{"id":20439,"date":"2023-07-13T15:15:31","date_gmt":"2023-07-13T13:15:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/12660-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:15:32","modified_gmt":"2023-07-13T13:15:32","slug":"12660-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/12660-01\/","title":{"rendered":"Kosten- und M\u00fcllvermeidung im Krankenhaus durch produktionstechnische \u00c4nderung am Beispiel einer modifizierten Perfusorspritze"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Konventionelle Perfusorspritzen* m\u00fcssen nach einmaligem Gebrauch verworfen werden, da sie bakteriell kontaminiert sind. Dies geschieht in Deutschland j\u00e4hrlich Millionenfach. Durch das Anfassen des Spritzenkolbens und das beim Bef\u00fcllen in unterschiedlichem Ma\u00df notwendige Entl\u00fcften kommt es zwangsl\u00e4ufig zu einem Verschleppen von z. B. Hautkeimen des Personals in das sterile Medikamentenreservoir der Spritze. Nicht nur auf Intensivstationen entsteht so ein hoher Bedarf an diesen Spritzen, die als B-M\u00fcll kostenintensiv zu entsorgen sind. Eine Aufbereitung dieser Spritzen ist nicht wirtschaftlich m\u00f6glich bei Neubeschaffungskosten pro St\u00fcck ab 0,69 DM f\u00fcr Gro\u00dfabnehmer. Durch eine einfache Modifikation werden konventionelle Perfusorspritzen am gleichen Patienten jedoch wiederverwendbar. Dieser Modifikation soll die gleiche wirtschaftliche und technische Ausgangsbasis verschafft werden, wie den bislang \u00fcblichen Spritzen, so da\u00df sich der Kostenvorteil der modifizierten Spritze \u00f6kologisch und \u00f6konomisch f\u00fcr den Anwender bundesweit durchsetzen l\u00e4sst.<br \/>\n(* ca. 50 ml gro\u00dfe sterile Einwegspritzen, die eingelegt in Automaten kontinuierlich Medikamente injizieren)<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenGrundlage des Projektes ist folgende Modifikation:<br \/>\nKonventionelle Perfusorspritzenzylinder werden mit Spritzenkolben ausger\u00fcstet, die in ca. Schaftmitte eine zweite ganzradi\u00e4re F\u00fchrung besitzen. Die Spritzen k\u00f6nnen so nur noch bis zu dieser zweiten F\u00fchrung aufgezogen werden. Die beiden ganzradi\u00e4ren F\u00fchrungen des Kolbens sind so angeordnet, da\u00df sie zu keinem Zeitpunkt der Anwendung den gleichen Bereich innerhalb des Spritzenzylinders ber\u00fchren (Abb.1).<br \/>\nDiese Spritzen wurden als Funktionsmuster unter Laborbedingungen einem Crashtest unterzogen. Der Kolben wurde mit bakterienhaltiger L\u00f6sung beschmiert. Im Gegensatz zu den konventionellen Spritzen, die bereits nach dem ersten Aufziehen im Bereich des Medikamentenreservoirs kontaminiert waren, waren die so modifizierten Spritzen auch noch nach 24-st\u00fcndiger Bebr\u00fctung steril.<br \/>\nDer n\u00e4chste Schritt ist die Testung der Modifikation mit C14 markierten Keimen entsprechend den Zulassungsvoraussetzungen des Europ\u00e4ischen Arzneimittelbuches. Diese erfolgt bis ca. Juli 1999 an der Universit\u00e4t GHS Essen durch den Projektleiter. Im weiteren wird eine klinisch &#8211; also am Patienten einsetzbare &#8211; Vorserie den gleichen Tests unterzogen, eine CE Zertifizierung angestrebt und das Produkt auf einer Intensivstation der Universit\u00e4t GHS Essen eingesetzt. Die Vorserie d\u00fcrfte im Oktober 1999 vorliegen. Der modifizierte Kolben wird durch das Institut f\u00fcr Kunststoffe im Maschinenbau an der Universit\u00e4t &#8211; GHS Essen gefertigt. Die Endfertigung und Strahlensterilisation dieser Vorserie erfolgt durch den beteiligten Industriepartner die Fa. Innovent in K\u00f6ln.<br \/>\nZwischenzeitlich erfolgt die wissenschaftliche Aufarbeitung der m\u00f6glichen Kontaminationslage auf Intensivstationen durch die konventionellen Perfusorspritzen. Es werden Daten zum bundesweiten Verbrauch, der Entsorgung und zur Berechnung der \u00f6kologischen Bilanz gesammelt.<br \/>\nSetzt man eine durchschnittliche Applikationsgeschwindigkeit aller zum Einsatz kommenden Medikamente auf Intensivstationen von nur 3ml \/ Stunde voraus, so w\u00fcrde mit einer Perfusorspritze, die am selbem Patienten kontaminationsgesch\u00fctzt wiederverwendbar w\u00e4re, bei einer Nutzung \u00fcber 24 Stunden der Bedarf einer Intensivstation mindestens halbiert werden. Nach unseren begr\u00fcndeten Sch\u00e4tzungen w\u00e4re das eine Einsparung von 6 bis 15 Millionen St\u00fcck im Jahr allein in Deutschland entsprechend einer M\u00fcllmenge von 120 &#8211; 300 Tonnen. Da es sich um eine minimale  produktionsintegrierte Modifikation handelt, wird die \u00f6kologische Bilanz insbesondere auch energetisch positiv sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Konventionelle Perfusorspritzen* m\u00fcssen nach einmaligem Gebrauch verworfen werden, da sie bakteriell kontaminiert sind. Dies geschieht in Deutschland j\u00e4hrlich Millionenfach. Durch das Anfassen des Spritzenkolbens und das beim Bef\u00fcllen in unterschiedlichem Ma\u00df notwendige Entl\u00fcften kommt es zwangsl\u00e4ufig zu einem Verschleppen von z. B. 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