung der Einstreu mit dem Ziel, das Wohlbefinden der TIERE, Auswirkungen auf die UMWELT und den Effekt der TECHNIK zu verbessern.<br \/>\nTiere profitieren bez\u00fcglich Tierschutz und Tiergerechtheit, n\u00e4mlich von Hygiene, Sauberkeit, Aggressionsabbau durch Besch\u00e4ftigung, von W\u00e4rmed\u00e4mmung und dem ausgewogenen Verh\u00e4ltnis von Weichheit zu Strukturstabilit\u00e4t der Einstreu aufgrund adaptierter technologischer Eigenschaften und komfortabler, verbesserter Streutechnik. Die gefundene, g\u00fcnstigste Aufbereitungsart und der angepasste Zerkleinerungsgrad gew\u00e4hrleisten ein gesundes Stallklima mit, gegen\u00fcber dem bisher \u00dcblichen, niedrigen Strohverbr\u00e4uchen, geringem Arbeitsaufwand und der M\u00f6glichkeit, mechanische, gekapselte F\u00f6rderger\u00e4te einzusetzen.<br \/>\nUmwelt schonende Effekte zeitigen bereits Ernte- und Bergeverfahren, die das Stroh wenig beanspruchen und damit Wasserhalteverm\u00f6gen und Strukturstabilit\u00e4t beg\u00fcnstigen und Staubentwicklungen d\u00e4mpfen. Die bessere Harnbindung mindert NH3- und Geruchsemissionen. Allein die Reduktion der erforderlichen Einstreumenge verringert das Stauben bei der Vorlage. Mittels Modifikation des HAWE-Einstreuger\u00e4tes mit bodennahem Auswurf wird durch eine im Geh\u00e4use installierte Spr\u00fcheinrichtung mit 0,2 l Wasser je kg Stroh eine Expositionsminderung von Staub und lungeng\u00e4ngigen, aerogenen Schadstoffen (Endotoxin) auf 1\/3 erreicht. Der Festmist dient Humusbildung, Bodenverbesserung und einem nachhaltigen N\u00e4hrstoffkreislauf.<br \/>\nTechnik zur Optimierung eingestreuter Tierhaltung konzentriert sich hier auf die Einstreuaufbereitung, den Streuvorgang und die Staubminderung. F\u00fcr die Qualit\u00e4t der Einstreu bedeutet dieses, deren Fl\u00fcssigkeits-Aufnahmeverm\u00f6gen, die Struktur in der Liegematratze und die Logistik-Eigenschaften von Einstreu und Festmist zu verbessern. Langstroh aus einem Ballen bietet bereits neben Weichheit, Kot- und Harnaufnahmeverm\u00f6gen und W\u00e4rmed\u00e4mmung noch gen\u00fcgend Struktur f\u00fcr die Separationsf\u00e4higkeit und Stabilit\u00e4t der Einstreuschicht. Es ist jedoch unhandlich, schwierig zu manipulieren und m\u00fcsste von Hand eingestreut werden. Es l\u00e4sst den Einsatz geschlossener, staubgekapselter F\u00f6rdersysteme nicht zu. Eine weitergehende Aufbereitung verbessert die Logistik von Einstreu und Mist. Folglich wird empfohlen, das Stroh soweit zu zerkleinern, dass es arbeitssparend und staubexpositionsmindernd mit mechanischen F\u00f6rderorganen gehandhabt werden kann: Es sollte etwa einer Ballenpresse mit Schneidwerk entnommen und im Stall lediglich noch bodennah und m\u00f6glichst nicht pneumatisch ausgebracht oder von einem den Ballen nur aufl\u00f6senden Einstreuger\u00e4t mit Wurfgebl\u00e4se mit wenig F\u00f6rderluftunterst\u00fctzung und Staubentwicklung verteilt werden.<br \/>\nDas HAWE-Einstreuger\u00e4t SVW II-R wird mit den erarbeiteten Modifikationen und empfohlenen Verbesserungen diesem Anspruch weitgehend gerecht. Damit werden Komfort, Attraktivit\u00e4t und auch die Wirtschaftlichkeit eingestreuter Systeme erh\u00f6ht.<br \/>\nMit diesem Fortschritt gegen\u00fcber dem vorherigen Wissensstand ist das gesetzte Ziel grunds\u00e4tzlich erreicht. Der seitens der DBU gew\u00e4hrte Zeit- und Kostenrahmen konnte eingehalten werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Aus und w\u00e4hrend der Projektarbeit entstanden 29 schriftliche Ver\u00f6ffentlichungen (deutsche und internationale), 8 Tagungsbeitr\u00e4ge (vornehmlich Vortr\u00e4ge auf internationalen Konferenzen im In- und Ausland), 5 Messe-Pr\u00e4sentationen (DLG, Agritechnica, Huhn und Schwein, Tag der offenen T\u00fcr), 1 Dissertation und 1 Habilitation im vielf\u00e4ltigen Kontakt zu Unternehmen, bei den Projektarbeiten, auf Messen und Tagungen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Res\u00fcmierend kann festgestellt werden, dass die bearbeiteten Problembereiche wie ihre Reihenfolge der Zielsetzung gerecht werden. Die Ergebnisse werden ob ihrer besonderen Praxisbezogenheit und -\u00fcberpr\u00fcfung als belastbar angesehen. Eines gr\u00f6\u00dferen zeitlichen und experimentellen Umfanges h\u00e4tten die Bereiche der Pr\u00e4vention von Staub-, Gas- bzw. Geruchsemissionen bedurft. Aufbauend auf der gefundenen, wirkungsvollen Applikationstechnik w\u00e4ren auch weitere Forschungen zur Optimierung des Tr\u00f6pfchengr\u00f6\u00dfenspektrums und Mengenverh\u00e4ltnisses bei der Staubbindung mit Wasser zu empfehlen.<br \/>\nW\u00fcnschenswert, vorrangig unter dem Umweltaspekt, w\u00e4re eine \u00d6kobilanz, wie mit der Nachhaltigkeitsbetrachtung im Zusammenhang mit dem Gesamt-N\u00e4hrstoffkreislauf angedeutet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die traditionelle Tierhaltung auf Einstreu mit Festmist wurde w\u00e4hrend der vergangenen Jahrzehnte vornehmlich f\u00fcr Rinder und Schweine zugunsten der Haltung auf Spaltenb\u00f6den mit Fl\u00fcssigmist eingeschr\u00e4nkt. Stroheinstreu bindet jedoch Ausscheidungen und verringert NH3- und Geruchsemissionen, dient der artgerechten Tierhaltung, dem Tierschutz und dem Stallklima. Festmist kann die Bodenfruchtbarkeit verbessern. 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