{"id":20483,"date":"2023-07-13T15:13:05","date_gmt":"2023-07-13T13:13:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/08975-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:13:07","modified_gmt":"2023-07-13T13:13:07","slug":"08975-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/08975-01\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderschwerpunkt Bioabfallverwertung: Entwicklung eines Verfahrens zur Absorption von \u00fcbelriechenden Emissionen aus Landwirtschaft, Kommunalen Entsorgungsbetrieben und Industrie"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Durch die vorgesehene Entwicklung eines Mischnebelabsorbers wird f\u00fcr Anlagen mit Geruchsemissionen ein Verfahren zur L\u00f6sung der Emissionsprobleme bereitgestellt. Damit kann ein Beitrag zur besseren Akzeptanz von Standorten f\u00fcr diese Anlagen erbracht werden. Das projektierte Verfahren orientiert sich an den Mechanismen der Selbstreinigung der Atmosph\u00e4re durch Wolken und Niederschlag. Diese Mechanismen des in cloud scavenging wurden in vorangegangenen Projekten im DFG-Sonderforschungsbereichs 233, Dynamik und Chemie der Hydrometeore, erforscht. Die Entwicklung steht daher unter dem Motto: Grundlagenforschung erbringt Umwelttechnologie.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden1.\tBereitstellung von analytischen und olfaktometrischen Messverfahren zur Bestimmung des Wirkungsgrades der Geruchsminderung.<br \/>\n2.\tLaboruntersuchungen von Abluftproben am Nebelreaktor.<br \/>\n3.\tAufbau und Einsatz eines ambulanten Mischnebelabsorbers im Bypassbetrieb an emittierenden Anlagen.<br \/>\n4.\tErprobung der abgasspezifischen Wirkung von verschiedenen Wirkstoffgemischen.<br \/>\n5.\tErmittlung eines funktionellen Zusammenhangs zwischen dem Wirkungsgrad der Geruchsminderung und den Betriebsbedingungen im Nebelreaktor.<br \/>\n6.\tErmittlung eines funktionellen Zusammenhangs zwischen D\u00fcseneigenschaft und Str\u00f6mungsfeld des Abluftkanals zur Berechnung der optimalen D\u00fcsenanordung.<br \/>\n7.\tEntwicklung einer Abscheidevorrichtung f\u00fcr Nebeltropfen am Ende der Abluftkan\u00e4le.<br \/>\n8.\tEntwicklung einer Mess- und Regelvorrichtung zur bedarfsgerechten Dosierung der Wirkstoffe im Nebel.<br \/>\n9.\tEinbau von Prototypen in Pilotanlagen.<br \/>\n10.\tUntersuchungen zur Umweltvertr\u00e4glichkeit des Verfahrens in der Abluftfahne der Anlagen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Berichtszeitraum 01.07.1999 bis 31.03.2000<br \/>\nAls Bewertungsma\u00dfstab der Entwicklungsarbeiten dient der Wirkungsgrad der erzielten Geruchsminderung. Zur experimentellen Bestimmung des Wirkungsgrades wurden zun\u00e4chst analytische und olfaktmetrische Messverfahren bereitgestellt.<br \/>\nZum Auftakt der Untersuchungen zur Geruchsminderung durch Mischnebel wurden Laboruntersuchungen vorgenommen. Bei Anwendung von Mischnebeln mit S\u00e4uren und Laugen konnten Wirkungsgrade der Geruchsminderung bis zu 90% erreicht werden. Bei Zugabe von Wirkstoffen, die den Phasen\u00fcbergang organischer Verbindungen in die Tropfenphase beg\u00fcnstigen, wurden die Wirkungsgrade bis zu 98% gesteigert.<br \/>\nUm die Untersuchungen im Technikumma\u00dfstab fortsetzen zu k\u00f6nnen, wurde ein ambulanter Mischnebelabsorber konstruiert, der an insgesamt neun geruchemittierenden Anlagen eingesetzt wurde.<br \/>\nBei drei der besuchten Anlagen wurden im Rahmen von mehrt\u00e4gigen Experimenten, funktionelle Zusammenh\u00e4nge zwischen der Zusammensetzung und den Konzentrationen der Wirkstoffe einerseits und dem Wirkungsgrad der Geruchsminderung andererseits ermittelt.<br \/>\nEine weitere wichtige Voraussetzung f\u00fcr den Anlagenbauer sind \u00dcberlegungen zur geometrischen Anordnung der D\u00fcsen im Abluftstrom, die sicherstellen sollen, dass der gesamte Abluftstrom mit Nebel erf\u00fcllt ist. Daher wurde ein Rechenprogramm entwickelt, mit dem berechnet werden kann, welche D\u00fcsenanordnung notwendig ist, um bei einer Str\u00f6mung von bekannter Str\u00f6mungsgeschwindigkeit und Turbulenz den gesamten Rohrdurchmesser mit den Spr\u00fchkegeln der D\u00fcsen abzudecken.<br \/>\nEin weiterer Schwerpunkt des Projekts liegt in der Entwicklung einer Vorrichtung, mit der die Nebeltropfen effektiv aus dem Abluftstrom entfernt werden k\u00f6nnen, bevor dieser an die freie Atmosph\u00e4re emittiert wird. Mit umfangreichen Labortests wurden optimale Materialien und Konstruktionsformen f\u00fcr den Einsatz im Nebelreaktor ermittelt.<br \/>\nSchlie\u00dflich wird zur Zeit daran gearbeitet, einen Mess- und Regelkreislauf zu entwickeln, der die Zudosierung der Wirkstoffe im Mischnebel den jeweils vorliegenden Konzentrationen an geruchsintensiven Stoffen anpasst.<br \/>\nDie bisher beschriebene Entwicklungsarbeit wurde ausschlie\u00dflich vom Zentrum f\u00fcr Umweltforschung durchgef\u00fchrt.  Zum Bau einer Pilotanlage durch einen Anlagenbauer als Partner ist es bislang nicht gekommen. Die uns vom Anlagenbauer EnviTec Mall pr\u00e4sentierte Kontaktperson hatte keinerlei Ingenieursausbildung. Dies f\u00fchrte zun\u00e4chst zu einem v\u00f6llig einseitigen Transfer von den im ZUF erarbeiteten Entwicklungsergebnissen zu dem Projektpartner. Ende 1999 sollte eine Pilotanlage bei einem Kunden der Firma EnviTec Mall in einer Tierk\u00f6rperverwertung aufgebaut werden. Basierend auf den durchgef\u00fchrten Entwicklungsarbeiten wurde dem Partner ein Arbeitsplan vorgelegt, der Einsatz und Vorgehensweise des ZUF im Partnerverbund beschrieb. Zu dem Plan hat EnviTec Mall nie Stellung genommen. Das \u00fcbermittelte Wissen wurde jedoch dazu genutzt, den Kundenauftrag im Alleingang erledigen zu wollen. Ob die Pilotanlage gebaut wurde, entzieht sich daher bis heute unserer Kenntnis.<br \/>\nBei dem zweiten Versuch der Errichtung einer Pilotanlage in einem Betrieb zur Bioabfallverwertung zeigte die Firma Anfang des Jahres 2000 das gleiche Verhalten.<br \/>\nBei einer Zusammenkunft am 15. M\u00e4rz 2000 kam man daher \u00fcberein, die im Sinne des Antrags der Universit\u00e4t an die Deutsche Bundesstiftung Umwelt vorgesehene Kooperation nicht weiter fortzusetzen. Das Zentrum f\u00fcr Umweltforschung strebt nunmehr an, die Errichtung einer Pilotanlage durch bilaterale Vertr\u00e4ge mit Anlagenbauern zu erreichen, wobei diese Partner im Sinne des Projektes als weisungsgebundene Unterauftragnehmer fungieren. Dies setzt zum einen einen investitionsbereiten Anlagenbetreiber und zum anderen eine auf dem Gebiet des Anlagenbaus qualifizierte Partnerfirma voraus. Bez\u00fcglich einer Anlage zur Bitumenverarbeitung bestehen zur Zeit die g\u00fcnstigsten Aussichten zur Errichtung einer Pilotanlage.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Ausstellung des Verfahrens mit dem ambulanten Nebelreaktor bei der ACHEMA 2000, Frankfurt am Main, 22. bis 27. Mai 2000, Halle 1.2, Stand G4\/H5. Siehe www.rz.uni-frankfurt.de\/zuf.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der Einsatz des ambulanten Nebelreaktors im Technikumma\u00dfstab an neun geruchsemittierenden Anlagen aus Landwirtschaft, kommunalen Entsorgungsbetrieben und Industrie hat gezeigt, dass das bisher entwickelte Verfahren in der Lage ist, in all diesen Bereichen \u00fcbelriechende Emissionen zu absorbieren. Aufgrund des Entwicklungsstandes kann nunmehr die Errichtung einer permanent arbeitenden Pilotanlage in Angriff genommen werden.<br \/>\nVon der Ausstellung des Verfahrens auf der ACHEMA wird erwartet, dass weitere Kontakte zur industriellen Verwertung des Verfahrens aufgebaut werden k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Durch die vorgesehene Entwicklung eines Mischnebelabsorbers wird f\u00fcr Anlagen mit Geruchsemissionen ein Verfahren zur L\u00f6sung der Emissionsprobleme bereitgestellt. 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