{"id":20518,"date":"2023-07-13T15:13:01","date_gmt":"2023-07-13T13:13:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/08920-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:13:03","modified_gmt":"2023-07-13T13:13:03","slug":"08920-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/08920-01\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderschwerpunkt Bioabfallverwertung (1): Substituierung von Minerald\u00fcngern durch Kompost"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Vom B\u00d6L Bremen GmbH wurde ein D\u00fcnger auf Kompostbasis entwickelt, der die bodenverbessernden Eigenschaften des Kompostes mit einer D\u00fcngewirkung verbindet und der zur Zeit im Markt eingef\u00fchrt wird. Die st\u00e4ndig steigenden Mengen an anfallenden Komposten aus Bioabf\u00e4llen erfordern neue Strategien, um eine erfolgreiche Vermarktung zu gew\u00e4hrleisten.<br \/>\nMit diesem D\u00fcnger auf der Basis von Bioabf\u00e4llen k\u00f6nnen Minerald\u00fcnger zum Teil substituiert werden. Die definierte Freisetzung der N\u00e4hrstoffe entsprechend den Bed\u00fcrfnissen der Pflanzen stellt einen wichtigen Aspekt zum Schutz von Grund- und Oberfl\u00e4chengew\u00e4ssern dar, da Auswaschungen vermieden werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZun\u00e4chst werden Substanzen ermittelt, die zur Umh\u00fcllung des D\u00fcngers verwendet werden k\u00f6nnen. Diese Stoffe sollten aus dem Abfallkreislauf stammen, umweltvertr\u00e4glich und biologisch abbaubar sein und eine Verl\u00e4ngerung der N\u00e4hrstofffreigabe bewirken (3 Monate).<br \/>\nIm Kleinma\u00dfstab werden die D\u00fcnger mit verschiedenen Substanzen umh\u00fcllt, anschlie\u00dfend erfolgt zun\u00e4chst eine physikalische Bearbeitung der Chargen (4 Monate). Im Laborma\u00dfstab werden Perkolationsversuche durchgef\u00fchrt, um die N\u00e4hrstoffdynamik zu untersuchen. In dieser Phase 1 soll die Anzahl der in Frage kommenden Substanzen zur Ummantelung reduziert werden.<br \/>\nIn Phase 2 werden die ausgew\u00e4hlten Varianten im Anwendungsversuch n\u00e4her betrachtet, dabei wird sowohl das Freisetzungsverhalten in das Bodenwasser als auch die Verf\u00fcgbarkeit der N\u00e4hrstoffe f\u00fcr Pflanzen untersucht. Im Labor werden die Perkolationsversuche mit den Versuchspflanzen Sommergerste und Ziertabak durchgef\u00fchrt (2 Monate). Die landwirtschaftliche Verwertung wird im Freiland in Zu-sammenarbeit mit einem Biolandhof bei den Kulturen Kohl und Mais untersucht. Hierbei werden neben der Pflanzenentwicklung auch die L\u00f6sung und Verfrachtung der N\u00e4hrstoffe mittels Saugkerzen ermittelt (4 Monate).<br \/>\nDie gartenbauliche Verwertung des D\u00fcngers wird in Zusammenarbeit mit einem Garten- und Landschaftsbaubetrieb auf einer Rasenfl\u00e4che untersucht.<br \/>\nNach der Bewertung der Versuchsergebnisse wird eine Substanz zur Ummantelung ausgew\u00e4hlt, die dann in den Produktionsproze\u00df eingebunden wird.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zur Beurteilung der Wirkung der verschiedenen Ummantelungen in den Pflanzversuchen wurde folgendes Analysenprogramm durchgef\u00fchrt:<br \/>\n\u00b7 Pflanzenvertr\u00e4glichkeit und D\u00fcngewirkung durch Ermittlung der Biomasse<br \/>\n\u00b7 Bodenphysikalische Auswirkungen, Messungen des pH-Wertes und des Salzgehaltes in den Eluaten der Pflanzsubstrate<br \/>\n\u00b7 Pflanzenverf\u00fcgbare N\u00e4hrstoffgehalte: Stickstoff, Phosphat, Kalium und Magnesium in den Eluaten der Pflanzsubstrate.<br \/>\n\u00b7 Kontinuierlich w\u00f6chentliche Messungen \u00fcber 4 Wochen.<br \/>\n\u00b7 Regelm\u00e4\u00dfige Messungen zum Abschlu\u00df der Pflanzversuche nach etwa 4 Wochen Versuchszeitraum.<\/p>\n<p> Zum Vergleich der Ergebnisse wurden parallel zu den neu ummantelten D\u00fcngemitteln auch handels\u00fcbliche mineralische D\u00fcnger sowie eine 0-Variante in das Untersuchungsprogramm aufgenommen.<br \/>\n Die D\u00fcngewirkung der auf Kompostbasis hergestellten organisch &#8211; mineralischen Sekund\u00e4rrohstoffd\u00fcnger zeigte in allen D\u00fcngesteigerungsversuchen sehr gute Ergebnisse.<br \/>\n Schon in den Laborversuchen wurde deutlich, da\u00df die auf Kompostbasis hergestellten D\u00fcnger eine we-sentlich verz\u00f6gerte Freisetzung von N\u00e4hrstoffen aufwiesen als die parallel angesetzten mineralischen D\u00fcngevarianten.<br \/>\n In den folgenden Versuchsreihen wurde in Eluatuntersuchungen die Stickstoffretention best\u00e4tigt.<br \/>\n In den abschlie\u00dfenden Feldversuchen auf einem Mais- und Kohlstandort konnte die Messung der Gehalte verf\u00fcgbarer N\u00e4hrstoffe in der Bodenl\u00f6sung ebenfalls diese Grundeigenschaft best\u00e4tigen.<br \/>\n Damit wird ein ausgeglicheneres Verh\u00e4ltnis zwischen Verf\u00fcgbarkeit der N\u00e4hrstoffe und Bedarf der Pflanzen erreicht.<br \/>\n Freilandergebnisse auf sandigen Versuchsb\u00f6den weisen darauf hin, da\u00df in der regenreichen Versuchszeit im Sp\u00e4tsommer 1998 Teile des leichtl\u00f6slichen Minerald\u00fcngers verloren gingen. Die N\u00e4hrstoffe der Kompostd\u00fcnger waren davon weniger betroffen. Diese positive Wirkung der innigen Vermischung und Kompaktierung des organischen Ausgangsmaterials mit mineralischen N\u00e4hrstoffen wird erst bei st\u00e4rkerer Wasserbewegung im Boden oder Substrat erkennbar.<br \/>\n Im Laufe der Labor- und Feldversuche konnte mit einer zus\u00e4tzlichen Umh\u00fcllung der D\u00fcngek\u00f6rner leider nur teilweise ein signifikanter Einflu\u00df auf die Freisetzungsraten \u00fcber einen l\u00e4ngeren Versuchszeitraum erreicht werden.<br \/>\n In den vorgestellten Versuchsreihen wurden bevorzugt nat\u00fcrliche H\u00fcllstoffe, wie Chitosan, Gelatine, Wachs, Naturlatex und Shellack verwendet, die sich als nicht hinreichend resistent erwiesen.<br \/>\n Das mikrobiologische Milieu im Boden zerst\u00f6rt die Umh\u00fcllung in der Regel innerhalb weniger Tage bzw. Wochen.<br \/>\n Wasserglas oder \u00e4hnlich aush\u00e4rtende Stoffe k\u00f6nnten eine Alternative sein, in der Praxis wird die H\u00fclle jedoch durch Quellvorg\u00e4nge der organischen Substanz alsbald gesprengt, wie mikroskopische Untersuchungen zeigten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Rahmen einer Informationsveranstaltung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabr\u00fcck wurden die vorl\u00e4ufigen Ergebnisse in Form eine Posters vorgestellt. Ebenso wurde der D\u00fcnger auf Kompostbasis auf einer Fachtagung in G\u00fclzow pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Zur Zeit wird versucht, durch die Erh\u00f6hung der Schichtst\u00e4rken und durch Mischungen einiger der hier vorgestellten Komponenten die Umh\u00fcllung mikrobiologisch widerstandsf\u00e4higer zu machen und in der Folge auch die Retentionszeiten deutlich zu erh\u00f6hen.<br \/>\nBisher scheiterte in der Regel die Erh\u00f6hung der Schichtdicken daran, da\u00df die D\u00fcngek\u00f6rner untereinander zu verkleben beginnen. Mehrmaliges Beschichten mit eingeschobenen Trocknungsintervallen ist eine L\u00f6sung, stellt aber einen erh\u00f6hten technischen und finanziellen Aufwand dar. Die wirtschaftliche Machbarkeit wird deshalb letztlich \u00fcber die Zukunft der mit Unterst\u00fctzung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt im Boden\u00f6kologischen Labor Bremen GmbH erarbeiteten Ansatzes entscheiden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Vom B\u00d6L Bremen GmbH wurde ein D\u00fcnger auf Kompostbasis entwickelt, der die bodenverbessernden Eigenschaften des Kompostes mit einer D\u00fcngewirkung verbindet und der zur Zeit im Markt eingef\u00fchrt wird. Die st\u00e4ndig steigenden Mengen an anfallenden Komposten aus Bioabf\u00e4llen erfordern neue Strategien, um eine erfolgreiche Vermarktung zu gew\u00e4hrleisten. 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