{"id":20597,"date":"2023-07-13T15:16:24","date_gmt":"2023-07-13T13:16:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/13746-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:16:25","modified_gmt":"2023-07-13T13:16:25","slug":"13746-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/13746-01\/","title":{"rendered":"Vorstudie zur Realisierbarkeit des Projekts Viel Umwelt f\u00fcr wenig Geld &#8211; Umweltqualit\u00e4t f\u00fcr Haushalte mit kleinem Einkommen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ma\u00dfnahmen der Aufkl\u00e4rung und Motivation zu umweltgerechtem Verhalten k\u00f6nnen Schichten mit kleinen Einkommen oft nicht erreichen. Wesentliche Gr\u00fcnde hierf\u00fcr liegen unter anderem in fehlenden finanziellen Spielr\u00e4umen der Betroffenen, dem Mangel an praktikablen Vorbildern und der Art der Informations-vermittlung. Gleichzeitig bietet umweltgerechtes Verhalten und Entscheiden im Alltag objektiv Potentiale zur finanziellen Einsparung und Erh\u00f6hung der Lebensqualit\u00e4t. Die Nutzung dieser Potentiale l\u00e4sst sowohl einen relevanten Entlastungseffekt f\u00fcr die Umwelt als auch einen Bewusstseinswandel in den angesprochenen Bev\u00f6lkerungsschichten erwarten. \u00dcbergeordnetes Ziel des Projektes ist es daher, wirksame Beratungsangebote und Selbsthilfestrategien f\u00fcr mehr Umweltqualit\u00e4t f\u00fcr Haushalte mit kleinen Einkommen zu entwickeln. Das Ziel soll mit einer fundierten Analyse tats\u00e4chlicher Verhaltensoptionen, der Erarbeitung zielgruppengerechter Informationen sowie der Nutzung von Arbeitsformen erreicht werden, die Erfolgskomponenten der Offenen Privatg\u00e4rten und der Tupper-Parties aufgreifen. Beratene Haushaltsmitglieder werden zu Beratern qualifiziert, um ihrerseits mit dem praktischen Beispiel ihres Modellhaushaltes weitere Haushalte zu beraten und die Qualifizierung weiterer Personen zu initiieren (Schneeballsystem). Es ist Ziel der Vorstudie, das analytische Fundament und basierend darauf die detaillierte Konzeption f\u00fcr das Hauptprojekt zu erarbeiten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZun\u00e4chst wird eine Literatur-, Statistik- und Expertenrecherche durchgef\u00fchrt. Die Auswertung der so gewonnenen Informationen bildet die Basis f\u00fcr die Entwicklung von Interviewleitf\u00e4den f\u00fcr Interviews mit Experten und Vertretern der Zielgruppe. Nach Auswahl der Experten und Zielgruppenvertreter werden mit diesen Interviews durchgef\u00fchrt. Parallel zur Recherche der Experten und Zielgruppenvertreter wird ge-kl\u00e4rt, welche Personen und Institutionen daran interessiert sind, in einem projektbegeleitenden Beirat mitzuwirken. Nach Auswertung der Interviews erfolgt die Darstellung von Verhaltensoptionen und der Gr\u00fcnde f\u00fcr die Nutzung oder Nichtnutzung. Die f\u00fcr das Hauptprojekt vorgesehenen Qualifikationsma\u00dfnahmen f\u00fcr Vertreter von Zielgruppen werden grob konzipiert, ihre Zertifizierbarkeit abgekl\u00e4rt und der geographische Raum des Projektes definiert. Abschlie\u00dfend wird das f\u00f6rderantragsf\u00e4hige Konzept f\u00fcr das Hauptprojekt erstellt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Um die Realisierbarkeit des Hauptprojektes pr\u00fcfen zu k\u00f6nnen, waren neben der Auswertung der neueren Literatur und der Ber\u00fccksichtigung von Expertenwissen vor allem Erkenntnisse aus der Zielgruppe selbst von wesentlicher Bedeutung. Zur Bestimmung der Zielgruppe, Haushalte mit kleinen Einkommen, wurde in Anlehnung an den Armutsbericht des Landes Niedersachsen kleines Einkommen als ein Haushaltsnettoeinkommen operationalisiert, das h\u00f6chstens 80% des Durchschnittseinkommens nieders\u00e4chsischer Haushalte gleicher Personenst\u00e4rke aufweist. Aus dieser Zielgruppe wurden Testhaushalte aus dem Landkreis Osnabr\u00fcck und dem Stadtgebiet der Stadt Osnabr\u00fcck intensiv befragt. Dabei hat sich gezeigt, dass die Zielgruppe in vielerlei Hinsicht nicht homogen ist. Um die Vielfalt der unterschiedlichen Lebenssituationen angemessen ber\u00fccksichtigen zu k\u00f6nnen, wurden anstelle der zun\u00e4chst geplanten 10-15 Testhaushalte insgesamt 23 Haushalte befragt. Hierzu wurde dem Antrag auf kostenneutrale Verl\u00e4ngerung der Projektlaufzeit von acht auf neun Monate entsprochen.<br \/>\nF\u00fcr alle Testhaushalte gilt, dass umweltfreundliches Verhalten sich in geordneter Abfallentsorgung, nicht verschwenderischem Wirtschaften und insbesondere dem Sparen von Energie widerspiegelt. Kritischer Konsum, bewusste Ern\u00e4hrung mit Biokost oder weniger Fleisch, der Einsatz schadstoffarmer Materialien bei der Wohnungseinrichtung oder von Naturmaterialien bei der Kleidung sind nur f\u00fcr einen Teil der be-fragten Haushalte praktizierte oder gew\u00fcnschte Aspekte umweltfreundlichen Verhaltens.<br \/>\nEbenso unterscheidet sich das Mobilit\u00e4tsverhalten der Haushalte. W\u00e4hrend im l\u00e4ndlichen Raum die Verf\u00fcgbarkeit von Pkws als unabdingbar angesehen wird, organisieren einige Stadtbewohner den Verkehr mit einem Mix aus Fahrrad, Bus, Taxi oder Leihauto. Die Bereitschaft, st\u00e4rker auf das Auto zu verzichten, ist durchg\u00e4ngig vorhanden, wobei das Fahrrad aus Fahrplan- und Kostengr\u00fcnden dem \u00d6PNV vorgezogen wird.<br \/>\nViele der befragten Haushalte verhalten sich notgedrungen sparsam und belasten von daher pauschal gesehen die Umwelt nicht so stark wie andere, die mehr konsumieren. Dabei richtet sich der Blick jedoch in erster Linie auf die Preise, nicht so sehr auf die Umwelt. Billige Einwegprodukte von Discountern werden teuren Mehrwegartikeln vorgezogen. Zugleich treten die kurzfristigen Kosten &#8211; nicht zuletzt durch ei-nen Mangel an finanziellen Dispositionsm\u00f6glichkeiten &#8211; so stark in den Vordergrund, dass mittel- und langfristig erzielbare Einsparungen zun\u00e4chst nicht in Erw\u00e4gung gezogen werden. Das betrifft nicht nur bauliche Ma\u00dfnahmen wie W\u00e4rmed\u00e4mmung und neue Heiztechnik, die f\u00fcr viele objektiv nicht realisierbar sind, sondern oft auch den Ersatz von Haushaltsger\u00e4ten durch solche mit h\u00f6herer Energieeffizienz und zuweilen die Anschaffung von Energiesparlampen oder wassersparender Technik, f\u00fcr deren Einsatz oftmals Bereitschaft signalisiert wurde.<br \/>\nDiese Problemlage kann vor allem mit einer ganzheitlichen Analyse und Beratung des Haushaltes begegnet werden, die insbesondere aufzeigt, wie aus Einsparungen mit nichtinvestiven Ma\u00dfnahmen finanzielle Spielr\u00e4ume f\u00fcr investive Ma\u00dfnahmen gewonnen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die in dieser Vorstudie untersuchte Zielgruppe des Projektes besteht aus Haushalten, die vielfach der Umwelt gegen\u00fcber sehr aufgeschlossen sind und von denen viele in Einzelbereichen bereits vorbildliches Umweltverhalten praktizieren. Desgleichen finden sich in allen Haushalten Bereiche, die weiter zu optimieren sind.<br \/>\nDer besondere Ansatz des Projektes, Haushalte mit knappen, also deutlich unterdurchschnittlichen Einkommen anzusprechen und hierbei \u00f6konomische, soziale und \u00f6kologische Interessen konkret miteinander zu verbinden, ist neuartig und bislang in Deutschland nirgends erprobt. Diese Hauhalte repr\u00e4sentie-ren einen gro\u00dfen Teil der Bev\u00f6lkerung.<br \/>\nDie \u00f6kologische Optimierung dieser Haushalte f\u00fchrt zur Verbesserung der Umweltsituation in einem im Rahmen des Projektes mit Messdaten belegbaren Umfang. Die durch die Projektanlage gleichzeitig erfolgende soziale Aktivierung und \u00f6konomische Optimierung st\u00fctzt die Dauerhaftigkeit dieses Prozesses und macht das Vorgehen f\u00fcr die Zielgruppe attraktiv.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ma\u00dfnahmen der Aufkl\u00e4rung und Motivation zu umweltgerechtem Verhalten k\u00f6nnen Schichten mit kleinen Einkommen oft nicht erreichen. Wesentliche Gr\u00fcnde hierf\u00fcr liegen unter anderem in fehlenden finanziellen Spielr\u00e4umen der Betroffenen, dem Mangel an praktikablen Vorbildern und der Art der Informations-vermittlung. 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