{"id":20492,"date":"2025-04-10T10:32:08","date_gmt":"2025-04-10T08:32:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/07718-02\/"},"modified":"2025-04-10T10:32:09","modified_gmt":"2025-04-10T08:32:09","slug":"07718-02","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/07718-02\/","title":{"rendered":"Entwicklung einer neuen Sicherheitswerkbank zur sicheren Handhabung von Zytostatika und anderen physiologisch\/biologisch aktiven Substanzen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In der Krebstherapie eingesetzte Arzneimittel (z. B.: Zytostatika) sind h\u00e4ufig krebserzeugend, erbgutver\u00e4ndernd und fortpflanzungsgef\u00e4hrdend. Es werden Sicherheitswerkb\u00e4nke eingesetzt, um w\u00e4hrend der Zubereitung freigesetzte, partikelf\u00f6rmige Schwebstoffe vom Personal wegzuf\u00fchren und auf einem Faserfilter, sog. HEPA (High Efficiency Particulate Air)-Filter, abzuscheiden. Gasf\u00f6rmige Anteile der Zytostatika werden nicht zur\u00fcckgehalten, gelangen in den Aufstellungsraum (Labor) der Sicherheitswerkb\u00e4nke und kontaminieren das Personal und die Umwelt. Ferner werden gasf\u00f6rmige Anteile der Zytostatika gem\u00e4\u00df der Umluftfunktionsweise in den Arbeitsraum der Sicherheitswerkb\u00e4nke rezirkuliert und k\u00f6nnen sich so aufkonzentrieren.<br \/>\nProjektziel war die Entwicklung von Filtermedien und Verfahren, die physiologisch-biologisch aktive Substanzen innerhalb der Sicherheitswerkbank zu ungef\u00e4hrlichen Abbauprodukten umsetzen oder dauerhaft binden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden\u00b7\tUntersuchung verschiedener Filtermedien und Verfahren auf ihre Abscheidleistung.<br \/>\n\u00b7\tAufbau und Inbetriebnahme eines Versuchsstandes.<br \/>\n\u00b7\tVariation von Adsorptionsmitteln mit Auswertung auf ihr R\u00fcckhalteverm\u00f6gen.<br \/>\n\u00b7\tAdsorptionsverhalten bei gleichzeitigem Auftreten von Zytostatika- und Isopropanolmolek\u00fclen.<br \/>\n\u00b7\tDruckverlustmessungen in Abh\u00e4ngigkeit von der Sch\u00fctth\u00f6he f\u00fcr verschiedene Medien.<br \/>\n\u00b7\tUntersuchungen alternativer Filterkonzepte.<br \/>\n\u00b7\tErstellung eines Pflichtenhefts f\u00fcr die neue Sicherheitswerkbank.<br \/>\n\u00b7\tAuslegung und Konstruktion der neuen Sicherheitswerkbank in Anlehnung an DIN 12980.<br \/>\n\u00b7\tImplementierung einer Reinigungsm\u00f6glichkeit f\u00fcr gasf\u00f6rmige Bestandteile der Zytostatika.<br \/>\n\u00b7\tUntersuchung der M\u00f6glichkeit f\u00fcr einen kontaminationsarmen Filterwechsel.<br \/>\n\u00b7\tKonfektionierung und Validierung des neuen Filtermediums.<br \/>\n\u00b7\tMethodenuntersuchung zu umweltvertr\u00e4glicher Filterentsorgung.<br \/>\n\u00b7\tFertigung eines Musters des Adsorptiv-Reaktiv-Filters.<br \/>\n\u00b7\tIntegrieren des Adsorptiv-Reaktiv-Filters in eine Sicherheitswerkbank.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Es wurden verschiedenen Verfahren untersucht, die physiologisch\/biologisch aktiven Substanzen zu ungef\u00e4hrlichen Abbauprodukten umzusetzen oder diese dauerhaft zu binden. Der Einsatz von \u00fcblichen adsorptiv wirkenden Filtern zur Abscheidung von Gasen, z.B. auf der Basis von Aktivkohle, ist im besonderen Fall der Zubereitung von Arzneimittel-Applikationen in der Krebstherapie keine L\u00f6sung. W\u00e4hrend der Zubereitung wird Alkohol in gro\u00dfer Menge zur Spr\u00fchdesinfektion eingesetzt. Bei der Adsorption gro\u00dfer Mengen von z. B. Isopropanol-Molek\u00fclen und den in wesentlich geringerer Konzentration vorhandenen Arzneimittel-Molek\u00fclen werden diese durch das Isopropanol vom Adsorbens verdr\u00e4ngt. Gasf\u00f6rmig vorliegende Arzneimittel k\u00f6nnen somit weiterhin das Filtersystem durchbrechen und in den Aufstellungsraum der Sicherheitswerkb\u00e4nke gelangen. Deshalb muss das Isopropanol in Vorfiltern sicher zur\u00fcckgehalten werden. Als praktikable L\u00f6sung stellte sich ein Filtermedium bestehend aus einer optimierten Abfolge von Tr\u00e4germaterialien, Aktivkohlen und Zeolithen heraus.<\/p>\n<p>Zur Integration der Reinigungseinheit im Hauptfilter wurde Kontakt mit entsprechenden Filterkonfektion\u00e4ren aufgenommen. Die produktionstechnischen Festlegungen beanspruchten aufgrund der technischen Anforderungen an den Beschichtungsprozess wesentlich mehr Zeit als urspr\u00fcnglich vorgesehen war. Das Adsorptiv-Reaktiv-Filter in Form eines Patronenfilters wurde konstruiert. Entscheidend war das Erreichen eines m\u00f6glichst geringen Str\u00f6mungswiderstandes im Filter, bei gleichzeitig relativ geringen Einbauma\u00dfen. Da die Gr\u00f6\u00dfe der effektiven Filterfl\u00e4che und die Abma\u00dfe des Filters mit dem Druckabfall in einer reziproken Wechselbeziehung stehen, musste diesbez\u00fcglich ein Kompromiss akzeptiert werden.Das Adsorptiv-Reaktiv-Filter wurde unter Sollwertbedingungen bzgl. der sicheren Betriebsweise einer Sicherheitswerkbank auf einem Teststand untersucht. Dazu wurde es mit der Zytostatika-Ersatzsubstanz (Marker) Mesitylen beaufschlagt. Hierbei wurden die Bedingungen f\u00fcr das Abscheideverhalten im Sinne eines worst-case-Tests erf\u00fcllt. Das Adsorptiv-Reaktiv-Filter wurde in die Sicherheitswerkbank integriert. <\/p>\n<p>Die neue Sicherheitswerkbank ist u. a. mit einem zweistufigen Hauptfilter ausgestattet. Die erste Hauptfilterstufe ist ein HEPA-Filterstufe zum Abscheiden der partikelf\u00f6rmigen Phase. Die zweite Stufe hat die Funktion eines Adsorptiv-Reaktiv-Filters f\u00fcr die Abscheidung gasf\u00f6rmiger Arzneimittel. Der nach DIN 12980 geforderte kontaminationsarme Filterwechsel wurde bei der Konstruktion ber\u00fccksichtigt; das Hauptfilter ist aus mehreren Teilfiltern aufgebaut, die in die gebr\u00e4uchlichen genormten Entsorgungsbeh\u00e4lter passen. Die f\u00fcr eine sichere Funktionsweise einer Sicherheitswerkbank wichtigen Sollwertbedingungen, wie etwa Verdr\u00e4ngungsstr\u00f6mungsgeschwindigkeit im Arbeitsraum, Lufteintrittsstr\u00f6mungsgeschwindigkeit  in der Arbeits\u00f6ffnung und der hieraus resultierende Gesamtvolumenstrom wurden eingehalten. Die Konstruktion der Sicherheitswerkbank ist im wesentlichem abgeschlossen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4sentation des Projektes erfolgte bei diversen Firmen, Beh\u00f6rden, Messen (z.B. Hannover Messe 2002) und auf Seminaren.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Konstruktion der neuen Sicherheitswerkbank ist im wesentlichen abgeschlossen. Das neue Adsorptiv-Reaktiv-Filter konnte als Filterstufe zum Abscheiden der gasf\u00f6rmigen Phase in die Sicherheitswerkbank integriert werden. Es sollte in Zukunft in Praxi (z. B. Apotheke) eine mit Adsorptiv-Reaktiv-Filter best\u00fcckte Sicherheitswerkbank unter realen Bedingungen getestet werden, um die unter Laborbedingungen ermittelten Ergebnisses zu best\u00e4tigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In der Krebstherapie eingesetzte Arzneimittel (z. B.: Zytostatika) sind h\u00e4ufig krebserzeugend, erbgutver\u00e4ndernd und fortpflanzungsgef\u00e4hrdend. Es werden Sicherheitswerkb\u00e4nke eingesetzt, um w\u00e4hrend der Zubereitung freigesetzte, partikelf\u00f6rmige Schwebstoffe vom Personal wegzuf\u00fchren und auf einem Faserfilter, sog. HEPA (High Efficiency Particulate Air)-Filter, abzuscheiden. 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