{"id":20503,"date":"2024-11-27T10:34:28","date_gmt":"2024-11-27T09:34:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/12919-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:34:29","modified_gmt":"2024-11-27T09:34:29","slug":"12919-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/12919-01\/","title":{"rendered":"Errichtung eines NaTIERkundehauses im Naturschutz-Tierpark G\u00f6rlitz"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In Sachsen gibt es ein gro\u00dfes Informations- und Anwendungsdefizit f\u00fcr \u00f6kologisches Bauen. Deshalb kommt es zum Einsatz von ressourcen- und umweltschonenden Baustoffen, Konstruktionen und technischen Systemen bei der Errichtung des NaTIERkundehauses im Naturschutz-Tierpark G\u00f6rlitz mit dem Ziel, den Tierparkbesuchern (ca. 100.000 pro Jahr) oder speziell Interessierten (=privaten und andere Bauherren) anhand einer entsprechenden Pr\u00e4sentation im\/am Geb\u00e4ude praktische Hinweise und Informationen \u00fcber die Bedeutung des \u00f6kologischen Bauens zu geben. Ber\u00fccksichtigung ebensolcher Aspekte bei der sp\u00e4teren Nutzung des Hauses als Begegnungsst\u00e4tte f\u00fcr Tier-, Natur- und Umweltschutz-Interessierte Kinder, Jugendliche und Erwachsene.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn der Zeit vom 1.9.98 bis 31.8.99 wurden im Rahmen einer Vergabe-ABM die Bauhauptleistungen sowie in direkter Vergabe die Heizungs-, Sanit\u00e4r- und Elektroinstallation f\u00fcr das Geb\u00e4ude durchgef\u00fchrt. Dabei kamen solche Baustoffe und Systeme zum Einsatz, die  umweltvertr\u00e4glich aber auch in der Region erh\u00e4ltlich sind. Bei der Projektierung des Geb\u00e4udes wurden herk\u00f6mmliche Bauweisen und Konstruktionen vorgesehen, um eine gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Akzeptanz bei den Besuchern und potentiellen Nachnutzern zu erreichen. (Einen Holz-\/Glaspalast k\u00f6nnen und wollen sich die wenigsten leisten.) W\u00e4hrend der Bauphase wurde in \u00f6ffentlich angek\u00fcndigten Informationsveranstaltungen bzw. in Pressemitteilungen das Projekt in der Region bekanntgemacht. Im NaTIERkundehaus informieren Faltbl\u00e4tter und interaktive Elemente die Tierparkbesucher und andere Interessierte \u00fcber umweltschonende Baustoffe und technische Ausstattung. Fachlich begleitet wurde der Bau durch Mitarbeiter sowie Studenten der Hochschule Zittau\/G\u00f6rlitz, z. B. im Hinblick auf den Einsatz von Solarenergie oder durch Erarbeitung eines \u00d6ko-Audits f\u00fcr den Tierpark.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Beim Bau des NaTIERkundehauses sind nachfolgend genannte ressourcen- und umweltschonende Baustoffe, Konstruktionen und technische Systeme zum Einsatz gekommen. Durch die Wahl kompostierbarer Baustoffe, wie Schafwolld\u00e4mmung und \u00f6kologisch behandelte Holzm\u00f6bel, entf\u00e4llt bei einem sp\u00e4teren Abri\u00df die kosten- und energieintensive Entsorgung. Der Baustoff Holz ist das bestimmende Element im Innenbereich des NaTIERkundehauses. Dachkonstruktion, Treppenstufen, Fenster, T\u00fcren, Einbauschr\u00e4nke und M\u00f6bel bestehen aus diesem Baumaterial und wurden umweltfreundlich behandelt (ge\u00f6lt, gewachst). Bei den D\u00e4mmmaterialien wurde nach \u00f6kologischen Alternativen zu den urspr\u00fcnglich in der Planung vorgesehenen Systemen (Styropor) gesucht. Schafwolle kam in den Trockenbauw\u00e4nden sowie im Drempelbereich und Holzfaserd\u00e4mmplatten bei der Dach- und Fu\u00dfbodend\u00e4mmung zum Einsatz. Beim Fu\u00dfbodenbelag fiel die Wahl auf Linoleum. Durch den bevorzugten Einsatz regional vorhandener Baumaterialien wurden unn\u00f6tig lange Transportwege mit einhergehendem Schadstoffaussto\u00df vermieden. Die zu Beginn aufgestellte Kostenkalkulation f\u00fcr den Bau des NaTIERkundehauses beinhaltete keine Solaranlage. Trotz der Verwendung von als teuer verschrieenen \u00f6kologischen Baumaterialien stand dennoch am Ende Geld f\u00fcr die Installation einer Solaranlage zur Verf\u00fcgung.<br \/>\nEine entscheidende Neuerung besteht in der \u00f6ffentlichen Pr\u00e4sentation von M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Schaffung geeigneter Fledermaus- oder Vogelquartiere an einem Hausneubau. Das soll potentielle Bauherren, die als Besucher in den Naturschutz-Tierpark G\u00f6rlitz kommen, anregen, sich selbst f\u00fcr einen aktiven Naturschutz zu engagieren.<br \/>\nBei der Errichtung des NaTIERkundehauses wurde generell darauf geachtet, da\u00df die umgesetzten \u00f6kologischen Ma\u00dfnahmen auch von privaten Bauherren zu realisieren sind. Damit der \u00f6kologische Baugedanke auch au\u00dferhalb des Naturschutz-Tierpark G\u00f6rlitz Einzug h\u00e4lt, f\u00fchrte man 4 regional angek\u00fcndigte Seminare zu dieser Thematik durch. Die Teilnahme an den ersten Veranstaltungen war leider sehr gering. Deshalb war es von gro\u00dfem Vorteil, da\u00df an der Hochschule Zittau\/G\u00f6rlitz eine Diplomarbeit mit dem Titel Empirische Untersuchung zur Akzeptanz des \u00f6kologisch orientierten Bauens unter Ber\u00fccksichtigung umweltp\u00e4dagogischer Konzepte vergeben werden konnte (Verfasserin: CORINA SCHMIDT, Betreuer: Prof. DELAKOWITZ). Aus der Arbeit wird nicht nur ersichtlich, da\u00df ein gro\u00dfer Aufkl\u00e4rungsbedarf f\u00fcr die Notwendigkeit des \u00f6kologischen Bauens besteht. Auch die Ursachen f\u00fcr die vorhandenen Vorurteile wurden in einer Umfrage ermittelt. Wichtig scheint die Erkenntnis, da\u00df ohne eine grundlegende Orientierung auf ein umweltgerechtes Bauen bereits bei der Ausbildung von Bauingenieuren und Architekten bzw. eine (am besten gesetzlich fixierte) Forderung und F\u00f6rderung solche Bauweisen in naher Zukunft kaum mit einem positiven Wandel gerechnet werden kann.<br \/>\nUm die besonders im Osten Deutschlands vorhandenen Wissensdefizite ein wenig auszugleichen, hat sich der Naturschutz-Tierpark G\u00f6rlitz im Rahmen dieses Projektes die Aufgabe gestellt, den Austausch von Informationen und Erfahrungen auf diesem Gebiet zu unterst\u00fctzen. Dazu dienten die o.g. Seminare ebenso wie die im Haus installierten Wissensspiele zu Energiesparlampen, der Solaranlage und dem Holzkreislauf und die ausgelegten Informationsbl\u00e4tter. Dort werden die \u00f6kologischen Bausteine des NaTIERkundehauses anschaulich und klar verst\u00e4ndlich zusammengefa\u00dft und f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht.<br \/>\nEin sehr entscheidendes Ergebnis des Projektes ist die wesentlich erh\u00f6hte Akzeptanz des umfassenden umweltgerechten Konzeptes des Naturschutz-Tierparks G\u00f6rlitz in der Region und Zoo-bezogen sogar bundesweit. Auf der im M\u00e4rz 2000 in G\u00f6rlitz ausgerichteten Tagung deutschsprachiger Zoop\u00e4dagogen wurde das NaTIERkundehaus als sch\u00f6nste Zooschule Deutschlands bezeichnet. Auch bei der Belegschaft selbst ist es in dieser Zeit zu einer erheblichen Akzeptanzsteigerung gekommen, die sich u.a. in der aktiven Mitarbeit bei der Erarbeitung eines \u00d6ko-Audits zeigte.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Der Grundgedanke des \u00f6kologischen Bauens wurde und wird im Naturschutz-Tierpark G\u00f6rlitz durch Seminare, Faltbl\u00e4tter und Spiele in die \u00d6ffentlichkeit getragen. Artikel in der Presse tragen auch dazu bei, da\u00df das umweltfreundlich gebaute NaTIERkundehaus bekannt wird.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der Naturschutz-Tierpark G\u00f6rlitz verringert durch das Demonstrationsprojekt NaTIERkundehaus, durch die Spiele, Seminare und Infobl\u00e4tter das Informations- und damit Anwendungsdefizit f\u00fcr \u00f6kologisch orientiertes Bauen. Im Verlauf des Projektes wurde deutlich, da\u00df \u00f6kologisches Bauen in den Studieng\u00e4ngen Architektur und Bauingenieurwesen ein fest verankerter Bestandteil werden mu\u00df. Eine Grundausbildung im \u00f6kologisch orientierten Bauen ist zwingend notwendig. Durch die im Ergebnis des Projektes entstandene Besch\u00e4ftigung zweier Absolventen zur Thematik des umweltfreundlichen Bauens und des Artenschutzes an Geb\u00e4uden bleibt das \u00f6kologische Bauen ein fester Bestandteil des Tierparkkonzeptes.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In Sachsen gibt es ein gro\u00dfes Informations- und Anwendungsdefizit f\u00fcr \u00f6kologisches Bauen. 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