{"id":20381,"date":"2023-07-13T15:15:13","date_gmt":"2023-07-13T13:15:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/12266-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:15:15","modified_gmt":"2023-07-13T13:15:15","slug":"12266-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/12266-01\/","title":{"rendered":"Fachkoordinierung der Entwicklung biotechnologischer Verfahren und Produkte im Sinne eines produkt- bzw. produktionsintegrierten Umweltschutzes in ausgew\u00e4hlten Industriebranchen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Bisher werden biotechnologische Verfahren im Umweltschutz \u00fcberwiegend als add-on- bzw. End-of-pipe-Techniken eingesetzt, wie z. B. in der Abwasser-, Abluft- und Bodenreinigung. Mit dem Einsatz von Biotechnologie als produkt- bzw. produktionsintegrierte Technik, insbesondere vor dem Hintergrund des am 07.10.97 in Kraft getretenen Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes, k\u00f6nnte ein wesentlich effizienterer Umweltschutz erreicht werden. Die Einf\u00fchrung der integrierten Umwelttechnik verursacht f\u00fcr die Unternehmen allerdings gr\u00f6\u00dfere Probleme, da sie meist mit erheblichen Eingriffen in bestehende Technologien, Betriebsstrukturen und Produktionsprozesse verbunden ist. Gerade mittelst\u00e4ndische Unter-nehmen, die zwar als hochinnovativ einzusch\u00e4tzen sind, deren Risikobereitschaft aber aufgrund ihrer Finanzsituation gering ist, ben\u00f6tigen aktive Unterst\u00fctzung vor allem in den Bereichen Koordination und Kooperation, wenn sie konsequent und wissenschaftlich fundiert integrierte Umweltschutztechniken ent-wickeln und umsetzen wollen. Des Weiteren soll insbesondere im Rahmen des F\u00f6rderschwerpunkts Biotechnologie die Kontaktaufnahme und die Zusammenarbeit der Industrie mit wissenschaftlichen Institutionen gef\u00f6rdert und unterst\u00fctzt werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Projekt Fachkoordination arbeitete eng mit dem Referat Biotechnologie zusammen. Neben der Konzeption, Vorbereitung und Durchf\u00fchrung stiftungseigener Veranstaltungen sowie Messepr\u00e4sentatio-nen, \u00fcbernahm die Fachkoordination logistische und koordinative Funktionen im Rahmen der Vorbereitung von Treffen der Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats aus den Fachsektionen Lebensmitteltechnologie, textil- und papiertechnische Industrie. Die Begleitung und Beratung potentieller Antragsteller, die Vermittlung von Kontakten zwischen Vertretern von Hochschulen und mittelst\u00e4ndischen Unternehmen, die fachliche Einsch\u00e4tzung und Vorbereitung der Antr\u00e4ge in der Beantragungsphase sowie die Erstellung der entsprechenden Vorlagen als Grundlage f\u00fcr die Entscheidung bez\u00fcglich einer Bewilligung oder Ablehnung durch den Generalsekret\u00e4r bzw. das Kuratorium der Stiftung waren weitere Schwerpunkte der Fachkoordination. Dar\u00fcber hinaus wurden auch in Zusammenhang mit Projekten, die au\u00dferhalb des F\u00f6rderschwerpunkts angesiedelt waren, \u00e4hnliche Aufgaben \u00fcbernommen.<br \/>\nDie Einf\u00fchrung biotechnologischer Verfahren in die betriebliche Produktion wird unter anderem durch die schleppende \u00dcbertragung der Ergebnisse biotechnologischer Forschung in die Praxis gehemmt. Dies ist sicherlich zum Teil durch fehlende Kontakte forschender Institutionen zur Industrie verursacht: bestehende Probleme sind nicht bekannt und ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Produktionsabl\u00e4ufe und andere, die Umsetzung unter Umst\u00e4nden erschwerende Bedingungen fehlt. Auch in den Unternehmen existieren jedoch Hemmnisse, die einer Entwicklung und Umsetzung biotechnologischer Verfahren entgegenstehen. Gerade kleinen und mittelst\u00e4ndischen Betrieben fehlt oft das biotechnische Know-how, welches bei mangelnden Kontakten zu Hochschulen und Forschungseinrichtungen nicht aufzubauen ist. Dar\u00fcber hinaus erschweren insbesondere in den Branchen Papier, Textil und Lebensmittel wirtschaftliche Schwierigkeiten und eine eher traditionelle Arbeitsweise den Einsatz neuartiger Technologien. Neben wirtschaftlichen Schwierigkeiten stellt das Fehlen personeller Kapazit\u00e4ten ein weiteres gro\u00dfes Problem bei der Entwicklung und Durchf\u00fchrung von Forschungsprojekten in mittelst\u00e4ndischen Betrieben der Branchen Papier, Textil und Lebensmittel dar. Im Rahmen des normalen Produktionsbetriebs kann kein Mitarbeiter freigestellt werden, um Forschungsvorhaben ausreichend vorzubereiten und zu betreuen.<br \/>\nAuch in der Biotechnologie besteht allerdings weiterhin erheblicher Forschungsbedarf. So entsprechen die gegenw\u00e4rtig verf\u00fcgbaren Biokatalysatoren nicht immer den Anforderungen industrieller Prozesse. Hier sind Verbesserungen bez\u00fcglich der katalytischen Aktivit\u00e4ten, aber auch hinsichtlich ihrer Handhabung erforderlich. Die H\u00f6he der Produktionskosten sowie eine nicht ausreichende Verf\u00fcgbarkeit von Mikroorganismen und Enzymen verhindern oftmals deren Einsatz. Dar\u00fcber hinaus fehlen praxisnahe Bewertungshilfen, um den \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Nutzen biotechnologischer Verfahren bzw. die Substitution bereits bestehender Verfahren f\u00fcr den jeweiligen Betrieb im Vorfeld absch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nIm Laufe der verschiedenen Veranstaltungen der Umweltstiftung zum F\u00f6rderschwerpunkt (Osnabr\u00fccker Umweltgespr\u00e4che, Kontaktforum) hat sich deutlich gezeigt, dass innovative Entwicklungen und neue Verfahrensans\u00e4tze in den Branchen Papier, Textil und Lebensmittel nicht durch allgemeine Ver\u00f6ffentlichungen oder gro\u00dfe Veranstaltungen auf den Weg gebracht werden k\u00f6nnen &#8211; trotz der M\u00f6glichkeit einer finanziellen Unterst\u00fctzung durch F\u00f6rdermittel. Die Einbeziehung von Personen mit weitreichenden Kontakten zu Forschung und Industrie in die Initiierung von Projekten hat sich als Weg herausgestellt, um fachlich \u00fcberzeugende, innovative Vorhaben ins Leben zu rufen. Aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Situation der Unternehmen sind es oft einzelne Pers\u00f6nlichkeiten, die eine Vorreiterrolle \u00fcbernehmen und andere Unternehmer mitrei\u00dfen k\u00f6nnen. Eine offensive Projektinitiierung erwies sich als notwendig.<br \/>\nDie Deutsche Bundesstiftung Umwelt f\u00f6rdert seit dem Bestehen des F\u00f6rderschwerpunkts Integrierte Biotechnologie eine Vielzahl innovativer Vorhaben in diesem Bereich. Diese positiven Beispiele werden dazu beitragen, die Implementierung biotechnologischer Verfahren und Produkte zum Nutzen der Unternehmen und der Umwelt zuk\u00fcnftig voranzutreiben und bestehende Hemmnisse abzubauen. Um dies zu erreichen, ist oftmals \u00dcberzeugungsarbeit und offensives Werben notwendig gewesen, was im Rahmen der t\u00e4glichen Referatsarbeit nicht zu leisten gewesen w\u00e4re. Die Anbindung des Projekts Fachkoordination an die Umweltstiftung und das Referat Biotechnologie wurde so eng wie m\u00f6glich gestaltet, was f\u00fcr eine sinnvolle Beratung der Antragsteller sowie die \u00dcbernahme von Dienstleistungen f\u00fcr die Umweltstiftung unabdingbar war. Ein positiver Effekt der Ansiedlung des Projekts an die Fachhochschule Osnabr\u00fcck bez\u00fcglich einer erleichterten Kontaktaufnahme mit potentiellen Antragstellern konnte jedoch nicht festgestellt werden. Dies liegt sicherlich auch an der ohnehin erschwerten Zug\u00e4nglichkeit der Branchen f\u00fcr Forschungsprojekte. Hier w\u00e4re jedoch f\u00fcr die Zukunft zu \u00fcberlegen, ob bei \u00e4hnlich gelagerten F\u00f6rderschwerpunkten, deren Bearbeitungsintensit\u00e4t als deutlich \u00fcber das normale Tagesgesch\u00e4ft hinausgehend eingesch\u00e4tzt werden kann, eine direktere Anbindung einer Fachkoordination an die Stiftung nicht vorteilhafter w\u00e4re.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der F\u00f6rderschwerpunkt wurde im Rahmen zahlreicher Vortr\u00e4ge, regelm\u00e4\u00dfiger Besuche relevanter Tagungen, Messepr\u00e4sentationen und stiftungseigenen, thematisch auf den F\u00f6rderschwerpunkt zugeschnittenen Veranstaltungen ver\u00f6ffentlicht und an potentielle Antragsteller herangetragen. Dabei stellte sich heraus, dass kleine Veranstaltungen, wie z. B. Workshops, bzw. die Einbeziehung einzelner Personen mit vielf\u00e4ltigen Kontakten zu Forschung und Industrie wesentlich effektiver bez\u00fcglich der daraus entste-henden Projektantr\u00e4ge sind. Insgesamt wurde die Einsch\u00e4tzung best\u00e4tigt, dass die Branchen des F\u00f6rderschwerpunkts viel \u00dcberzeugungsarbeit und Initiative von Seiten der Stiftung und der Fachkoordination bed\u00fcrfen, um innovative Verbundvorhaben ins Leben zu rufen und durchzuf\u00fchren.  Nach 23 Monaten Projektlaufzeit befanden sich 30 Vorhaben zum Thema Integrierte Biotechnologie in der F\u00f6rderung mit einer F\u00f6rdermittelsumme von insgesamt 17,7 Mio. DM. Weitere Projektantr\u00e4ge wer-den zur Zeit noch gepr\u00fcft. Damit kann der F\u00f6rderschwerpunkt als sehr erfolgreich eingesch\u00e4tzt werden. Er wird durch innovative Verfahrensentwicklungen bzw. -optimierungen sicherlich dazu beitragen, Produktionsverfahren im Sinne der Nachhaltigkeit \u00f6kologisch und \u00f6konomisch sinnvoll zu gestalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Bisher werden biotechnologische Verfahren im Umweltschutz \u00fcberwiegend als add-on- bzw. 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