{"id":20420,"date":"2023-07-13T15:15:28","date_gmt":"2023-07-13T13:15:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/12615-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:15:29","modified_gmt":"2023-07-13T13:15:29","slug":"12615-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/12615-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung und Demonstration einer Methodik zur Bewertung und Qualit\u00e4tssicherung der grabenlosen Rohrverlegung mit dem Grabenpflug und Erarbeitung eines statischen Berechnungsverfahrens auf der Grundlage empirischer Untersuchungen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Gegenstand des Projektes waren statische Untersuchungen des Grabenpflugverfahrens, das als kosteng\u00fcnstiges grabenloses Verlegeverfahren f\u00fcr Ortsverbindungsleitungen zum Schmutzwassertransport in l\u00e4ndlich strukturierten Gebieten eingesetzt werden kann. \u00dcbergeordnetes Ziel war der Gew\u00e4sserschutz sowie eine wesentliche Verringerung des Eingriffs in die Natur durch Vermeidung von offenen Leitungsgr\u00e4ben. Das Herstellen von Ortsverbindungsleitungen im offenen Rohrgraben f\u00fchrt bei geringen Einwohneranschlusszahlen zu hohen Investitionskosten. Daraus folgen hohe Geb\u00fchren f\u00fcr die Nutzer. Ein statisches Berechnungsverfahren f\u00fcr Rohrverlegungen im Pflugverfahren stand bislang nicht zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenFolgende Aufgaben wurden auf schwerpunktm\u00e4\u00dfig auf die Projektpartner aufgeteilt:<br \/>\nFachgebiet 1 (Ing.-B\u00fcro Klenke, Ing.-B\u00fcro f. Baugrund Bischoff Berlin und UniBw M\u00fcnchen)<br \/>\nEntwicklung und Methodik zur Bewertung und Qualit\u00e4tssicherung der grabenlosen Rohrverlegung mit dem Grabenpflug. Zusammentragen aller relevanten Untersuchungsergebnisse aus Ver\u00f6ffentlichungen und Hinweisen im Zuge der Begutachtung und der Entwicklungsphase. Aufgrabungen und Untersuchungen an den vorhandenen Querprofilen sowie an den Rohrleitungen hinsichtlich Verformung und Besch\u00e4digung einschlie\u00dflich Dokumentation. Detaillierte Erarbeitung des Entwurfs einer Verlegerichtlinie auf der Grundlage der gewonnenen praktischen Kontroll- und Messergebnisse unter Einbeziehung von bereits vorhandenen Forschungsergebnissen der UniBw M\u00fcnchen und des DVGW.<br \/>\nFachgebiet 2 (ComTec Aachen und Baugrundlaboratorium Dietrich &#8211; Leonhardt und Partner D\u00fcsseldorf)<br \/>\nEntwicklung eines statischen Berechnungsverfahrens auf der Grundlage empirischer Untersuchungen, getrennt f\u00fcr bindige und nichtbindige B\u00f6den und nach unterschiedlichen Verf\u00fcllarten des Pressraumes und des Pflugschlitzes. Ber\u00fccksichtigung der Betriebsbedingungen der Rohrleitungen unter Druck und drucklos. Programmierung einer Software auf der Basis Excel als vereinfachtes Anwendungsverfahren f\u00fcr die k\u00fcnftige Berechnung der einzelnen Rohrleitungen unter Beachtung der Standortfaktoren, des Rohrmaterials und des eingesetzten Pflugverfahrens einschlie\u00dflich m\u00f6glicher zus\u00e4tzlicher Ma\u00dfnahmen, wie zum Beispiel Rohr-Einsandung aus Fremdmaterialien oder Erh\u00f6hung der Rohrwandst\u00e4rke.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Mit dem entwickelten Programm zur statischen Berechnung der Rohrlagerung erfolgte der Nachweis, dass keine unzul\u00e4ssige Rohrverformung wegen fehlender seitlicher Abst\u00fctzung entsteht. Der Vergleich zwischen theoretischen Annahmen und den Messungen bei den Feldversuchen f\u00fchrte zu \u00e4hnlichen Ergebnissen.<br \/>\nDie praktischen Untersuchungen haben zu der neuen Erkenntnis gef\u00fchrt, dass die Vorverformung der PE-HD Rohre bei Anlieferung auf Rolle bzw. Trommel mit zunehmender Nennweite steigt und bereits vor der Verlegung mehr als 6 Prozent erreichen kann. Diese Tatsache ist bei Aufgrabungen von Rohrleitungen ohne vorherige Feststellung der Ovalisierung und daraus gezogenen Schlussfolgerungen von wesentlicher Bedeutung. Mit geringerer Wanddicke erh\u00f6ht sich die Gefahr der Verformung auch bei der Materialart PE 100.<br \/>\nDas Pflugverfahren eignet sich mit Ausnahme von fest bzw. sehr dicht gelagerten Bodengruppen einschlie\u00dflich Felsgesteinen f\u00fcr alle \u00fcbrigen Bodenarten. Die Bewertung l\u00e4sst sich an Hand einer empfohlenen Verlegerichtlinie mit dazugeh\u00f6riger Checkliste in Verbindung mit dem entwickelten Berechnungsprogramm f\u00fcr die Rohrstatik vornehmen.<br \/>\nPotenzielle Umweltentlastungen entstehen bei Rohrverlegung mit dem Verlegepflug gegen\u00fcber einem offenen Rohrgraben durch wesentlich k\u00fcrzere Bauzeiten, minimale Erdbewegung, geringere Trassenbreiten, minimierten Kraftstoffverbrauch, geringere Ger\u00e4uschemissionen und weitestgehend ungest\u00f6rte Grundwasserverh\u00e4ltnisse.<br \/>\nMit der vereinfachten Rohrverlegung lassen sich die Investitionskosten drastisch senken und der Bau von stetig \u00fcberwachten \u00f6ffentlichen Kl\u00e4ranlagen gewinnt bei d\u00fcnner Besiedlung im l\u00e4ndlichen Raum an Bedeutung. Der Wirtschaftlichkeitsvergleich erbringt hierf\u00fcr den Nachweis.<br \/>\nEs ist bei Optimierung des vereinfachten Rohrverlegeverfahrens mit dem Grabenpflug m\u00f6glich, die Festlegungen der Verordnung \u00fcber Anforderungen an das Einleiten von Abwasser in Gew\u00e4sser &#8211; Abwasserverordnung vom 09.02.1999 (BGBL S. 86) f\u00fcr die Gr\u00f6\u00dfenklassen 1 und 2 im l\u00e4ndlichen Raum ein-zuhalten bzw. zu unterbieten und den Bau von Kleinkl\u00e4ranlagen, die allgemein ohne Vorgabe von \u00dcberwachungswerten genehmigt werden, einzuschr\u00e4nken.<br \/>\nMit dem Pflugverfahren bietet sich eine kosteng\u00fcnstige Alternative f\u00fcr die \u00f6ffentliche Schmutzwasserentsorgung mehrerer Orte und Ortsteile mit geringer Einwohnerdichte und einem Anschluss an eine gemeinsame \u00f6ffentliche Kl\u00e4ranlage an. Mit einem modernen kosteng\u00fcnstigen Reinigungsverfahren lassen sich neben der organischen Verunreinigung zus\u00e4tzlich anorganische Abwasserinhaltsstoffe, wie Stickstoff oder Phosphor, eliminieren.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden in den Fachzeitschriften Korrespondenz Abwasser, Wasserwirtschaft &#8211; Wassertechnik, Wasser &#038; Boden sowie in der Tagespresse ver\u00f6ffentlicht. Es bestand dar\u00fcber hinaus die Absicht, Pr\u00e4sentationen bei Fachveranstaltungen vorzunehmen. Hierzu erfolgten Abstimmungen mit dem Ministerium f\u00fcr Landwirtschaft, Umwelt und Raumordnung des Landes Brandenburg und mit der German Water D\u00fcsseldorf.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Untersuchungen best\u00e4tigten, dass das Pflugverfahren technisch-wirtschaftlich eine beachtenswerte Alternative zur umweltschonenden Schmutzwasserentsorgung im l\u00e4ndlichen Raum darstellt. Die ATV-DVWK ging in fr\u00fcheren Jahren von der Vermutung aus, dass es beim Pflugverfahren zu einer unzul\u00e4ssigen Rohrverformung kommen und das Verfahren daher nicht als gleichwertig mit dem Rohrvortrieb bezeichnet werden k\u00f6nnte. Diese Zweifel sind nun widerlegt. Das Restrisiko beschr\u00e4nkt sich auf m\u00f6gliche Besch\u00e4digungen der Rohre durch scharfkantige Gegenst\u00e4nde und Punktlasten im Erdbereich, die nach den vorliegenden Erfahrungen jedoch auch bei der offenen Bauweise und beim Vortriebsverfahren ohne Schutzrohr nicht auszuschlie\u00dfen sind. Die Notwendigkeit technischer Verbesserungen ergibt sich aus der Forderung nach gef\u00e4llegerechter Verlegung. In diesem Zusammenhang k\u00f6nnte die Weiterentwicklung der pneumatischen Schmutzwasserf\u00f6rderung im l\u00e4ndlichen Raum auch bez\u00fcglich der Geruchsbel\u00e4stigungen bei langen Transportstrecken neue Denkans\u00e4tze herausfordern. Bei diesem Verfahren ist die Entl\u00fcftung der Hochpunkte und somit eine gef\u00e4llegerechte Rohrverlegung nicht erforderlich. Es besteht unter Einbeziehung der umfassenden Forschungsergebnisse des Institutes f\u00fcr Wasserwesen der Universit\u00e4t M\u00fcnchen grunds\u00e4tzlich keine Veranlassung, die Lebensdauer eingepfl\u00fcgter Rohrleitungen bei fachgerechter Verlegung auf weniger als 50 Jahre zu begrenzen und betriebswirtschaftlich ungleich zu behandeln. Die Ergebnisse werden den Fachverb\u00e4nden DVGW und ATV-DVWK zur Diskussion und Beurteilung vorgelegt werden. Ziel sollte es sein, das Pflugverfahren dem Rohrvortrieb gleichzustellen und in die betreffenden Arbeitsbl\u00e4tter der ATV-DVWK aufzunehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Gegenstand des Projektes waren statische Untersuchungen des Grabenpflugverfahrens, das als kosteng\u00fcnstiges grabenloses Verlegeverfahren f\u00fcr Ortsverbindungsleitungen zum Schmutzwassertransport in l\u00e4ndlich strukturierten Gebieten eingesetzt werden kann. \u00dcbergeordnetes Ziel war der Gew\u00e4sserschutz sowie eine wesentliche Verringerung des Eingriffs in die Natur durch Vermeidung von offenen Leitungsgr\u00e4ben. 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