{"id":20463,"date":"2023-07-13T15:15:35","date_gmt":"2023-07-13T13:15:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/12749-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:15:36","modified_gmt":"2023-07-13T13:15:36","slug":"12749-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/12749-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung und Realisierung einer mobilen Anlagentechnologie zur zerst\u00f6rungsfreien Sanierung von schadstoffbelasteten Innenr\u00e4umen und Geb\u00e4uden (PCB-Sekund\u00e4rquelle)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Sanierung von sog. Sekund\u00e4rquellen erfolgt entweder durch Versiegelung der zumeist fl\u00e4chenf\u00f6rmigen Quellen z. B. mit speziellen Tapeten oder durch aufwendige mechanische Entfernung. Diese Verfahren sind kostenintensiv und m\u00fcssen im Falle von Versiegelungen in definierten Zeitabst\u00e4nden wiederholt werden. Alternativ dazu wird durch gezielte Einstellung der Raumparameter Temperatur, Feuchtigkeit und Sauerstoffgehalt ein Ausdiffundieren der Schadstoffe erreicht. Die Schadstoffe werden adsorptiv aus der Raumluft gebunden.<br \/>\nZiel des Vorhabens ist die Entwicklung und Realisierung einer mobilen Anlagentechnologie zur zerst\u00f6rungsfreien Sanierung von vornehmlich PCB-belasteten Innenr\u00e4umen und Geb\u00e4uden. Die Verfahrenstechnik soll speziell f\u00fcr die Sanierung oberfl\u00e4chenkontaminierter Bauteile (Sekund\u00e4rquellen) geeignet sein. In einem realen Sanierungsfall soll die Eignung des Verfahrens bei Einsatz der mobilen Anlagentechnologie unter praxisgerechten Bedingungen und weitreichender chemisch-analytischer Begleitung bewiesen werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZun\u00e4chst wird basierend auf den Erfahrungen der vorhergehenden Pilotphasen ein Anforderungsprofil f\u00fcr die Anlagentechnologie erstellt. Dabei werden sowohl verfahrensrelevante Parameter als logistische Anforderungen ber\u00fccksichtigt. Entsprechend dem Anforderungsprofil erfolgt zun\u00e4chst die Auslegung und Planung der Anlagentechnik sowie der Kalkulation. Nach endg\u00fcltiger Abstimmung hinsichtlich des Anforderungsprofils erfolgt die technische Realisierung.<br \/>\nDie Erprobung der Anlagentechnologie an einem realen Sanierungsfall im Zuge einer in Siegen durchgef\u00fchrten Schulsanierung wird hinsichtlich der Verfahrensparameter sowie der Sanierungserfolge sehr weitreichend analytisch begleitet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Rahmen des Projekts wurde eine mobile Anlagentechnologie zur zerst\u00f6rungsfreien Sanierung von vornehmlich PCB-belasteten Innenr\u00e4umen und Geb\u00e4uden entwickelt und realisiert. Die zugeh\u00f6rige Verfahrenstechnik ist in erster Linie f\u00fcr sogenannte Sekund\u00e4rquellen gedacht, d. h. f\u00fcr oberfl\u00e4chenkontaminierte Bauteile, deren Belastung aufgrund von Schadstofffreisetzungen aus Prim\u00e4rquellen (z. B. Fugen) in die Raumluft und von dort in die Bauteile entstanden sind. Vor der Sanierung sind zun\u00e4chst die Prim\u00e4rquellen zu entfernen. Zur Sanierung wird der hermetisch verschlossene Raum mit konditionierter Warmluft beaufschlagt. Die Erw\u00e4rmung erfolgt \u00fcber einen gasbetriebenen Heizkessel durch Heizregister im Raum. Es wird eine definierte Luftfeuchtigkeit eingestellt. Die Abgase werden der Raumluft beigemischt, um den Sauerstoffpartialdruck zu vermindern. Damit wird ein beschleunigtes Ausdiffundieren der Schadstoffe erzielt. Die freigesetzten Schadstoffe werden anschlie\u00dfend adsorptiv aus der Raumluft gebunden. Das geladene Adsorbens ist einer Sonderm\u00fcllverbrennung zuzuf\u00fchren. Die W\u00e4rmebehandlung erfolgt zyklisch mit zwischengeschalteten L\u00fcftungsintervallen. Die gesamte Anlagentechnik mit Heizkessel und Steuerung sind in einem Koffer-Lkw montiert.<br \/>\nUm die Funktionsf\u00e4higkeit der mobilen Anlagentechnologie an einem konkreten Sanierungsfall zu erproben, wurde ein entsprechendes Sanierungsobjekt im gesamten Bundesgebiet gesucht und mit einem kontaminierten Schulgeb\u00e4ude in Siegen auch gefunden. Die neue Pilotanlage wurde erstmals im Juli 1999 an der Realschule Am H\u00e4usling, Dr. Ernst Stra\u00dfe 19, 57074 Siegen zum Einsatz gebracht. Die PCB-Sanierung wurde im August 1999 erfolgreich abgeschlossen.<br \/>\nDie Durchf\u00fchrung einer weiteren Pilotsanierung im Sommer 2000 sollte der svt Brandschutz GmbH n\u00e4here Erkenntnisse \u00fcber den Einsatz der neuen Anlagentechnologie in bezug auf die Dekontamination von Prim\u00e4rquellen bringen. Als Emissionsquelle wurden ca. 30 m\u00b2 PCB-belastete Akustikdeckenplatten aus einer Grundschule in  Braunschweig f\u00fcr Versuchszwecke zur Verf\u00fcgung gestellt.<br \/>\nIn den R\u00e4umlichkeiten eines angemieteten ehemaligen Heizkraftwerks in Munster wurde ein Musterraum f\u00fcr die Ausgasungsversuche mit der neuen Anlagentechnologie hergerichtet. Nach Beendigung des Dekontaminationsversuches konnte keine Verringerung in den prim\u00e4r kontaminierten Materialien oder in der Raumluft festgestellt werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Nach der erfolgreichen PCB-Sanierung in Siegen wurde in der bundesweiten svt Firmenzeitschrift Brennpunkt (Auflage 7000 St\u00fcck) \u00fcber das Projekt berichtet.<br \/>\n\u00dcber 1000 St\u00e4dte wurden \u00fcber eine Mailingbriefaktion im Jahr 2000 \u00fcber das svt Ausgasungsverfahren und die neue Anlagentechnologie informiert. Weiterhin wurde das Verfahren auf der D\u00fcsseldorfer Umwelttechnikmesse ENVITEC 2001 von der svt pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die neue Anlagentechnologie hat sich in der praktischen Anwendung als effektiv und funktionsf\u00e4hig erwiesen. Die Sanierungsergebnisse der Pilotsanierungen haben neue Erkenntnisse in bezug auf die Einsatzf\u00e4higkeit und die Alltagstauglichkeit aufgezeigt. Weiterhin sind durch die Probesanierung von PCB-Prim\u00e4rquellen die Grenzen in der Anwendbarkeit des Ausgasungsverfahrens dargelegt worden.<br \/>\nDie bisher durchgef\u00fchrten Sanierungsf\u00e4lle mit dem Ausgasungsverfahren haben gezeigt, dass das entwickelte Verfahren und die neue Anlagentechnologie zu dem derzeitigen Wettbewerb auf dem Gebiet PCB-Sanierungen als Alternative erfolgreich ist und sich etablieren kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Sanierung von sog. 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