{"id":20595,"date":"2023-07-13T15:16:24","date_gmt":"2023-07-13T13:16:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/13735-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:16:25","modified_gmt":"2023-07-13T13:16:25","slug":"13735-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/13735-01\/","title":{"rendered":"Nachhaltiges Handlungskonzept f\u00fcr die \u00f6kologische Schmiede Kaltensundheim"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Anla\u00df des Vorhabens war die Ansiedlung der geplanten neuen Schmiede als erster Betrieb im neuen \u00f6kologischen Gewerbegebiet Kaltensundheim \u00fcberhaupt. Dabei sollte f\u00fcr das geplante Bauvorhaben neben der Beachtung \u00f6kologischer Kriterien f\u00fcr Wasser- und Energieverbr\u00e4uche, Abfallvermeidung, klimatischer Bedingungen usw. vor allem eine angepa\u00dfte Architektur entwickelt werden (traditionelle Schmiede im Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n). Weiterhin hatte das Projekt zum Ziel neue, dauerhafte Produkte und Produktinnovationen zu finden, die handwerklichen, regionalen Schmiedebetrieben neue \u00f6konomische Chancen mit nachhaltigen Produkten er\u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Die neue Dorfschmiede soll in ihrer ganzheitlichen Konzeption ein Modell f\u00fcr \u00f6konomische, \u00f6kologische und soziale Nachhaltigkeit darstellen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenNach ersten Vorrecherchen existieren f\u00fcr handwerkliche Schmiedebetriebe bisher keine, am Proze\u00df der Agenda 21 orientierten nachhaltigen Handlungskonzepte, die auf das gesamte betriebliche Geschehen eingehen. Deshalb war der erste Arbeitsschritt die Kl\u00e4rung der heute in der Schmiede eingesetzten Technologien, des Produktsortiments und der M\u00f6glichkeiten zur nachhaltigen Weiterentwicklung von Sortiment und Schmiedeproze\u00df.<br \/>\nDarauf aufbauend wurde f\u00fcr den geplanten Neubau ein Handlungskonzept f\u00fcr die architektonische Gestaltung von Geb\u00e4ude und Au\u00dfenanlagen, die \u00f6kologische Baustoff- und Materialauswahl sowie den Ressourcenverbrauch (Energie) vorgeschlagen. Das Konzept wurde an den Kriterien umfassender Nachhaltigkeit, also Systemorientierung, \u00d6kologieorientierung, \u00d6konomieorientierung, Gesellschafts-orientierung, Regionalorientierung und Qualit\u00e4tsorientierung ausgerichtet. Wichtige Vorgabe dabei war die \u00f6konomische Randbedingung, das Bauvorhaben ohne wesentliche Mehrkosten realisieren zu m\u00fcssen.<br \/>\nWeiterhin war die kreative Entwicklung neuer Produkte und Produktinnovationen wesentlicher Teil des Projekts. Dabei sollten Ideen f\u00fcr dauerhafte, nachhaltige Produkte und Ihre Vermarktung f\u00fcr diese Schmiede aber auch f\u00fcr das Schmiedehandwerk generell vorgeschlagen werden. Zur Entwicklung dieses nachhaltigen Handlungskonzepts war die Zusammenarbeit von Experten aus Architektur und Marketing sowie der \u00f6kologischen Unternehmensberatung erforderlich.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zu Arbeitsbeginn lagen dem Unternehmer Ausf\u00fchrungspl\u00e4ne f\u00fcr eine klassische Gewerbehalle vor. Zun\u00e4chst wurden in einem Workshop die Zukunftsvorstellungen der Unternehmerfamilie ermittelt. Dazu geh\u00f6rten auch die sozialen Aspekte der Zukunftsplanung der beiden jungen S\u00f6hne des Unternehmers. Es wurden eine Reihe von L\u00f6sungsans\u00e4tzen f\u00fcr eine architektonische und \u00f6kologische Verbesserung der Bauma\u00dfnahme entwickelt. Dabei stand die Verbesserung der Architektur und die Einbindung in das Gesamtvorhaben \u00d6kologisches Gewerbegebiet Kaltensundheim im Vordergrund. Dies wurde durch eine F\u00fclle von Detailvorschl\u00e4gen zur \u00c4nderung des Geb\u00e4udes, zur Vernetzung der Funktionen von Arbeit und Wohnen und zur \u00f6kologischen Verbesserung der Luft-, Wasser-, Energie- und Materialhaushalte, sowie ein Handlungskonzept Abfall erreicht. Die Mehrkosten der einzelnen Vorschl\u00e4ge konnten durch Einsparungen bei der Geb\u00e4udeeinteilung weitgehend kompensiert werden. <\/p>\n<p>Die Detailvorschl\u00e4ge folgten dem Konzept gebauter corporate identity, was bedeutet, da\u00df die Gesamtanlage zu einer Darstellung des Produktangebots der Schmiede umfunktioniert wurde. Beispiele: Holz-\/Stahl-Verbundfenster, Au\u00dfentreppen, Rankger\u00fcste, Einfriedungen, Metalleinbauschr\u00e4nke und -regalsysteme. F\u00fcr die einzelnen Ma\u00dfnahmen wurde eine \u00f6kologische und \u00f6konomische Kurzbilanzierung durchgef\u00fchrt, um die Vorteilhaftigkeit zu dokumentieren. Diese bau\u00f6kologischen Details f\u00fcr sich stellen nach unserer \u00dcberzeugung noch kein nachhaltiges Unternehmenskonzept dar, sondern sind wichtiger Teil eines solchen.<\/p>\n<p>Nachhaltigkeit geht in einem Unternehmen \u00fcber die Aspekte der Bau\u00f6kologie weit hinaus. So wurde das Unternehmenskonzept der Schmiede nach den Begriffen der Regionalit\u00e4t und der Dauerhaftigkeit auf ein neues Fundament \u00f6kologischer und \u00f6konomischer Qualit\u00e4t gestellt. Das bedeutet beispielsweise bei Materialbeschaffung und Vertrieb auf den regionalen Radius und regionale Bezugsquellen bzw. Zielgruppen streng zu achten. Das bedeutet das Produktsortiment sowohl um eigene Serienprodukte, als auch um individuelle Schmiedeangebote und Restaurierungen zu erg\u00e4nzen. Das bedeutet nicht zuletzt die enge Verkn\u00fcpfung der eigenen Aktivit\u00e4ten mit dem Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n zu suchen.<\/p>\n<p>Zur Umsetzung der Einzelvorschl\u00e4ge wurden die urspr\u00fcnglich vorliegenden Ausf\u00fchrungspl\u00e4ne \u00fcberarbeitet. Die Tatsache, da\u00df beide S\u00f6hne des Unternehmers den Schmiedeberuf ergreifen wollen und eine entsprechende Lehre begonnen haben, f\u00fchrte zu dem Wunsch die Vorschl\u00e4ge nachhaltiger, handwerklicher Orientierung der Arbeit kontinuierlich zu verfolgen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Da das Schmiedeunternehmen nicht in der Lage ist \u00d6ffentlichkeitsarbeit zu betreiben, soll das Projekt im Rahmen der geplanten Medienarbeit f\u00fcr das \u00f6kologische Gewerbegebiet \u00f6ffentlich pr\u00e4sentiert werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Nachhaltiges Wirtschaften ist die zentrale Herausforderung der Zukunft. So sehr diese Zielsetzung auf globaler Ebene diskutiert wird, mu\u00df ihre Umsetzung realistischerweise in der Region gelingen. F\u00fcr Unternehmen bedeuten nachhaltige Handlungskonzepte die Zukunftssicherung insbesondere der Arbeits- und Lebenspl\u00e4tze der nachfolgenden Generation. Am Beispiel der Schmiede Kaltensundheim wurde die Umsetzung nachhaltigen Wirtschaftens im Kleinbetrieb umfassend dargestellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Anla\u00df des Vorhabens war die Ansiedlung der geplanten neuen Schmiede als erster Betrieb im neuen \u00f6kologischen Gewerbegebiet Kaltensundheim \u00fcberhaupt. Dabei sollte f\u00fcr das geplante Bauvorhaben neben der Beachtung \u00f6kologischer Kriterien f\u00fcr Wasser- und Energieverbr\u00e4uche, Abfallvermeidung, klimatischer Bedingungen usw. vor allem eine angepa\u00dfte Architektur entwickelt werden (traditionelle Schmiede im Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n). 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