{"id":20455,"date":"2023-07-13T15:15:31","date_gmt":"2023-07-13T13:15:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/12716-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:15:34","modified_gmt":"2023-07-13T13:15:34","slug":"12716-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/12716-01\/","title":{"rendered":"Konzept zur \u00f6kologischen Durchg\u00e4ngigkeit der Wehre Holtemme und Zillierbach im Stadtgebiet Wernigerode"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Durch den R\u00fcckgang der Abwassereinleitungen in die Flie\u00dfgew\u00e4sser Holtemme und Zillierbach hat sich die Gew\u00e4sserg\u00fcte erheblich verbessert, so dass auch im Stadtgebiet von Wernigerode wieder Forellen beobachtet werden k\u00f6nnen.<br \/>\nAllerdings ist es den Fischen nicht m\u00f6glich, zur\u00fcck zu ihren Laichgr\u00fcnden in die Oberl\u00e4ufe der Flie\u00dfgew\u00e4sser zu gelangen, da Wehre und Sohlabst\u00fcrze den Aufstieg verhindern.<br \/>\nDie \u00dcberwindung dieser Querverbaue ist nur m\u00f6glich, wenn nicht mehr ben\u00f6tigte Anlagen zur\u00fcckgebaut und die weiterhin erforderlichen Anlagen mit geeigneten Fischaufstiegseinrichtungen versehen werden.<br \/>\nDaher strebt die Stadt Wernigerode im Konsens mit lokalen Naturschutz- und Fischereiverb\u00e4nden, dem Landkreis Wernigerode und \u00f6rtlichen Wirtschaftsunternehmen an, die \u00f6kologische Durchg\u00e4ngigkeit der Holtemme und des Zillierbaches im Stadtgebiet &#8211; dem Schl\u00fcsselbereich f\u00fcr die Wiederausbreitung wertgebender Arten &#8211; schrittweise im Rahmen eines Gesamtkonzeptes wiederherzustellen.<br \/>\nDie Notwendigkeit und Sinnf\u00e4lligkeit der Wiederherstellung der Durchg\u00e4ngigkeit unmittelbar an den  Wiederausbreitungszentren wurde durch eine Ammoniakhaverie im Jahre 1997 und die nachweisbare Wiederbesiedelung des betroffenen Holtemmeabschnittes \u00fcber die kurz zuvor fertig gestellte Fischaufstiegsanlage Ilsenburger Stra\u00dfe eindrucksvoll belegt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methodenm Rahmen der Vorbereitung der Ma\u00dfnahme wurden durch die Arbeitsf\u00f6rderungs- und Sanierungsgesellschaft Nordharz mbH 7 Arbeitskr\u00e4fte \u00fcber einen Zeitraum von 3 Monaten (Februar bis April 1998) zur Verf\u00fcgung gestellt. Die Aufgabe dieser Arbeitskr\u00e4fte bestand darin, im Untersuchungszeitraum Grunddaten zu ermitteln:<br \/>\n1. Physiographischer und landschaftsbezogener Bezug,<br \/>\n2. Erarbeitung eines speziellen Bewertungsverfahrens f\u00fcr die Flie\u00dfgew\u00e4sser,<br \/>\n3. Erstellung der Erfassungsb\u00f6gen und Vervielf\u00e4ltigung,<br \/>\n4. Erfassung der morphologischen Verh\u00e4ltnisse der Flie\u00dfgew\u00e4sser (z. B. Bewuchs, Verbauungsgrad, Sedimentbeschaffenheit),<br \/>\n5. Erfassung des Arteninventars (Makrozoobenthos, Fische),<br \/>\n6. Erfassung anthropogener Beeinflussungen und anderer f\u00fcr die Projektierung notwendiger Parameter (z. B. Einleitung von Abw\u00e4ssern, Anfahrtwege, M\u00f6glichkeiten zur Einbindung der Wehre in einen Lehrpfad),<br \/>\n7. Abschlu\u00dfbericht und \u00dcbergabe der Daten an das Planungsb\u00fcro.<br \/>\nZur planerischen Bearbeitung des Vorhabens Schaffung der \u00f6kologischen Durchg\u00e4ngigkeit der Holtemme und des Zillierbaches im Stadtgebiet von Wernigerode erhielt die HYDROPROJEKT Ingenieurgesellschaft mbH, Blankenburg\/Harz im April 1998 von der Stadt Wernigerode den Auftrag.<br \/>\nDer Inhalt der Planungsunterlagen ist die Leistungsphase 4 (Genehmigungsplanung). Die weiteren Leistungsphasen, wie Ausf\u00fchrungsplanung, Ausschreibung, Vergabe und Realisierung sind sp\u00e4ter in Abh\u00e4ngigkeit der Finanzierungsm\u00f6glichkeiten durchzuf\u00fchren. Das Untersuchungsgebiet umfasst die Forellen- und Groppenregion innerhalb, oberhalb und unterhalb des Stadtgebietes von Wernigerode.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Ergebnis der Vorplanung stellte sich heraus, dass sich in der Holtemme 20 Querbauwerke (davon 3 zusammenh\u00e4ngend) und im Zillierbach 7 Querbauwerke (davon 2 zusammenh\u00e4ngend) befinden, die einer \u00f6kologischen Durchg\u00e4ngigkeit im Wege stehen.<br \/>\nIm weiteren Verlauf wurde mit der Entwurfsplanung einschlie\u00dflich der hydraulischen Bemessung eine Planungsunterlage erstellt, die der Genehmigungsbeh\u00f6rde \u00fcbergeben werden konnte.<br \/>\nIm Rahmen der Stra\u00dfenbauma\u00dfnahme B 6n wurden 6 Querbauwerke gesondert eingereicht, da hier ein r\u00e4umlicher Zusammenhang erkennbar ist, der die Deklarierung als Ausgleichs- und Ersatzma\u00dfnahme rechtfertigt.<br \/>\nBei den Querbauwerken handelt es sich fast ausschlie\u00dflich um Sohlenstufen in Form von Abs\u00e4tzen. Entsprechend den H\u00f6hendifferenzen zwischen Ober- und Unterwasser sowie den \u00f6rtlichen Gegebenheiten wurden verschiedene Aufstiegsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die aquatische Fauna bei der Planung ber\u00fccksichtigt.<br \/>\nSohlrampen in Riegelbauweise sind flachgeneigte, rauhe Anrampungen mit einem Gef\u00e4lle von 1:10 bis 1:20, auf denen aus gro\u00dfen Steinen Beckenstrukturen hergestellt werden, die Ruhezonen f\u00fcr wandernde Fische darstellen.<br \/>\nRauhgerinne-Beckenp\u00e4sse bestehen aus mehreren, kaskadenartigen kleinen Sohlstufen im Nebenschluss zum vorhandenen Querbauwerk.<br \/>\nUmgehungsgerinne liegen im Nebenschluss zum eigentlichen Flie\u00dfgew\u00e4sser und stellen eine Umgebung des Querbauwerkes dar.<br \/>\nSchlitzp\u00e4sse sind eine Variante der Beckenp\u00e4sse, bei denen die Zwischenw\u00e4nde durch \u00fcber die gesamte H\u00f6he reichende, vertikale Schlitze gekennzeichnet sind.<br \/>\nInfolge der Realisierung o. g. Planungen wird schrittweise die \u00f6kologische Durchg\u00e4ngigkeit der Holtemme und des Zillierbaches wiederhergestellt.<br \/>\nDie Hochwasserf\u00fchrung wird in beiden Flie\u00dfgew\u00e4ssern durch Umsetzung der Renaturierungsma\u00dfnahmen verbessert oder bleibt unver\u00e4ndert.<br \/>\nDas Landschaftsbild und der Erholungswert der Gew\u00e4sser werden verbessert.<br \/>\nUnterschiedliche rechtliche Zust\u00e4ndigkeiten (Holtemme Gew\u00e4sser I. Ordnung &#8211; obere Wasserbeh\u00f6rde, Zillierbach &#8211; untere Wasserbeh\u00f6rde) und die Bereitstellung finanzieller Mittel durch das Arbeitsamt machten es m\u00f6glich, die Ma\u00dfnahme Z1 &#8211; Zillierbach\/Kaltes Tal kurzfristig zur Ausf\u00fchrungsplanung zu bringen, um die Realisierung noch im Jahre 1999 zu beginnen.<br \/>\nDie im Ergebnis der Entwurfsplanung erstellte Kostenberechnung zeigt in den Einzelma\u00dfnahmen Abweichungen, jedoch liegen die Gesamtkosten im Rahmen der Kostensch\u00e4tzung.<br \/>\nDie Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern des Vorhabens wird als gut bewertet.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das \u00f6ffentliche Interesse an der Planung und schrittweisen Umsetzung der \u00f6kologischen Durchg\u00e4ngigkeit der Flie\u00dfgew\u00e4sser Holtemme und Zillerbach ist sehr gro\u00df. Verwaltungen, Vereine, Verb\u00e4nde, Unternehmen, Schulen und B\u00fcrger der Stadt Wernigerode identifizieren sich mit der Zielstellung des Vorhabens.<br \/>\nAuf Veranstaltungen zum Umwelt- und Naturschutz (Bau- und Umweltausschuss, Naturschutzbeirat, 1. Werniger\u00f6der Wildfischsymposium, Agenda 21-Foren, Projekttage mit Sch\u00fclern, Fachvortr\u00e4ge, Umweltmarkt, Vereinssitzungen u. a.) wurde das Vorhaben und der Ergebnisstand mehrfach vorgestellt. Im Stadt-\u00d6ko-Pfad wird auf die Fischaufstiege im Rahmen der Biotopvernetzungsplanung verwiesen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das F\u00f6rderprojekt und die Vorhabensergebnisse wurden in Form der Planungsunterlagen (3 Projektmappen) in Text- und Zeichnungsteil jeweils 4-fach \u00fcbergeben.<br \/>\nDie, in den Planungsunterlagen ausgewiesenen Fischaufstiegsanlagen werden als realistisch bewertet und bieten die Voraussetzung f\u00fcr eine mittelfristige Genehmigung und Umsetzung des Vorhabens.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Durch den R\u00fcckgang der Abwassereinleitungen in die Flie\u00dfgew\u00e4sser Holtemme und Zillierbach hat sich die Gew\u00e4sserg\u00fcte erheblich verbessert, so dass auch im Stadtgebiet von Wernigerode wieder Forellen beobachtet werden k\u00f6nnen. 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