{"id":20476,"date":"2025-07-17T10:32:02","date_gmt":"2025-07-17T08:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/12803-01\/"},"modified":"2025-07-17T10:32:03","modified_gmt":"2025-07-17T08:32:03","slug":"12803-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/12803-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung und Erprobung neuartiger Energiekonzepte und Umwelttechniken an der Kunsthalle Emden"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die seit 17 Jahren bestehende Kunsthalle Emden ist um einen Erweiterungsbau erg\u00e4nzt worden. Ziel des Projektes war die Reduzierung des Prim\u00e4renergieverbrauches um \u00fcber 50 % gegen\u00fcber einem vergleichbaren konventionell erstellten Geb\u00e4ude. Als Randbedingung waren die konservatorischen Vorgaben einsprechend dem Internationalen Museumsstandard einzuhalten.<br \/>\nDie Erarbeitung der baulichen und technischen Optimierungen erfolgte in einem integralen Planungsprozess unter Verwendung der Ergebnisse der vorab durchgef\u00fchrten Simulationsrechnungen. Zur Umsetzung der planerischen Ans\u00e4tze wurde ein Energiemanagementsystem implementiert. Die hierzu erforderliche Datenerfassung wird gleichzeitig f\u00fcr ein Informationsterminal zur Information der Besucher genutzt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDer integrale Planungsprozess zur Erarbeitung des architektonischen und technischen Konzeptes wurde durch folgende Simulationsrechnungen unterst\u00fctzt:<br \/>\n\u00b7\tThermische Geb\u00e4ude- und Anlagensimulation (Software TAS)<br \/>\n\u00b7\tNutzung des geothermischen Energiepotentials (Software EED)<br \/>\n\u00b7\tTageslichtsimulation (Software SIVIEW)<br \/>\nZur Erreichung der o.a. Prim\u00e4renergieeinsparung wurden folgende Ma\u00dfnahmen untersucht:<br \/>\n\u00b7\tErh\u00f6hung der Tageslichtnutzung durch Shedfenster, Lichtlenkung und hohe Reflexionszahlen<br \/>\n\u00b7\tPr\u00e4zise Regelung des Tageslichteinfalls entsprechend der jeweils zul\u00e4ssigen Werte<br \/>\n\u00b7\tEinsatz effizienter Leuchten, Anlagen und Ger\u00e4te<br \/>\n\u00b7\tOptimierung der Geb\u00e4udeh\u00fclle in Hinblick auf geringen Heiz- und K\u00fchlenergiebedarf<br \/>\n\u00b7\tErschlie\u00dfung des geothermischen Energiepotentials durch Erdw\u00e4rmesonden<br \/>\n\u00b7\t\u00dcberwiegende Deckung der Jahresheiz- und -k\u00fchlarbeit durch erdgekoppelte W\u00e4rmepumpen<br \/>\n\u00b7\tSaisonale Speicherung der \u00fcbersch\u00fcssigen, im Sommer anfallenden, W\u00e4rme der K\u00e4lteanlage<br \/>\n\u00b7\tEinsatz einer Kraft-W\u00e4rme-Kopplungsanlage im Altbau<br \/>\nMit Hilfe der in das Informationsterminal integrierten Messdatenerfassung und -darstellung erhalten Interessenten nachvollziehbare, aktuelle und aufbereitete Informationen zum Geb\u00e4ude, zum Energie- und Lichtkonzept sowie zur aktuellen energetischen Situation.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Ergebnisse des Vorhabens wurden im Rahmen einer Untersuchung der Hochschule Bremerhaven, Prof. Ritzenhoff, messtechnisch ausgewertet und analysiert.<br \/>\nObwohl die grunds\u00e4tzliche Eignung des gew\u00e4hlten Konzeptes nochmals best\u00e4tigt wurde, konnten durch die Untersuchung doch verschiedene Optimierungsm\u00f6glichkeiten aufgezeigt werden:<br \/>\n\u00b7\tDie Leistung der W\u00e4rmepumpen ist z. Zt. bezogen auf den derzeitigen Geb\u00e4udebestand, da die an-stehende Altbausanierung noch nicht ausgef\u00fchrt wurde, \u00fcberdimensioniert.<br \/>\n\u00b7\tDas Temperaturniveau der W\u00e4rmeabnehmer, (RLT-Ger\u00e4te und Bauteilbeheizung), liegt f\u00fcr die W\u00e4rmepumpen noch zu hoch. Im Zuge der Sanierungsma\u00dfnahme soll das Temperaturniveau noch weiter gesenkt werden.<br \/>\n\u00b7\tDas System kann in gewissen Teilbereichen noch weiter regelungstechnisch optimiert werden. Dies gilt insbesondere f\u00fcr die RLT-Anlage und die Tageslichtnutzung. Die Einhaltung der sehr strengen konservatorischen Randbedingungen erweist sich als sehr gro\u00dfes Hemmnis bei der weiteren Energieeinsparung. So bestehen beispielsweise Probleme bei einer Erh\u00f6hung des Tageslichtanteils und Reduzierung der Luftmengen, da dies zu unzul\u00e4ssigen Schwankungen der Strahlungs- und Klimawerte f\u00fchrt.<br \/>\n\u00b7\tEine Fehlfunktion des Schichtenspeichers f\u00fchrte w\u00e4hrend der messtechnischen Begleitung zu ung\u00fcnstigen Betriebzust\u00e4nden im Hinblick auf die Effizienz des Brennwertkessels und der W\u00e4rmepumpen. Zwischenzeitlich arbeitet der Speicher korrekt, so dass mit einer deutlichen Verbesserung der Wirkungsgrade gerechnet werden kann.<br \/>\nAls schwierig stellt sich auch die Fixierung eines geeigneten Vergleichsma\u00dfstabes f\u00fcr ein Referenzgeb\u00e4ude dar, da es keine einheitlichen Richtlinien f\u00fcr die Auslegung und den Betrieb von RLT- und Heizungsanlagen in Museen gibt. (In den Niederlanden wurden z. B. einheitliche Vorgaben f\u00fcr alle neuen Museen durch den Reichsgeb\u00e4udedienst erarbeitet). Daher ist eine exakte Bewertung der erzielten Energieeinsparung problematisch. Das seiner Zeit gesteckte Ziel von 50% Einsparung wurde nach derzei-tigem Erkenntnisstand nicht erreicht, allerdings wird trotzdem in erheblichem Umfang, gegen\u00fcber anderen Museen, deren Verbr\u00e4uche bekannt sind, Energie eingespart. (z. B. Neue Pinakothek in M\u00fcnchen).<br \/>\nAbschlie\u00dfend ist anzumerken, dass bei weniger beengten Grundst\u00fccksverh\u00e4ltnissen und einer angepassten Dimensionierung der W\u00e4rmepumpen (ohne Reservepotential f\u00fcr vorgesehene Erweiterungen) weitere Einsparungen bei den Investitionskosten m\u00f6glich sind.<br \/>\nDie Beteiligten sind jederzeit bereit, Interessenten zu beraten und bei der Entscheidungsfindung zu unterst\u00fctzen. Als Ansprechpartner steht das IGG aus Lilienthal und der Energiekonzeptberater vom Ing. B\u00fcro NEK zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt wird Besuchern \u00fcber das Info-Terminal im Eingangsbereich sowie \u00fcber das Internet unter www.kunsthalle-emden.de pr\u00e4sentiert.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus gab es Ver\u00f6ffentlichungen in diversen Zeitungen und Zeitschriften, z. B. bbr-kanal &#038; Rohrleitungsbau. (Geothermie am Beispiel der Kunsthalle Emden)<br \/>\nEin in der Kunsthalle ausliegendes Merkblatt des Energiekonzeptes liegt vor.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das ehrgeizige Ziel einer 50%igen Energieeinsparung konnte nur teilweise erreicht werden.<br \/>\nGr\u00fcnde daf\u00fcr sind die z. Zt. noch zu geringen W\u00e4rmeabnahmen auf niedrigem Temperaturniveau und eine f\u00fcr den derzeitigen Geb\u00e4udebestand \u00fcberdimensionierte W\u00e4rmepumpenleistung. Dar\u00fcber hinaus gab es in der Inbetriebnahmephase Probleme mit dem Schichtenspeicher und der zugeh\u00f6rigen Regelungstechnik, die zwischenzeitlich behoben worden sind.<br \/>\nGrunds\u00e4tzlich bedarf es weitergehender Untersuchungen auf dem Gebiet des Museumsbaus zur Schaffung von aussagef\u00e4higen Energie-Referenzwerten. Die Kunsthalle Emden hat hierzu eine Umfrage an andere Museen gestartet. Das realisierte Konzept mit Nutzung kostenloser Umweltw\u00e4rme und -k\u00e4lte kann jedoch nach wie vor als richtungsweisend betrachtet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die seit 17 Jahren bestehende Kunsthalle Emden ist um einen Erweiterungsbau erg\u00e4nzt worden. Ziel des Projektes war die Reduzierung des Prim\u00e4renergieverbrauches um \u00fcber 50 % gegen\u00fcber einem vergleichbaren konventionell erstellten Geb\u00e4ude. 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