{"id":20537,"date":"2023-07-13T15:13:01","date_gmt":"2023-07-13T13:13:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/08922-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:13:04","modified_gmt":"2023-07-13T13:13:04","slug":"08922-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/08922-01\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderschwerpunkt Bioabfallverwertung (1): Mykorrhizierte Bioabfallkomposte im Garten- und Landschaftsbau"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Zur Zielsetzung und Durchf\u00fchrung des Forschungsvorhabens sollen einleitend die wesentlichen Zielpunkte festgestellt werden. Die Aufgabe des Projektes ist es, biokomposthaltige Substrate und mit Mykorrhiza-Pilzen inokulierte Substrate f\u00fcr den Garten- und Landschaftsbau (z. B. Rekultivierung, Deponieabdeckung, L\u00e4rmschutzwallbegr\u00fcnung, Stra\u00dfenbegleitgr\u00fcn etc.) zu entwickeln. In der Literatur nicht erw\u00e4hnt und kaum untersucht ist die M\u00f6glichkeit einer Impfung von Bioabfallkomposten mit vesikul\u00e4r arbuskul\u00e4rer Mykorrhiza (VA Mykorrhiza). Durch die Mykorrhizierung des weitgehend sterilen Kompostes  (nach erfolgter, optimaler Rotte) wird angestrebt, dessen Anwendungsm\u00f6glichkeit auszuweiten, da durch die Mykorrhizierung der Pflanzen eine verbesserte N\u00e4hrstoffverwertung und eine h\u00f6here Toleranz gegen\u00fcber verschiedenen Stressfaktoren erreicht werden soll. Nach einer umfassenden Tauglichkeitspr\u00fcfung verschiedener Mykorrhiza-St\u00e4mme in umfangreichen Vorversuchen werden die geimpften Substrate in Zusammenarbeit mit geeigneten Partnern aus dem Gala-Bau und der Rekultivierungspraxis eingesetzt, um die Effekte der Mykorrhizierung unter Praxisbedingungen zu pr\u00fcfen. Durch eine solche Produktaufwertung (Wertsch\u00f6pfung) soll zu einem verbesserten Einsatz von Bioabfallkomposten im Bereich Garten- und Landschaftsbau beigetragen werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm 1. Arbeitsschritt werden \u00fcber Reinsporen-\/Startkulturen und Masseninokulumproduktion verschiedene Pilzst\u00e4mme vermehrt, die durch Vorversuche auf ihre Eignung im Sinne des Projektes ausgew\u00e4hlt worden sind. W\u00e4hrend der Inokulumproduktion muss eine Infektionspr\u00fcfung erfolgen, um die Vermehrung der Pilze zu gew\u00e4hrleisten. In einem 2. Arbeitsschritt wird die Wirksamkeit des Kompost-Mykorrhiza-Substrates hinsichtlich ihrer N\u00e4hrstoffausnutzung, Schadstoffakkumulation und Salztoleranz in Gef\u00e4\u00dfversuchen an verschiedenen Kulturen (Gem\u00fcse, Gras) gepr\u00fcft. Im 3. Arbeitsschritt erfolgt die \u00dcberpr\u00fcfung der Mykorrhizierbarkeit durch die mykorrhizierten Komposte an ausgew\u00e4hlten Pflanzengattungen speziell f\u00fcr den Garten- und Landschaftsbau. Unter Feldbedingungen an verschiedenen Rekultivierungsvorhaben (z. B. L\u00e4rmschutzwand, Deponiebegr\u00fcnung) werden mykorrhizierte Komposte unter Freilandbedingungen eingesetzt. In diesen mehrj\u00e4hrigen Feldversuchen wird sowohl Mykorrhizierbarkeit der angebauten Pflanzen als auch die Auswirkung der Mykorrhizierung auf die N\u00e4hr- und Schadstoffdynamik untersucht.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Untersuchungen zum Einsatz von VA-Mykorrhiza in Verbindung mit Bioabfallkomposten fanden bisher kaum statt. Bei den in der Literatur beschriebenen Versuchen mit Mykorrhiza wurden h\u00e4ufig f\u00fcr derartige Untersuchungen standardisierte Kultursubstrate bzw. unter Nutzung stehende B\u00f6den ausgew\u00e4hlt. Deshalb wurde bei der Auswahl der Versuchsb\u00f6den bewusst auf Rohb\u00f6den bzw. auf wenig entwickelte Ruderalstandorte (Kipplehm, Abraumsand) zur\u00fcckgegriffen. Diese B\u00f6den zeichneten sich durch extreme N\u00e4hrstoffarmut aus. Daraus resultiert, dass die angebauten Versuchspflanzen zun\u00e4chst nur auf die mit dem Kompost zugef\u00fchrten N\u00e4hrstoffe angewiesen waren. Bei allen Versuchspflanzen war die Aufwuchsleistung auf dem Kipplehm deutlich schlechter als auf dem Abraumsand, obwohl die Ergebnisse der chemischen Untersuchung zun\u00e4chst geringf\u00fcgig g\u00fcnstiger f\u00fcr den Kipplehm ausfielen. Dies macht deutlich, dass der Erfolg einer Impfung mit Mykorrhizen nicht allein vom Stamm oder der untersuchten Pflanzenart abh\u00e4ngt, sondern es m\u00fcssen auch zus\u00e4tzliche Parameter wie z.B. pH-Wert, Humusgehalt, Salzgehalt und N\u00e4hr- und Schadstoffgehalt ber\u00fccksichtigt werden. Eindeutige und auch statisch absicherbare Tendenzen zu verbesserter Aufwuchsleistung zeigten sich beim Porree, jedoch nur auf dem Abraumsand bei h\u00f6chster Kompostgabe. Porree diente in diesen Untersuchungen als Indikatorpflanze da die Porreewurzel relativ leicht zu infizieren ist. Ergebnisse zu der Phosphataufnahme und zur Schwermetallaufnahme belegen die Wirkung der Symbiose. Trotz der sehr geringen Schwermetallgehalte in den B\u00f6den l\u00e4sst sich neben der Absenkung der Pflanzengehalte (Porree) durch die Kompostgabe eine zus\u00e4tzliche absenkende Wirkung bei Nickel und Cadmium feststellen. Hier k\u00f6nnte bei entsprechender Vertiefung der Forschung ein weiterer Ansatz zur Verringerung des Schwermetallinputs in die Nahrungskette gesehen werden. Wobei das indifferente Verhalten einer verst\u00e4rkten oder verminderten Akkumulation von Schwermetallen bedingt durch VA-Mykorrhizen auch in diesen Versuchen deutlich wurde. Die St\u00e4mme T8 und G1 haben sich in den Untersuchungen als die erfolgreichsten herausgestellt. Deshalb wurden sie in Mischung f\u00fcr die Freilandversuche eingesetzt. Die unterschiedliche Reaktion der St\u00e4mme auf viele der untersuchten Parameter macht deutlich, dass eine vorherige Selektion der St\u00e4mme auf ihr zuk\u00fcnftiges Einsatzgebiet unabdingbar ist. Sicherlich l\u00e4sst sich damit auch erkl\u00e4ren, dass nicht jeder Stamm bzw. je-de Mykorrhizierung den gew\u00fcnschten Erfolg unter Freilandbedingungen erzielt hat. Bonitierungen der Geh\u00f6lzpflanzen (Ausfall, Wuchsh\u00f6he, Begr\u00fcnung) ergaben schon nach relativ kurzer Wuchszeit auf dem L\u00e4rmschutzwall einen eindeutigen Vorteil der mykorrhizierten Variante. Dies Ergebnis ist deshalb von besonderem Interesse, weil nach etwa 6 Wochen nach der Pflanzung eine lang anhaltende Trockenphase auf dem L\u00e4rmschutzwall eintrat. Nachdem die Niederschl\u00e4ge wieder einsetzten, konnte bei den mykorrhizierten Pflanzen eine eindeutig verbesserte Revitalisierung festgestellt werden. Deutliche Verbesserung des Aufwuchses konnte auf der Freilandparzelle durch Mykorrhizierung beim Gras festgestellt werden. Im Gegensatz zu den Gef\u00e4\u00dfversuchen, wo mit reinem Rotschwingel gearbeitet wurde, ist im Felde mit einer Grassamenmischung speziell f\u00fcr Rekultivierungzwecke gearbeitet worden. Mit den vorliegenden Untersuchungen konnte in wesentlichen Ans\u00e4tzen gezeigt werden, dass bei Auswahl entsprechender Mykorrhizast\u00e4mme durchaus das Ziel einer verbesserten Aufwuchsleistung und einer erh\u00f6hten Stresstoleranz durch den Einsatz mykorrhizierte Bioabfallkomposte im Garten und Landschaftsbau erreicht werden konnte. Dazu m\u00fcssen jedoch noch die bodenkundlichen Randbedingungen st\u00e4rker ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Vorhaben wurde anl\u00e4sslich des DBU-Statusseminars am 25. und 26.11.1998 in Posterform vorgestellt. Eine zweite Pr\u00e4sentation erfolgte im Herbst 2000 anl\u00e4sslich des Tages der offenen T\u00fcr im Biokompostwerk Wilsum. Gemeinsam mit der Stadt Nordhorn und dem Landkreis Bad Bentheim wurde eine Pressekonferenz am Ort der Freilandversuche im Baugebiet Haferkamp abgehalten. Weitere PR-Aktivit\u00e4ten sind mit der Stadt Nordhorn und dem Landkreis Bad Bentheim eingeleitet worden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Aufgrund der guten pflanzenbaulichen Ergebnisse im Garten- und Landschaftsbau bei verschiedenen Geh\u00f6lzarten in der Rekultivierung und in L\u00e4rmschutzw\u00e4llen sowie auch in der Begr\u00fcnung  mit verschiedenen Grasarten lassen sich sinnvolle \u00f6konomische Perspektiven f\u00fcr den Einsatz mykorrhizierter Biokomposte entwickeln. Entsprechende Mykorrhizaisolate konnten f\u00fcr die Masseninokulumproduktion erfolgreich isoliert werden und stehen damit interessierten Kompostbetrieben zur Verf\u00fcgung. Die \u00f6konomischen Parameter f\u00fcr geeignete Mykorrhizaisolate und f\u00fcr entsprechende Biokomposte liegen im Bereich der Wettbewerbsf\u00e4higkeit f\u00fcr Qualit\u00e4tskomposte im Rahmen g\u00fctegesicherter Produkte.<br \/>\nAngeregt werden auf der Basis der mit diesem Abschlussbericht vorliegenden Ergebnisse konkrete Gespr\u00e4che mit der Kompostwirtschaft zur F\u00f6rderung der Vermarktung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Zur Zielsetzung und Durchf\u00fchrung des Forschungsvorhabens sollen einleitend die wesentlichen Zielpunkte festgestellt werden. Die Aufgabe des Projektes ist es, biokomposthaltige Substrate und mit Mykorrhiza-Pilzen inokulierte Substrate f\u00fcr den Garten- und Landschaftsbau (z. B. Rekultivierung, Deponieabdeckung, L\u00e4rmschutzwallbegr\u00fcnung, Stra\u00dfenbegleitgr\u00fcn etc.) zu entwickeln. 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