{"id":20407,"date":"2023-07-13T15:15:25","date_gmt":"2023-07-13T13:15:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/12569-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:15:26","modified_gmt":"2023-07-13T13:15:26","slug":"12569-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/12569-01\/","title":{"rendered":"Nutzung von Schwach- und Knickholz f\u00fcr dezentrale Heizwerke"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die von Natur aus anfallende Biomasse sinnvoll zu verwerten, ist aus \u00f6kologischen Gr\u00fcnden anzustreben. Diese Ma\u00dfnahme ordnungsgem\u00e4\u00df und kosteng\u00fcnstig durchzuf\u00fchren, ist f\u00fcr die Umwelt und die Verwertung gleicherma\u00dfen bedeutsam. Daher entwickelt das Vorhaben neuartige, leistungsf\u00e4hige Verfahren f\u00fcr die gesamte Verfahrenskette: Bergen und Abfuhr, Lagern und Aufbereiten, Anliefern und Verwerten. Damit wird die Verbindung hergestellt zwischen dem Anfall der Biomasse im Wald, Geb\u00fcsch o-der Knick mit dem Nutzer im Heizwerk. Das gilt f\u00fcr die Disposition und Kapazit\u00e4ten, f\u00fcr Preis, Kosten und Qualit\u00e4t. Ziel des F\u00f6rderprojekts ist damit die Entwicklung und Erprobung einer leistungsf\u00e4higen und kosteng\u00fcnstigen verfahrenstechnischen L\u00f6sung f\u00fcr die Aufbereitung von Knickpflegegut mit einem Hacker (Basisfahrzeug Feldh\u00e4cksler) mit kontinuierlicher Schnittgutaufnahme, gekoppelt mit einem bodenschonenden Container-Transportsystem als Alternative zu bisherigen arbeits- und kostenintensiven Verfahren. Zudem sollte eine Kalt-Bel\u00fcftungstechnik f\u00fcr den Zwischenlagerbereich konzipiert und untersucht werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Institut sind gemeinsam mit den Projektpartnern innovative Konzepte entwickelt, die nun realisiert und in die Praxis eingef\u00fchrt werden sollen. Die zentrale Bedeutung liegt in der Bergung des sperrigen, breit liegenden Materials, das nicht nach Stamm- und Astholz getrennt ist. Also besehen grundlegend andere Anspr\u00fcche als im Forst. Daraus erwachsen die folgenden Aufgaben f\u00fcr kosteng\u00fcnstige L\u00f6sungen:<br \/>\n\u00b7\tAuswahl des Hackers hinsichtlich Kapazit\u00e4t, Einzug und Trommel<br \/>\n\u00b7\tBau der Aufnahmetechnik, um das sperrig anfallende Holz ohne Handarbeit aufzunehmen und in den Hacker einzuspeisen, und das st\u00f6rungsfrei im kontinuierlichen Betrieb hoher Leistung<br \/>\n\u00b7\tAbfuhr mit spezifisch bodenschonenden Fahrwerken<br \/>\n\u00b7\tAnlieferung mit Fahrzeugen, die innerhalb des Lagers entleeren k\u00f6nnen<br \/>\n\u00b7\tKonzeption einer g\u00fcnstigen Bel\u00fcftungstechnik f\u00fcr die sehr feucht anfallende Biomasse<br \/>\n\u00b7\tSchaffen der M\u00f6glichkeit, im Zwischenlager die Ware in definierter Qualit\u00e4t (Heizwert, Feuchte, Fraktionierung) vorzuhalten<br \/>\n\u00b7\tErarbeiten einer konsequenten, beispielgebenden Organisation, Akquisition und Logistik<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Wallhecken (Knicks) in Schleswig-Holstein m\u00fcssen laut Erlas alle 10-15 Jahre abgenommen werden. Bei einer gesch\u00e4tzten L\u00e4nge von 45.000km vorhandener Knicks ergibt sich ein j\u00e4hrliches Potential an thermi-scher Energie von etwa 80 Mio. Liter Heiz\u00f6l.<br \/>\nDie Verfahrenskette, den Aufwuchs zu nutzen, beginnt mit der Knickschere oder dem Prozessorkopf, die am Ausleger eines Baggers montiert sind. Die Schneide von 0,5m L\u00e4nge nimmt das Material auf und legt es so ab, dass es sodann vom Hacker aufgenommen werden kann. Beide Vorg\u00e4nge laufen getrennt ab, da die Leistungen beim Knicken mit 50-80m\/h nur halb so hoch ist wie beim Hacken.<br \/>\nIm Mittelpunkt des Projekts steht die Maschine, die das Gut m\u00f6glichst kontinuierlich aufnimmt, zerkleinert und auf ein Fahrzeug l\u00e4dt. Als Antrieb und Tr\u00e4gerfahrzeug f\u00fcr den Hacker ist ein Feldh\u00e4cksler gew\u00e4hlt. Es erforderte gro\u00dfen technischen Aufwand, um Antrieb, Hydraulik, Steuerung und Elektronik anzupassen. Des weiteren waren in aufwendigem Bem\u00fchen die von der StVZO gesetzten Grenzen in Massen und Achslasten zu beachten und gemeinsam mit dem T\u00dcV genehmigungsf\u00e4hig zu definieren.<br \/>\nDie pickup-Aufnahme ist auf 3m f\u00fcr normale Knicks mit 1m\u00b3 Hackgut je 10m ausgelegt. Der Einzug be-steht &#8211; im Vergleich zu anderen L\u00f6sungen &#8211; aus einer Folge von robusten, horizontalen Walzen, die das Gut zu einer 0,75m breiten Hackertrommel f\u00f6rdern. Hier w\u00e4re angesichts des sperrigen Gutes k\u00fcnftig ei-ne vertikale Zwangsf\u00fchrung von Vorteil. Aufgrund von Masse und Volumen reicht die pickup allein nicht. Ein geschickter Fahrer unterst\u00fctzt mit dem Ladekran den Materialfluss und erzielt gute Leistungen vom 30-70m\u00b3\/h.<br \/>\nZur Abfuhr hat sich das Container-System bew\u00e4hrt mit bodenschonenden Reifen und den preiswert zu beschaffenden Beh\u00e4ltern, die ein LKW \u00fcber die Strasse zum Verbrauchsort f\u00e4hrt.<br \/>\nDas Knickholz enth\u00e4lt mit knapp 50 % recht viel Feuchte. Die klassische Trocknung lohnt nicht, wohl aber lassen sich Empfehlungen ableiten: das geknickte Holz sollte 2-3 Wochen liegen bleiben, da es etwa 10 % Wasser verliert. Zu Saisonende wird das Knickholz gelagert und zwar auf Bel\u00fcftungsrohren. Die L\u00fcftung vermeidet eine zu starke Selbsterw\u00e4rmung (Kompostierung). Diese erw\u00e4rmte K\u00fchl-Luft f\u00fchrt Feuchtigkeit ab. Das erh\u00f6ht den Heizwert und sichert die Lagerung auch zur n\u00e4chsten Heizsaison.<br \/>\nDie Kosten f\u00fcr das Abnehmen des Knicks hat der Landwirt zu tragen, an dessen Fl\u00e4chen der Knick liegt. Die Kosten f\u00fcr das Hacken und den Transport sollen aus dem Erl\u00f6s der Biomasse finanziert werden. Dies setzt eine hohe Auslastung des Hackers voraus. Bei einem Preis von derzeit etwa 15,-DM\/m\u00b3 inkl. Anlieferung muss der Hacker 60-80m\u00b3\/h schaffen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Ausstellungen:<br \/>\nAusstellung Papendal (NL), Sept. 1999; Agritechnika Hannover, Nov. 1999; Pr\u00e4sentation Salzau (Bericht NDR-Fernsehen), 26.01.00; Energietage NRW, 16.03.00 &#8211; 18.03.00, Nettersheim; Landtechnikschau Deula,17.11.00, Rendsburg; 13. kwf-Tagung, 14.09.00 &#8211; 17.09.00, Celle<br \/>\nVer\u00f6ffentlichungen:<br \/>\nBauernblatt 18.07.1998 und 1999 (Heft 22); Fachtagung der Landwirtschaftskammer Schl.-Holst., 05.11.1998, Rendsburg; Internetseite http:\/\/www.ilv.uni-kiel.de\/knick\/knick.htm Aufsatz Landtechnik Ausgabe 5\/2000; Dissertation St\u00fcbig (MEG-Schrift 361)<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Vorhaben hat die Chancen und Grenzen der Technik aufgezeigt. Der Feldh\u00e4cksler hat sich als Basis-Einheit bew\u00e4hrt. Die Steuerung des Hackers sollte jedoch \u00fcber ein spezifisches Modul erfolgen. Das Fahrwerk Muss eine hohe Bodenfreiheit, Tragf\u00e4higkeit und Achslast bieten. F\u00fcr den Arbeitsablauf ist eine sorgf\u00e4ltige Ablage beim Abnehmen des Knicks Voraussetzung, abgestimmt auf das Fassungsverm\u00f6gen von Einzug und Trommel. Hohe Mengen an Aufwuchs passen nicht in ein Schwad, wie sie die noch bestehenden, \u00fcberalterten Knicks bieten.Gelegentlich vorhandene \u00dcberl\u00e4ngen im Hackgut beruhen auf d\u00fcnnen Zweigen und dickeren Endst\u00fccken, die in der F\u00f6rdertechnik im Heizwerk empfindlich st\u00f6ren. Verbesserungen am Hacker und im Heizwerk stehen an.<br \/>\nInsgesamt hat das Projekt den Anschub zu weiteren Typen des Trommelhackers und zu Interessenten in anderen Regionen und L\u00e4ndern gef\u00fchrt.<br \/>\nIn Schleswig-Holstein nimmt der Bau an Heizwerken zu und damit die Unternehmer-Gruppen, die das Holz bergen und bereitstellen wollen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die von Natur aus anfallende Biomasse sinnvoll zu verwerten, ist aus \u00f6kologischen Gr\u00fcnden anzustreben. Diese Ma\u00dfnahme ordnungsgem\u00e4\u00df und kosteng\u00fcnstig durchzuf\u00fchren, ist f\u00fcr die Umwelt und die Verwertung gleicherma\u00dfen bedeutsam. Daher entwickelt das Vorhaben neuartige, leistungsf\u00e4hige Verfahren f\u00fcr die gesamte Verfahrenskette: Bergen und Abfuhr, Lagern und Aufbereiten, Anliefern und Verwerten. 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