{"id":20413,"date":"2023-07-13T15:15:25","date_gmt":"2023-07-13T13:15:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/12593-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:15:27","modified_gmt":"2023-07-13T13:15:27","slug":"12593-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/12593-01\/","title":{"rendered":"Symposium: Schutz und Entwicklung von Kulturlandschaften unter der Voraussetzung negativer Umwelteinfl\u00fcsse (EXPO-Projekt)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Umweltgerechte Landnutzung hat eine entscheidende Funktion sowohl f\u00fcr die Erhaltung der Funktionsf\u00e4higkeit der Natur als auch f\u00fcr die wirtschaftliche Entwicklung des l\u00e4ndlichen Raumes. Damit gewinnt die Kultur an Bedeutung f\u00fcr den Umweltschutz, da sie die Grundlage f\u00fcr den Umgang des Menschen mit der Natur bereitstellt. Der Blickwinkel erweitert sich auf Ans\u00e4tze, die biologische, \u00f6konomische und kulturelle r\u00e4umliche Einheiten umfassen &#8211; Kulturlandschaften. Dieser Ansatz erfordert von Natur- und Umweltsch\u00fctzern, Landnutzern, Investoren, Denkmalsch\u00fctzern bis zu Vertretern der Religionen, gemeinsam jeweils einen Teil der Gesamtverantwortung f\u00fcr solche r\u00e4umlichen Einheiten zu \u00fcbernehmen. Kulturlandschaft wird damit ein wichtiges Konzept zur Harmonisierung unterschiedlicher Interessen<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZur Ausarbeitung des Programms wird ein Organisationskomitee gebildet. Wegen der begrenzten Pl\u00e4tze werden auch die nichtreferierenden Teilnehmer einzeln ausgew\u00e4hlt. Aufgrund der schwierigen Anreise und der Zweckm\u00e4\u00dfigkeit einer Exkursion werden alle Teilnehmer am Tage vor Beginn des Symposiums am Anreiseort Berlin eintreffen. Am n\u00e4chsten Morgen erfolgt die Anreise zur Exkursion und im Tagesverlauf die Weiterfahrt zum Konferenzhotel. Das Symposium beginnt mit 2 Grundsatzvortr\u00e4gen und Ein-f\u00fchrungen in die internationalen Instrumente f\u00fcr Schutz und Entwicklung von Kulturlandschaften. Der Hauptteil &#8211; die Vorstellung von Kulturlandschaften anhand von Projekten &#8211; wird untergliedert nach den Landschaftszonen Europa, Tundra\/Taiga, Gebirge und Steppen. Eine Podiumsdiskussion am Schlu\u00df soll Finanzierungsm\u00f6glichkeiten er\u00f6rtern. Auf Basis der Referate wird eine mit EU-Mitteln finanzierte Publikation zum Thema erstellt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die 100 Teilnehmer des Symposiums h\u00f6rten Vortr\u00e4ge \u00fcber internationale Instrumente zur Erhaltung von Kulturlandschaften sowie \u00fcber Politik und konkrete diesbez\u00fcgliche Projekte aus Europa, der Tundra- und Taigazone, Gebirgsregionen und Steppen und Halbw\u00fcsten. Schlie\u00dflich befa\u00dfte es sich mit Fragen der Finanzierung solcher Projekte.<br \/>\nDie Pan-Europ\u00e4ische Strategie f\u00fcr biologische und landschaftliche Vielfalt wurde in einem eigenen Referat vorgestellt, jedoch stellt sie ein allgemeines Instrument dar und macht f\u00fcr konkrete Projekte keine Vorgaben. F\u00fcr diese wurden Biosph\u00e4renreservate und UNESCO-Welterbegebiete als ideale Instrumente zum Schutz von Kulturlandschaften angesehen.<br \/>\nBez\u00fcglich der Weiterentwicklung der UNESCO-Definition von Kulturlandschaften wurden z.T. Sachverhalte dargelegt, die von den beiden UNESCO-Vertretern auf dem Symposium mit gro\u00dfem Interesse zur Kenntnis genommen wurden. Es wurde sogar die Frage aufgeworfen, ob nicht einige der russischen (nominierten oder anerkannten) Weltnaturerbegebiete nicht besser als Kulturlandschaften in die Welterbeliste aufgenommen werden sollten.<br \/>\nDie Funktion des Konzeptes der Kulturlandschaft bei der Harmonisierung von Interessen wurde besonders deutlich. Zwar waren Vertreter der Wirtschafts- und Kulturseite unterrepr\u00e4sentiert. Gerade dies machte jedoch die Notwendigkeit gemeinsamer Verantwortung aller Interessengruppen f\u00fcr eine Kulturlandschaft deutlich. Da\u00df dies m\u00f6glich ist, zeigte ein Modell f\u00fcr ethische Investitionen, um dauerhaft-umweltgerecht wirtschaftende Betriebe in Kulturlandschaften zu f\u00f6rdern und sogar Schutzgebiete kommerziell zu bewirtschaften.<br \/>\nUnter den Zielkonflikten wurde vor allem derjenige zwischen dem Charakter eines Schutzgebietes und dem einer Kulturlandschaft diskutiert. Der Schutz eines bestimmten Zustands einer Landschaft bedeutet immer, in die Dynamik einzugreifen, die zum Wesen einer Kulturlandschaft geh\u00f6rt. Schutzma\u00dfnahmen sind daher flexibel in Bezug auf kulturelle Entwicklungen zu gestalten.<br \/>\nDie Integration Nordeurasiens in die internationale Diskussion wurde besonders verst\u00e4rkt. Von allen Teilnehmern wurde das Symposium &#8211; gerade in seiner thematischen und personellen Zusammensetzung &#8211; als weitaus gewinnbringender als bisherige vergleichbare Konferenzen (z.B. der IUCN) angesehen.<br \/>\nDie NABU-Arbeit in Eurasien wird durch die Teilnahme wichtiger Multiplikatoren aus den gro\u00dfen internationalen Organisationen jetzt deutlich verst\u00e4rkt wahrgenommen. Wichtiger aber noch erscheint, da\u00df die Teilnehmer aus dem Osten auch selbst einen Eindruck von der Dimension der Bem\u00fchungen um die Durchsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien erhalten haben.<br \/>\nMit der Verabschiedung der W\u00f6rlitzer Erkl\u00e4rung hat das Symposium schlie\u00dflich ein inhaltlich sehr weitgehendes Ergebnis gebracht (s. Anhang). Zur Erhaltung der Kulturlandschaften wird eine \u00f6kologisch und kulturell orientierte Landnutzung f\u00fcr unabdingbar gehalten. Die Perspektive der Entwicklung von Kulturlandschaften als l\u00e4ndliche Alternativen zum Global Village sind besonders f\u00fcr die EXPO relevant, deren Vertreter Interesse an der Fortf\u00fchrung der Zusammenarbeit \u00e4u\u00dferten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Mehrere Pressemitteilungen und eine Pressekonferenz im Vorfeld. Ver\u00f6ffentlichung der W\u00f6rlitzer Erkl\u00e4rung in der Zeitschrift Natur und Landschaft (Heft 1988) und in der homepage des NABU im Internet. Publikation eines Tagungsbands.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Organisatorisch:\tTagungen mit Spitzenvertretern internationaler Organisationen ben\u00f6tigen ein halbes Jahr Vorlaufzeit. Bei einer gr\u00f6\u00dferen Zahl von Teilnehmern aus der ehemaligen Sowjetunion sollte ein Partner in Moskau als Ko-Koordinator gefunden werden. Der logistische Aufwand f\u00fcr W\u00f6rlitz ist nur vertretbar, wenn alle Teilnehmer gemeinsam an- und abreisen.<br \/>\nInhaltlich:\tDas Symposium hat einen \u00dcberblick sowohl \u00fcber die wichtigen Strategien und Projekte zu Schutz und Entwicklung von Kulturlandschaften als auch \u00fcber den gro\u00dfen zusammenh\u00e4ngenden Komplex von Fragen gegeben, die sich im Zusammenhang damit stellen. Es stellte ein in dieser Form bisher einmaliges Forum dar. Die W\u00f6rlitzer Erkl\u00e4rung bedeutet ein wegweisendes Postulat zur Erhaltung von Kulturlandschaften als Leitbildern dauerhaft-umweltgerechter Entwicklung. Eine Reihe von Einzelthemen des Symposiums sollte in Folgeveranstaltungen vertieft werden, z.B.: das Verh\u00e4ltnis von Schutz und Entwicklung von Kulturlandschaften, Zielkonflikte in Kulturlandschaften, die Erhaltung nichtmaterieller Kultur, die eine Kulturlandschaft pr\u00e4gt oder sie bekanntmacht, und Kulturlandschaften als Alternativen zur globalisierten urbanen Welt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Umweltgerechte Landnutzung hat eine entscheidende Funktion sowohl f\u00fcr die Erhaltung der Funktionsf\u00e4higkeit der Natur als auch f\u00fcr die wirtschaftliche Entwicklung des l\u00e4ndlichen Raumes. Damit gewinnt die Kultur an Bedeutung f\u00fcr den Umweltschutz, da sie die Grundlage f\u00fcr den Umgang des Menschen mit der Natur bereitstellt. 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