{"id":20528,"date":"2024-11-27T10:34:36","date_gmt":"2024-11-27T09:34:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/13508-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:34:38","modified_gmt":"2024-11-27T09:34:38","slug":"13508-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/13508-01\/","title":{"rendered":"Biologische Vielfalt und nachhaltige Nutzungsm\u00f6glichkeiten durch multifunktionale Forstwirtschaft unterschiedlicher Intensit\u00e4t &#8211; ein Waldnutzungsvergleich"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund des UNCED-Nachfolgeprozesses und der Zertifizierungsdiskussion in Deutschland wird das Ziel verfolgt, f\u00fcr die Forstwirtschaft ein Konzept zur Beurteilung der Nachhaltigkeit der forstlichen Bewirtschaftung und der Biodiversit\u00e4t im Wald zu erarbeiten und in einem Untersuchungsgebiet in der L\u00fcneburger Heide zu erproben. Auf dieser Informationsgrundlage soll ein Waldnutzungsvergleich zwischen Forstbetrieben verschiedener Besitzarten mit unterschiedlichen Bewirtschaftungskonzepten durchgef\u00fchrt werden. Insbesondere f\u00fcr den kleinfl\u00e4chig strukturierten Privatwald soll mit diesem Projekt auf der Ebene des forstlichen Zusammenschlusses ein Entscheidungs- und Selbstdarstellungsinstrument geschaffen werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn der Anfangsphase des Projektes wurden die Sachziele der beteiligten Waldbesitzarten in betrieblichen Zielsystemen strukturiert, um das Leitbild einer nachhaltigen, multifunktionalen Forstwirtschaft zu konkretisieren, eine betriebliche Vergleichsbasis zu schaffen und die Auswahl geeigneter Kriterien und Indi-katoren einer nachhaltigen Forstwirtschaft zu unterst\u00fctzen. Ausgehend von den Helsinki-Kriterien sind anschl. geeignete Erhebungsmerkmale f\u00fcr die verschiedenen Betrachtungsebenen des Untersuchungsgebietes festgelegt und die Grundz\u00fcge eines mehrstufigen Monitoringkonzeptes entworfen worden.<br \/>\nIn der Durchf\u00fchrungsphase sind die heute praktizierten Monitoringverfahren auf ihre Eignung zur Erfas-sung der zuvor festgelegten Kriterien und Indikatoren \u00fcberpr\u00fcft worden. Die f\u00fcr das Untersuchungsge-biet vorliegenden Informationen wurden gesichtet, in digitaler Form aufbereitet und ggf. durch neue Aufnahmen aktualisiert. Fehlende Informationen sind mit rationellen, zuverl\u00e4ssigen Verfahren erhoben worden.<br \/>\nIn der Auswertungsphase wurden die Inventurmethoden evaluiert und die zusammengetragenen bzw. erhobenen Kriterien und Indikatoren in einem Informationssystem zusammengef\u00fchrt, analysiert und f\u00fcr einen umfassenden Waldnutzungsvergleich herangezogen.<br \/>\nDas Grundger\u00fcst des gesamteurop\u00e4ischen Helsinki-Kriterienkataloges ist aufgrund einer detaillierten L\u00fcckenanalyse zu einem umfassenden Monitoringkonzept ausgebaut und aus deutscher Sicht erg\u00e4nzt worden. Dieses Konzept zur Beschreibung der Nachhaltigkeit von Forstwirtschaft ist mit den Projektpartnern abgestimmt und als Basis f\u00fcr ein eigent\u00fcmerspezifisches Zielsystem f\u00fcr Forstbetriebe weiter entwickelt worden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Am Ende des Projektes lassen sich folgende Hauptergebnisse festhalten:<br \/>\nDer Katalog der paneurop\u00e4ischen Kriterien- und Indikatoren ist eine gute Grundlage f\u00fcr den Nachweis einer nachhaltigen Forstwirtschaft. Es fehlen aber Indikatoren, die die Aspekte \u00d6konomie, Waldgeschichte, Landschaftsdiversit\u00e4t, Vielfachnutzung und Bodenschutz kennzeichnen. Um diese L\u00fccken zu schlie\u00dfen, wurden in dem Projekt Indikatoren definiert und erprobt. Die Ergebnisse dieser L\u00fcckenanalyse haben mittlerweile \u00fcber die Mitarbeit in Expertengremien der EU erfolgreich Eingang in die Empfehlungen f\u00fcr einen verbesserten gesamteurop\u00e4ischen Indikatorenkatalog gefunden, der im April 2003 auf der Ministerkonferenz zum Schutz der W\u00e4lder in Europa in Wien verabschiedet wurde.<br \/>\nAus dem erweiterten Indikatoren-Katalog des Projektes wurden 10 Schl\u00fcsselindikatoren identifiziert, die die wichtigsten Aspekte einer nachhaltigen, multifunktionalen Forstwirtschaft beschreiben und die politische Diskussion erleichtern sollen. Auf regionaler und lokaler Ebene lagen viele Informationen vor, die aber weit gestreut waren und oftmals erst zusammengef\u00fchrt werden mussten. Zwischen den Regionen und Waldbesitzarten bestanden z. T. gr\u00f6\u00dfere Unterschiede hinsichtlich Umfang, Qualit\u00e4t und Form der Daten. Die meisten Informationen stammten aus der Betriebsabrechnung, der bestandesweisen Forsteinrichtung, der Betriebsinventur und der Waldfunktionenkartierung. Die Zuverl\u00e4ssigkeit der Ergebnisse ist auf regionaler und lokaler Ebene sehr unterschiedlich.<br \/>\nF\u00fcr die Verwirklichung des Nachhaltigkeitsprinzips erscheint es erstrebenswert, dass von der nationalen \u00fcber die regionale bis zur lokalen Ebene m\u00f6glichst die gleichen Indikatoren periodisch erhoben werden. Zumindest f\u00fcr die Schl\u00fcsselindikatoren sollte sichergestellt sein, dass ihr Monitoring, soweit es nicht unmittelbar von betrieblichen Interesse ist, im Privat- und K\u00f6rperschaftswald aus \u00f6ffentlichen Mitteln finanziert wird.<br \/>\nDie Zust\u00e4nde und Entwicklungen in den Regionen und Forstbetrieben lie\u00dfen sich nur unter Ber\u00fccksichtigung der \u00f6kologischen, \u00f6konomischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sowie der Waldgeschichte analysieren und interpretieren. F\u00fcr die Umsetzung einer nachhaltigen, multifunktionalen Forstwirtschaft tat sich ein weiter Handlungsspielraum auf. Kritische Grenzwerte wurden im Bereich des chemischen Bodenzustandes und der Reinertr\u00e4ge identifiziert. Die Differenzen zwischen den vorgefun-den Zust\u00e4nden und den angestrebten Zielen in den Forstbetrieben und Regionen ergaben wichtige In-formationen f\u00fcr die betriebliche bzw. regionale Steuerung f\u00fcr Waldbesitzer, Fachverwaltungen und Politiker. Gleichzeitig schuf das Projekt eine gute Grundlage f\u00fcr eine wirksame \u00d6ffentlichkeitsarbeit, um den Beitrag der nachhaltig und multifunktional wirtschaftenden Forstbetriebe zur nachhaltigen Entwicklung der Untersuchungsr\u00e4ume zu verdeutlichen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>SPELLMANN, H. (16.10.2000): Zur Dokumentation von Nachhaltigkeit in mitteleurop\u00e4ischen Forstbetrieben unterschiedlicher Struktur. Vortrag an der Nieders\u00e4chsischen Forstl. Versuchsanstalt<br \/>\nSPELLMANN, H. (14.11.2000): Sustainable multifunctional forestry in Germany with special regards to Lower Saxony. Exkursion mit dem Norwegischen Forstverein ins Forstamt Sellhorn<br \/>\nSPELLMANN, H. (16.11.2000): Die Beurteilung forstlicher Nachhaltigkeit im Rahmen der Helsinki-Kriterien. Kolloquium des Waldbau-Institutes der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen<br \/>\nHILLEBRAND, K. (28.4.2001): Nachhaltigkeitsprojekte der Nieders\u00e4chsischen Forstl. Versuchsanstalt in der L\u00fcneburger Heide: Untersuchungsans\u00e4tze und erste Ergebnisse. Vortrag an der Nieders\u00e4chsischen Naturschutzakademie in Schneverdingen<br \/>\nHILLEBRAND, K.; SPELLMANN, H. (5.-8.5.2001): Im Rahmen des EU-Life-Workshops Methods to Monitor Sustainable Forestry wurden Teilergebnisse aus dem Untersuchungsraum einer internationale Expertengruppe vorgestellt und auf einer Exkursion in der L\u00fcneburger Heide vertieft<br \/>\nHILLEBRAND, K. (9.8.2001): Nachhaltige multifunktionale Forstwirtschaft: zwei Nachhaltigkeitsprojekte an der Nieders\u00e4chsischen Forstl. Versuchsanstalt. Nieders. Klosterkammer, Forstamt Soltau<br \/>\nSPELLMANN, H. (22.11.2001): Was bedeutet Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft? Vortrag an der Nieder-s\u00e4chsischen Naturschutzakademie in Schneverdingen<br \/>\nSPELLMANN, H.; HILLEBRAND, K.; CORNELIUS, P. (2001): Nachhaltigkeitsmonitoring in multifunktional genutzten W\u00e4ldern. In: Waldinventur, Waldwachstum und Forstplanung &#8211; Moderne Technologien, Methoden und Verfahrensweisen (Hrsg.: Akca, A.; Hoffmann, B.; Schumann, K.; Staupendahl, K.). Zohab-Verlag, G\u00f6ttingen: 91-100<br \/>\nSPELLMANN, H.; HILLEBRAND, K.; CORNELIUS, P. (2001): Monitoring of sustainability in multifunctionally used forests. Proceedings of the EU-Life-Workshop 8.-10.5.2000 in Volpriehausen. NFV-G\u00f6ttingen<br \/>\nSPELLMANN, H.; HILLEBRAND, K.; CORNELIUS, P. (2001): Konzept zur Erfassung und Sicherung der Nachhaltigkeit in multifunktional genutzten W\u00e4ldern. Forst u. Holz, 56. Jg., 469-473<br \/>\nSPELLMANN, H. (2002): Demonstration of Methods to Monitor Sustainable Forestry. Presentations of the 5th International Workshop of the EU-LIFE-Project. Cuvillier Verlag, G\u00f6ttingen: 92<br \/>\nSPELLMANN, H. (2002): Indikatoren einer nachhaltigen und multifunktionalen Forstwirtschaft. DFV Journal, 1-3<br \/>\nSPELLMANN, H. (9.-11.10.2002): Sicherung einer nachhaltigen Waldentwicklung auf \u00fcberbetrieblichen Ebenen. Vortrag auf der Forstwissenschaftlichen Tagung 2002: Waldumbau im globalen Wandel an der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen<br \/>\nSPELLMANN, H. (2002): Indikatoren einer nachhaltigen, multifunktionalen Forstwirtschaft und ihr weiterer Nutzen. Vortrag auf der DAF-Tagung in Braunschweig. In: Isermeyer, F. et al. (Hrsg.) 2003: Umweltindikatoren &#8211; Schl\u00fcssel f\u00fcr eine umweltvertr\u00e4gliche Land- und Forstwirtschaft. Schriftenreihe Agrarspectrum, Bd. 36, VerlagsUnionAgrar, 115-130<br \/>\nSPELLMANN, H. (2003): Sicherung einer nachhaltigen Waldentwicklung auf \u00fcberbetrieblichen Ebenen. FwCbl., 122 Jg., 250-257<br \/>\nSPELLMANN, H. (11.3.2003): Kriterien und Indikatoren einer nachhaltigen Forstwirtschaft. Vortrag auf der DBU-Tagung: Steuerungs- und Kommunikationsinstrumente f\u00fcr eine nachhaltige Forstwirtschaft in Os-nabr\u00fcck<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>F\u00fcr die Umsetzung des Prinzips der Nachhaltigkeit sind geeignete Indikatoren in der Forstwirtschaft unverzichtbar. Sie bilden die Grundlagen f\u00fcr die Beurteilung von Zust\u00e4nden und Entwicklungen, stellen die Sachziele eines multifunktionalen Zielsystems dar, bieten Ansatzpunkte f\u00fcr die betriebliche und regionale Steuerung, geben Orientierung f\u00fcr die Zertifizierung der Forstbetriebe und sind eine wichtige Voraussetzung f\u00fcr eine bessere gesellschaftliche Anerkennung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Vor dem Hintergrund des UNCED-Nachfolgeprozesses und der Zertifizierungsdiskussion in Deutschland wird das Ziel verfolgt, f\u00fcr die Forstwirtschaft ein Konzept zur Beurteilung der Nachhaltigkeit der forstlichen Bewirtschaftung und der Biodiversit\u00e4t im Wald zu erarbeiten und in einem Untersuchungsgebiet in der L\u00fcneburger Heide zu erproben. 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