{"id":20506,"date":"2024-11-27T10:34:28","date_gmt":"2024-11-27T09:34:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/12924-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:34:29","modified_gmt":"2024-11-27T09:34:29","slug":"12924-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/12924-01\/","title":{"rendered":"Bewertung von Ergebnissen der Lebenswegvergleiche Bioenergietr\u00e4ger versus fossile Energietr\u00e4ger"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Mit dem Bericht Nachwachsende Energietr\u00e4ger: Grundlagen, Verfahren, \u00f6kologische Bilanzierung liegen erstmals miteinander vergleichbare Ergebnisse f\u00fcr eine umfangreiche Liste \u00f6kologischer Parameter f\u00fcr eine gro\u00dfe Zahl an Lebenswegvergleichen Bioenergietr\u00e4ger versus konventionelle Energietr\u00e4ger vor. Die Normierungsbem\u00fchungen um Bewertungen in \u00d6kobilanzen sind mittlerweile soweit fortgeschritten, dass Bewertungen angegangen werden k\u00f6nnen. Ziel des Vorhabens ist es, die heute vorliegenden Ergebnisse der angesprochenen Lebenswegvergleiche einer Bewertung zu unterziehen. Dabei sollen sowohl die Vergleiche biogene versus fossile Energietr\u00e4ger, wie auch die verschiedenen biogenen Energietr\u00e4ger untereinander bewertet werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Vorgehensweise ist durch folgende drei Arbeitsschritte gekennzeichnet:<\/p>\n<p>I   Zusammenstellung und Aufbereitung der zu bewertenden Ergebnis-Daten<br \/>\nEs werden solche Ergebnisse der Lebenswegvergleiche, ihrer Variationen und Sensitivit\u00e4tsanalysen ausgew\u00e4hlt, die zum einen deutliche Unterschiede zueinander aufweisen und zum zweiten tats\u00e4chlich f\u00fcr die Bewertung ben\u00f6tigt werden. Die Daten werden &#8211; wo notwendig &#8211;  aktualisiert.<br \/>\nII  Ableitung der Bewertungsstrategie und Bewertung<br \/>\nEs wird zun\u00e4chst die Bewertungsstrategie einschlie\u00dflich der Zieldefinition etc. im wesentlichen in Anlehnung an ISO 14040 f. festgelegt. Es folgen die Definition des Bewertungsverfahren, ein erster Bewertungsschritt und dann die abschlie\u00dfende Bewertung.<br \/>\nIII Kritische Pr\u00fcfung<br \/>\nDie Ableitung der Bewertungsstrategie sowie die Bewertung selbst werden im Rahmen der kritischen Pr\u00fcfung von einem unabh\u00e4ngigen Gutachtergremium &#8211; gef\u00fchrt von einem externen Vorsitzenden &#8211; begleitet. Zus\u00e4tzlich werden in die kritische Pr\u00fcfung auch die sogenannten interessierten Kreise mit ein-bezogen. Des Weiteren wird die kritische Pr\u00fcfung von Anfang an in das Vorhaben mit einbezogen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Bewertungsverfahren wurde in die Einzelschritte Auswahl der Bilanzparameter, Normierung auf Einwohnerdurchschnittswerte, Bezugswahl sowie Festlegung der \u00f6kologischen Bedeutung unterteilt, denen sich eine verbalargumentative Diskussion anschloss (n\u00e4heres hierzu s. Endbericht). Dabei wurden folgende zwei Ergebnisgruppen diskutiert:<\/p>\n<p>Ergebnisse biogene versus fossile Energietr\u00e4ger:  Bei praktisch allen Bioenergietr\u00e4gern fallen die Ergebnisse f\u00fcr die Bewertungsparameter Ressourcenverbrauch und Treibhauseffekt zu Gunsten der Bioenergietr\u00e4ger aus, w\u00e4hrend sie f\u00fcr die Bewertungsparameter Distickstoffoxid, Versauerung und Eutrophierung zu Gunsten der fossilen Energietr\u00e4ger ausfallen &#8211; und zwar jeweils in etwa der selben Gr\u00f6\u00dfenordnung! Wenn dem Ressourcenverbrauch und dem Treibhauseffekt eine h\u00f6here \u00f6kologische Bedeutung als den anderen Parametern einger\u00e4umt wird, f\u00e4llt demnach die Gesamtbewertung zu Gunsten der Bioenergietr\u00e4ger aus. Wird aber dem Bewertungsparameter Distickstoffoxid aufgrund des unzureichenden Wissens, wie die quantitativen Ergebnisse zu interpretieren sind, ebenfalls eine hohe, wenn nicht gar die h\u00f6chste \u00f6kologische Bedeutung zugeschrieben, so kann dies im Sinne eines vorbeugenden Umweltschutzes bei einer abschlie\u00dfenden Bewertung zu einer Entscheidung gegen den Einsatz von Bioenergietr\u00e4gern zwingen &#8211; zumindest solange diese Interpretationsunsicherheit besteht. <\/p>\n<p>Ergebnisse biogene Energietr\u00e4ger untereinander: Hierzu wurden drei getrennte Bewertungen durchgef\u00fchrt, um je nach Nutzer der Studie unterschiedlichen Fragestellungen gerecht zu werden.<br \/>\nI: Ergebnisse des Vergleichs aller Bioenergietr\u00e4ger (angebaute und R\u00fcckst\u00e4nde): Je nach der subjektiven Einstufung der \u00f6kologischen Bedeutung der betrachteten Umweltwirkungen werden unterschiedliche Rangfolgen der Bioenergietr\u00e4ger erhalten. \u00dcber alle betrachteten Werthaltungen hinweg ist folgendes festzustellen: Die besten Ergebnisse erzielen Kurzumtriebsholz und Bioenergietr\u00e4ger aus R\u00fcckst\u00e4nden. Zudem schneiden bei den meisten Werthaltungen die festen Bioenergietr\u00e4ger g\u00fcnstiger ab als die Biokraftstoffe. Es wird deutlich, dass das Bewertungsergebnis in hohem Ma\u00df davon bestimmt wird, welchem Bewertungsparameter die allerh\u00f6chste \u00f6kologische Bedeutung zuerkannt wird.<br \/>\nII: Ergebnisse des Vergleichs der angebauten Bioenergietr\u00e4ger untereinander: Unbeeinflusst von subjektiver Werthaltungen ist Kurzumtriebsholz auf der Basis der hier betrachteten Umweltparameter der \u00f6kologisch g\u00fcnstigste Bioenergietr\u00e4ger. Die Bewertung der \u00fcbrigen Bioenergietr\u00e4ger h\u00e4ngt jedoch in besonderem Ma\u00df von subjektiven Werthaltungen ab. Wird z. B. der Treibhauseffekt und die Ressourcenschonung als \u00f6kologisch bedeutsamer als die Versauerung eingestuft, so steht die Ganzpflanzennutzung deutlich vor den rapsbasierten Biokraftstoffen, wohingegen bei umgedrehter Einstufung die Biokraftstoffe besser als die Festbrennstoffe abschneiden.<br \/>\nIII: Ergebnisse des Vergleichs der Bioenergietr\u00e4ger aus R\u00fcckst\u00e4nden untereinander: Je nach der subjektiven Einstufung der \u00f6kologischen Parameter werden unterschiedliche Rangfolgen der Bioenergietr\u00e4ger erhalten. Stehen z. B. der Treibhauseffekt und die Ressourcenschonung vor den anderen be-trachteten \u00f6kologischen Kriterien, so ist Waldrestholz ein umweltfreundlicherer Energietr\u00e4ger als R\u00fcckst\u00e4nde aus der Landwirtschaft und der Landschaftspflege. <\/p>\n<p>Diesen Resultaten liegt mit der Einsch\u00e4tzung der \u00f6kologischen Bedeutung der Bewertungsparameter ein subjektives Bewertungselement zugrunde, welches sich aus den Werthaltungen der Beurteilenden ergibt. Jeder Nutzer der Ergebnisse dieser Studie ist somit dazu angehalten, sich zu positionieren, was seine Werthaltung bez\u00fcglich der Einstufung der \u00f6kologischen Bedeutung der Bewertungsparameter betrifft. Unter Umst\u00e4nden kann er so zu einer anderen Einsch\u00e4tzung der \u00f6kologischen Bedeutung &#8211; und somit auch zu anderen Bewertungsergebnissen &#8211; kommen als die Projektbeauftragten. Insbesondere hat er auch zu hinterfragen, ob ihm die hier diskutierten \u00f6kologischen Parameter f\u00fcr eine abschlie\u00dfende \u00f6kologische Bewertung ausreichen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse erscheinen in Buchform im Rahmen der DBU-Reihe Initiativen zum Umweltschutz.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Eine rein wissenschaftlich-objektive Bewertung der \u00f6kologischen Vor- und Nachteile von Bioenergietr\u00e4gern ist nicht m\u00f6glich. Der Entscheidungstr\u00e4ger bzw. Anwender muss bestimmte Werthaltungen selbst definieren; so z. B., ob ihm der Treibhauseffekt \u00f6kologisch bedeutsamer ist als die Eutrophierung. Ist dies geschehen, so kann er auf der Basis von Ergebnissen aus der Sachbilanz und der Wirkungsabsch\u00e4tzung jedoch durchaus zu einer abschlie\u00dfenden Bewertung gelangen. Hierzu findet der Leser f\u00fcr die diskutierten Bioenergietr\u00e4ger eine F\u00fclle an entsprechenden Daten, d. h. Bilanzergebnisse, sowie Beispielbewertungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Mit dem Bericht Nachwachsende Energietr\u00e4ger: Grundlagen, Verfahren, \u00f6kologische Bilanzierung liegen erstmals miteinander vergleichbare Ergebnisse f\u00fcr eine umfangreiche Liste \u00f6kologischer Parameter f\u00fcr eine gro\u00dfe Zahl an Lebenswegvergleichen Bioenergietr\u00e4ger versus konventionelle Energietr\u00e4ger vor. Die Normierungsbem\u00fchungen um Bewertungen in \u00d6kobilanzen sind mittlerweile soweit fortgeschritten, dass Bewertungen angegangen werden k\u00f6nnen. 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