{"id":20440,"date":"2023-07-13T15:15:31","date_gmt":"2023-07-13T13:15:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/12662-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:15:32","modified_gmt":"2023-07-13T13:15:32","slug":"12662-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/12662-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung und Implementation von Umweltmanagementsystemen in Altenpflegeeinrichtungen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Entwicklung und Erprobung eines praxisbezogenen Instrumentariums sowie einer \u00fcbertragbaren Strategie f\u00fcr den Aufbau und die Durchf\u00fchrung von Umweltmanagementsystemen (UMS) in Altenpflegeeinrichtungen. Dazu sollen in zwei, f\u00fcr das Altenpflegeheimspektrum typischen Einrichtungen Umweltmanagementsysteme unter breiter Beteiligung der MitarbeiterInnen entwickelt und umgesetzt werden.\tBer\u00fccksichtigt werden die in EG-VO 1836\/93 und DIN ISO 14.001ff vorgegebenen, jedoch vorwiegend im produzierenden Gewerbe erprobten Instrumente und Abl\u00e4ufe sowie die im Krankenhausbereich gemachten UMS-Implementations-Erfahrungen.<br \/>\nDie Projektergebnisse sollen durch ein Handbuch (praktischer Umsetzungsleitfaden), durch Fachtagungen sowie Fortbildungsveranstaltungen f\u00fcr Praktiker\/innen des Altenpflegebereichs multipliziert werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenEine dauerhafte Umweltorientierung der Pilot-Einrichtungen kann weder von oben verordnet (top down) noch durch technische Optimierungen allein erreicht werden. Deshalb soll in beiden Piloteinrichtungen ein beteiligungsorientiertes UMS aufgebaut werden. Mit Abschluss der Pilotprojektphase soll ein Instrumentarium und eine Organisationsstruktur vorhanden sein, das die eigenst\u00e4ndige Steuerung des Umweltmanagements durch die Mitarbeitenden der Einrichtungen erlaubt.\tBereits in der Projekt-Startphase werden die MitarbeiterInnen durch eine einfache und transparente Beteiligungsstruktur in die Entwicklung des UMS eingebunden: Ein Umweltausschuss, dem die Einrichtungsleitung, die Umwelt- und Qualit\u00e4tsbeauftragten und Vertreter\/innen aller Arbeitsbereiche angeh\u00f6ren, fungiert als zentrale Steuerungs- und Kommunikationseinheit. \u00dcber Umweltzirkel in den Arbeitsbereichen der Einrichtungen wird sichergestellt, dass Belegschaftswissen \u00fcber vorhandene \u00f6kologische Schwachstellen und ihre Behebung in die Entwicklung des UMS einflie\u00dfen kann.<br \/>\nEntscheidendes Erfolgskriterium des Projektes ist nicht das sture Abarbeiten von Verfahrensschritten, sondern die engagierte Beteiligung der Mitarbeitenden an einer dauerhaften \u00d6kologisierung ihrer Einrichtung. Dies erfordert eine flexible, mitarbeiterorientierte Projektorganisation, die sicherstellt, dass unpraktikable Instrumente und Verfahrensabl\u00e4ufe durch effizientere und akzeptiertere Elemente ersetzt werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die zu Beginn des Projekts formulierten Zielsetzungen, vorgesehenen Arbeitsschritte, angewandten Methoden und erwartete Projektergebnisse konnten erfolgreich umgesetzt bzw. erreicht werden. Allerdings waren gro\u00dfe, teilweise nicht einkalkulierte Anstrengungen im Bereich der Mitarbeiterbeteiligung n\u00f6tig. Der Hauptgrund liegt in einer allgemein hohen bis sehr hohen Belastung der Mitarbeiterschaft in Einrichtungen der Alten- und Behindertenarbeit, in den konkreten, aber nicht untypischen F\u00e4llen an einer Vielzahl parallel laufender Projekte und Vorhaben. Die geplanten Zeiten f\u00fcr die Projektphasen wurden im Prozess mit Zustimmung aller Beteiligter angepasst, z. B. durch Parallelf\u00fchrung von Phasen.<br \/>\nIn der Anfangsphase des Projekts zeichnete sich die Novellierung der seit 1993 g\u00fcltigen EMAS-Verordnung (alt: \u00d6ko-Audit-VO) ab. Diese gr\u00fcndlich \u00fcberarbeitete Systematik, die schlie\u00dflich (erst) im April 2001 in Kraft trat, hat gegen\u00fcber der alten \u00d6ko-Audit-VO den Vorteil, mit der DIN-EN-ISO-Reihe kompatibel zu sein. Aus diesem Grunde wurde fr\u00fchzeitig entschieden, in beiden Einrichtungen ein Umweltmanagementsystem nach EMAS aufzubauen, da dieses anspruchsvoller als die DIN-EN-ISO-Vorgaben ist bzw. diese einschlie\u00dft. Die notwendigerweise zu erstellenden Elemente, zu denen ausdr\u00fccklich auch die Beteiligung der Mitarbeiterschaft geh\u00f6rt, bildeten das Ger\u00fcst f\u00fcr die Projektphasen.\tDie gemeinsam mit der Mitarbeiterschaft begangenen Wege und Umwege wurden durch das Projektteam, durch Kooperationspartner, Beirat und Tagungsteilnehmer prozessbegleitend unter der Fragestellung beleuchtet und bewertet, welche Empfehlungen sp\u00e4ter anderen Institutionen gegeben werden k\u00f6n-nen. Das Ziel der Erstellung eines Praxisleitfadens war wegweisend.<br \/>\nSystembedingte Schwierigkeiten (Knackpunkte) und daraus resultierende Erfordernisse haben eine gro\u00dfe Bedeutung hinsichtlich der \u00dcbertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Institutionen. Folgende Aspekte sind zu nennen:<br \/>\n\u00b7\tHohe Belastung der Mitarbeiterschaft in Einrichtungen der Altenhilfe \/ Zwang zur Anpassung an vorgegebene Arbeitsabl\u00e4ufe und Kommunikationsstrukturen<br \/>\n\u00b7\tNotwendigkeit der Unterst\u00fctzung durch Tr\u00e4ger und Leitung<br \/>\n\u00b7\tZielgerichtete Moderation des Prozesses<br \/>\n\u00b7\tEinbindung der Mitarbeiterschaft<br \/>\n\u00b7\tGute interne Kommunikation<br \/>\n\u00b7\tIntegration von Umwelt- und Qualit\u00e4tsmanagementsystem.<br \/>\nDie Kommunikation innerhalb des Projekts war sehr intensiv und erfolgreich. Im Hinblick auf die Kommunikation mit der \u00d6ffentlichkeit gab es eine gro\u00dfe Zahl erfolgreicher Kontakte, die das Projektziel der Verbreitung der gewonnenen Erfahrungen st\u00fctzten und st\u00fctzen.<br \/>\nVor dem Hintergrund der Projekterfahrungen, nach Abschluss des Projekts, geht es nicht mehr um die Frage, ob Einrichtungen der Alten- und Behindertenarbeit ein UMS entwickeln und implementieren k\u00f6nnen, sondern welches System mit welchem Aufwand und mit welcher Chance der kontinuierlichen Weiterf\u00fchrung (dauerhafte Implementierung).<br \/>\nAls additives System hat Umweltmanagement auf Dauer keine Chance. Es ist dann tats\u00e4chlich mit zus\u00e4tzlichem Aufwand verbunden, wof\u00fcr auf Dauer nur in Ausnahmef\u00e4llen die notwendige Ressourcen inklusive der so \u00fcberaus wichtigen Motivation der Mitarbeiter\/innen vorhanden sein d\u00fcrften. Umweltmanagement muss eine S\u00e4ule eines integrierten Nachhaltigkeitsmanagements sein, in dem die Wertsch\u00e4t-zung alter Menschen, der Mitarbeiter\/innen und der Umwelt Grundlage f\u00fcr ein allgemeines Einrichtungsmanagement ist. Qualit\u00e4tssicherung kann und muss unter Beachtung dieser Pr\u00e4missen durchaus eine umfassendere, n\u00e4mlich die Umwelt- und Ressourcensicherung einschlie\u00dfende Bedeutung haben. Voraussetzung daf\u00fcr ist jedoch, dass dabei der Begriff Integration nicht instrumentell \/ formal gesehen wird. Deshalb ist der enge Kontakt zu und die verantwortliche Einbeziehung von Mitarbeiter\/innen so wichtig.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Projekt(zwischen-)ergebnisse wurden \u00fcber Tagungsveranstaltungen und projektbegleitende Workshops kommuniziert. Dar\u00fcber hinaus waren von vornherein Kooperationen mit weiteren Pilotprojekten vorgesehen. Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit spielte eine erhebliche Rolle.<br \/>\nEs fanden zwei bundesweite Fachtagungen statt. Die erste wurde im Februar 2000 und die Abschluss-tagung im November 2001 durchgef\u00fchrt. Von beiden Tagungen liegen ausf\u00fchrliche Dokumentationen vor.<br \/>\nWorkshops mit den wichtigsten Projektpartnern (KATE = Kontaktstelle f\u00fcr Umwelt und Entwicklung, Stuttgart\/Berlin und AQU =Arbeitnehmerorientierte Qualifizierung f\u00fcr Umweltmanagement, D\u00fcsseldorf) wurden zu Beginn und in der Mitte der Projektlaufzeit durchgef\u00fchrt.<br \/>\nDie Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit im engeren Sinne bestand im wesentlichen aus diversen Ver\u00f6ffentlichungen in Fachzeitschriften, (\u00fcberwiegend) regionalen Tageszeitungen und in der Pr\u00e4sentation des Projekts auf dem Ev. Kirchentag im Juni 2002 in Frankfurt\/M. Die gr\u00f6\u00dfte \u00fcberregionale Bedeutung hatte ein sechsseitiger Fachaufsatz in Das Altenheim (Vincentz-Verlag, Ausgabe 5\/2001) sowie die Dokumentation einer grenz\u00fcberschreitenden Kooperation mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Im M\u00e4rz 2001 besuchte eine Schulklasse aus dem polnischen Szczecin mit ihren deutschen Partnersch\u00fclern aus Osnabr\u00fcck &#8211; unterst\u00fctzt von der DBU &#8211; das Altenzentrum Eggeblick in Halle, um das Projekt \u00d6ko-Audit in mehreren Beitr\u00e4gen darzustellen. Weitere Ver\u00f6ffentlichungen sind geplant.<br \/>\nEine kleine Info-Brosch\u00fcre wurde seit Anfang 2001 an Interessierte verteilt bzw. versandt sowie bei vie-len Gelegenheiten ausgelegt. Dazu geh\u00f6rte beispielsweise der Kongress Unternehmen Diakonie im November 2001 in der Stadthalle Bielefeld, bei dem sich eine Pilotprojekteinrichtung mit einem Stand vor-stellte.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Zielsetzung wurde im Rahmen der vorgegebenen Bedingungen mit den zur Verf\u00fcgung gestellten Mitteln erreicht. Die erfolgreiche Validierung des Umweltmanagementsystems des Altenzentrums Eggeblick (in Halle i.W.) im November 2001 kann als Gewinn im Sinne der Bem\u00fchungen um nachhaltiges Wirtschaften auch im Sektor sozialer Dienstleistungen gewertet werden. Die Umwelterkl\u00e4rung dokumentiert die Ergebnisse.<br \/>\nSp\u00e4testens durch die Ver\u00f6ffentlichung des wichtigsten und gleichzeitig handfesten Projektergebnisses, des Praxisleitfadens Umweltmanagement in der Alten- und Behindertenarbeit, sind die Weichen f\u00fcr eine Verbreitung von Umweltmanagementsystemen in dieser Branche gestellt. Es gibt keine grunds\u00e4tzlich un\u00fcberwindlichen Schwierigkeiten. Der Leitfaden wirkt hoffentlich als Ansporn und Ermutigung, ersetzt aber nicht die Anpassung an die Gegebenheiten vor Ort.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Entwicklung und Erprobung eines praxisbezogenen Instrumentariums sowie einer \u00fcbertragbaren Strategie f\u00fcr den Aufbau und die Durchf\u00fchrung von Umweltmanagementsystemen (UMS) in Altenpflegeeinrichtungen. Dazu sollen in zwei, f\u00fcr das Altenpflegeheimspektrum typischen Einrichtungen Umweltmanagementsysteme unter breiter Beteiligung der MitarbeiterInnen entwickelt und umgesetzt werden. 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