{"id":20602,"date":"2023-07-13T15:13:05","date_gmt":"2023-07-13T13:13:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/08930-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:13:05","modified_gmt":"2023-07-13T13:13:05","slug":"08930-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/08930-01\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderschwerpunkt Bioabfallverwertung (-): Untersuchungen und Konzeptentwicklung zum Komposteinsatz zur Verminderung des Boden- und N\u00e4hrstoffabtrages durch Winderosion sowie zur Beeinflussung der Bodentemperaturen im Hinblick auf Optimierung der pflanzli"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Eine Steigerung der Akzeptanz f\u00fcr den Komposteinsatz in der Landwirtschaft soll durch die Untersuchung neuer Anwendungsm\u00f6glichkeiten unter Ausnutzung der wertgebenden Eigenschaften von Komposten erreicht werden. Ziel sind die Verminderung des Boden- und N\u00e4hrstoffabtrages von landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4chen durch Winderosion mit Hilfe einer j\u00e4hrlichen standortgerechten Kompostaufbringung sowie die positive Beeinflussung des Bodentemperatur- und -feuchteregimes durch Kompostapplikation besonders im Hinblick auf die pflanzliche Jugendentwicklung und die Ertragssicherung bei Mais.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAuf den zwei vorgesehenen, morphologisch und pedologisch unterschiedlichen Versuchsfl\u00e4chen (PA-RA-BRAUNERDE und PODSOL), die jeweils 4.800 m\u00b2 gro\u00df sind, werden neben vier Versuchsvarianten ohne Kompostaufbringung acht Kompostvarianten mit und ohne zus\u00e4tzliche mineralische D\u00fcngerzugaben zur statistischen Absicherung jeweils viermal getestet (insgesamt 96 Testparzellen zu je 100 m\u00b2).<br \/>\nUmfangreiche bodenkundliche Untersuchungen (u. a. Textur, Aggregatstabilit\u00e4t, Windkanalexperimente, Porenvolumen, Kationenaustauschkapazit\u00e4t, N\u00e4hrstoffgehalte und Schwermetalle) w\u00e4hrend der Laufzeit und am Ende des auf drei Jahre projektierten Forschungsvorhabens sollen &#8211; zusammen mit den Ergebnissen der seit ca. zwei Jahren laufenden Untersuchungen &#8211; fundierte Erkenntnisse erbringen. Parallel dazu werden best\u00e4ndige Kompostqualit\u00e4ts- sowie Ernteertragsuntersuchungen und Bonitierungen durchgef\u00fchrt. Diese Arbeiten werden durch die Aufnahme von VA-Mykorrhiza-Vorkommen an Maiswurzeln erg\u00e4nzt.<br \/>\nDes Weiteren sollen auf den Testfl\u00e4chen umfangreiche gel\u00e4nde- und mikroklimatische Untersuchungen durchgef\u00fchrt werden, bei denen permanente Messungen der Luft- und Bodentemperaturen, des Strahlungshaushaltes, der Windrichtung und -st\u00e4rke sowie der Niederschl\u00e4ge, relativen Luftfeuchtigkeit, Bodenfeuchtigkeit und Verdunstung stattfinden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Nach zweij\u00e4hriger Kompostd\u00fcngung bewirken die eingesetzten Fertigkomposte deutlichere Bodenmeliorationseffekte auf den Versuchsfl\u00e4chen als die Frischkomposte. Aus diesem Grund wurden in den Folge-jahren 1998 bis 2000 ausschlie\u00dflich Fertigkomposte in unterschiedlicher Aufbringungsmenge und Absiebung verwendet.<br \/>\nDie Versuchs- und Untersuchungsergebnisse zeigen z. T. sehr deutlich, dass die gepr\u00fcften Frisch- und Fertigkomposte in Abh\u00e4ngigkeit von der ausgew\u00e4hlten Versuchsfl\u00e4che und der Versuchsdauer zu einer Verbesserung der Wasserhaltef\u00e4higkeit f\u00fcr pflanzenverf\u00fcgbares Wasser durch die Erh\u00f6hung der nutzbaren Feldkapazit\u00e4t von ca. 2-6 Vol.-% gef\u00fchrt haben. Hierbei stellte sich heraus, dass die Menge des eingesetzten Kompostes bedeutsamer war als sein Absiebungsgrad.<br \/>\nIm Gegensatz dazu ist die Kompostabsiebung neben der Aufbringungsmenge bei der Steigerung der Bodenaggregatstabilit\u00e4t, die zu einer in Windkanalexperimenten nachgewiesenen Verminderung der potenziellen Winderosion gef\u00fchrt hat, standortspezifisch von gr\u00f6\u00dferer Bedeutung. Auf dem schweren Boden der Versuchsfl\u00e4che PARABRAUNERDE zeigt die gr\u00f6bere 40-mm-Absiebung die beste Wirkung, und auf dem leichten Boden der Versuchsfl\u00e4che PODSOL f\u00fchrt die feinere 20-mm-Absiebung zur h\u00f6chs-ten Strukturstabilit\u00e4t.<br \/>\nDurch Mikroklimamessungen in den Jahren 1998 bis 2000 auf der Versuchsfl\u00e4che PODSOL und der Versuchsfl\u00e4che PARABRAUNERDE wurde festgestellt, dass die aufgebrachten Komposte durch ihre dunkle F\u00e4rbung am Tage mehr Energie aufnehmen als die Varianten ohne Kompost. Nachts hingegen wird von diesen Varianten erkennbar weniger Energie abgestrahlt. In der Folge kommt es auf den Par-zellen mit Kompostd\u00fcngung zu einer ausgeglicheneren Tagestemperaturamplitude und zu ca. 1-2 K h\u00f6heren Temperaturen in 3 cm und 5 cm Bodentiefe w\u00e4hrend der Nacht. Dies f\u00fchrt insgesamt zu einer Verbesserung der mikroklimatischen Wuchsbedingungen bei Mais.<br \/>\nAn den Maiswurzeln der Varianten mit hoher Kompostd\u00fcngung (60-m\u00b3\/ha und Jahr) ist eine Erh\u00f6hung des VA-Mykorrhiza-Vorkommens um 50 % ermittelt worden. Vermutlich f\u00fchrt diese Steigerung insbesondere auf leichten B\u00f6den sowohl zu einer besseren Umsetzung der organischen Substanz als auch zu einer Verbesserung der pflanzlichen N\u00e4hrstoffaufnahme.<br \/>\nAlle durch die Versuchskomposte verbesserten Bodeneigenschaften spiegeln sich in guten Ernteertr\u00e4gen und Erntequalit\u00e4ten der angebauten Getreide- und Maiskulturen wider. Die anf\u00e4ngliche Bef\u00fcrchtung, dass durch die Kompostd\u00fcngung Minderertr\u00e4ge auftreten k\u00f6nnten, hat sich nicht best\u00e4tigt. Besonders nach mehrj\u00e4hriger Kompostd\u00fcngung ist sogar mit z. T. deutlichen Mehrertr\u00e4gen zu rechnen. Eine erg\u00e4nzende N-Zugabe bleibt bei angemessener Kompostd\u00fcngung jedoch unverzichtbar.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das F\u00f6rderprojekt und die Forschungsergebnisse wurden\/werden<br \/>\n1.\tauf dem Statusseminar der Deutschen Bundesstiftung Umwelt am 25. und 26.11.1998 in Osnabr\u00fcck,<br \/>\n2.\tbei einem Wirtschaftsseminar des Verbandes der Humus- und Erdenwirtschaft Region Nord e. V. am 18.05.1999 in Schwerin,<br \/>\n3.\tauf der International Compost Conference 2000 Down Under am 14. bis 16.11.2000 in Melbourne,<br \/>\n4.\tals Dissertation von Herrn Dipl.-Geogr. Ralf Hartmann elektronisch im Internet und<br \/>\n5.\tin Bremer Beitr\u00e4ge zur Geographie und Raumplanung einer breiten \u00d6ffentlichkeit vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Obwohl die N\u00e4hrstoffe unter den wertgebenden Eigenschaften von Komposten h\u00e4ufig an erster Stelle genannt werden, sollte dem Potenzial der organischen Substanz, die mit ihrem in dieser Arbeit nachgewiesenen physikalischen und mikroklimatischen Wirkungsspektrum die \u00f6konomische und \u00f6kologische Leistungsf\u00e4higkeit von B\u00f6den steigert, gr\u00f6\u00dfere Bedeutung zukommen und entsprechend deklariert wer-den.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Eine Steigerung der Akzeptanz f\u00fcr den Komposteinsatz in der Landwirtschaft soll durch die Untersuchung neuer Anwendungsm\u00f6glichkeiten unter Ausnutzung der wertgebenden Eigenschaften von Komposten erreicht werden. 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