{"id":20619,"date":"2023-07-13T15:16:28","date_gmt":"2023-07-13T13:16:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/13831-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:16:29","modified_gmt":"2023-07-13T13:16:29","slug":"13831-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/13831-01\/","title":{"rendered":"Errichtung einer netzwerkgest\u00fctzten Chemikalienb\u00f6rse in der Philipps-Universit\u00e4t Marburg"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Bei den an Hochschulen anfallenden Sonderabf\u00e4llen sind Laborchemikalienreste aufgrund ihrer Menge und Gef\u00e4hrlichkeit hervorzuheben, die u. a. dadurch entstehen, dass Mitarbeiter Chemikaliengebinde selten vollst\u00e4ndig aufbrauchen. Nicht ben\u00f6tigte Reste werden zun\u00e4chst zwischengelagert, ehe sie schlie\u00dflich teuer entsorgt werden m\u00fcssen. &#8211; Um einen Gro\u00dfteil dieser Laborchemikalienreste nicht entsorgen zu m\u00fcssen sondern stofflich verwerten zu k\u00f6nnen, bzw. um die Entstehung und Lagerung gef\u00e4hrlicher Sonderabf\u00e4lle zu vermeiden, sollte eine netzwerkgest\u00fctzte Datenbank errichtet werden, in die alle Arbeitsgruppen und Praktika ihre Chemikalien dezentral und in eigener Verantwortung raumweise eingeben k\u00f6nnen, ohne dass f\u00fcr sie irgendwelche Hard- oder Softwarekosten entstehen. Durch die Verkn\u00fcpfung dieser Datenbank mit dem Bestellwesen sollte vor Bestellungen jeweils angezeigt werden, ob eine gesuchte Chemikalie an der Universit\u00e4t bereits vorhanden ist und ggf. abgegeben werden kann. Eine Verbreitung an hessische Hochschulen war geplant.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Aufnahme von Stoffen in die Datenbank in die mittels Microsoft Access erstellte Oberfl\u00e4che und die Pflege des Datenbestandes erfolgte dezentral durch die Mitarbeiter der Arbeitsgruppen und bedarf je Stoff nur eines minimalen Aufwandes, da s\u00e4mtliche Arbeits- und Umweltschutzdaten aus zug\u00e4nglichen Quellen automatisch eingelesen werden. &#8211; Durch Verkn\u00fcpfung der Datenbank mit dem Bestellwesen sollte sichergestellt werden, dass Mitarbeiter vor Neubestellungen das Vorhandensein von gebrauchsf\u00e4-higen Altbest\u00e4nden pr\u00fcften. Neben den in der Gefahrstoffverordnung f\u00fcr Chemikalienkataster vorgeschriebenen Daten wurde die Suche chemischer Verbindungen nach verschiedenen Kriterien (Verbindungsklasse, Namensbestandteile, Summenformel, Strukturformel(teile) etc.) erm\u00f6glicht. &#8211; Der fachbereichs\u00fcbergreifende Transport vom Absender zum Empf\u00e4nger ist universit\u00e4tsintern geregelt. &#8211; Da an der Universit\u00e4t unterschiedliche Rechner-Plattformen existieren (PCs, Macintosh- und Unix-Rechner), sollten f\u00fcr die verschiedenen Systeme Clients entwickelt werden, damit die Teilnahme an der B\u00f6rse systemtunabh\u00e4ngig ist. &#8211; Durch die Einbindung des Programms in das WWW sollte die M\u00f6glichkeiten verbessert werden, anderen Hochschulen das Programm zug\u00e4nglich und MS Access als Oberfl\u00e4che obsolet zu machen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zur L\u00f6sung des Problems der mangelnden Verwertung der an Hochschulen anfallenden Laborchemikalienreste konnte auf  der Basis der Datenbanksoftware  DB2 der Fa. IBM eine netzwerkgest\u00fctzte Datenbank aufgebaut werden, in die die Arbeitsgruppen und Praktika am Fachbereich Chemie der Philipps-Universit\u00e4t Marburg dezentral und in eigener Verantwortung die vorhandenen Chemikalienbest\u00e4nde aufgenommen haben und bislang reibungslos verwalten. Mit diesem Datenbanksystem, welches s\u00e4mtlich auf kommerzieller und f\u00fcr Hochschulen kostenloser Software aufbaut, k\u00f6nnen nicht nur alle erdenklichen, weit \u00fcber die gesetzlichen Vorgaben (GefStoffV, \u00a7 16, Abs. 3a) relevanten Informationen f\u00fcr Arbeits- und Umweltschutz verwaltet werden, sondern auch Daten von besonderem chemischen Interesse. So wurden vielf\u00e4ltige Auswertungen, z. B. auch nach strukturellen Merkmalen chemischer Verbindungen, implementiert, die zu einer hohen Akzeptanz des Systems gef\u00fchrt haben. &#8211; Auch die Zielsetzung, ein bedienerfreundliches, weitgehend selbst erkl\u00e4rendes Programm zu schaffen, wurde erf\u00fcllt, da man nach kurzer Einweisung sicher damit operieren kann. Trotz der Vielfalt an Suchm\u00f6glichkeiten konnte der Aufwand f\u00fcr die Eingabe von Daten auf ein Mindestma\u00df beschr\u00e4nkt werden, weil die Mehrzahl der Arbeits- und Umweltschutzdaten aus f\u00fcr Hochschulen kostenlosen und stets aktuellen Quellen bezogen wird.<br \/>\nMit dieser ersten Programmfassung war es jedoch nicht m\u00f6glich, die erfolgreichen Vermittlungen von Stoffen bzw. die Rate der Verwertung statt Entsorgung quantitativ zu registrieren, um den \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Erfolg des Systems nachzuweisen bzw. zu widerlegen zu k\u00f6nnen. Insofern ist eine kritische quantitative Bewertung des Projekts zum gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt nicht m\u00f6glich.<br \/>\nF\u00fcr die Datensicherung wird eine in der DB2-Software enthaltene Methode verwendet, die gut mit dem an der Universit\u00e4t Marburg etablierten zentralen Tivoli-Backup-System (ehemals ADSM der Firma IBM) zusammenarbeitet. Sie gew\u00e4hrleistet, dass der gesamte Datenbestand t\u00e4glich gesichert wird, so dass schlimmstenfalls die \u00c4nderungen eines Tages verloren gehen k\u00f6nnten.<br \/>\nDie Einf\u00fchrung des Verwaltungsprogramms SAP R\/3 an hessischen Hochschulen mit dem Jahr 2001 machte es erforderlich, alle Chemikalienbestellungen \u00fcber das SAP-Modul MM abzuwickeln. Die ange-strebte Verkn\u00fcpfung des Datenbankprogramms mit SAP R\/3 erwies sich aber als mit vertretbaren Mitteln nicht realisierbar, so dass das Ziel einer automatischen Bestandssuche in der Datenbank bei geplanten Bestellvorg\u00e4ngen aufgegeben werden musste. &#8211; Entscheidend ist letztlich, dass bereits diese Version als Datenbank von Chemikern f\u00fcr Chemiker die Erwartungen der Mitarbeiter erf\u00fcllte, reibungslos funktioniert und daher am Fachbereich Chemie der Universit\u00e4t Marburg angenommen wurde.<br \/>\nDerzeit wird weiterhin an dem Ziel gearbeitet, beliebige Webbrowser als Bedienoberfl\u00e4che zuzulassen, so dass es keiner Installationen auf den Rechnern der Endnutzer mehr bedarf. Die Web-Oberfl\u00e4che l\u00e4uft bereits als Testversion, funktioniert aber noch nicht st\u00f6rungsfrei, weswegen eine Verbreitung zurzeit noch nicht angezeigt ist. Allerdings wurde mit der Installation der ersten Programmversion bei unseren Kooperationspartnern an den hessischen Partneruniversit\u00e4ten begonnen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Da die Einf\u00fchrung der in Marburg erstellten netzwerkgest\u00fctzten Chemikalienb\u00f6rse an allen hessischen Hochschulen geplant war, fand erstmalig im Mai 2000 an der FH Fulda vor Vertretern der hessischen Hochschulen eine online-Installation und eine Vorf\u00fchrung der ersten Version des Programms statt. &#8211; Eine Pr\u00e4sentation der zweiten Version (Web-Browser als Oberfl\u00e4che) konnte bisher nicht erfolgen, weil diese Version noch nicht ganz fertiggestellt wurde und somit nicht verbreitungsw\u00fcrdig ist.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Marburger Konzept zur Verwertung von Laborchemikalienresten ist ein gleicherma\u00dfen programmiertechnisches wie organisatorisches und logistisches und geht als solches von den realen Strukturen, Abl\u00e4ufen und Gegebenheiten chemischer Lehr- und Forschungseinrichtungen aus. Daher halten die Antragsteller in vollem Umfang an den Zielsetzungen (keine zus\u00e4tzlichen Hard- und Softwarekosten f\u00fcr die dezentralen Nutzer, keine Kosten f\u00fcr die Aktualisierung des Datenbestandes auf dem zentralen Server, kostenlose Server-Software) und am Weg ihrer Umsetzung fest. Die bereits begonnene Installation des Programms an anderen hessischen Hochschulen wird unverz\u00fcglich fortgesetzt; an der Fertigstellung der Webbrowser-Oberfl\u00e4che wurde und wird auch nach Projektende beharrlich weiter gearbeitet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Bei den an Hochschulen anfallenden Sonderabf\u00e4llen sind Laborchemikalienreste aufgrund ihrer Menge und Gef\u00e4hrlichkeit hervorzuheben, die u. a. dadurch entstehen, dass Mitarbeiter Chemikaliengebinde selten vollst\u00e4ndig aufbrauchen. 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