{"id":20611,"date":"2023-07-13T15:16:24","date_gmt":"2023-07-13T13:16:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/13798-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:16:27","modified_gmt":"2023-07-13T13:16:27","slug":"13798-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/13798-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines Verfahrens zur gemeinsamen Behandlung von h\u00e4uslichen und gewerblichen Abw\u00e4ssern aus einer B\u00e4ckerei in einer Kleinkl\u00e4ranlage"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die derzeit auf dem Markt befindlichen Verfahrensvarianten an Kleinkl\u00e4ranlagen sind nicht oder nur unzureichend in der Lage, die Abw\u00e4sser sehr kleiner Gewerbebetriebe befriedigend mitzubehandeln. Die Ablaufwerte von Kleinkl\u00e4ranlagen, in denen B\u00e4ckereiabw\u00e4sser mitbehandelt werden, schwanken erheblich und betragen bis zu 2.000 mg\/l CSB. Wesentliche Probleme resultieren einerseits aus der hohen organischen Fracht aus B\u00e4ckereiabw\u00e4ssern und einer daraus resultierenden \u00dcberlastung der Kl\u00e4ranlage im aeroben Anlagenteil und einer Vers\u00e4uerung des Abwassers durch anaerobe Umsetzungen, sowie andererseits aus den schlechten Absetzeigenschaften des Abwassers durch Mehlbestandteile.<\/p>\n<p>Ziel des Projektes war es, die Eignung eines Verfahrens zur gemeinsamen Behandlung von h\u00e4uslichen und gewerblichen Abw\u00e4ssern aus B\u00e4ckereien in einer Kleinkl\u00e4ranlage zu verifizieren. Die aerobe Abwasserreinigung erfolgte in einer Einbeckenkl\u00e4ranlage mit Aufstaubetrieb und nachgeschaltetem, vertikal durchstr\u00f6mten Bodenfilter und die Vorkl\u00e4rung in einer modifizierten Mehrkammergrube, deren Betriebsweise den besonderen Abwasserverh\u00e4ltnissen angepasst wird. Erg\u00e4nzend wurden Untersuchungen an einer Versuchsanlage im Laborma\u00dfstab durchgef\u00fchrt, um f\u00fcr die drei Verfahrensvarianten der Einbeckenkl\u00e4ranlage (SBR \/ SBBR) maximale Abbauleistungen und daraus abgeleitete Bemessungsangaben zu ermitteln.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenNach dem Bau der Anlage durch die Firma Bredeh\u00f6ft &#038; Partner sollte diese im Rahmen von 3 Versuchsphasen optimiert werden. Die Versuchsphasen wurden vom Institut f\u00fcr Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik der Universit\u00e4t Hannover begleitet. Untersucht wurden in der aeroben Reinigungsstufe der Betrieb der Einbeckenkl\u00e4ranlage mit und ohne Aufwuchstr\u00e4ger f\u00fcr Biomasse (SBBR \/ SBR) und die Auswirkungen auf die Reinigungsleistung und Betriebsstabilit\u00e4t. Daneben wurde die Leistungsf\u00e4higkeit des Bodenfilters sowie der Versuchsanlage erfasst. Hierzu wurden die Zu- und Ablaufzusammensetzungen bestimmt. Die Vorkl\u00e4rung sollte durch eine zus\u00e4tzliche Bel\u00fcftung verbessert werden. Die Untersuchung innerbetrieblicher Zusammenh\u00e4nge der B\u00e4ckerei sollte Aufschluss \u00fcber M\u00f6glichkeiten der Abwasservermeidung geben.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zum Gesamtprojekt liegt der ausf\u00fchrliche Abschlussbericht von August 2000 vor.<br \/>\nDas Ziel des Projektes konnte erreicht werden. Besonders geeignet zur gemeinsamen Behandlung von h\u00e4uslichen und gewerblichen Abw\u00e4ssern aus B\u00e4ckereien in einer Kleinkl\u00e4ranlage ist das SBR-Verfahren mit nachge-schaltetem Bodenfilter. Die B\u00e4ckereiabw\u00e4sser sind gekennzeichnet durch einen sehr geringen pH-Wert von unter 5 und hohen organischen Frachten. Eine Absch\u00e4tzung der t\u00e4glichen Abwasserfrachten aus der untersuchten B\u00e4ckerei ergab im Ablauf der Vorkl\u00e4rung 2 kg CSB, 1,3 kg BSB5, 55 g N, 5 g P und 220 gTS0. Bei der untersuchten B\u00e4ckerei handelte es sich um einen kleinen Familienbetrieb mit einem Abwasseranfall in der B\u00e4ckerei von im Mittel 0,5 m3\/d bei einer t\u00e4glichen Gesamtabwassermenge einschlie\u00dflich der h\u00e4uslichen Abw\u00e4sser von im Mittel 0,9 m3. Die gewerblichen Abwasserfrachten aus der kleinen B\u00e4ckerei entsprechen damit bei einer hydraulischen Belastung von 0,5 m3\/d einer BSB5-Fracht von 32 EGW. M\u00f6glichkeiten der Abwasservermeidung und Verringerung der Schmutzfrachten im Abwasser einer B\u00e4ckerei liegen im Einsatz von Sieben und einer umfangreichen trockenen Entfernung von Feststoffen und Resten vor der Nassreinigung.<br \/>\nDie Ergebnisse hinsichtlich der Vorkl\u00e4rung sind, dass dort haupts\u00e4chlich eine Elimination von Feststoffen und ein Ausgleich der starken Zulaufschwankungen erfolgt. Der biologische Abbau ist bei einer Aufenthaltszeit von 3 Tagen gering. Das Abwasser in der Vorkl\u00e4rung wird nicht zus\u00e4tzlich bel\u00fcftet, da eine aerobe biologische Reinigung des anges\u00e4uerten Abwassers problemlos m\u00f6glich ist.<br \/>\nEin Vergleich der drei untersuchten Verfahrensvarianten (Biofilmreaktor mit getauchtem Festbett im Aufstaubetrieb, SBR und Biofilmreaktor mit moving-bed-Material im Aufstau-betrieb) ergab, dass der Betrieb der Biofilmanlagen keinen Vorteil gegen\u00fcber dem ausschlie\u00dflichen Belebungsverfahren im SBR hatte. Das Aufwuchsmaterial war nicht oder nur mit einem sehr schwach anhaftenden lockeren Biofilm bewachsen. Die Bildung von Schlammflocken erfolgte bevorzugt gegen\u00fcber der Bildung eines Biofilms im SBBR, da das B\u00e4ckerei-Abwasser mit hohen organischen Schadstoffkonzentrationen eine hohe Biomassenproduktion bedingt. Der Anlagenbetrieb hat gezeigt, dass ein besonderes Augenmerk auf die Ausgestaltung der Abzugsvorrichtung zu legen ist, damit kein Schlamm in den Ablauf gelangt sowie die Schlammstruktur, die bei TS-Gehalten von 3 g\/l und einem Schlammindex von 190 ml\/g nicht optimal war. Der Betrieb der Versuchsanlage im Laborma\u00dfstab hat best\u00e4tigt, dass die Behandlung der B\u00e4ckerei-Abw\u00e4sser im SBR am leistungsf\u00e4higsten ist. Hierbei ist zu beachten, dass das Volumenaustauschverh\u00e4ltnis sowie die Beschickungszeit und -H\u00e4ufigkeit so zu gestalten sind, dass nur sehr kurzfristig pH-Werte < 6,5 auftreten. Eine sto\u00dfweise Beschickung beeinflusst die Schlammabsetzeigenschaften positiv.\nEine Behandlung der Abw\u00e4sser mit der Verfahrenskombination SBR und nachgeschaltetem Bodenfilter ist besonders empfehlenswert, da erstens der Bodenfilter einen sehr guten Feststoff-R\u00fcckhalt gew\u00e4hrleistet und zweitens zur Vergleichm\u00e4\u00dfigung der hydraulischen Belastung des Vorfluters beitr\u00e4gt. Die mittleren Ablaufwerte der B\u00e4ckerei-Kleinkl\u00e4ranlage liegen bei 22 mg\/l CSB bzw. 4 mg\/l BSB5 und damit weit unter den gesetzlichen Vorgaben von 150 mg\/l CSB bzw. 40 mg\/l BSB5. Der Energieverbrauch die-ser Kleinkl\u00e4ranlage liegt bei optimalem Betrieb im unteren Bereich von Kleinkl\u00e4ranlagen mit Belebungsverfahren. Der Bodenfilter ist bei Havarieereignissen der technischen Anlage kurzzeitig in der Lage, organische Belastungen weitgehend abzubauen.\n\n\n\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation\n\nFa. Bredeh\u00f6ft &#038; Partner GmbH, Lammhorn 18, 27624 Lintig, Ansprechpartner: Herr Dipl.-Ing. Uwe Sen-nert, Tel. 04745 \/ 94 74 -0, Fax -20; Kommunale Umwelt-AktioN U.A.N., Arnswalderstrasse 28, 30159 Hannover, Ansprechpartnerin: Frau von Felde, Telefon 0511 \/ 302 85 -60, Fax -56  (ehemalige Mitarbeiterin des ISAH Institutes f\u00fcr Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik der Universit\u00e4t Hannover). \n\u00d6ffentlichkeitsarbeit:\nDie Ergebnisse des Forschungsvorhabens wurden auf einer Veranstaltung der Kommunalen Umwelt AktioN U.A.N. am 15.2.2000 in Walsrode vorgestellt. Dar\u00fcber hinaus wurde das Projekt allen interessierten Fachleuten durch eine Ver\u00f6ffentlichung im Fachjournal des ATV-DVWK, in der Korrespondenz Abwasser im Heft 10\/2000, das sich schwerpunktm\u00e4\u00dfig mit den Problemen im l\u00e4ndlichen Raum besch\u00e4ftigt, zug\u00e4nglich gemacht.\n\n\nFazit\n\nAufgrund der hohen Kanalkosten im l\u00e4ndlichen Raum mit d\u00fcnner Besied-lungsdichte wird die Abwasserreinigung in Kleinkl\u00e4ranlagen auch zuk\u00fcnftig einen hohen Stellenwert haben. Im Projekt wurde das Ziel der Untersuchungen erreicht, ein geeignetes Verfahren zur gemeinsamen Behandlung von h\u00e4uslichen und gewerblichen Abw\u00e4ssern aus B\u00e4ckereien zu entwickeln und es in einer kleinen B\u00e4ckerei\/ Familienbetrieb, modellhaft zu installieren. Die wissenschaftliche Begleitung der mehr als einj\u00e4hrigen Betriebszeit der B\u00e4ckerei-Kleinkl\u00e4ranlage hat gezeigt, dass eine vollst\u00e4ndige biologische Reinigung dieser Abw\u00e4sser m\u00f6glich ist. Eine Behandlung die-ser Abw\u00e4sser mit der Verfahrenskombination SBR und nachgeschaltetem Bodenfilter wird von der Universit\u00e4t Hannover besonders empfohlen, da der Bodenfilter einen sehr guten Feststoff-R\u00fcckhalt gew\u00e4hrleistet und zur Vergleichm\u00e4\u00dfigung der hydraulischen Belastung des Vorfluters beitr\u00e4gt.\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die derzeit auf dem Markt befindlichen Verfahrensvarianten an Kleinkl\u00e4ranlagen sind nicht oder nur unzureichend in der Lage, die Abw\u00e4sser sehr kleiner Gewerbebetriebe befriedigend mitzubehandeln. Die Ablaufwerte von Kleinkl\u00e4ranlagen, in denen B\u00e4ckereiabw\u00e4sser mitbehandelt werden, schwanken erheblich und betragen bis zu 2.000 mg\/l CSB. Wesentliche Probleme resultieren einerseits aus der hohen organischen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[64,51,53],"class_list":["post-20611","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-niedersachsen","tag-ressourcenschonung","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"13798\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-13798.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"74.302,98","dbu_projektdatenbank_firma":"Bredeh\u00f6ft & Partner","dbu_projektdatenbank_strasse":"Lammhorn 18","dbu_projektdatenbank_plz_str":"27624","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Lintig","dbu_projektdatenbank_p_von":"1998-05-30 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2001-11-27 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"3 Jahre und 6 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"04745\/9474-0","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Niedersachsen","dbu_projektdatenbank_foerderber":"6","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/20611","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/20611\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":33614,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/20611\/revisions\/33614"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20611"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20611"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20611"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}